Test: Yu-Ca-Tan

Mit den Würfelspielen ist es immer so eine Sache. Während einige Spieler angesichts des hohen Glücksanteils die Nase rümpfen, freuen sich andere wiederum über die besondere Zugänglichkeit dieser Spiele. In Spielen dieser Art haben schließlich auch Gelegenheitsspieler eine echte Chance gegen die Spiele-Experten. Das neu erschienene Yu-Ca-Tan macht gar keinen großen Hehl daraus, dass Glück das zentrale Element des Spiels ist. Risikobereitschaft kann im Spiel belohnt werden… oder auch nicht. Eine riskante Aktion kann euch viele Punkte bescheren, es besteht aber auch immer die Gefahr, am Ende ganz mit leeren Händen dazustehen.

Einmal mehr zeigt der Moses-Verlag wie ein Brett-, Karten- oder auch Würfelspiel verpackt sein sollte. Auch wenn Yu-Ca-Tan mit ganz wenigen Materialien auskommt und auch gerade mal rund 10€ kostet, weiß die Verpackung zu überzeugen. Aus dem stabilen Karton lässt sich eine kleine Schublade herausziehen. Dort findet ihr neben vierzehn Karten im ganz besonderen Format nur noch die zwölf Würfel, um die sich im Spiel alles dreht. Die Würfel sind innerhalb der kleinen Schublade in einem weiteren Karten eingefasst, damit sie nicht kreuz und quer durch die Packung kullern.

Einfaches Spiel im schicken Design

Bevor es mit der großen Würfelorgie allerdings losgeht, müsst ihr noch die eben schon erwähnten Karten in der Tischmitte auslegen. Die sogenannten Tippkarten sind so zugeschnitten, dass ihr die vierzehn Karten in einem Kreis anordnen könnt. Schon habt ihr ein gar nicht mal so kleines Spielfeld vor euch liegen. Das hätte man angesichts der schmalen Verpackung überhaupt nicht gedacht.

Auf eine der vierzehn Karten könnt ihr als aktiver Spieler jetzt eine Wette abschließen. Dazu wählt ihr euch eine beliebige Karte aus und zieht sie einfach ein wenig aus dem Kreis hervor. Auf den Tippkarten seht ihr unterschiedliche Symbole. Ihr findet die Zeichen für gerade oder ungerade Zahlen, die Symbole für bestimmte geometrische Figuren (Kreis, Quadrat und Kreuz), drei unterschiedliche Farben (Blau, Rot und Orange) und abschließend noch die Einzelzahlen von eins bis sechs. Genau diese Ergebnisse befinden sich auch auf den zwölf Würfeln, die ihr jetzt werfen dürft.

Eine Frage der Wahrscheinlichkeit

Betrachten wir uns die Würfel einmal im Detail. Es handelt sich um normale sechsseitige Würfel, die jedoch nicht die gewohnten Augen zeigen, sondern eine ganz spezielle Oberfläche besitzen. Auf jedem Würfel seht ihr die Zahlen von eins bis sechs. Auf jeder Seite gibt es aber noch weitere relevante Angaben. Die Ziffern sind eingerahmt von den oben schon genannten geometrischen Formen, die in drei unterschiedlichen Farben auftauchen. Diese Informationen sind wichtig, um die Wahrscheinlichkeit einer erfolgreichen Wette zu kalkulieren.

Das Spielkonzept ist denkbar einfach. Punkte gibt es nur für die Würfelergebnisse, die der Tippkarte entsprechen, die ihr zuvor ausgewählt habt. Je riskanter eure Wette war, desto mehr Punkte springen für euch heraus. Setzt ihr auf den Erfolg einer Einzelziffer, habt ihr natürlich eine geringere Chance auf ein positives Ergebnis als wenn ihr auf ungerade Zahlen wettet. Deshalb bringt euch jeder Würfel, der die gewünschte Einzelziffer zeigt auch gleich drei Punkte ein. Im Falle der ungeraden Zahlen bringt euch jedes positive Ergebnis nur einen Punkt. Die Farben und geometrischen Figuren tauchen jeweils zweimal auf einem Würfel auf und geben euch jeweils zwei Punkte.

