The Division 2: So geht Loot-Shooter – Test

The Division 2: So geht Loot-Shooter - Test-Werkbank-Kapitol

The Division 2: Neues Setting – besseres Spiel?

Die mysteriöse grüne Seuche wütet noch immer in den Vereinigten Staaten und macht auch vor der Hauptstadt nicht Halt. Nachdem wir im Vorgänger auf den verschneiten Straßen von New York City für Ordnung gesorgt und dem Beutefieber erlegen sind, führt uns The Division 2 ins chaotische Zentrum der amerikanischen Macht. Als Tourist im infizierten Washington D.C. haben wir kurzerhand Badelatschen gegen AUG eingetauscht, um uns in der wirbelnden Lootspirale des zweiten Teils zu verlieren. Wie viele Sterne der Deckungs-Shooter auf unserer Flagge verdient, erfahrt ihr in unserem Test.

[Laufbursche der Hauptstadt][Schwamm drüber – Rüstung drunter][Kein KInderspiel][Ein Waffenkoffer voller Motivation][Washington = M.V.P.][Invasion die Zweite][Ein Fall für den Spezialisten][Auf Knopfdruck zum Squad][Zurück in die Zone][Bevorzugt auf dem PC?][Fazit]

Laufbursche der Hauptstadt

The Division 2: So geht Loot-Shooter - Test-Werkbank-Atmosphäre

The Division 2: Diese Story gehört in Quarantäne

Im ersten Teil konnten wir die Division als bestens ausgebildete Elitetruppe kennenlernen, die immer dann zum Einsatz kommt, wenn die Kacke so richtig am Dampfen ist. Sieben Monate nach dem Ausbruch der grünen Seuche im Big Apple, hat die Epidemie inzwischen auch die Westküste erreicht – klingt nach einem Fall für unseren namenlosen, aber recht stillen Helden. Wir machen uns also auf nach Washington D.C, um die letzten Überreste der amerikanischen Zivilisation zu schützen. Dort angekommen, stellen wir jedoch fest, dass in der Metropole nicht nur die tödliche Seuche um sich greift, sondern eine ganze Reihe anarchistischer Gangs um die blutige Vorherrschaft kämpft.

Im Laufe der rund 25-stündigen Hauptgeschichte von The Division 2 trefft ihr auf Mitglieder der True Sons, Hyenas und Outcasts – alle mit ihren ganz eigenen Motivationen und Ideologien. Dass die ausschweifenden Revierkämpfe zu kompliziert werden, müsst ihr jedoch nicht befürchten. Wie schon im Erstling beschränkt sich die Story des Loot-Shooters auf das absolute Minimum. Ihr helft dabei, neue Siedlungen aus dem Boden zu stampfen, erledigt kleine Aufträge für die extrem blassen Nebencharaktere und macht euch ganz nebenbei auf die Suche nach einem Heilmittel für die grüne Pest. Diese seichte „Dahinplätschern“ der überdramatisierten Geschichte ließe sich ganz sicher kritisieren – besonders in Hinblick auf pro-militaristische Parolen, die mit ihr einhergehen – letztlich spielt die Story in einem Loot-Shooter aber ohnehin die zweite Geige.

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Schwamm drüber – Rüstung drunter

The Division 2: So geht Loot-Shooter - Test-Werkbank-Dark Zone

Rüstung statt Schwamm – Gegnerdesign deutlich transparenter

Stattdessen dreht sich alles um die zwei Genre-definierenden Elemente: Loot und Shoot! Vor allem beim Gameplay des Third-Person-Shooters merkt man deutlich, dass die Entwickler von Massive Entertainment aus den Fehlern des Vorgängers gelernt und an den richtigen Stellschrauben gedreht haben, um die Spielerfahrung anzukurbeln. Dabei bleibt The Division 2 den Kernelementen des Vorgängers durchaus treu. Egal ob in der offenen Spielwelt oder innerhalb von Missionen: Das Spiel konfrontiert euch mit einer Gegnerwelle nach der nächsten, die ihr im Bestfall aus der Deckung heraus erledigt – bitter notwendig, denn meist reichen schon wenige Treffen und ihr liegt im Staub. Allerdings verteilen nicht nur die Gegner jetzt deutlich größere Schellen als zuvor, auch die Division hat offenbar mehr Feuerkraft im Gepäck.

