Final Fantasy XV: Unser erster Eindruck zur Episode Duscae

Final-Fantasy-XV-Unser-erster-Eindruck-zur-Episode-DuscaeNeun lange Jahre warten wir bereits. 2006 kündigte Square Enix erstmals gemeinsam mit Final Fantasy 13 einen weiteren Titel namens Final Fantasy Versus XIII an. Die Jahre vergingen ohne großartige Neuigkeiten zu jeglichen Fortschritten und plötzlich wurde aus Final Fantasy Versus XIII – Final Fantasy XV. Nach neun Jahren ist es dann endlich soweit. Ein Lichtblick am Horizont. Gemeinsam mit der Neuauflage von Final Fantasy Type-0 ist seit dem 20. März 2015 die Demo zu Final Fantasy XV, namens Episode Duscae, erhältlich. Ganz genau, eine Demo. Wir waren uns anfangs auch nicht ganz sicher, was wir davon halten sollen. Nach anfänglicher Skepsis, hatten wir dann allerdings doch Schwierigkeiten, den Controller aus der Hand zu legen. Lest weiter und seht, wie Episode Duscae es geschafft hat, uns in seinen Bann zu ziehen.

Glück im Unglück

Kaum landet man auf seiner Reise irgendwo in der Pampa, gibt der Luxusschlitten, der nun einmal kein Geländewagen ist, den Geist auf. Nur gut, dass sich gleich um die Ecke eine Tankstelle befindet, in der die Mechanikern Cindy euch gerne bei der Reparatur hilft. Nur möchte diese natürlich auch bezahlt werden. Um an die nötigen 24.000 Gil zu kommen habt ihr zwei Möglichkeiten: erstens, besiegt Monster und sammelt Gegenstände bis ihr genug zum Verkaufen habt, um das Geld zusammenzukriegen. Zweitens, erledigt die Hauptmission, macht euch auf die Jagd nach einem Behemoth und sackt das Kopfgeld von satten 25.000 Gil ein. Habt ihr das Geld zusammen und bezahlt Cindy ist Episode Duscae auch schon zu Ende.

Final-Fantasy-XV-Unser-erster-Eindruck-zur-Episode-DuscaeInsgesamt ist die Handlung der Demo gut abgerundet, ohne den Spieler mit einem super fiesen Cliffhanger auf die Folter zu spannen. Ich hatte ein wenig das Gefühl, als hätte ich tatsächlich ein kurzes Spiel abgeschlossen. Aber keine Sorge, denn auch wenn ihr den Behemoth erlegt und das Geld zusammengesammelt habt, ist die Demo noch nicht unbedingt vorbei, denn es gibt noch sehr viele Nebenmissionen, die erledigt werden wollen.

Auf Tour mit einer japanischen Boyband

Ein Blick auf die Charaktere und ihr erkennt sofort jede Menge Klischees wieder. Der harte, muskulöse Gladiolus, der aufgedrehte, tollpatschige Prompto, der ernste, kluge Ignis und der stille Sasuke-Verschnitt namens Noctis. Ich habe wirklich nichts von diesen 08/15 Charakteren erwartet, muss aber sagen, dass ich sie relativ schnell lieb gewonnen habe. Natürlich erfüllen sie einige der Stereotypen, die man aus Japan so kennt, aber bisher finde ich alle vier ziemlich sympathisch. Die Dialoge wirken nicht aufgesetzt und konnten bei mir mit einer Prise Witz und Sarkasmus punkten. Ich bin von den Charakteren wirklich positiv überrascht, besonders von Noctis, der von seinen Kumpeln liebevoll „Prinzessin“ genannt wird.

Final-Fantasy-XV-Unser-erster-Eindruck-zur-Episode-DuscaeDuscae mit all seinen Facetten und Farben

Das erste was sofort auffällt, ist die unglaublich schöne und beeindruckende Umgebung. Ihr tretet mit Noctis aus eurem Zelt und werdet direkt vom Sonnenlicht geblendet. Die Farbgebung von Duscae wirkt sehr natürlich, verändert sich sogar im Laufe des Tages und auch Lichteffekte und Schattierungen sehen realistisch aus. Schon auf den ersten Blick werdet ihr erkennen, dass Duscae einfach unglaublich riesig ist und dabei handelt es sich ja nur um einen kleinen Teil der endgültigen Region. Schwer vorzustellen, dass das Ganze noch sehr viel größer werden soll. Auch die Musik hat mir bisher gut gefallen, vor allem die aufgefrischten Titel, die bereits aus vorigen Final Fantasy Titeln bekannt sind, wie zum Beispiel das Chocobo-Theme. Episode Duscae kommt mit einer japanischen und einer englischen Tonspur, allerdings gefällt mir die japanische Synchronisation besser als die englische. Deutsch werdet ihr hingegen nur in den Untertiteln finden.