Das Glück auf die Probe stellen

Bei zwölf Würfeln im Spiel stehen die Chancen recht gut, dass zumindest ein Würfel das gewünschte Ergebnis zeigt. Alle diese Würfel legt ihr jetzt auf die zuvor gewählte Tippkarte. Wollt ihr auf Nummer Sicher gehen, könnt ihr euren Zug nun sofort beenden und die erzielten Punkte notieren. Alternativ könnt ihr mit den verbleibenden Würfeln erneut würfeln. Wählt dazu eine andere Tippkarte aus und versucht erneut euer Glück. Die gewonnenen Punkte dürft ihr jetzt zu eurem Konto hinzufügen. Diesen Vorgang könnt ihr nun theoretisch so lange wiederholen bis alle Würfel verwendet wurden. Sollte jedoch kein einziger Würfel das richtige Ergebnis zeigen, sind alle erzielten Punkte aus dem Zug futsch. Wenn ihr euer Glück also zu sehr herausfordert, könntet ihr am Ende in die Röhre gucken.

Je länger euer Zug andauert, desto geringer werden die Chancen auf Erfolg. Alle Würfel, mit denen ihr bereits Punkte gewonnen habt, stehen euch für den nächsten Wurf nicht mehr zur Verfügung. Taktisch könnt ihr dem vielleicht ein wenig entgegenwirken, indem ihr Wetten mit einer höheren Eintrittswahrscheinlichkeit platziert. Letztlich bleibt Yu-Ca-Tan am Ende dann aber natürlich doch genau das, was es auch sein möchte: ein Glücksspiel.

Kleiner Ausflug zu den Mayas?

Bei Yu-Ca-Tan handelt es sich im Grunde im ein abstraktes Spiel. Einen kleinen thematischen Aufhänger hat das Spiel allerdings doch. Yucantán ist eine Halbinsel in der Karibik, die vom vierten bis zum zehnten Jahrhundert ein Zentrum der Maya-Kultur war. Die vielen bunten Symbole im Spiel deuten wohl auf diese Kultur hin. Gerade der farbenfrohe Kreis aus Tippkarten fängt das Maya-Thema sehr schön ein.

Yu-Ca-Tan ist für zwei bis fünf Spieler ausgelegt, wobei ihr die Zahl der Spieler aber auch problemlos erhöhen könnt. Gleiches gilt für die Spieldauer. Laut der Angabe auf der Verpackung dauert ein Spiel ungefähr eine Viertelstunde. Wenn ihr die Rundenzahl verändert, könnt ihr die Spieldauer jedoch ganz nach euren Bedürfnissen anpassen.

schicke Optik
anpassbare Spieldauer
sehr zugänglich
Glück steht im Vordergrund

Sebastian Hamers

Yu-Ca-Tan ist der klassische Spielesnack. Das Spiel ist innerhalb einer Minute erklärt, auch der Spielaufbau dauert nicht länger. Selbst die Spieldauer könnt ihr ganz nach euren Bedürfnissen gestalten. Optisch kann Yu-Ca-Tan viele Pluspunkte sammeln. Kaum zu glauben, dass sich aus der schmalen Verpackung ein so schickes Spielfeld entblättert. Beim Platzieren der Wetten kommt viel Spannung auf. Während man zu Beginn des eigenen Zuges noch recht entspannt die Würfel rollen kann, wird die Luft mit jedem weiteren Wurf zunehmend enger. Liegt ihr kurz vor Spielende noch zurück, könnt ihr mit einer riskanten Ansage vielleicht so gerade eben noch an eurem Mitspieler vorbeiziehen. Das Ganze kann aber natürlich auch in die Hose gehen und mit einem verbockten Wurf landet ihr plötzlich auf dem letzten Platz. Es sind genau diese Situationen, aus denen Yu-Ca-Tan seine Spannung bezieht. Als kleiner Spielehappen für jedermann macht Yu-Ca-Tan daher eine ganz gute Figur.
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