Während die Gegner im ersten Teil noch ganze Magazine geschluckt haben als wären es Süßigkeiten, erwarten euch in Washington D.C. deutlich weniger Bullet Sponges. Für viele der knarrenschwingenden NPCs reicht bereits ein gezielter Schuss zwischen die Augen, während Elite- oder Bossgegner nun über eine Rüstungsanzeige verfügen, an der ihr jederzeit ablesen könnt, wie lang ihr noch auf ihre aggrogenen Zonen draufhalten müsst. Ist die Rüstung erst einmal Geschichte, fallen auch die größten Brocken innerhalb weniger Schüsse. Apropos fallen: Auch das Trefferfeedback wurde überarbeitet, sodass euch Feinde gern mal vor die Füße fallen, wenn ihr auf ihre Beine zielt und gepanzerte Soldaten sich auch so verhalten, wenn man auf sie schießt. Diese Neuerungen kommen sehr gelegen und verleihen dem Gunplay noch mehr Wucht als im Vorgänger.

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Kein KInderspiel

The Division 2: So geht Loot-Shooter - Test-Werkbank-Missionen

Die wohl größte spielerische Neuerung liegt aber wohl im Gegnerdesign begründet. Das fällt nämlich erstaunlich üppig aus. Natürlich erwarten euch an jeder Ecke der Spielwelt gesichtslose Möchtegern-Gangster, die wild mit ihren Waffen herumfuchteln, aber selbst unter ihnen gibt es nun eine ganze Reihe verschiedener Abstufungen. Trägt der Gegner beispielsweise eine Maschinenpistole, könnt ihr euch sicher sein, dass er ohne groß zu zögern auf euch zumarschiert und euch mit schlecht platzierten Kugeln eindeckt – ein leichtes Ziel. Sniper hingegen kennen das Konzept Deckung nur zu gut und bleiben gern mal minutenlang hinter eben jener versteckt, bis ihr euch zu ihnen vorgearbeitet habt. Jede der vier Fraktionen in The Division 2 schickt ein ganzes Arsenal verschiedener Gegnertypen ins Rennen, auf die ihr euch im Verlauf des Spiels immer mehr einstellt und so zum ultimativen Agenten aufsteigt.

Allerdings schafft es die KI immer wieder, euch mit überraschenden Manövern in die Enge zu treiben. Besonders Solo-Spieler müssen höllisch aufpassen, dass sie nicht still und heimlich von gegnerischen Truppen flankiert werden. Außerdem halten euch Flammenwerfer und Granaten in Bewegung. Sich die perfekte Deckung suchen und dort verharren, ist also glücklicherweise nicht mehr drin. Gehörte die stupide KI noch zu den großen Kritikpunkten des Vorgängers, ist davon im zweiten Teil nicht mehr viel zu sehen. Positiv überrascht hat uns auch die Waffenauswahl. Eine ausgefeilte Backstory zu jeder Knarre wie in Destiny bleibt uns leider verwehrt, dafür gibt es eine solide Vielfalt an Waffen, die wir im Verlauf der Hauptgeschichte häufig wechseln müssen, um konkurrenzfähig zu bleiben. Im späteren Spielverlauf kommen dann noch die exotischen Waffen hinzu, welche allesamt gelungen, wenn auch extrem selten sind.

