World War Z im Test: Abgekupferte Zombie-Action?

World War Z ist am 16.04 erschienen – Lohnt sich der Kauf?

Es könnte passender nicht sein. Kaum ist World War Z auf PC und Konsole spielbar, macht die News die Runde, es werde keine World War Z Filmfortsetzung geben. Aus gegebenem Anlass lautet die für diesen Test leitgebende Frage: Solltet ihr darauf hoffen, dass es vom Spiel-Pendant ebenfalls keine Fortsetzung geben wird? Vorweg: Ich bin kein großer Shooter-Liebhaber und auch auf mich zuhinkende Zombies – ob in Serien oder im Spiel – lösen in mir keine Jubelschreie aus. Und gerade deshalb hat unsere Redaktion mich auserkoren, World War Z auf der PS4 anzuspielen. Ich als nun kritische und größtenteils unabhängige Testerin berichte euch nun wahrheitsgetreu von meinen Eindrücken.
[Alles auf Anfang: Plattformen, Modi, Preis][Warum der Hintergrund im Vordergrund stehen sollte][Was ist die Story von World War Z?][Welche Rolle nimmt die Kommunikation ein?][Healen, Tasern oder lieber Damage-Dealen?][Jeder Waffe ihr Level][Hier wirst du zum Waffennarr][Zwischen Authentizität und Klischee][Spielgefühl & Atmosphäre][Der Online-Koop: Matching-Glück oder Ego-Trip?][Mehrspieler-Modus: Die Qual der Wahl][Lags, Bugs und andere Frustmomente][Wie urteilt die Community?]

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World War Z: Leider ohne Brad Pitt

Alles auf Anfang: Plattformen, Modi, Preis

Nachdem World War Z in Buchversion erschien, im Anschluss verfilmt wurde und dann als Mobile Game daherkam, dürfen nun auch PS4, Xbox One und PC-Besitzer willenlose Zombies in einem Third-Person-Shooter jagen. Saber Interactive legt den Fokus auf den Koop (Online und Offline) und den Mehrspieler-Modus, in dem vier Personen zeitgleich miteinander und gegen Zombie-Horden agieren. Ihr könnt das Spiel für knapp 40€ exklusiv im Epic Store ergattern. Beachtet aber, dass das Game FSK 18 ist.

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Warum der Hintergrund im Vordergrund stehen sollte

Die Charakterauswahl bei WWZ ist groß

Mir ist bewusst, dass ein Shooter andere Prioritäten setzt als beispielsweise ein Rollenspiel. Doch ist es zu viel verlangt, mit den Charakteren, mit denen man ja schließlich abertausende Zombies abschlachten soll, eine Verbindung eingehen zu wollen? In World War Z durchlebt ihr vier Städte – New York, Jerusalem, Moskau und Tokio – mit wechselweise vier Charakteren oder besser gesagt Skins; denn mehr scheinen die vorgestellten „Personen“ nicht zu sein. Die insgesamt 16 spielbaren Figuren lassen durch einen kurzen Beschreibungstext zwar durchblicken, welche Stereotypen sie einzunehmen haben, doch werden im Spielverlauf weder bestimmte Fähigkeiten an sie gekoppelt, noch erfährt man etwas über ihr persönliches Schicksal. Entscheidend sind allein die sechs Klassen, unter denen ihr euch vor Spielbeginn eine aussucht, aber dazu später mehr.

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Was ist die Story von World War Z?

Mit dieser Frage sah ich mich bereits in den ersten Minuten von World War Z konfrontiert. Was ich weiß: Ihr müsst in einem vierköpfigen Team Zombie-Horden niedermetzeln oder vor ihnen flüchten und währenddessen unterschiedliche Missionsziele erfüllen. Dazu gehört unter anderem der Aufbau einer Verteidigungslinie, der Schutz eines dubiosen Doktors (IT? Biologie?? Chemie???) und die langwierige Suche nach dringend benötigten Versorgungskisten und Autoteilen. Tatsächlich sind die Aufgaben der Kampagnen recht vielfältig gestaltet und herausfordernd – besonders, wenn ein Timer zusätzlich Druck ausübt.

