Yoshi’s Crafted World – Verspielte Welten mit einem Spritzer Nostalgie – Test

Yoshi’s Crafted World - Verspielte Welten mit einem Spritzer Nostalgie - Test-Alligator

Yoshi’s Crafted World: Das Bastelabenteuer im Test

Das Super Nintendo-Zeitalter gehört auch heute noch zu jenen Konsolengenerationen, die das größte Maß an Nostalgie bei Gamern erwecken. Neben der riesigen Sammlung an herausragenden jRPGs durften Spieler hier unter anderem auch Werke wie Mario Kart, Donkey Kong Country, Harvest Moon und nicht zuletzt Yoshi’s Island genießen. Letzterer Titel sorgte dabei für eine ganz besondere Neuerung, denn nicht etwa stand Held Mario, sondern sein Hausdino Yoshi im Mittelpunkt. Mario hingegen kam als kleines nerviges Baby daher, welches wir auf dem Rücken von Yoshi durch die gefährlichen Welten verfrachten mussten. Mit Yoshi’s Crafted World geht das Franchise um den grünen freundlichen Dino in die nächste Runde, und auch dieses Mal wieder mit einer kleinen Besonderheit.

Eine liebevoll erstellte Spielwelt

Yoshi’s Crafted World - Verspielte Welten mit einem Spritzer Nostalgie - Test-Spielwelt

Ein einmaliger Bastel-Look

Ähnlich wie im Vorgänger Yoshi’s Wooly World geht es auch im neuesten Ableger sehr künstlerisch zur Sache. Dieses Mal besteht jedoch die Welt nicht aus Garn, sondern aus allerlei Bastelmaterialien. Entsprechend lassen sich auch alle Szenerien der Welt quasi nachbauen, sofern ihr Lust dazu habt. Besonders charmant zeigt sich die Welt insbesondere, wenn man die Perspektive ändert. Gelegentlich wechselt der Blick auf die Welt, sodass ihr die Pappbauten nicht nur von vorne betrachten könnt. Die Rückseiten zeigen hier auch die Liebe zum Detail, obwohl diese eigentlich gar nicht betrachtet werden sollen. Selbst Strichcode Etiketten auf den Pappkartonstücken und andere Dinge lassen sich hier erspähen. Typisch Nintendo: stimmig bis zum Schluss!

Wie bei Jump’n‘ Runs von Nintendo üblich, durchstreifen wir im Laufe des Spiels zahlreiche Level und Welten. Diese kommen dabei mit unterschiedlichen Themen daher.  Im Rumpeldschungel müssen wir uns so mit Äffchen und gefährlichen Pflanzen rumschlagen, in der Dinowüste gilt es Dinoknochen auszugraben und diese zum Angriff zu verwenden, und im Ninjaland werfen Gegner Wurfsterne aus Metall-Folie auf uns und wir erleben Schattenspiele durch Shojiwände. Insgesamt warten in Yoshi’s Crafted World 21 unterschiedliche Welten auf euch, die teils mit mehreren Leveln in den Startlöchern stehen. Wer das Spiel durchspielt, der darf sich zudem auf Zusatzinhalte freuen, die den Spielspaß weiter erhöhen.

Eier werfen wie im Original

Yoshi’s Crafted World - Verspielte Welten mit einem Spritzer Nostalgie - Test-Eier

Eier werfen in lüftiger Höhe

Seit Yoshi’s Island aus dem Jahr 1995 hat sich am Spielprinzip nicht viel verändert. Mit der Zunge kann Yoshi Gegner fressen, die er dann in Eier verwandelt. Diese Eier können verwendet er dann wiederum als Wurfgeschosse – eines der wichtigsten Features im Spiel. Das Werfen erlaubt uns, Hindernisse aus dem Weg zu räumen, Gegner zu erledigen und Sammelobjekte freizulegen und zu sammeln. Letztere sind oftmals im Hintergrund der Welt versteckt. Entsprechend heißt es die Augen offen zu halten, um etwaige Geheimnisse freizulegen.

