Das perfekte Racing Set-up für Zuhause: Teil 2 – Lenkräder und Pedalsysteme

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In Teil 1 unseres großen Specials haben wir euch bereits viele verschiedene Racing Seats empfohlen und euch Tipps zum Eigenbau gegeben. Doch ein Rennwagen muss sich auch irgendwie steuern lassen, weshalb wir euch nun die besten Lenkräder und Pedalsysteme vorstellen. Diese könnt ihr dann ganz einfach an euren Stühlen befestigen und euch auf die Piste stürzen.

Warum eigentlich Lenkräder?

Wer einmal mit einem Lenkrad gespielt hat, will die Vorteile der Hardware nicht mehr missen. Im Vergleich zum herkömmlichen Controller, lassen sich hier viel präzisere Manöver durchführen. Lenkradsysteme wurden speziell auf das Steuern virtueller Autos angepasst, weshalb sich die Lenkung hier am natürlichsten anfühlt. Der verbaute Motor sorgt während der Fahrt für Widerstände. Auch gute Pedalsysteme sorgen für individuellen Gegendruck. Dadurch kommt ihr dem richtigen Fahren überraschend nahe. Dennoch müsst ihr noch eine Sache beachten: Die jeweiligen Racing-Stühle bieten verschiedene Formen der Anbringung von Lenkrädern an.

Es kann durchaus sein, dass ihr eventuell fehlende Löcher nachbohren müsst. Die Hersteller bieten hierfür verschiedene Schablonen an, damit auch alles seinen festen Platz hat. Je nachdem, wie der Racing Seat konstruiert ist, ist das aber nicht immer möglich. Hier müsst ihr auf jeden Fall auf die Kompatibilität achten. Besitzt ihr keinen solchen Seat, könnt ihr die Lenkräder auch an euren Schreibtischen befestigen. Je nach Modell gibt es verschiedene integrierte Schraubzwingen, welche euch einen guten Halt bieten sollten.Test-Thrustmaster-T-GT-Bild-10


Der Vorteil von modular erweiterbaren Lenkrädern

Das Herzstück eines jeden Lenkradsystems ist der Motor, meist auch Lenkerbasis genannt. Dieser sorgt für die Präzision beim Lenken und erzeugt einen realistischen Widerstand während der Fahrt. Optimal ist es, wenn dieser modular erweiterbar ist. Hier habt ihr dann die Möglichkeit, das System an eure Bedürfnissen anzupassen. Habt ihr beispielsweise nur ein 2-Pedal-System, könnt ihr dieses durch eines mit drei Pedalen und hochwertiger Metallverarbeitung austauschen. Auch das Lenkrad selbst kann abgeschraubt und durch ein neues ersetzt werden. Wollt ihr beispielsweise lieber mit einem Replica eines echten Wagens spielen, könnt ihr das Steuerelement ganz einfach am Motor befestigen. Hier ist noch weiteres Zubehör erhältlich. So gibt es beispielsweise H-Shifter, welche die Gangschaltung mit einem Hebel simulieren. Vor allem bei der Fahrt mit älteren Autos können diese sinnvoll sein. Nennt ihr einen modularen Motor euer Eigen, könnt ihr das Fahrgefühl mitbestimmen und für euch optimieren.Test-Fanatec-CSL-Elite-Racing-Wheel-plus-Elite-Pedale-LC-Bild-3


Wie viel muss ich ausgeben?

Natürlich müsst ihr euch die Frage stellen, wie viel Geld ihr für die zusätzliche Peripherie ausgeben wollt. Zwar gibt es schon zu einem niedrigen Preis sehr günstige Systeme aus Lenkrad und Pedalen, doch sind diese vor allem für Neulinge interessant. Habt ihr noch keine Erfahrungen mit Rennsimulationen gemacht und wollt einen sehr kostengünstigen Einstieg in die Rennsimulationen erleben, seid ihr hier richtig. Durch den niedrigen Preis könnt ihr euch später ein teureres Lenkrad zulegen. Bereits im Mittelklassesegment findet ihr schon sehr gute Systeme, welche hochwertig verarbeitet sind und eine Menge bieten. Hier sollten die meisten von euch alles finden, was sie brauchen. Oft könnt ihr hier schon zusätzliche Modifikationen anbringen, um das Erlebnis zu intensivieren. Wollt ihr das Beste vom Besten müsst ihr allerdings etwas tiefer in die Tasche greifen. Das solltet ihr aber nur, wenn ihr euch gut mit der Thematik auskennt und genau wisst, was ihr bekommt. Mit der fehlenden Expertise könnten euch viele Details und Funktionen der Luxusmodelle entgehen. Zwar wird hier ein exzellentes Fahrverhalten geboten, doch findet ihr auch für etwas weniger Geld sehr gute Lenkrad- und Pedalsysteme. Um ein realistisches Fahrgefühl zu erzeugen, müssen Lenkräder über Force Feedback verfügen.


