BigBen Week 2018

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Hach BigBen, du bist keine Turmuhr im Herzen Londons, sondern für uns Gamer ein ehrlicher Zubehördealer durch und durch. Liebevoll versorgst du uns mit Hüllen, Ladestationen, Kopfhörern, Krimskrams an den Konsolenhersteller nicht selbst gedacht haben und noch einer ganzen Menge weiterer Hüllen. Wie das Schicksal es so möchte, verpflegst du uns nun aber auch mit frischen Games. Ganz recht, bei BigBen Interactive werden jetzt auch Spiele vertrieben. Naja, eigentlich macht die französische Firma das schon ein ganzes Weilchen, aber wirklich auf dem Schirm dürften das wohl nur die Wenigsten gehabt haben. Um die neue Riege an Spielen, die derzeit bei BigBen in den Startlöchern stehen, gründlich zu beäugen, lud man uns zur eigens veranstalteten BigBen Week 2018 nach Paris ein. Neben dem altbekannten Zubehör, nahmen dort auch Games einen großen Platz ein. Unter den gezeigten Spielen befanden sich die Rennsimulation V-Rally 4, Warhammer: Chaosbane und der ambitionierte Genremix The Sinking City. Für euch haben wir unsere ersten Impressionen der spielbaren Titel kurz und bündig zusammengefasst.


Vroom Vroom Vroom in V-Rally 4


Das größte Fragezeichen an V-Rally 4 dürfte für viele vermutlich die Vier am Ende sein. Aber keine Sorge: Ihr habt die ersten drei Teile der Reihe nicht verpasst (also technisch wahrscheinlich schon), es ist nur ganze 16 Jahre her, dass V-Rally 3 damals noch auf der PlayStation 2 seinen Weg in den Laden gefunden hat. Seine große Blütezeit hatte V-Rally Ende der 90er Jahre, jetzt könnte die Serie allerdings eine kleine Renaissance erfahren. Im Herzen ist V-Rally 4 eine straighte Rennsimulation, die nicht viele Blicke nach rechts und links verschwendet. Auf der BigBen Week wurde uns stilecht das Spielen mit einem ganzen Racing Setup angeboten. Mal eben so einsteigen und losfahren funktioniert da nicht. Langsam herantasten, kräftig gegenlenken und nach einer gewissen Eingewöhnungszeit kamen wir dann recht gut mit dem Fahrgefühl von V-Rally 4 zurecht.

In der gezeigten Version standen uns diverse Spielmodi und Locations zur Verfügung, die sich von Rundrennen auf der Rennstrecke, über Offroad-Buggyfahrten bis zur klassischen und ja, auch die namensgebende Rally erstreckten. An Umfang scheint es nicht zu mangeln, da dürfte für jeden Simulationsfan etwas dabei sein. Nur sollte man sich im Klaren darüber sein, dass V-Rally kein lockerer Arcade-Fun-Racer ist, sondern mit Bedacht gespielt werden möchte. Bereits in der knappen halben Stunde mit V-Rally schien es uns so, als würde hier eine steile Lernkurve nur darauf warten, erklommen zu werden. Einen guten Eindruck hat der Titel in jedem Fall gemacht, hier versteckt sich also möglicherweise ein Game, das Genreliebhaber durchaus im Auge behalten dürfen, auch wenn V-Rally 4 optisch einfach nicht mit den Forzas und Gran Turismos dieser Welt mithalten kann.

Klick Klick Klick in Warhammer: Chaosbane

Hätte man uns vorher nicht freundlich darauf hingewiesen, nun eine Alpha-Version von Warhammer: Chaosbane zu spielen, wären wir glatt darauf reingefallen und hätten geglaubt, ein neues Diablo zu zocken. Chaosbane bedient sich nicht nur am klickreichen Gameplay der Mutter aller Hack and Slay’s, sondern entleiht sich dafür auch zusätzlich noch den gleichen Look. Vermischt wird das Ganze dann noch mit der beliebten Warhammer-Lizenz und was sollen wir sagen: So uninspiriert und risikoarm das Spiel auch ist, die Diablo-Formel macht natürlich Spaß. Nach einem Klick folgt der nächste und nach dem folgen mit Sicherheit auch noch tausend weitere. Uns fehlten in der kurzen Demo, die wir spielen durften, schlicht Alleinstellungsmerkmale oder Finessen, die Warhammer: Chaosbane aus dem Sumpf der eigentlich ganz guten, aber auch nicht wirklich besonderen Hack and Slay’s hervorstechen lässt.

Blub Blub Blub in The Sinking City

Highlight, aber auch ein wenig Sorgenkind der Spiele auf der BigBen Week 2018, war das rätsellastige Action-Adventure The Sinking City. Die Grundprämisse des Spiels ist unglaublich vielversprechend: Wir befinden uns in Oakmont, Massachusetts, es sind die goldenen 1920er Jahre und wir schlagen uns als Privatdetektiv gerade so von Fall zu Fall durch. So weit so normal für eine klassische Film-Noir-Geschichte, allerdings gibt es mehrere kleine Probleme in Oakmont. Die Stadt ist zu großen Teilen überflutet und tatsächlich, wie der Titel es verspricht, am Sinken. Gleichzeitig ist Oakmont so Anziehungspunkt für diverse fischige Kreaturen, die ohne Probleme aus einer H.P. Lovecraft Erzählung entsprungen sein könnten. Ihr macht euch also auf, diesen seltsamen Vorkommnissen wortwörtlich auf den Grund zu gehen. Als Privatdetektiv bedeutet das natürlich vor allem ordentlich zu kombinieren und zu rätseln.Hier kommt die große Expertise von Entwickler Frogwares zum Tragen, der sich in der Vergangenheit für die Sherlock Holmes Spiele verantwortlich zeigte. In The Sinking City ist daher wirklich Hirnschmalz gefragt, viele Infos protokolliert das Spiel nicht, daher heißt es lieber aufmerksam zu sein und Dialoge mit zwei gespitzten Ohren zu folgen. Nicht einmal Wegmarker führen euch zu Orten, die ihr für eure Untersuchungen besuchen wollt. Habt ihr einen Straßennamen erhalten, heißt es diesen ganz altmodisch auf eurer Karte zu suchen und euch dann euren Weg mit offenen Augen durch Oakmont zu bahnen. Wir können es eigentlich nur gut heißen, den Spieler für so voll zu nehmen und auf diverse Komfortfunktionen zu verzichten, allerdings könnte sich dieses Vertrauen im fertigen Spiel auch als ziemlich nervig herausstellen.

Wenn nicht gerätselt wird, schippert man im Übrigen wahrscheinlich im Boot durch die überfluteten Straßen oder findet sich in einem Feuergefecht wieder. Einen Action-Part besitzt The Sinking City nämlich auch, allerdings soll Munition nur recht spärlich in Oakmont verfügbar sein und die Gameplaymomente, die wir erlebten, wirkten leider ziemlich holprig. Gleiches gilt für die noch fragwürdige Technik. Wir bekamen zwar eine noch sehr frühe Version des Spiels zu sehen, allerdings war diese regelrecht übersät von technischen Ungereimtheiten und einer Framerate, die jenseits von 20 FPS gelegen haben muss. Davon abgesehen verbirgt sich hinter The Sinking City ein wirklich interessantes und ambitioniertes Spiel, das bis zu seinem Release im nächsten Jahr allerdings noch eine ausgiebige Frischzellenkur vertragen könnte.

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