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Welche Rolle nimmt die Kommunikation ein?

Während das Spiel lädt, könnt ihr am unteren Bildschirm Infos und Spieltipps entdecken. Einer dieser Hinweise besagt, dass die team-interne Kommunikation im Kampf wichtig ist. Mit den Richtungstasten (auf PS4 und Xbox) habt ihr nicht nur die Möglichkeit, euch zu heilen, sondern auch ein Tool zur (linken) Hand, das Gegner und Items markieren kann. Zusätzlich könnt ihr verbale Vorschläge eurer Mitspieler mit einem zustimmenden Nicken quittieren oder kopfschüttelnd ablehnen. Da es im Grunde genommen aber darum geht, alle Zombies um euch herum so schnell es geht zu töten, habt ihr jedoch weder Zeit, diese Funktion zu nutzen, noch ist sie besonders hilfreich.

Stellt sich die Frage: Sind denn die Dialoge der Koop-Kampagne interessant oder zumindest hilfreich? Jein. Die Wortwechsel wirken relativ flach und wiederholen sich bereits nach kurzer Zeit. Wenn ihr gerade nicht wisst, was zu tun ist, kann die Aussage eines Teammates zwar helfen, wenn ihr aber eure Munition auffüllt und die Gegend untersucht, geht euch das zehnte „Someone has to push the button“ ziemlich auf den Geist. Hingegen weist euch ein „Reloading“-Ausruf eines anderen Spielers darauf hin, dass dieser gerade angreifbar ist und Schützenhilfe gebrauchen kann.

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Healen, Tasern oder lieber Damage-Dealen?

Ihr habt vor Beginn jedes Levels die Möglichkeit, eine von sechs Klassen auszuwählen, die ihr dann repräsentiert. Zur Auswahl stehen: Revolverheld, Höllenfürst, Schlitzer, Arzt, Bastler und Schädlingsbekämpfer. Die Klassen sind von traditionellen Koop-Kampfrollen inspiriert und bieten unterschiedliche Fähigkeiten, die euch im oder abseits des Kampfes bestimmte Vorteile verschaffen.

Jede Klasse verfolgt eigene Strategien und setzt unterschiedliche Prioritäten

Der Waffenexperte beginnt mit einer Splittergranate und einer Kompakt-MP im Gepäck. Seine Waffenpräzision ist hoch, da Bewegungen sich nicht negativ aufs Zielen auswirken. Auch der Rückstoß fällt geringer aus als bei anderen Klassen. Der Abrissexperte hingegen präferiert die Hailstorm MGL und die Schrotflinte. Außerdem wird euch zu Beginn C4 mitgegeben, das mehrere Untote den Gar ausmachen kann. Noch näher am Gegner agiert der Schlitzer. Als Nahkampf-Liebhaber könnt ihr ohne Ermüdung um euch schlagen und zwei statt einem Gegner Schaden zufügen. Ihr stürzt euch zudem mit einer Kompakt-MP und einer Elektroschockwaffe in den Kampf.

Seid ihr als Arzt der Gruppe unterwegs, bekommt ihr am Anfang eines Levels einen Verbandskasten. Heilt ihr damit einen Verbündeten, werden 25 % Heilung auch bei euch selbst angewendet. Außerdem stehen euch eine Stim-Pistole und Kompakt-MP zur Verfügung. Der Bastler gilt als Packesel der Gruppe und hat von Anfang an eine Vorratstasche und ein Aufklärergewehr zur Hand. Die Kapazität mitgeführter Munition wird nicht nur für ihn selbst, sondern auch seine Kumpanen um 10% erhöht. Als Feuerteufel unter den Klassen präferiert der Schädlingsbekämpfer Molotowcocktails und kann bei Schwarmangriffen 25% mehr Schaden zufügen. Die Waffe im anfänglichen Repertoire ist die Schrotflinte.