PC vs Konsole

Bevor ihr euch jedoch aufmacht und Geld ausgebt, solltet ihr euch zuerst daran orientieren, auf welchem System ihr spielt. Hier steht die grundlegende Auswahl zwischen PC und Konsole, wobei sich viele Lenkräder auch meist an mehreren Plattformen nutzen lassen. Je höher ihr dabei im Preissegment geht, umso mehr Funktionen bieten euch die Lenkräder; das heißt: Besseres Force Feedback, Anschluss von Kupplungen und so weiter. Das nützt euch aber alles wirklich nur etwas, wenn die entsprechenden Spiele dies auch unterstützen. Gerade Konsolenspiele wie Project CARS 2, Forza Motorsport 7 oder Gran Turismo Sport bieten meist grundlegende Funktionen. Wenn ihr hierbei aus teuren Lenkrädern wie Fanatec das gesamte Potenzial herausholen wollt, kommt ihr um die PC nicht herum. Hier bieten Spiele wie iRacing nämlich Einstellungen, die auf der Konsole kaum zugänglich sind.Thrustmaster-T300-RS-Test-Bild-15


Worauf muss ich sonst noch achten?

Um mit euren Lenkrädern wirklich glücklich zu werden, müsst ihr unbedingt auf einige Sachen achten. Schaut euch, falls möglich, die Geräte an und nehmt sie in die Hand. Dadurch könnt ihr euch selbst das beste Bild machen. Allen voran ist die Qualität wichtig. Da während der Nutzung stets große Kräfte auf das Lenkrad einwirken, muss dieses qualitativ einwandfrei verarbeitet sein. Prüft deshalb unbedingt, ob bestimmte Teile wackeln, quietschen oder sonst einen billig verarbeiteten Eindruck machen. Für ein realistisches Fahrverhalten ist das sogenannte Force Feedback unabdingbar. Hier erzeugt der Motor im Lenkrad einen künstlichen Widerstand, welcher sich an die aktuellen Begebenheiten der Fahrstrecke anpasst. Passend hierzu ist auch der eigene Lenkwiderstand der Steuereinheit. Bei vielen Lenkrädern könnt ihr diesen individuell einstellen. Dennoch sind vor allem in sehr günstigen Modellen keine solchen Optionen verfügbar. Da das Fahrgefühl in jedem Spiel anders ist, kann ein einstellbarer Lenkwiderstand das Handling der Autos verbessern.

Schaut auch unbedingt nach, ob das Lenkrad ein Pedalsystem enthält. Hier gibt es verschiedene Formen. In billigeren Sets bestehen die Systeme aus zwei Pedalen für Beschleunigung und Bremse. Zudem bestehen sie in dieser Preisklasse häufig aus Plastik und sind deswegen nicht so lange haltbar. Im optimalen Fall solltet ihr ein 3-Pedal-System benutzen. Hier ist auch die Kupplung vertreten. Außerdem bietet euch eine Verarbeitung aus Metall mehr Langlebigkeit und ein höheres Gewicht – dadurch verrutscht die Einheit gerade in Verbindung mit einem Racing Seat zu keiner Zeit.

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Übersicht Lenkräder und Pedalsysteme

 

Einsteigermodell: T150 RS von Thrustmaster

https://www.caseking.de/thrustmaster-ferrari-racing-wheel-red-legend-edition-gajo-219.html

Das T150 RS von Thrustmaster ist derzeit eines der beliebtesten Einsteigermodelle, welches auch bei uns schon im Test war. Für gerade einmal 160 Euro könnt ihr euch das Lenkrad sichern, welches mit dem PC sowie PlayStation 3/4 kompatibel ist. Das Lenkrad besitzt einen Durchmesser von 28 cm. Die blauen Abschnitte sind gummiert. Präzises Lenken ist selbst schon für den schmalen Preis an der Tagesordnung – dank dem kontaktlosen Magnetsensor mit 12-Bit-Auflösung. Mit einem Drehungradius von bis zu 1080° und einem guten, bürstenlosen Industriemotor entsteht ein ordentliches Force Feedback. Durch den integrierten Doppelriemen-Mechanismus werden die Vibrationen äußerst leise durchgeführt. Mit 13 Knöpfen, einem D-Pad und zwei Schaltern an der Basis bietet euch das Lenkrad ausreichend viele Eingabeoptionen. Eure Einstellungen könnt ihr dank des internen Speichers sichern. Angesichts des Befestigungssystems lässt sich das T150 auch flexibel aufstellen.


