The Swords of Ditto: Mormo’s Curse – Nintendo Switch Release samt neuem DLC im Test

Aus dem Grab eures Vorgängers entnehmt ihr euer Schwert

Im Action-RPG The Swords of Ditto: Mormo’s Curse seid ihr nicht mehr als ein Schwert. Ja, richtig gelesen: Puku, ein schwebender Mistkäfer betitelt euch nicht selten als einen bloßen Gegenstand, dessen schicksalhafte Aufgabe es ist, die Insel Ditto von der böswilligen Herrschaft der Hexe Mormo zu befreien. Wir haben die neue Expansion, die seit dem 02.05 erhältlich ist, angespielt und berichten euch von den kurios-kreativen Einsprengseln der Entwickler. Außerdem haben wir einen Blick auf die Fassung für die Switch geworfen, denn ab sofort findet das Abenteuer auch auf der Nintendo-Konsole ein Zuhause.

Neue Waffen, neues Spielzeug, neues Glück

Bevor ihr euch Mormo stellt, muss euer Schwert, pardon, müsst ihr (Welt-)Stufe sechs erringen, indem ihr unzähligen Gegnern den Gar ausmacht. Zwar könnt ihr euch auch vor Erreichen dieses Levels dem Endgegner stellen, doch stehen die Chancen, die Insel in einen friedlichen und glücklichen Ort zu verwandeln, eher schlecht. Auch wenn die Herausforderungen auf der Einstellung “schwer” gut zu meistern sind, so hat die opportunistische Endbossin einiges auf dem Kasten – ohne strategische Vorbereitung habt ihr keine Chance. Wenn ihr den finalen Fight verlieren solltet, werdet ihr im weiteren Spielverlauf einige Veränderungen bemerken: Die Bäume grünen nicht mehr, die Häuser verfallen, aus der ehemaligen Stadt ist ein kleines Dorf geworden. Dieses Feature, das abhängig vom individuellen Spielverlauf Gestalt annimmt, hat uns gut gefallen.

Schafft ihr es, Mormo im ersten Versuch zu schlagen?

Schicker Sticker und taffe Waffe

Um gut gerüstet für den Endkampf zu sein, habt ihr zuvor unterschiedliche Möglichkeiten zur Stärkung eurer Angriffskraft. Dazu gehören zum einen Sticker, die mit verschiedenen Boni gleichzusetzen sind. So könnt ihr eure Gesundheit, Angriffsstärke oder Rüstung aufwerten oder euch gegen Gift- und Feuerattacken immunisieren. Items hingegen zielen eher darauf ab, euren Gegnern zu schaden. Unter anderem könnt ihr starke Zusatzattacken wie eine herabstürzende Monsterpfote oder Bomben nutzen, um zusätzlichen Damage zu machen.

Mormo’s Curse bietet euch darüber hinaus eine ganze Reihe neuer Waffen und Items, um gegen die lila Hexe vorzugehen. Besonders ins Auge fällt der Zettel mit der Aufschrift “kick me” – an den Rücken eines Kontrahenten geklebt, gilt er als Hauptziel aller Angriffe. Auch könnt ihr die Kosten der kaufbaren Items verringern oder euer Glück erhöhen. Die unterstützenden Fähigkeiten der Sticker sind unablässig. Gegner auf höherer Stufe machen viel Schaden, besonders wenn sie nicht allein, sondern in Horden auftreten, sodass ein erhöhter Schwert-Schaden oder eine verlängerte Gesundheitsanzeige euch vor dem Untergang retten können.

Eure Tasche hält Items bereit, die euch im Kampf unterstützen.

Neben diesen Bonusfähigkeiten helfen euch auch Waffen, Gegnern noch stärker auf die Pelle zu rücken oder diese auch von eurer fernzuhalten. Doch haben Bogen, Laser-Ring und Co. eine weitere Aufgabe: Mithilfe dieser Gadgets wird es euch ermöglicht, die unterschiedlichen Dungeons zu durchkämmen, um Schatztruhen mit neuen Spielzeugen und Items aufzuspüren.

Auf Irrfahrt im Inselparadies

Apropos Dungeons: Diese werden wie die Teile der Umgebung prozedural in die Kartenlandschaft eingebettet. Daraus entsteht ein individuelles und einzigartiges Abenteuer, doch kann es vorkommen, dass ihr ziellos umherirrt und einige Umgebungen mehrfach untersuchen müsst. Habt ihr sie dann schlussendlich gefunden, werdet ihr mit kleineren Quests konfrontiert. Diese verlangen euch allerdings nicht allzu viel ab, denn die Rätsel wiederholen sich prompt.

Test: The Swords of Ditto2

Jeder Spieldurchgang hält neue Herausforderungen bereit.

Eine Ausnahme gibt es: Mormo’s Schloss stellt euch auf mehreren Ebenen immens schwere Herausforderungen in Form von High-Level-Monstern, verbunden mit mühevoll abzuarbeitenden Missionen. Ihr werdet merken, dass ihr gar nicht genug Gesundheit-spendende Lebensmittel vorrätig haben könnt.

Von Rogue-like zu spaßiger Unbefangenheit

Ein wesentlicher Part des Spielprinzips von The Swords of Ditto nahm die Permadeath-Funktion ein: Nach dem Motto “nur wer stirbt, wird zur Legende” wurdet ihr dazu animiert, wachsam auf eure Lebensanzeige zu achten, denn wenn sie erlischt, erlischt auch der Protagonist; ihr musstet das Abenteuer von Neuem beschreiten.

