Test: Transformers – The Dark Spark

Bald kloppen sich wieder Riesenroboter die Metallnasen krumm, Transformers 4 startet in den Kinos. Klar, dass es keinen besseren Zeitpunkt gibt, ein Transformers-Videospiel auf den Markt zu bringen, auch wenn dieses mit dem Film an sich nichts zu tun hat. Transformers: The Dark Spark erscheint für quasi alle Systeme, für diesen Test haben wir uns aber die Xbox One Version näher angesehen.

Worum gehts?

Die Story in Transformers: The Dark Spark ist schnell erzählt. Alles dreht sich um den Dark Spark, ein Relikt aus alten Geschichten, dass den bösen Decepticons besser nicht in die Hände fallen sollte. Und um genau das zu verhindert, kommen die Autobots ins Spiel, die Guten. Während man in älteren Transformer-Spielen auf zwei Kampagnen gesetzt hatte, eben eine für die Decepticons und eine für die Autobots, gibt es in Transformers: The Dark Spark nur eine Kampagne, wobei ihr zwischen beiden Seiten hin und herwechselt.

Transformers: The Dark Spark

Und das ist auch schon der erste Wehrmutstropfen, denn so wachsen euch die Charaktere nun wirklich nicht ans Herz. Abgesehen davon ist die gesamte Kampagne sehr platt erzählt und es geht eigentlich nur darum, Massen von stupide Gegner auszuschalten. Die KI der Gegner ist dabei offensichtlich besonders darauf getrimmt, Deckung zu suchen. So rennt ihr den Blechdosen ständig hinterher und versucht sie auszuschalten, bevor sie hinter der nächsten Deckung verschwinden.

Transformieren!!

Aber was macht ein Transformer überhaupt aus? Natürlich die Transformation in irgendein Gefährt. Das ist in Transformers: The Dark Spark mit einem Knopfdruck schnell getan und so könnt ihr euch, abhängig von euren derzeitigen Transformer, in Autos, Panzer oder Flugzeuge verwandeln. Das Beste daran ist eigentlich der Sound der Verwandlung, denn ansonsten fehlt es den Gefährten, besonders den Bodenfahrzeugen, an Geschwindigkeit. Dafür sind sie aber oftmals in Sachen Feuerpower stärker unterwegs, zumindest dann, wenn Zielsuchende Raketen mit an Bord sind. Die Gegner hingegen attackieren meist als Blechdose auf zwei Beinen, selten als transformiertes, stärkeres Gefährt. Kein Wunder also, dass Sie eher als Kugelsammelstation dienen. Deppen!

Transformers: The Dark Spark

Etwas schneller sind die Flugzeuge unterwegs. Das Zusammenspiel von langsamen Zielen und notfalls schnellem Flüchten funktioniert hier deutlich besser als bei den Bodenfahrzeugen. Im Übrigen fühlt man sich als Transformer recht klein und mickrig, was besonders an den rieseigen Arealen liegt, die irgendwie für eine größere Spezies gebaut zu sein scheinen. Das Gefühl, einen riesigen Mech zu steuern, bekommt ihr erst dann, wenn sich mehrere Transformer zu einem Riesenroboter vereinen. Dieser steuert sich dann etwas schwerfälliger, leider aber auch nicht besonders innovativ. Von den Transformation haben wir uns mehr erhofft, auch wenn das Zusammenspiel später recht flüssig von der Hand geht. Wirklich „cool“ ist es aber leider nicht.

Jeder Transformer hat darüber hinaus eine Spezialfähigkeit, die mal sehr stark und mal sehr nutzlos ist. Beispielsweise könnt ihr eine Kampfdrone erzeugen, die euch im Kampf unterstützt, oder aber ihr verfügt über einen Enterhaken, der euch an höher gelegenere Bereiche befördert. Die Auswahl der Transformer wird jedoch vom Spiel vorgegeben und so passen die Level wundersamer weise immer zu eurem virtuellen Ich.

Transformers: The Dark Spark

Battlefield lässt grüßen

Im Spiel verteilt gibt es Stationen, an denen Ihr eure Waffen und eure Gadgets wechseln könnt. Ähnlich wie in Battlefield 4 erspielt ihr euch sogenannte Ausrüstungskisten, in denen dann Waffen, Upgrades und so allerlei Kram zu finden ist. Das Ganze dient dazu, euren Transformer aus- und aufzurüsten. Primär und Sekundärwaffe sind dabei noch selbsterklärend, wobei ihr hier und da auch Waffenupgrades erhaltet. Etwas spezieller sind die Hacks und die Techs.