Mittelklassemodell: TMX Force Feedback von Thrustmaster

Das perfekte Racing Set-up für Zuhause

In Sachen Mittelklasse führt auch derzeit kein Weg an Thrustmaster mit dem TMX Force Feedback vorbei. Dieses kostet 200 Euro und bietet ein günstiges und gutes Gesamtpaket aus Lenkrad und passenden Pedalen, wie wir schon vor einiger Zeit im Test feststellen konnten. Kompatibel ist das gute Stück mit der Xbox One und dem PC. Das TMX bietet euch einen schon kraftvollen Force-Feedback-Motor, sodass das Fahren durch einen präzisen Vibrationsmotor realistisch wirkt. Auch hier sorgt eine 12-Bit-Abtastrate für eine präzise Lenkung. Auch das schlichte Design des Lenkrads überzeugt uns. Für einen schnellen und stabilen Einbau in andere Racing-Stühle gibt es ein einfaches und flexibles Montagesystem. Zusätzlich erhaltet ihr ein gummiertes Pedalset mit Gas- und Bremspedal, wobei gerade Letzteres noch Potenzial nach oben hat.

Mittelklassemodell: G29 Racing Wheel von Logitech

Das perfekte Racing Set-up für Zuhause

Mit dem G29 Racing Wheel von Logitech erhält man in der Mittelklasse derzeit eine gute Alternative. Dieses ist mit dem PC, der PlayStation 3 sowie der Nachfolgekonsole kompatibel. Hier könnt ihr euch für knapp 300 Euro ein edles Lenkrad für eure Konsolen sichern. Durch gute Lenkräder hat sich Logitech einen guten Ruf erarbeitet, welchen das Unternehmen auch mit dem G29 erhalten kann. Die Griffe sind mit handgenähtem Leder verarbeitet, welches ebenfalls noch einmal gelocht ist. Das sorgt für trockende Hände während der Fahrt. Für die sequentielle Schaltung befinden sich hinten zwei Wippen. Der Force-Feedback-Effekt ist mehrstufig und kann, sofern dies gewünscht ist, stark ausfallen. Die hellblauen Abschnitte sorgen für kleine optische Highlights. Lobenswert ist auch die dreifache Pedalerie aus Metall. Die Pedale besitzen sogar eine unterschiedliche Straffheit: Das Gaspedal lässt sich leichter betätigen als Kupplung und Bremse.


Oberklasse: TS-XW Racer Sparco P310 Competition Mod von Thrustmaster

Thrustermaster: TS-XW RACER SPARCO P310 COMPETITION MOD angekündigt

Ganz neu auf dem Markt, aber schon in unserer Liste, ist das TS-XW, welches aus einer Zusammenarbeit zwischen Thrustmaster und Sparco entstanden ist. Hier bekommt ihr ein besonderes Stück Hardware, denn der Lenker ist ein 1:1 Replica des Sparco P310. Hier werden also vor allem Rennsportfans glücklich. Insgesamt ist das Teil 31 cm groß und verfügt über rutschfestes Alcantara Leder. Drehbar ist es bis 1080°. Mit einem D-Pad und 14 verschiedenen Knöpfen lässt es in Sachen Bedienung keine Wünsche offen. Die patentierte Kühlung arbeitet sehr leise und hält den Motor stets auf niedrigen Temperaturen. Zudem passt es sich dynamisch den aktuellen Begebenheiten an. Die drei Pedale bestehen aus stabilen Metall und sind individuell anpassbar. Durch den internen Speicher sind auch Aktualisierungen via Software Updates möglich. Diese Features haben jedoch ihren Preis: Insgesamt 650 Euro müsst ihr für das Gesamtpaket hinblättern. Kompatibel ist es mit PC und Xbox One. Wir konnten das gute Stück schon auf der gamescom testen und waren beeindruckt von dem genialen Fahrgefühl. Sobald wir hier einen Test machen, reichen wir euch diesen sofort hier nach.

