Game Connection: Virtual Reality ein Thema mit Zukunft?!

Game-Connection-Virtual-Reality-ein-Thema-mit-Zukunft!Virtual Reality ist weit gekommen. So weit, dass man inzwischen fast glauben kann, dass es bald wirklich Virtual Reality für jeden Enthusiasten geben wird – im Wohnzimmer oder am heimischen PC. Aber warum hat das Ganze so lange gedauert? Virtual Reality ist schließlich kein neues Thema. Dennoch war es jahrelang ein Thema, mit dem sich nur professionelle Anwender wirklich beschäftigt haben – sei es das Militär oder Wissenschaftler. Dank Oculus Rift für PCs und Macs und Projekt Morpheus für die PlayStation 4 sind wir jetzt nah an der Heimanwendung. Ein guter Zeitpunkt, sich das neueste Modell von Oculus Rift – namens Crescent Bay Prototype – auf der Game Connection in Paris hinter geschlossenen Türen anzuschauen.

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Das neueste Modell von Oculus Rift – namens Crescent Bay Prototype

Low Persistence und Framerates
Einer der Gründe, warum es keine wirklich guten VR-Brillen für Endanwender gab und wir noch weit von Kompatibilität für Jedermann sind, ist dass die Technik stimmen muss. Ein Entwickler kann sein Spiel so anpassen, dass fast immer eine gewisse Framerate erreicht wird. Aber wenn mal nur 40 FPS erreicht werden, ist das nicht so schlimm. In der virtuellen Realität ist das nicht möglich. Das liegt daran, dass den meisten Nutzern schlecht würde, wenn die FPS unter 72 fallen. Warum? Ganz einfach: Wenn Ihr Euren Kopf in der Realität bewegt, gibt es kein Ruckeln. Ruckler führen dazu, dass Euer Gehirn das Bild auf einem Bildschirm und die Bewegung Eures Kopfes nicht zusammenführen könnte. Diese Aussetzer sind bei echter Bewegung für den Bewegungsapparat und das Gehirn nicht erklärlich und neben Übelkeit merkt Ihr, dass Ihr nicht wirklich in einer Szene seid.

Technisch bedeutet das einen starken Hardware-Hunger: Zwei Augenbilder müssen in FullHD (und höher) nicht nur in 75 FPS gerendert werden, es kommen noch Distortion und Warping dazu. Ohne zu sehr ins Detail gehen zu wollen: Ein moderner PC mit Nvidia Geforce 780 ti hat große Probleme damit, obwohl er vielleicht Battlefield 4 in Ultra berechnen kann.

 

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Oculus Rift entwickelt sich stetig weiter

Crescent Bay und Immersion/Presence
In Paris hatten wir das erste Mal in Europa die Möglichkeit, den Prototyp namens Crescent Bay von Oculus auszuprobieren. Dieser Prototyp ist nicht öffentlich erhältlich, nur das DK2 (Development Kit2) kann über die Website von Oculus VR bestellt werden. Die Entwickler geben keine Auskunft über die genauen technischen Spezifikationen, aber als Nutzer und Besitzer des DK2 war der Unterschied ziemlich unglaublich. Was uns zum Unterschied zwischen Immersion und Presence bringt.

Viele Entwickler sprechen von Immersion bei Spielen. Das heißt im Virtual Reality Kontext nur, dass man sich ins Spiel versetzt fühlt, aber immer weiß, dass man lediglich ein Gerät aufgesetzt hat. Oculus – und natürlich auch Sony mit Project Morpheus – streben nach Presence. Presence bedeutet, dass man so in eine Erfahrung integriert ist, dass man nicht mehr unterscheiden kann, was real ist und was nicht. Vor Crescent Bay hatte ich niemals das Gefühl von Presence, auch nicht nach hunderten Stunden in der virtuellen Realität. Crescent Bay ändert all das.

Ein Beispiel: Ich habe Höhenangst und stand in einer Demo am Rand des Chrysler Buildings in New York. Über mir flog ein Zeppelin unter mir war die Stadt in solch einer realistischen Darstellung, dass ich einen Schritt zurückgehen musste nachdem ich über den Rand des Gebäudes geschaut hatte – die Angst war real.

Zurzeit besteht der Demoflow des Crescent Bay Prototyps aus mehreren kurzen Experiences, die verschiedene Aspekte zeigen, was Virtual Reality bedeuten kann. Vom Inneren eines U-Boots, bei dem man denkt, man kann die Schalter berühren zu einer Straßenkampfszene in Zeitlupe, bei der man sich die ganze Zeit mit den Händen gegen herumfliegende Splitter schützen will: der Prototyp Crescent Bay ist so nah an der Realität, dass Presence erreicht wird.

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Die Zukunft von Virtual Reality
Schon 2015 könnten sowohl Oculus Rift als auch Morpheus von Sony auf den Markt kommen. Die Zukunft sieht also rosig aus. Allerdings müssen technisch noch einige Voraussetzungen geschaffen werden. Dazu gehört, dass Sony vom LCD im Morpheus weg muss, um Motion Blur zu beseitigen und Oculus das Rift noch so verbessern muss, dass auch jetzt verbreitete PCs konstante Frameraten erreichen. Man kann von den Konsumenten nicht verlangen, eine Grafikkarte für 700 Euro zu kaufen, den Speicher auf 16 GB zu erweitern und den neuesten Prozessor zu installieren.

Auf der Paris Game Connection hat wenigstens Oculus VR schon gezeigt, dass sie es schaffen werden, Virtual Reality zur Realität werden zu lassen. Nachdem Oculus von Facebook gekauft worden ist, haben die Entwickler Zeit und Ressourcen, um das beste Gerät zu entwickeln – ohne Kinderkrankheiten. Dazu kommen Leute wie John Carmack, die schon so viel für die Entwicklung von moderner Technik und Grafik getan haben, dass sie die Grundlage für die Zukunft legen können.

Das nächste Jahr wird spannend für alle Fans von Virtual Reality – und für die, die es werden wollen. Es ist nur immens wichtig, dass dieses Mal alles richtig gemacht wird, damit VR eine Chance auf dem Massenmarkt hat. Microsoft und Nintendo könnten sich ebenfalls noch auf den Markt begeben. Wir sind gespannt.

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Auch andere Hersteller wie Samsung und Sony wollen beim Thema Virtual-Reality mitmischen

Autor: Philipp Rogmann Chefredakteur von gameradar.de.

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