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Jeder Waffe ihr Level

Je länger und intensiver ihr euch einer Klasse widmet, desto schneller levelt ihr sie. Mit jedem Level schaltet ihr eine Fähigkeit frei, die euch im Spiel weitere Vorteile bringt. So könnt ihr unter anderem eure Spezialfähigkeiten, bestimmte Waffenattribute oder eure Angriffskraft stärken. Allerdings müsst ihr euch für eine (!) Fähigkeit entscheiden, die euch dann auch noch teuer zu stehen kommt. Pro erfolgreich abgeschlossenem Level erhaltet ihr Geld. Im Schnitt habe ich mit meinen jeweiligen Leistungen ca. 150 verdient. Da ihr aber Waffenupgrades und die Fähigkeiten ALLER Klassen kaufen müsst, um die ganze Vielfalt des Spiels ergründen zu können, scheinen mir die Belohnung etwas dürftig auszufallen.

Welche Fähigkeiten ihr kaufen solltet, hängt von euren Präferenzen ab


Ich persönlich finde das Levelsystem motivierend und durchaus individualisierbar. Ihr könnt die Rolle, in der ihr euch am wohlsten fühlt, fortlaufend ausbauen und auch die gesetzte Fähigkeit intensiviert eure eigene Spielweise.

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Hier wirst du zum Waffennarr

Angriff ist nicht immer die beste Verteidigung

Wie in jedem Shooter geht ohne Waffen natürlich gar nichts. Auch in World War Z wird eine große Waffenvielfalt geboten und die Menge an Upgrades kann sich sehen lassen. Insgesamt gibt es drei Waffentypen. Zu den Primärwaffen zählen Sturmgewehre, Schrotflinten, Armbrüste und Maschinenpistolen, wobei es mir letztere besonders angetan haben – eine hohe Schussrate ist bei WWZ nicht zu unterschätzen. Als Sekundärwaffe könnt ihr schallgedämpfte Pistolen oder Doppellauf-Schrotflinten wählen. Wenn ihr aber mit Zombie-Horden konfrontiert werdet, empfehle ich euch die schweren Waffen. Darunter fallen Schnellschuss-Schrotflinten, RPGs, Maschinengewehre und Kettensägen. Kaum verwunderlich: Es macht am meisten Spaß, die Zombie-Geschwader mit Großkaliber zu attackieren!

Mit der Kettensäge könnt ihr nicht nur Bäume fällen

So wie die Klassen gelevelt werden können, funktioniert auch das Waffensystem. Benutzt ihr eine Waffe oft, könnt ihr auch Upgrades (teuer) erstehen. Die erspielten Level werden dann von Episode zu Episode übernommen, sodass die Wahrscheinlichkeit, eine verbesserte Waffe zu finden, relativ hoch ist. Wie das Klassensystem lässt auch das Waffen-Reglement ein hohes Maß an Spezialisierung zu.

Ihr müsst zweimal überlegen, in welche Updates ihr investiert

Neben der vielseitigen Offensive kommt auch der Verteidigungsgedanke nicht zu kurz. Bevor die Zombie-Berge anfangen zu wachsen, habt ihr etwas Zeit, Barrikaden aus Stolperdrähten und Automatik-Geschütztürmen aufzustellen, die euch einen Teil der Arbeit abnehmen. Achtet darauf, die Automatik-Waffen ab und an mit Nachschub zu versorgen.Die Balance aus Angriff und Abwehr hält WWZ hervorragend und bringt so eine zweite Ebene in das ewig währende Niedermähen der Zombie-Berge.

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Zwischen Authentizität und Klischee

Dass die Charaktere doch eher charakterlos daherkommen, habe ich ja bereits bemängelt. Ein Detail allerdings möchte ich positiv hervorheben: Wenn ihr in der Rolle eines Charakters eine Episode erfolgreich abschließt, spielt ihr eine kurze Videosequenz (eigentlich handelt es sich um eine Montage aus Bildern, die assoziativ einen Film ergeben) frei. Die Kurzbiographien wurden künstlerisch gekonnt umgesetzt und sind meiner Meinung nach ein echtes Highlight des Spiels. Hier ein kleiner Vorgeschmack:

Kommen wir zu der Gestaltung der Zombies. Bereits auf der Gamescom 2018 wurde die “Horde” vorgestellt:

Die lebenden Toten wurden mit einer sogenannten Schwarmintelligenz ausgestattet. Das bedeutet, dass sie sich an der Horde orientieren und ihr Verhalten dementsprechend anpassen. Besonders authentisch wirken die Zombies durch ihre leicht tollpatschigen Züge. Rennen sie beispielsweise schnell um scharfe Ecken, so kann es passieren, dass sie liegend auf dem Boden enden. Im Gegensatz zu dieser Finesse, fehlt an anderer Stelle allerdings die Liebe zum Detail. Die unterschiedlichen Zombie-Arten (Kreischer, Bulle, Gasbeutel, Schleicher) bieten zwar herausfordernde Eigenarten, wirken aber dennoch klischeehaft inszeniert. Zudem ist es verhältnismäßig einfach, einen Berg von mehreren hundert Untoten zu erledigen.

Falls euch die Herausforderungen zu einfach von der Hand gehen sollten, könnt ihr den Schwierigkeitsgrad erhöhen; fünf stehen zur Wahl. Die ersten beiden Schwierigkeiten sind im Offline-Modus relativ leicht zu bestehen. Wollt ihr eine wahre Herausforderung, indem ihr die schwersten Einstellungen wählt, kann ich euch den Offline-Modus mit Bots nicht empfehlen. Weiter unten erfahrt ihr mehr.

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Spielgefühl & Atmosphäre

Die unterschiedlichen Szenarien werden recht dürftig aneinandergereiht. Allein eine kurze Videosequenz soll das neue Kapitel einleiten. Da das Augenmerk aber – wie schon deutlich betont – nicht auf der Story liegt, macht dieser Umstand den Kohl auch nicht mehr fett. Während der Szenen, in denen sich die Horden langsam aber sicher den Weg zu euch bahnen, verstärkt der Soundtrack den Adrenalin-Rausch. Besonders diese Parts, in denen die musikalische Untermalung die Stimmung derart unterstützt, machen richtig Spaß! Ein weiterer Aspekt, der die Atmosphäre fördert, ist die Tatsache, dass ihr das Spiel nicht pausieren könnt. WWZ lässt euch beispielsweise Einstellungsänderungen vornehmen, doch hetzen die Zombies euch weiter auf. Dieser Passus verschärft das Survival-Feeling, wenn ihr aber ad hoc das Spielszenario verlassen müsst, könnte selbst diese kurze Auszeit euren Tod bedeuten.

In Moskau erkundet ihr zu viert ein Kunstmuseum

Die Steuerelemente schieben dem Spielgefühl allerdings einen Riegel vor; zumindest am Anfang braucht es etwas Geduld und Eingewöhnungszeit, um die Steuerung richtig kennenzulernen. Besonders unzugänglich präsentiert sich die Steuerung, wenn ihr einem KI-Buddy zur Hilfe eilen wollt. In der Theorie braucht es nicht mehr als einen Knopfdruck, um einen nahen Verbündeten vollzuheilen. Allerdings ist das Anvisieren der Teammitglieder so schwammig umgesetzt, dass die Animation des Medikit nicht selten einfach abbricht oder ihr versehentlich einen anderen Mitspieler versorgt.

Die Grafik des Spiels ist weder unterirdisch schlecht noch überragend gut: Von außen wirken die Gebäude und Straßen detailliert gestaltet und auch die Accessoires der Skins wirken beinahe real. Bei gründlicherem Hinsehen auf die Gesichtskonturen wird aber deutlich, dass Genauigkeit und Detailreichtum auf der Prioritätenliste der Entwickler nicht an oberster Stelle standen. Auch wenn die Swarm-Engine einen großartigen Job macht und mehr als 500 Zombies gleichzeitig und gnadenlos flüssig auf den Bildschirm bringt,
bleiben Lichteffekte und Texturen hinter den Erwartungen zurück.

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Online-Koop: Matching-Glück oder Ego-Trip?