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Ein Waffenkoffer voller Motivation

The Division 2: So geht Loot-Shooter - Test-Werkbank-Loot

Loot gibt euch The Division 2 am laufenden Band

Doch selbst das beste Gunplay kann nur dann glänzen, wenn die Motivation hinter jedem Treffer stimmt. Und – „Heiliges Gewitter, Batman“ – The Division 2 hat so viel Motivation im Waffenkoffer dabei, dass uns fast die Luft wegbleibt. Von der ersten Sekunde an schafft es der Deckungsshooter, uns in seine teuflische Spirale aus Aufleveln und Loot-Scheffeln hineinzuziehen. Beinahe jede Mission, egal ob Haupteinsatz oder Nebentätigkeit, belohnt uns am Ende mit einem Upgrade für unser Waffenarsenal, einer interessanten Rüstung oder SHD-Technologie, mit der wir neue Skills und Vorteile freischalten. Da sich die verdiente Ausrüstung an unserem gegenwärtigen Level orientiert, bekommen wir regelmäßig Upgrades für unser Loadout. Dieses gelungene Belohnungssystem motiviert ungemein und zieht sich bis in den späten Spielverlauf. Erst im absoluten Endgame stößt dieses System an seine Grenzen, dazu aber später mehr.

Puristen dürften sich außerdem darüber freuen, dass auch die Modifikationen aus dem Vorgänger ihre Rückkehr feiern – allerdings in abgewandelter Form. Jedes Rüstungsteil ab einer bestimmten Qualität kommt jetzt nämlich mit seinen eigenen Vor- und Nachteilen daher. Set-Items lassen sich für bessere Werte kombinieren und darüber hinaus gibt es nun spezielle Boni auf Waffen und Rüstungen, die nur dann aktiv sind, wenn euer Loadout über eine ganz spezielle Werteverteilung verfügt. Vom Glück seid ihr dabei jedoch nur in puncto Droprate abhängig, denn jeder Gegenstand in The Division 2 lässt sich modifizieren, um besonders starke Talente mit besonders starken Werten in Einklang zu bringen. Wer gern Min-Maxing betreibt und das Beste aus seinem Charakter herausholt, findet hier ein wahres Paradies der Möglichkeiten.

Natürlich gilt das auch für die Skills der Agenten, denn ihr habt die Wahl aus insgesamt 27 verschiedenen Fähigkeiten, die in acht Kategorien organisiert sind. Zu den alten Bekannten Geschütz und Schild gesellt sich unter anderem der praktische Chem-Werfer, mit dem ihr Gegner einschäumt und so bewegungsunfähig macht, eure Verbündeten heilt oder diese auf Reichweite zurück ins Leben holt. Trotz dieser Vielfalt drängen sich die Gadgets nie in den Vordergrund, denn ihr könnt nur maximal zwei von ihnen gleichzeitig nutzen. Den Hauptaspekt des Spiels bilden zu jeder Zeit die anspruchsvollen Feuergefechte und das ist auch gut so. Rollenspiel-Elemente wie Perks (Mehr Inventarplätze, mehr Granaten etc.), die ihr im Laufe des Spiels freischaltet, runden das Gesamtbild schließlich zu einem wunderbar spaßigen Mix aus Loot und Shoot ab.

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Washington = M.V.P.

The Division 2: So geht Loot-Shooter - Test-Werkbank-Lincoln Memorial

Washington D.C. – Spielplatz aller Loot-Shooter-Träume

Im Laufe von mittlerweile 65 Stunden mit The Division 2 hat sich daran kaum etwas geändert. Ein Aspekts des Spiels trägt dazu allerdings deutlich mehr bei als alle anderen: Washington D.C. Die Hauptstadt der Vereinigten Staaten ist ohne Zweifel der MVP des Spiels und lässt zu keiner Zeit Langeweile aufkommen. Das fängt mit der Gestaltung der Stadt an. Nach einem Ausflug ins düster-verschneite New York hatten wir zunächst die Sorge, dass die Regierungsstadt zu bunt, zu wenig bedrohlich, ausfallen könnte. Bereits nach wenigen Stunden in der Spielwelt konnten wir diese Angst jedoch hinter uns lassen. Washington D.C. ist um einiges lebendiger, heller und offener als Manhatten, aber deshalb nicht weniger wirkungsvoll.