Oberklasse: Fanatec CSL Elite Racing Series

In der Oberklasse darf natürlich auch die Firma Fanatec nicht fehlen, an welcher man in Sachen Rennsimulation nicht vorbeikommt. Gerade die CSL Elite Serie kann hier glänzen und liefert das, was ihr euch wünscht – beispielsweise stabile, gut verarbeitete Materialien und richtig starkes Force Feedback. Das PS4 CSL Elite Racing Wheel plus Elite Pedale LC Set, welches wir auch in unserer Redaktion als aktuelles Testequipment nutzen, ist allerdings nicht ganz günstig und schlägt mit knapp 720 Euro zu Buche. Doch wie ihr in unserem Test lesen könnt, lohnt die Investition, da ihr dem Rennsport-Feeling für zu Hause schon sehr nahe kommt. Das Setup lässt sich jedoch nicht nur an der PS4 und dem PC verwenden, sondern mit dem passenden Lenkrad von Fanatec auch an der Xbox One. Zudem könnt ihr nach Bedarf auch jede Menge Erweiterungen, wie Shifter oder Handbremse, hinzufügen. Mal abgesehen davon, dass das Fahrgefühl und Force Feedback für diesen Preis nirgendwo anders so zu bekommen sind.

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Die Luxusklasse: ClubSport Racing Serie von Fanatec

Das perfekte Racing Set-up für Zuhause: Teil 2 - Lenkräder und Pedalsysteme

Ihr wollte das Beste vom Besten? Dann werdet ihr auch hier bei Fanatec mit dem ClubSport Racing Wheel fündig. Hier macht das Ganze dann preislich aber einen großen Sprung, da allein die Wheel Base mit knappen 550 Euro zu Buche schlägt. Für knapp 1030 Euro erhaltet ihr das offizielle Lenkrad für Forza Motorsport mit passender Base. Für 1500 Euro dann das komplette Forza Bundle mit Lenker, Base und Pedalerie. Durch das Branding ist es mit PC und Xbox One kompatibel und liefert euch alle Knöpfe des Controllers von Microsoft. Die Tasten könnt ihr übrigens austauschen und neue hinzufügen. Der 33 cm große Lenkradkranz besteht aus gebürstetem Aluminium und wurde vollständig mit echtem Wildleder überzogen.

Das Herzstück ist aber der bürstenlose Servo Motor. Doppelte Hall-Sensoren an der Lenkachse und Motor sorgen für extrem präzises Lenkverhalten. Auch das Ansprechverhalten ist extrem schnell und beschleunigt in Sekundenschnelle. Da der Riemenantrieb keinen Widerstand hat, fühlt sich das ClubSport fast schon wie ein Direktantriebslenkrad an. Dies sorgt für ein immersives Rennerlebnis. Gleichzeitig sorgen zwei große Lüfter links und hinten für eine kühle Temperatur des Motors und arbeiten dabei sehr leise. Die Verarbeitung ist hier über jeden Zweifel erhaben und stellt selbst die Konkurenz aus dem eigenen Haus in den Schatten.

Passend dazu sollen die soliden, hochauflösenden und voll verstellbaren Pedale nicht unerwähnt bleiben. Diese bieten euch zusammen mit 12bit Hall-Sensor-Auflösung und Loadcell Bremse (90 kg) die Einstellung von Steifigkeit und Pedalweg ohne Werkzeug. Zudem erhaltet ihr im Paket noch separate D-förmige Pedalplatten sowie integrierte Vibrationsmotoren an Gas und Bremse. Mehr geht einfach nicht. Oder vielleicht doch? Denn zusätzlich könnt ihr das Paket erweitern. Es stehen beispielsweise LED-Displays, ABS-Vibration oder eine Vielzahl anderer Lenkräder von Fanetec zur Verfügung.


Besondere Erwähnung: Thrustmaster T-GT

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Unsere besondere Erwähnung geht an das T-GT von Thrustmaster, welches sich vor allem Gran Turismo Sport Besitzer ganz genau anschauen sollten. Hier bekommt ihr Spitzenqualität in Sachen Basis, Lenker und auch Pedale. Das Fahrgefühl ist wie bei anderen seiner Zunft direkt und kräftig und doch bietet es Features, welche ganz besonders sind und nur bei GT Sport zum Einsatz kommen. Beispielsweise das Deep Feedback, welches durch einen zusätzlichen Motor hinten an der Basis bewerkstelligt wird. Unser Fazit aus der Praxis: „Der Effekt ist dabei so gut geworden, dass ihr das Gefühl bekommt, ein Auto unterm Hintern zu haben. Das hat wiederum zur Folge, dass ihr noch besser spüren könnt, wo die Fahrzeuge an ihre Grenzen kommen. Vor allem Über- und Untersteuern werden so deutlich erlebbarer. Mit dieser Steigerung der Immersion steigt natürlich wiederum auch der Spielspaß. Das reicht sogar so weit, dass sich andere Lenkräder im Vergleich fast schon langweilig anfühlen“ Somit verdient sich das T-GT in unser Liste einen Sonderplatz und wir hoffen, dass andere Hersteller hier nachziehen oder der Support für das Deep Feedback auf andere Spiele erweitert wird.

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