Wenn ihr Playstation Plus- oder Game Pass-Besitzer seid, könnt ihr die Online-Funktionen von WWZ auskosten. Und die geben einiges her. Ihr könnt zum einen den Koop-Kampagnen-Modus mit Realpersonen spielen, anstatt auf die Hilfe der Bots zu setzen. Hier wiederum liegt die Entscheidung bei euch, ob ihr mit beliebigen Spielern oder mit Freunden die Szenarien begeht. Der Mehrspieler-Modus, der ebenfalls mit Fremden und Freunden zusammen gezockt werden kann, bietet verschiedene Locations und Spielziele an, die der zeitlich begrenzten Kampfszene eine Gestalt geben.

Der Online-Koop ist genauso aufgebaut wie die Offline-Variante. Statt mit Bots arbeitet ihr mit realen Personen zusammen, was Vor- aber auch Nachteile mit sich bringt. Insbesondere auf höheren Schwierigkeitsgraden zeigen sich die Schwächen der computergenerierten Mates. Diese befreien euch zwar aus den Fängen der Bullen und Schleicher, doch geben sie sich nicht die Muße, euch zu heilen. Außerdem laufen sie euch nach, anstatt unterschiedliche Spots zu besetzen, um so für eine bessere Verteidigung zu sorgen. Diese fehlende Initiative können eure Teammitglieder aufbringen, wenn sie denn wollen. Ich hatte häufig das Pech, dass meine Teamkollegen entweder zu weit weg waren, um mir zu helfen oder sie schlichtweg bewusst darauf verzichteten. Damit eure Freunde dem Team joinen, müsst ihr Einladungen verschicken und sie hinzufügen. Dieser Vorgang ist simpel und funktionierte einwandfrei.

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Mehrspieler-Modus: Die Qual der Wahl

Der Mehrspieler-Modus zeigt ein etwas anderes Gameplay. Statt sechs Klassen stehen ganze zehn zur Auswahl. Allerdings sind diese primär nicht an spezielle Fähigkeiten, sondern an ausgewählte Waffen-Kombos gekoppelt. Gesammelte Punkte können dennoch Perks freischalten, die individuelle Anpassungen ermöglichen. Auch hier gilt, dass die Auswahl gut durchdacht sein sollte, denn pro Spalte kann nur eine Fertigkeit gewählt werden. Glücklicherweise seid ihr hier nicht auf bare Münze angewiesen und erspielt auch passive Boni auf natürliche Art und Weise.

Im Mehrspieler-Modus sehen die Klassen anders als im Koop aus

Folgende Mehrspieler-Herausforderungen könnt ihr euch stellen:

Die Übersicht aller “Mini-Spiele”

Während ihr in Schwarm-Vorherrschaft Zonen erobert, um Punkte zu verdienen und den Teamsieg zu erringen, geht es in King of the Hill um die Eroberung und den anschließenden Schutz eines Hügels. Im Schwarm-Todeskampf battlen sich die Teams bis zum bitteren Ende. In Impfstoffjagd steht die die Verteidigung einer einzigen Impfdosis im Vordergrund und in Scavenge Raid gewinnt das Team, dessen Mitglieder den größten Rohstoff-Berg ansammeln kann. Ich habe die unterschiedlichen Matches ausprobiert und muss zugeben, dass ich anfangs ziemlich aufgeschmissen war.

Insbesondere Profis, die anscheinend bereits etliche Stunden in das Spiel gesteckt haben, lieferten ab und ließen mich ziemlich einstecken. Nach einigen Versuchen aber machten die Runden ordentlich Fun. Kleine Einbuße: Oft verließen einzelne Spieler die Runde, wenn sie eine Niederlage erahnten. In der Regel kein Problem, allerdings könnt ihr nicht immer davon ausgehen, dass sofort ein Nachrücker zur Stelle ist, denn jeder Modus lässt sich einzeln anwählen, was die Gesamtmenge der Spieler auf zehn Modi verteilt. Das Resultat: Nicht selten endeten die Runden in Unterzahl.