Selbst im letzten Winkel der 1:1 nachgebildeten Stadt können wir winzige Details entdecken, die uns entweder ein Schmunzeln entlocken oder uns anderweitig belohnen. Überall auf den Straßen patroillieren Rebellen, die sich gegen den Würgegriff der Hyenas, Outcasts und True Sons stellen. Mit jedem eroberten Aussenposten der Gegner erscheinen mehr freundliche Gesichter in der Nachbarschaft, die zwar nie mehr als einen völlig unpassenden Spruch auf den Lippen haben, aber die Welt trotzdem organisch und vor allem dynamisch wirken lassen. Washington D.C. ist eine Städte mit großen Plätzen, ausgeprägten Grünanlagen und kulturellen Leuchtfeuern, die perfekten Schauplätze für amtliche Ballerorgien kommen also von ganz allein.

Besonders atmosphärisch wird es, sobald wir die offene Welt verlassen und im Rahmen einer Mission die ikonischen Wahrzeichen der Hauptstadt besuchen. Vom Lincoln Memorial über das Kapitol bis hin zum abgeriegelten Naturkundemuseum: Die Kulissen des Spiels sind allesamt atemberaubend und werden gut mit den spielerischen Komponenten des Shooters in Einklang gebracht. In einem Planetarium feindliche Truppen aufs Korn zu nehmen, während auf der Kuppel das Modell unseres Sonnensystems rotiert, gehört zu den absoluten Highlights der Kampagne, die in Sachen Missionsdesign zum Spielspaß-Garanten avanciert. Besonders großartig: Die Kluft zwischen Haupt- und Nebenmissionen ist quasi kaum vorhanden. Jeder Auftrag in The Division 2 fühlt sich an als wäre er für das Überleben der Menschheit von essentieller Bedeutung – auch wenn die Story diesen Eindruck immer wieder torpediert.

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Invasion die Zweite

The Division 2: So geht Loot-Shooter - Test-Werkbank-Endgame

Selbst im Endgame viel zu tun

Ganz im Alleingang kann aber auch die schönste Spielwelt keinen Loot-Shooter langfristig tragen. Dafür braucht es vor allem eins: Ein motivierendes, forderndes und abwechslungsreiches Endgame. Bereits vor dem Release des Spiels haben die Entwickler von Massive Entertainment angekündigt, in The Division 2 einen „Endgame first“-Ansatz zu fahren. Und sie haben nicht zuviel versprochen. Die Story-Kampagne des Spiels begleitet euch von Level Eins bis auf die Maximalstufe 30 und findet selbst dann kein Ende. Sobald ihr nämlich diese Stufe erreicht und die letzte Mission der ersten Story-Iteration abgeschlossen habt, verändert sich Washington D.C. schlagartig. Eine unbekannte Söldnergruppe, die Black Tusk, fallen in die Stadt ein und reißen die Kontrolle über alle wichtigen Gebäude und Institutionen an sich. Die Division macht sich also erneut daran, die Straßen zu säubern und die Hauptstadt Stück für Stück zurückzuerobern. Das klingt im ersten Moment nach billigem Recycling, stellt sich jedoch als Geniestreich der Entwickler heraus.

Die Spielwelt ist nun nämlich noch belebter als zuvor und mit der neuen Fraktion trefft ihr natürlich auch auf gänzlich neue Gegnertypen. So haben die Black Tusk mechanische Robo-Hunde im Schlepptau, die nicht nur extrem schwer zu töten sind, sondern auch ordentlich austeilen. The Division 2 wird im Endgame also nicht nur deutlich schwerer, sondern auch vielfältiger. Das spiegelt sich auch in den Missionen wieder. Obwohl ihr hier nämlich genau die Einsätze wiederholt, die ihr zuvor schon bewältigt habt, spielen sie sich komplett anders, sobald die Black Tusk mitmischen. Das gilt auch für Stützpunkte, besonders knifflige und lange Missionen, die euch außerdem mit kleinen Story-Happen versorgen. Erobert ihr eine dieser streng bewachten Festungen zurück, steigt ihr darüber hinaus im Weltrang auf. Das bringt euch nicht nur besseren Loot, sondern auch stärkere Gegner. Bislang sind vier Ränge verfügbar, in Kürze sollen jedoch weitere folgen.