Die Hacks funktionieren wie die Schädel in der Halo Serie. Ihr erschwert euch das Spiel etwas, bekommt dafür aber einen Erfahrungsboost. Beispielsweise explodieren die Gegner nach deren Ableben, was euch zwar Energie kosten kann, dafür aber mit 75% mehr Erfahrung belohnt wird. Techs hingegen können drei ausgewählt und jeweils mit dem Steuerkreuz gestartet werden. Diese stehen jedoch nur einmalig zur Verfügung und müssen anschließend an einer dieser Stationen neu ausgewählt werden. Hier gibt es Dinge wie wärmesuchende Minen, Schilder oder auch Kampfdronen. Das funktioniert soweit ganz gut und ist besonders bei normalem und schwierigem Schwierigkeitsgrad sehr hilfreich. Noch interessanter werden diese Optionen dann bei dem zusätzlichen Modus Eskalation, dazu aber später mehr.

Transformers: The Dark Spark

Grundsätzlich spielt sich die gesamte Kampagne eher wie eine Ansammlung von CPU Multiplayermatches. Es gibt immer nur darum in einem bestimmten Areal alle Gegner auszuschalten und ein Stück weiterzukommen. Gelegentlich wird mit verschiedenen Schaltern oder Sprungpassagen versucht etwas Abwechslung einzubauen, so richtig dazugehörig wirkt das aber oftmals nicht. Auch die kleineren Zwischengegner sind in keinster Weise spektakulär. Sie sind eben etwas größer, verteilen ordentlich und stecken sehr viel mehr ein. Wirklich schwer ist das Spiel dabei nicht. Wer das Shooter-übliche „verstecken, ballern, verstecken, ballern“ beherrscht, der kann die Kampagne nach etwas unter 10 Stunden beenden.

Licht am Ende des Tunnels

Für Abwechslung nach der Kampagne soll der zusätzliche Modus Eskalation sorgen. Uns hat Eskalation sogar besser gefallen als die eigentliche Kampagne. Hier gilt es mit bis zu drei Mitspielern 15 Gegnerwellen zu überstehen. Das kennt man schon von anderen Spielen wie Gears of War, macht aber auch im Transformer-Universum Laune. Mit jedem Kill erhaltet ihr etwas virtuelles Geld, dass ihr wiederrum für Barrieren, Raketentürme oder andere Fallen ausgeben könnt. Die acht Maps machen dabei alle einen guten Eindruck und so dürfte euch der Modus ebenfalls einige Stunden beschäftigen.

Transformers Test 007

Technisch reißt der Titel niemanden vom Hocker. Die Transformers selbst sind noch nett anzusehen, die Verwandlung ins Gefährt ist dank der Sounduntermalung ganz nett, ansonsten sind die Welten aber so uninteressant wie sie nur sein könnten. Lediglich die Spiegelung des Bodens in einigen Bereichen kann sich sehen lassen und deutete ein wenig auf Next Gen hin. Der Sound ist ebenso mittelmäßig, hier kann nur der Soundtrack im Hauptmenü wirklich überzeugen.

  • Modus "Eskalation"
  • Menüsoundtrack
  • Unspektakuläre Kampagne
  • Stupide Gegner
  • Für ein Transformers einfach zu uncool

Maik R.

Transformers: The Dark Spark ist leider wieder eines dieses mittelmäßigen Titel, die ausschließlich von der Lizenz leben. Die mitgelieferte Kampagne ist ebenso unspektakulär wie die Transformers selbst. Die KI der Gegner ist darüber hinaus unterirdisch. Wir sprechen hier über ein Transformers-Spiel. Da hätte man deutlich mehr herausholen können und dass das funktioniert, hat man in der Vergangenheit bereits gezeigt. Immerhin konnte uns der zusätzliche Modus Eskalation kurze Zeit unterhalten und die Gesamtwertung des Spiels etwas retten und sogar der Kinoreife Soundtrack kann sich hier und da hören lassen.
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