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Lags, Bugs und andere Frustmomente

Auch an der Grammatik kann noch gefeilt werden…

Obwohl World War Z sich nicht in der Early Access oder Beta Phase befindet, sind mir nicht wenige Fehler aufgefallen. Das Spiel lagt an entscheidenden Stellen oder hängt sich komplett auf. Zudem konnte ich die Story mehrmals nicht weiterspielen, da eine Mission nicht als abgeschlossen wahrgenommen wurde, obwohl ich alle Aufgaben erfolgreich meisterte. Auch Grafikfehler lassen den Verdacht aufkommen, dass eine gewisse Detailliebe oder schlicht Entwicklungszeit fehlt – möglicherweise entschied sich Saber auch deshalb dazu, die offiziellen Testmuster erst zum Release zu verschicken. Darüber hinaus verschwinden fallende oder getötete Zombies gern ins Nichts und auf Spiegeleffekte u. ä. wurde leider gänzlich verzichtet. Auch der Sound hängt sich das ein oder andere Mal auf. Summa summarum sind diese fehlenden Feinheiten zwar etwas ärgerlich, doch wird der Spielfluss nicht allzu penetrant gestört.

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Wie urteilt die Community?

Bisher ist die Anzahl der Spielrezensionen überschaubar. Es zeichnet sich aber ab, dass die Meinung der Community gespalten ist. In einigen Punkten ist der Großteil sich aber einig. Der Online-Mehrspieler-Modus mache mit den richtigen Mitspielern Spaß, auf den Offline-Koop-Modus und die Bot-Fähigkeiten (besonders auf den höheren Schwierigkeitsgraden) könne man allerdings gut und gerne verzichten. Positiv hervorgehoben wird die Lebendigkeit der Zombie-Horden, die in keinem anderen Spiel so gut umgesetzt wurde. Hingegen mangle es an Kreativität, einer nicht-existenten Story und einem guten Gameplay.

Erste Stimmen wagten auch den nicht weit hergeholten Vergleich zu Left 4 Dead: Die Anhänger der klassischen Spielreihe erkennen World War Z zwar nicht in Gänze als konkurrenzfähigen Kontrahenten an, doch sei die Left 4 Dead Philosophie auf frische und neue Weise umgesetzt worden. Schade nur, dass der legendäre Versus-Modus aus dem Valve-Klassiker nicht den Weg in World War Z gefunden hat. Gern hätten wir uns als schleimige Untote an hilflosen Überlebenden gütlich getan. Verschenktes Potenzial auch deshalb, weil die Zombie-Typen durchaus das Potenzial für ausbalancierte Multiplayer-Matches “Lebende vs Tote” besitzen.

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individuelle Anpassungen möglich
Beeindruckende Zombie-Horden
vielschichtiger Multiplayer-Modus
einnehmender Soundtrack
Dünne Story
Flache Charaktere
begrenzte Möglichkeiten im Offline-Koop
Preis-Leistungs-Verhältnis
fehlende Liebe zum Detail dank knapper Entwicklungszeit

Anne Beyer

Entgegen meiner anfänglichen Skepsis, hat mir World War Z an vielen Stellen wirklich Spaß gemacht. Als ich verstand, was das Spiel eigentlich von mir will, konnte ich sowohl den Adrenalin-auslösenden Kampf gegen die Zombie-Horden als auch den Mehrspieler-Modus vollends genießen. In diesen Momenten fielen mir Mängel und Fehler beinahe nicht mehr auf. Ich lege euch den Koop-Modus mit Freunden ans Herz, der Kenner von Left 4 Dead in eine nostalgische Stimmung versetzt. Auch wenn mir die seichte Story und die fahlen Charaktere nicht viel geben konnten - und normalerweise lege ich auf diese Aspekte Wert - lag beim gepflegten Niedermetzeln der Zombie-Armeen der Fokus auf dem Spielspaß. WWZ ist eine gute Möglichkeit, Dampf abzulassen. Wenn ihr allerdings eine deepe Story und einnehmende Atmosphäre sucht, sucht weiter. Denn dann könnt ihr auf die spielerische Adaption des Films und eine etwaige Fortsetzung getrost verzichten.
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