Nicht so in Mormo’s Curse. Zwar müsst ihr bei Ableben in diesem DLC einige Einbußen hinnehmen – ihr verliert an Geld und Items – doch fangt ihr nicht wie zuvor bei Null an. Einigen Fans der ursprünglichen Version fehlt im aktuellen Ableger womöglich der Nervenkitzel. Wir hingegen sind froh, dass wir bei Ikarus-ähnlichem Übermut nicht allzu hart bestraft werden.

Auch bei Swords of Ditto: Mormo’s Curse solltet ihr vermeiden, zu sterben

Steuerungs-Defizit oder Gewöhnungssache?

Auf PC-Tastatur und PS4-Controller erschien die Steuerung des drolligen Schwertträgers nicht allzu kompliziert und auch die Umsetzung auf der Nintendo Switch macht größtenteils Sinn. Habt ihr einmal verinnerlicht, welche vier Bewegungen den Hauptteil der Handlungen füllen, so steht einer dynamischen Handhabung kaum etwas im Weg. Dieses “kaum” zeigt sich an anderer Stelle. Während die rechte Hand selbstbewusst auf die Tasten haut, weiß die linke manchmal nicht wohin mit sich. Um Gadgets und einige Funktionen der ausgewählten Items nutzen zu können, muss mit den Richtungstasten zuerst eine von ihnen ausgewählt werden, bevor diese dann mit der X-Taste eingesetzt werden kann. Schnell aufeinander folgende Kombos stellen eine kleine Herausforderung dar.

Anstatt den Blick und die Konzentration auf den Bildschirm zu richten, wandern die Augen unkontrolliert auf die nervösen Hände. Stellt sich mir die Frage, wie die Gadgets besser hätten untergebracht werden können. Womöglich ist die tatsächliche Tastenbelegung das kleinere Übel. Grundsätzlich harmonieren Swords of Ditto und die Switch aber hervorragend. Egal ob im Handheld-Modus oder zu zweit mit je einem Joy-con in der Pranke: Die Steuerung fällt so minimalistisch aus, dass selbst das begrenzte Tasteninventar der Controller ausreicht, um Mormo das Handwerk zu legen. Zu bemängeln sind jedoch die langen Ladezeiten beim Betreten eines neues Raumes oder Geländes, was daran liegen könnte, dass der Speicherstand bei jedem Ortswechsel aktualisiert wird. Hier haben PC und PS4 klare Vorteile gegenüber der Nintendo Switch.

Modi und Plattform-Vielfalt

Neben dem Single-Player könnt ihr auch im Koop-Modus fighten. Das Zusammenspiel mit einem ausgesuchten Freund bringt euch den Vorteil, Kontrahenten aus zwei Richtungen attackieren zu können. Außerdem macht Swords of Ditto zu zweit deutlich mehr Spaß als ein Soloausflug in die bunte Ditto-Welt. Wenn ihr euch im Koop rauft und ein Spieler einen neuen Raum betritt, wird der zweite zwangsweise mitgeschleift.

Im Kampfgemenge kann es also durchaus passieren, dass ungewollt die Richtung gewechselt wird und ihr in einem bereits besuchten Raum landet. Die Konsequenz: Alle Gegner spawnen neu. Je nachdem, ob ihr leveln oder einfach nur einen Zielort ansteuern wollt, kann dieser Umstand positiv oder negativ ausgelegt werden. Vor allem auf der Flucht in ein sicheres Gebiet stellte sich das muntere Hin- und Herhüpfen zwischen den Räumen als Lebensretter heraus.

Gab es Swords of Ditto zuvor nur auf PC und PS4, können nun auch Nintendo Switch Besitzer in die Rolle des Schwertes schlüpfen. One Bit Beyond und Devolver Digital agieren ganz im Sinne der Stunde-Null-Anhänger vom Action-Rollenspiel: Im Gegensatz zu den Nintendo Switch Spielern, die 12,49€ für das Spiel aufopfern müssen, stellt der Publisher die Erweiterung für PC und PS4 Gamer kostenlos zum Download bereit. Aufgepasst: Noch bis zum 09.05. könnt ihr das Game für nur 6, 24€ bei Steam erwerben.

spaßiges Gameplay
passende musikalische Untermalung
das Fehlen der Permadeath-Funktion...
satirischer, den Nerv treffender Humor
gut umgesetzter Koop-Modus
teils unhandliche Steuerung
eintönige Dungeon-Herausforderungen
...das Fehlen der Permadeath-Funktion

Anne Beyer

Das knuddelig inszenierte isometrische Abenteuer hat mir auf Anhieb viel Spaß gemacht. Anfänglich noch allein gelassen gefühlt, konnte ich auf einer Erkundungstour Fähigkeiten erlernen und ausprobieren, auf Gegnerschwärme eindrischen und witzigen Dialogen lauschen, die dem Indie-Game des kleinen aber feinen Publishers One Bit Beyond eine einzigartige Atmosphäre verleihen, die nun erstmals auch auf der Nintendo Switch zur Geltung kommt. Ich kam nicht drumherum, nostalgisch an klassische Zelda-Elemente zurückzudenken und gleichzeitig festzustellen, dass The Swords of Ditto aufbau- und storytechnisch nicht ganz mithalten kann. Muss es aber auch gar nicht, denn auch der DLC Mormo's Curse nimmt sich selbst nicht allzu ernst, setzt den Fokus lieber auf kuriose und satirische Momente und auf den Spielspaß selbst, anstatt mit Zwang und Drangsal eine tiefe Story heraufzubeschwören.
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