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Ein Fall für den Spezialisten

The Division 2: So geht Loot-Shooter - Test-Werkbank-Spezialisierungen

Spezialisierungen kommen mit Waffenkoffer

Um für den steigenden Schwierigkeitsgrad gewappnet zu sein, schaltet ihr zusätzlich Spezialisierungen frei, sobald ihr auf Stufe 30 angekommen seid. Aktuell wählt ihr aus einer von dreien, die das Spielgeschehen noch einmal richtig über den Haufen werfen. Während der Zerstörungsexperte mit purer Waffengewalt, Granatwerfer und Mörser zu Werke geht, kämpft sich der Überlebensexperte mit Armbrust und Heilungseffekten den Weg frei. Der Scharfschütze schließlich bekommt ein spezielles Sniper-Gewehr spendiert und deckt die Black Tusk aus der Entfernung mit gut gezielten Schüssen ein. Jede Spezialisierung geht zusätzlich zur einzigartigen Waffe mit einem eigenen Skillbaum einher, der die Motivation im Endgame noch weiter in die Höhe treibt. Die Mischung aus neuen Inhalten, stetig besserem Loot und einer sich wandelnden Welt hat zuvor bei keinem Loot-Shooter zu Release so gut funktioniert wie in The Division 2 – Chapeau, Massive Entertainment!

Allerdings ist auch das Progression-System hier nicht ohne Fehl und Tadel. Habt ihr nämlich erst einmal einige Zeit auf Weltrang Vier verbracht und sämtliche Missionen auf dem schweren Schwierigkeitsgrad absolviert, dann stellt sich auch hier ein wenig Gleichgültigkeit ein. Nicht zuletzt deshalb, weil die Qualität der gelooteten Gegenstände unabhängig vom Schwierigkeitsgrad der Aktivität zu sein scheint. Egal ob ihr eine lächerliche einfache Schießübung absolviert oder euch im Viererteam durch das Lincoln Memorial quält: Überall warten aktuell 450er Items auf euch, die euch bereits nach kurzer Zeit das Inventar verstopfen. Schade ist auch, dass der erste Raid noch etwas auf sich warten lässt. Zu Release das große Ziel dieser 8-Mann-Einsätze vor Augen zu haben, wäre sicher ein gern gesehener Ansporn, weiter Washington D.C. unsicher zu machen. Generell macht The Division 2 in Sachen Langzeitmotivation aber deutlich mehr richtig als falsch – keine Selbstverständlichkeit im Genre.

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Auf Knopfdruck zum Squad

Vernetzung ohne Probleme

Selbstverständlich ist hingegen die Tatsache, dass der Loot-Shooter ganz besonders auf das Spiel in der Gruppe setzt. Im Vergleich zum Vorgänger haben es die Entwicklern Solisten um einiges leichter gemacht, im Spiel gute Fortschritte zu machen. Der größte Spielspaß liegt aber wie üblich darin, sich mit anderen durch die knackigen Missionen zu kämpfen. Der Clou: Auf Knopfdruck stellt ihr ein Squad zusammen und könnt sofort loslegen. Das gilt einerseits für die offene Spielwelt, in der ihr euch jederzeit zu Teammitgliedern teleportiert und Hilfe aus der Umgebung anfordert, solltet ihr allein doch mal ins Gras beißen. Über die Weltkarte sendet ihr ein Signal, das bei Spielern in der Nähe angezeigt wird und sofort beantwortet werden kann – ohne Ladezeit und anderen Firlefanz. Aber auch für Missionen stellt sich dieses Feature als recht praktisch heraus, denn vor dem Eingang jeder Locationen haben wir die Möglichkeiten, nochmals Mitspieler heranzuholen.