Final-Fantasy-XV-Unser-erster-Eindruck-zur-Episode-DuscaeDie Kämpfe in Final Fantasy XV sind schneller denn je

Für die Final Fantasy Veteranen unter euch wird das Kampfsystem in Final Fantasy XV eine ganz neue Erfahrung. Rundenbasierte Kämpfe sind zwar schon länger Vergangenheit aber so schnell und actionreich, wie bei Final Fantasy XV, waren die Kämpfe bisher noch nie. Ihr könnt verschiedene Aktionen, wie ausweichen, springen, angreifen und mehr direkt über den Controller ausführen und vollkommen frei kontrollieren. Das sorgt definitiv für jede Menge Spaß, braucht aber etwas Eingewöhnungszeit, gerade wenn Multitasking von euch abverlangt wird.

Final-Fantasy-XV-Unser-erster-Eindruck-zur-Episode-DuscaeIm Kampf passiert Vieles gleichzeitig besonders wenn sich größere Horden von Gegnern auf euch stürzen. Der größte Gegner ist dabei aber eher die Kamera, die oft einfach nicht schnell genug hinterhergekommt. Dabei hilft auch leider nicht das Anvisieren von Gegnern. Nur gut, dass ihr nicht alleine auf dem Schlachtfeld seid und eure Mitstreiter tatsächlich zuverlässig sind und wissen wofür sie ihre Waffen in den Händen halten.

Eure Teammitglieder sind aber nicht die einzige Hilfe, die euch im Kampf zur Verfügung steht, denn auch in Episode Duscae gibt es bereits eine Beschwörung. Egal ob Bestia oder Esper oder wie sie auch immer heißen mögen, noch nie waren die Beschwörungen in Final Fantasy so beeindrucken, wie der Donnergott Ramuh in Final Fantasy XV. Um ihn zu bekommen, müsst ihr aber leider durch die Fociaugh-Höhle, die gefüllt ist mit hinterhältigen Goblins, die ständig aus dem Nichts auftauchen und euch das Leben schwer machen, indem sie euch vergiften. Besonders in dieser engen Höhle ist die Kamera nicht euer bester Freund. Aber glaubt mir, wenn ich euch sage, dass es sich lohnt sich durch diese Höhle zu quälen.

Ganz anders als in vorigen Final Fantasy-Teilen, könnt ihr den Donnergott hier erst beschwören, wenn eure HP auf null gesunken sind. Auch wenn der Kampf vorher ziemlich schlecht für euch aussah, müsst ihr euch dank Ramuh keine Sorgen mehr machen, denn nach seinem Ionenschlag ist keiner eurer Gegner mehr in der Lage auch nur irgendetwas zu tun. Passend zu Ostern gibt es auch noch ein kleines Easter Egg für alle Final Fantasy X Fans, denn die Spitze von Ramuhs Stab erinnert doch sehr stark an die Donnerbestia Ixion.

Final-Fantasy-XV-Unser-erster-Eindruck-zur-Episode-DuscaeIm Kampf gesammelte Erfahrungspunkte werden erst verteilt, wenn ihr am Ende des Tages euer Lager aufschlagt. Hier habt ihr die Wahl zwischen zwei verschiedenen Arten von Lager. Wenn ihr Ignis‘ Kochkünste genießen wollt, dank derer ihr am nächsten Tag durch Buffs gestärkt seid, sei es durch stärkeren Angriff oder besserer Verteidigung, dann müsst ihr im freien in eurem Zelt übernachten. Gegen ein Entgelt von 200 Gil habt ihr aber auch die Möglichkeit die Nacht in einem Wohnwagen zu verbringen. Dies ist vor allem dann von Vorteil, wenn ihr euch auf das Aufleveln der Charaktere konzentrieren wollt. In den Wohnwägen kocht Ignis zwar nicht für euch aber dafür werden eure Erfahrungspunkte um 1,5% vervielfacht. Viel mehr Charakterentwicklung gibt es in Episode Duscae allerdings noch nicht zu sehen.

Final-Fantasy-XV-Unser-erster-Eindruck-zur-Episode-DuscaeDas Einzige, was ihr großartig beeinflussen könnt, ist die Verwendung von Noctis‘ Phantom Sword. Ihr könnt einstellen, welche der Waffen er wofür verwendet, also für normale Attacken, finale Attacken, zum Kontern und, und, und. Das ist allerdings nicht alles, was euer Phantom Sword zu bieten hat. Ihr erinnert euch doch sicher noch an die ersten Trailer zu Final Fantasy XV, in denen Noctis gefühlte hundert Waffen um sich herum schweben hatte und ziemlich einschüchternd aussah, oder?

