Vertagear Triigger 350 SE im Test –

 

Vertagear Triigger 350 SE - Szene

Optisch ansprechend ist der Vertagear Triigger 350 SE schon einmal

Mal ganz ehrlich: Was bringt das beste Gaming-Setup, wenn man keinen passenden Stuhl dazu hat. Jeder kennt das Gefühl, wenn man nach einer langen Session aufsteht und sich Rücken und Nacken bemerkbar machen. So ist neben dem Markt für Spiele und deren Zubehör auch das Geschäft mit Gaming-Stühlen explodiert. Neben coolem Design sollen die Produkte es dabei natürlich dem Allerwertesten so bequem wie möglich machen. Der Triigger 350 SE (Special Edition) positioniert sich dabei als Flaggschiff der Marke Vertagear. Was er kann und ob er seinem Einkaufspreis von stattlichen 1128 US Dollar (mit Kopfstütze) gerecht wird, erfahrt ihr im Test.

Der Bessere unter den Guten

Das Zusammenbauen des Stuhls ist kinderleicht. Da sich unter dem Sitz eine aufwendige Konstruktion befindet, kommt dieser Teil bereits fertig montiert von Vertagear. Danach müssen nur noch die Rollen angebracht und der Rumpf auf sie und die Hydraulik gestellt werden. Ist der Triiger 350 dann aufgebaut, zeigt sich der Stuhl in modernem Design. Farblich ist die Special Edition in Rot-Schwarz gehalten. Der Großteil der Sitzfläche und Rückenlehne bestehen aus einem hochwertig gewebten Stoff,  der von optischen Applikationen aus Kalbsleder vollendet wird. Ebenfalls auffällig sind die Rollen. Diese besitzen ein modernes Design mit speziellem Kugellager. Mit roten Innenseiten fügen sie sich gut in das Gesamtbild des Stuhls ein.

Ein weiterer Blickfänger ist die Form des Metallgerüsts, dass die Rückenlehne stützt. Das sieht aber nicht nur gut aus, es verleiht dem Stuhl auch große Stabilität und der Person, die darauf sitzt, ein sicheres Gefühl. Ebenfalls können durch das Gerüst die Polster leichter ausfallen, als bei anderen Stühlen, bei denen die Rückenlehne allein für Halt sorgt. So ist der Stuhl etwas dezenter und nimmt weniger Platz im Raum ein.

Einstellen bis ins Letzte

Neben den optischen Aspekten ist natürlich wichtig, wie es sich auf dem Triigger 350 sitzt. Hier können wir euch beruhigen, der Stuhl bietet großen Komfort, da er sich an vielen Stellen auf euren Körper und Haltung einstellen lässt. So habt ihr ganze sieben Möglichkeiten, den Stuhl zu verstellen:

  • Mit einem Hebel unter der rechten Armlehne könnt ihr die Höhe justieren
  • Unter der linken Lehne stellt ihr den Winkel der Rückenlehne ein
  • Mit einem kleinen Knopf neben eurem Sitz lässt sich die Sitzfläche nach vorne und hinten schieben
  • Die bei der Special Edition enthaltene Lendenwirbelstütze lässt sich am Kissen vertikal verschieben
  • An einem Hebel rechts von euch könnt ihr durch Drehen festlegen, wie viel Widerstand euch die Rückenlehne geben soll
  • Die Armlehnen lassen sich in ihrer Höhe verstellen und um 40 Grad nach innen und außen drehen
  • Die Kopfstütze kann sowohl in der Höhe, als auch zweifach in ihrem Winkel angepasst werden

Vertagear Triigger 350 SE

Das Kernstück des 350 SE

So ist es jedem möglich, den Triigger 350 SE auf seine persönlichen Bedürfnisse einzustellen. Sehr große Personen sollten hierbei bedenken, das sowohl Kopf- als auch Lendenwirbelstütze sich natürlich nur bis zu einem gewissen Grad verstellen lassen. Im schlimmsten Fall sitzt das Lendenwirbelkissen so ungünstig, das kein guter Sitzkomfort möglich ist. Dafür müsst ihr aber wahrscheinlich bereits die 2-Meter-Marke erreichen.

Wie sitzt man denn nun auf dem 350 SE?

Kommen wir nun endlich zu dem, weswegen ihr alle hier seid. Und Halleluja, der Vertagear Triigger 350 SE ist bequem! Nicht nur, dass die Sitzfläche durch ihren elastischen Stoff ein angenehmes Einsinken ermöglicht, durch die Webstruktur entwickelt sich auch kein Hitzestau, wie es bei gewöhnlichen Lederbezügen der Fall wäre. Durch die vielen Einstellungsmöglichkeiten ist die meist etwas komplizierte Ausrichtung der Rückenlehne ebenfalls kein Problem. Hier gefiel uns auch das generelle Konzept des 350 SE. Dieser ist zwar als Gaming Stuhl betitelt, äußerlich ähnelt er jedoch unserer Meinung nach eher einem modernen Bürostuhl. Ob ihr dies nun begrüßt oder die als Rennsitz geformten Stühle mit LED-Leisten und giftigen Farben vermisst, bleibt euch persönlich überlassen.