Wer das Ganze auf die Spitze treiben möchte, organisiert sich darüber hinaus in den neuen Clans. Bis zu 50 Plätze bietet das Tool derzeit an. Als Mitglied eines Clans habt ihr nicht nur Zugriff auf spezielle wöchentliche Missionen, sondern könnt außerdem euren Rang einsehen, den ihr gemeinsam mit euren Clan-Buddies erreicht habt – egal ob im PVP oder der Dark Zone. Darüber hinaus schaltet ihr mit jedem Stufenaufstieg eures Clans neue kosmetische Gegenstände frei, die von Jacken über Brillen bis hin zu Anhängern für den Rucksack reichen. Diese könnt ihr auch ohne Clan freischalten, indem ihr die Welt durchforstet oder zum Geldbeutel greift. Einfluss auf das Spielsystem haben diese Mikrotransaktionen glücklicherweise keine. Die Lootboxen stehen aktuell allerdings in der Kritik, weil die Qualität und Optik der zufällig gewonnen Gegenstände wohl in keinem gesunden Verhältnis steht. Wir bleiben für euch dran.

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Zurück in die Zone

Vorschau: The Division 2-Bild6

Die Dark Zone: Dreifach hält besser

Wer im Endgame schließlich so gar keine Lust hat, sich mit den Black Tusks anzulegen oder Washington D.C. zu befreien, der ist in The Division 2 bei Weitem nicht aufgeschmissen. Der PVP-Modus Konflikt sowie die Dark Zone aus dem Vorgänger feiern ihre Rückkehr und das mit einigen Änderungen. Items-Normalisierung ist die größte davon. Tretet ihr im Viererteam im klassischen Deathmatch- oder Domination-Modus an (Konflikt), dann wird die Ausrüstung von allen Beteiligten auf einen Grundwert gebracht. Lediglich Talente und Set-Kombinationen spielen hier noch eine Rolle. Das mag für die einen wie der Heilige Gral klingen, denn so sind die Squads jederzeit auf Augenhöhe, viele werden sich aber wohl daran stören, dass ihnen ihre wochenlang erfarmte Ausrüstung keine Vorteile bringt, sobald sie sich ins PVP wagen. Glücklicherweise gibt euch das Spiel die Option, die Normalisierung auszuschalten.

Auch in der Dark Zone findet die Normalisierung Anwendung. Allerdings solltet ihr hier trotzdem als Viererteam antreten, denn Solisten sehen in diesem Modus recht alt aus. Wie schon im Vorgänger bietet die Dark Zone eine Mischung aus PVP und PVE. Genau wie im Konflikt sammelt ihr hier eigenständige Erfahrungspunkte, die ihr wiederum in einen Talentbaum stecken könnt. Statt allerdings nur eine Dark Zone für alle Spieler zur Verfügung zu stellen, findet ihr in Washington D.C. ganze drei davon. Eine davon ist recht offen und dementsprechend vor allem für Scharfschützen ein wahres Paradies, während die anderen beiden ziemlich verwinkelt daherkommen. Überall gilt jedoch das Recht des Stärkeren: Entweder ihr tretet in besonders schweren Kämpfen gegen NPC-Gegner an, um korrumpierte Ausrüstung zu sammeln oder ihr holt euch diese Items von menschlichen Spielern, die euch über den Weg laufen. Um etwaiger Frustration entgegenzuwirken, findet ihr in der Dark Zone nun auch Gegenstände, die ihr nicht erst bergen müsst, sondern direkt anlegen könnt – eine nette Ergänzung, die in letzter Konsequenz allerdings kaum etwas am packenden Reiz der DZ ändert.

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Bevorzugt auf dem PC?