Diese Fähigkeit wird Palisade (engl.: Armiger) genannt. In Episode Duscae habt ihr zwar keine hundert um euch herum schwebende Waffen, dafür aber bis zu vier. Einen Teil der Palisade besitzt ihr bereits von Anfang an, welcher euch die Teleportation mit Noctis ermöglicht. Bevor ihr die Palisade allerdings wirklich als Ability einsetzen könnt, müsst ihr das Schwert in der Fociaugh-Höhle finden. Während der Hauptmission erhaltet ihr schon automatisch drei der vier Schwerter und um das vierte Schwert zu finden, müsst ihr euch in Duscae ein wenig umschauen. Jedes der Schwerter bringt neue Fähigkeiten mit sich. Aktiviert ihr die Palisade werden Noctis‘ Attacken sehr viel stärker und schneller und verteidigt ihr euch, können euch nicht einmal mehr Fernwaffen etwas anhaben. Genießt diese Fähigkeit dennoch mit Vorsicht, denn die Palisade ist nur solange aktiv, bis eure MP auf null sinken. Seid schnell und nutzt die Fähigkeit so gut wie geht, denn sie verbraucht all eure MP.

Final-Fantasy-XV-Unser-erster-Eindruck-zur-Episode-DuscaeRestliche Ausrüstung kann nicht verwaltet werden. Neue Fähigkeiten lernt ihr nicht wirklich und auch mit euren Teammitgliedern könnt ihr noch nicht so wirklich viel anfangen. Noch nicht einmal Ignis Kochkünste könnt ihr beeinflussen. Der kocht wonach ihm grad so ist und kümmert ihr euch nicht um genügend Zutaten, gibt es halt nur geröstetes Brot zu essen.

Viele Quests, eine Riesenmap, doch nur wenig Unterstützung

Auch mit Beenden der Hauptmission wird vorerst keine Langeweile aufkommen, denn es gibt jede Menge Nebenmissionen zu erledigen. Auch die Kämpfe werden mit höherem Level interessanter, da eure Gegner stärker werden oder sich zumindest sehr schnell vermehren. Einmal kurz weggedreht, schon heften sich duzende neue Gegner an euren Sohlen. Auf eurer Karte könnt ihr eure Missionen sehen und Ziele markieren. Eine Minimap fehlt aber komplett, dabei wäre diese besonders in dieser riesigen Open-World-Region eine große Hilfe.

Final-Fantasy-XV-Unser-erster-Eindruck-zur-Episode-DuscaeWas gibt es schöneres, als sich in dieser riesigen Map auf einem großen, gelben Reitvogel fortzubewegen? Ich als großer Chocobo-Fan habe ich mich zwar, wie ein kleines Kind bei einem Besuch im Disney Land, gefreut die gelben Reitvögel wiederzusehen, war aber umso enttäuschter als klar wurde, dass es in Episode Duscae keine Möglichkeit gibt auf ihnen durch die Gegend zu galoppieren. Und das sogar nachdem man Behemoth bereits erledigt hat, der ursprünglich als Vorwand benutzt wird, da es in Duscae ja angeblich viel zu gefährlich sei für die quieckenden Vögel.

Eine gelungene Demo, die Lust auf mehr macht

Auch wenn es an einigen kleinen Stellen noch deutlich ist, dass es sich lediglich um eine Demo handelt, hat mich Episode Duscae wirklich beeindruckt. Allerdings kann ich mir nicht vorstellen diesen Teil genauso auch in der endgültigen Version von Final Fantasy XV wiederzufinden. Innerhalb von wenigen Stunden bin ich mehr als zwanzig Level aufgestiegen und auch beim Kampf gegen den Behemoth gibt es mehr vorgegebene Strategie und Hilfestellungen als eigene Kampferfahrung, denn eigentlich ist es fast unmöglich Behemoth zu besiegen, ohne das zu tun, was Episode Duscae von euch verlangt.

Mit Final Fantasy XV hat Square Enix sich jede Menge vorgenommen und nachdem ich Episode Duscae gespielt habe, habe ich ein klitzekleines Bisschen mehr Verständnis für die bisherigen neun Jahre Wartezeit. Episode Duscae hat mich überzeugt und ich denke das Warten auf den neuen Teil der Final Fantasy-Reihe wird sich lohnen. Hoffen wir nur, dass es keine weiteren neun Jahre dauern wird, bis wir die endgültige Version von Final Fantasy XV endlich in unseren Händen halten dürfen.

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