In jedem Level sind zudem wie gewohnt die ikonischen Grinseblumen zu finden. Diese zu entdecken ist allerdings oft nicht ganz einfach, sodass die Suche stellenweise etwas länger dauern kann. Einige bekommen wir zudem nur, wenn wir das Levelende mit voller Lebensenergie erreichen, und andere, wenn wir es schaffen, alle 20 roten Münzen eines Levels einzusammeln. Yoshi’s Crafted World richtet sich zwar in erster Linie an jüngere Gamer, doch das Sammeln all dieser Grinseblumen ist nicht zu unterschätzen, zumal ihr diese zum Freischalten neuer Welten benötigt. Glücklicherweise hält Nintendo die Anzahl dieser Blumen jedoch so gering, dass man nie wirklich Probleme beim Freischalten hat.

Abwechslung ist Trumpf

Yoshi’s Crafted World - Verspielte Welten mit einem Spritzer Nostalgie - Test-Level

Vielseitiges Gameplay in 21 Welten

Wie bei Nintendo nicht anders zu erwarten, kommt Yoshi’s Crafted World äußerst rund daher. Das Gameplay ist präzise, die Fähigkeiten ausgereift und das Leveldesign bringt die nötige Abwechslung mit sich. Diese lässt sich nicht nur anhand der unterschiedlichen Welten erkennen, sondern auch an den zahlreichen Modi und Ideen. Während wir in der Regel in gewohnter Side-Scrolling-Manier von links nach rechts laufen müssen, um schlussendlich das Ziel des Levels zu erreichen,  bieten manche Level hier deutlich mehr.

Mal müssen wir in einen riesigen Papp-Yoshi einsteigen und mit einem großen Boxhandschuh Gegner und Objekte aus den Weg boxen. Treffer erringen Punkte und bei genügend Punkten gibt es Grinseblumen. Auf einem gebastelten Flugzeug steuern wir hingegen per Gewichtsverlagerung die Höhe und müssen Luftballons zerstören. Ähnlich müssen wir in einem anderen Level bei einem Go-Kart-Rennen antreten. Hier legen wir per Gewichtsverlagerung fest, auf welcher Spur wir fahren. Dabei sollten wir aufgrund des Solarantriebs möglichst in der Sonne fahren. Gegnerische Karts können zusätzlich mit Eiern abgeschossen und kurzzeitig verlangsamt werden.

Abwechslungsreich mit hohem Widerspielwert
Witzige Ideen im Gameplay
Eine liebevoll gecraftete Welt
Solides Steuerungsmechanismen
Mehrere Yoshis zum Start zur Auswahl
Wenig abwechslungsreicher Soundtrack
Niedriger Schwierigkeitsgrad

Daniel Meyer

An die Einzigartigkeit des Originals aus dem Jahr 1995 heranzukommen, ist selbstverständlich keine einfache Aufgabe. Obgleich Yoshi’s Crafted World sich mit dem Kultspiel des SNES nicht messen kann, so kommt der Titel immer noch sehr solide daher, spielt sich wunderbar und bietet enorme Liebe zum Detail. Auch die Abwechslung weiß zu überzeugen, auch wenn diese den Spieler nicht wirklich vom Hocker reißen dürfte. Denn obwohl die Ideen im Gameplay allesamt sehr sympathisch sind und viel Mehrwert bieten, so erfindet Nintendo das Rad hier nicht neu, sondern zieht dem Reifen nur ein neues Profil auf. Da sich Yoshi’s Crafted World allerdings in allererster Linie an Kinder richtet, was sich unter anderen am Schwierigkeitsgrad erkennen lässt, ist dies auch in keiner Weise ein Problem. Gemessen an der Zielgruppe ist der Titel nahezu perfekt – abseits dieses Publikums hingegen eher eingeschränkt zu empfehlen.
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