The Division 2: So geht Loot-Shooter - Test-Werkbank

PS4-Performance: Hier gibt’s noch einiges zu werkeln

Wenn man The Division 2 einen großen Vorwurf machen kann, dann im Bereich der Konsolen-Performance. Wir haben das Spiel zum Großteil auf dem PC getestet, der nicht nur optisch das Maximum aus Washington D.C. herauskitzelt, sondern auch mit dem enormen Hardware-Hunger des Loot-Shooters weniger zu knabbern hat. Bugs, Glitches und Co. hielten sich hier noch in Grenzen. Lediglich ein Bug, der Skills zeitweise komplett unbrauchbar gemacht hat, sorgte für mächtig Ärger in der Community. Dieser ist inzwischen allerdings behoben. Auch Soundprobleme traten gelegentlich auf, wenn Gegner weit nach ihrem Ableben noch ächzende Laute von sich gaben der Audiologs sich weigerten, abgespielt zu werden – alles kein Beinbruch, aber unnötig. Ebenso ärgerlich ist die Menüführung, die sich seit dem Vorgänger kaum verbessert hat. Inzwischen gibt es zwar die Möglichkeit, Waffen und Rüstungen in einem Grid anstatt einer Liste anzuzeigen, trotzdem bleibt das Inventory-Management zu verschachtelt und kompliziert.

Deutlich mehr Probleme gab es auf der PlayStation 4. Die Sony Konsole hatte nicht nur mit extrem spät nachladenden Texturen zu kämpfen, sondern auch mit gelegentlichen Abstürzen. Selbst die Pro blieb davon nicht verschont. Allerdings darf man bei der Präsentation des Spiels gern auch das ein oder andere Auge zudrücken. Besonders auf dem PC sieht The Division 2 einfach großartig aus. Die belebte Spielwelt wird in satten Farben unterfüttert und glänzte im Besonderen mit atmosphärischen Lichteffekten, die in Kombination mit dem dynamischen Tag- und Nachtwechsel richtig stimmungsvoll in Szene gesetzt werden. Die deutsche Synchronisation hingegen ist ein absoluter Graus, asynchron, uninspiriert und überdramatisiert, und sorgt dafür, dass die Story des Spiels noch weiter ins Abseits gerät als ohnehin schon geschehen.

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Abwechslungsreiche Spielwelt voller Details
Washington D.C. perfekte Kulisse für einen Loot-Shooter
Verbesserte KI bringt taktische Tiefe
Massig Content bis ins Endgame
Vielfältiges Gegner- und Waffendesign
Motivierende Lootspirale
Simples Matchmaking
Gelungene Änderungen an Konflikt und Dark Zone
Vielseitiges Skill- und Talentsystem
Auch für Solisten geeignet
Performance-Probleme auf PS4
Story zum Vergessen
Blasser Protagonist und Nebencharaktere
Menüführung unnötig kompliziert
Grauenhafte deutsche Synchronisation

Christian Böttcher

Massive Entertainment beweist, dass Loot-Shooter auch zu Release richtig gut sein können. The Division 2 ist nicht nur bis oben hin mit abwechslungsreichem Content vollgestopft, sondern bleibt dabei auch nach 60 Stunden Spielzeit richtig spaßig. Nicht zuletzt, weil die Lootspirale hervorragend funktioniert und die facettenreichen Fortschritts-Systeme perfekt ineinandergreifen. Die Kritik des Vorgänger ist am schwedischen Entwicklerteam nicht vorbeigegangen und so schnüren sie ein Gesamtpaket an sinnvollen Änderungen, die aus einem soliden Shooter einen strahlendes Vorbild für das Genre machen. Änderungen an KI, Bullet Sponges und der Dark Zone: Alles festgezurrt zu einem stimmigen Ganzen. Möglich ist das allerdings nur, weil The Division 2 sich Washington D.C. schnappt und in eine Spielwelt verwandelt, die nur so vor Liebe zum Detail und vielfältigen Aufgaben sprüht. So geht Loot-Shooter!
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