Gesunde Position

Neben dem bequemen Sitzen hatten wir darüber hinaus das Gefühl, durch die Form des Stuhls, aufrechter als normal zu sitzen – vor allem dank der Lendenwirbelstütze Personen mit schlechter Haltung werden hier also angenehm unterstützt. Wo klassische Gaming-Stühle durch ihre leicht gewölbte Form vor allem bei großen Personen oft die Schultern nach vorne zwingen, gibt uns das Modell von Vertagear keine Restriktionen. Vielmehr fühlten wir uns durch die Form des Stuhls unterstützt und in eine gesunde Haltung geleitet.

Vertagear Triigger 350 SE - Hinten Unten

Der Knopf beeinflusst den Winkel der Rückenlehne

Büro oder Gaming?

In den meisten Werbesequenzen zum 350 SE wird der Bogen von Stuhl zu Gaming über die Schaltwippen unter den Armlehnen geschlagen. Diese würden dem Spieler ermöglichen, in gerade einmal 0,32 Sekunden seine Position anzupassen. Naja… Das dies eine korrekte oder überhaupt sinnvolle Information ist, konnten wir nicht bestätigen. Vielmehr haben wir einmalig eine komfortable Einstellung gesucht und diese dann dauerhaft behalten. Hier erfüllen die Armlehnen voll und ganz ihren Dienst. In der Tat sind alle Funktionen des Stuhls, bis auf eine der zwei Neigungsoptionen der Kopfstütze, im Sitzen veränderbar.

Vertagear Triigger 350 SE - Kopfstütze

Die Kopfstütze ist separat für 129$ (115€) erhältlich

Bei den Armlehnen haben wir jedoch zwei Sachen anzumerken: Zum einen hat uns das Stufensystem zum Einstellen der Höhe nicht gefallen. Um hier Veränderungen vorzunehmen, muss die Stütze nach oben geschoben werden und in eine der Stufen eingerastet werden. Allerdings sind die Stufen nirgends gekennzeichnet, sodass man schnell in die oberste Stufe kommt, die die Armlehne wieder nach ganz unten befördert. Zum anderen und noch etwas wichtiger ist die Qualität der Lehnen. Diese haben vor allem auf der höchsten Stufe einigen Spielraum zum Wackeln. Desweiteren hätten wir uns ein etwas hochwertigeres Material wie Leder gewünscht, was sich an den Standard des restlichen Stuhls angleicht. Das darf man unserer Meinung nach von einem Preis von 1007 Euro (inklusive Kopfstütze) durchaus erwarten.

Vertagear Triigger 350 SE -Armlehne

Über die “Schaltwippen” lassen sich Sitzhöhe und der Winkel der Rückenlehne steuern

Von der Lehne bis zur Rolle

Kommen wir nun einmal zu den genauen Maßen des Stuhls:

  • Größe: 1035-1125mm
  • Breite Schulten: 495mm
  • Breite Lendenwirbel: 466mm
  • Sitz: 500mm x 470-510mm
  • Gewicht: 26kg

Dazu wird der Stuhl natürlich mit den Rollen geliefert, fünf an der Zahl. Diese sind 70mm hoch und 45mm breit. Auf alle Teile erhaltet ihr eine generelle Garantie von zwei Jahren, bei dem Metallrahmen des Stuhls sind es sogar 10 Jahre.

Die Rollen des Stuhls erfüllen ihren Zweck dabei zufriedenstellend. Sie lassen den Stuhl sehr leise über den Boden gleiten. Während unseres Tests ist zwar ein, zwei Mal die rote Verkleidung an den Seiten abgegangen. Hier wurde leider nicht ordentlich verklebt. Wer mal nicht von der Stelle rollen will, kann selbstverständlich an den angebrachten Bremsen jede Rolle einzeln blockieren.

Sehr bequemer Sitzkomfort
viele Einstellungsmöglichkeiten
hochwertig verarbeitet
leise Rollen
Armlehnen könnten hochwertiger sein
Kopfstütze zu begrenzt höhenverstellbar

Alexander v.B.

Wer etwas Geld in die Hand nimmt, kauft mit dem Vertagear Triigger 350 SE potenziell seinen letzten Stuhl. Der Stuhl ist hervorragend verarbeitet, egal ob für Gaming oder das Büro. Seine Optik sticht heraus, trägt aber nicht zu dick auf wie viele andere Gaming-Stühle. Lediglich die Armlehnen können nicht ganz das Niveau des restlichen Stuhls halten, sie funktionieren aber trotzdem einwandfrei.
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