Für eine Handvoll DPI: Was muss eine gute Gaming-Maus können?

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Augen auf beim Mauskauf! Das müsst ihr beachten.

Für viele Gamer nimmt die Wahl der richtigen Maus den gleichen Stellenwert ein wie die Entscheidung, auf welche Uni man gehen oder was man gemeinhin von Brokkoli halten soll. Die einen schwören auf ihre Office-Maus mit 20 Jahren auf dem Buckel, die anderen können nicht mehr auf ihre kabellose Variante mit 20 Tasten verzichten. Allerdings gibt es etliche Fragen, die ihr euch vor dem Kauf euer verlängerten Hand stellen solltet. Allen voran: Was muss eine gute Gaming-Maus können? In unserem Artikel erklären wir, auf was ihr achten müsst, um den Nager zu bekommen, der perfekt zu euch passt.

In den folgenden Zeilen soll es hauptsächlich darum gehen, welche Fragen ihr euch beim Kauf stellen müsst. Zu diesem Zweck nehmen wir das Model O von Glorious PC Gaming Race zur Hand, das erst vor Kurzem zur Marktreife gebracht und enthüllt wurde. Es soll als eine Art Referenzobjekt dienen, das wir auf all unsere Kategorien und offenen Fragen hin abklopfen. Der Grund dafür: Die Entwickler versprechen nicht weniger als eine der besten Gaming-Mäuse sowohl für Gelegenheits- als auch Vielspieler – und das in futuristischer Optik. Ob Model O wirklich alle PC-Gamer zufrieden stellen kann, wollen wir also ebenfalls klären.

Kabel

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Kabel oder kein Kabel: Geschmacks- und Geldfrage

Bis heute hält das unter PClern hartnäckig das Gerücht, Mäuse ohne Kabel hätten mit massiven Verzögerungen zu kämpfen. Bis vor einigen Jahren war daran durchaus etwas dran. Inzwischen ist es allerdings so, dass die Übertragungstechnik hinter Wireless-Mäusen so weit fortgeschritten ist, dass in puncto Delay keinerlei Unterschied zwischen Mäusen mit und ohne Kabel besteht. Dafür gibt es einige Vorteile, die mit einem kabellosen Nager einhergehen. An erster Stelle sind sie natürlich flexibler einsetzbar. Egal ob am Schreibtisch, auf der Couchkante oder dem Rücken der Freundin: Kabellose Mäuse könnt ihr so gut wie überall nutzen.

Außerdem habt ihr nicht mit störenden Kabeln zu kämpfen. Ordnung am Gaming-Platz ist also jederzeit gegeben und fummeliges Rütteln am zu kurzen Kabel gehört der Vergangenheit an. Allerdings hat die Wireless-Variante in der Regel auch mit einigen Nachteilen zu kämpfen. Erstes Problem: Akkulaufzeit. Während ihr mit kabelgebundenen Mäusen endlos zocken könnt, müsst ihr die kabellose Ausführung regelmäßig neu laden, damit euch im Spiel nicht der Saft ausgeht. Inzwischen gibt es zwar immer mehr Wireless-Mäuse, die das entsprechende Mauspad zum Laden gleich mitliefern, viele der älteren Modelle zwingen euch jedoch Auszeiten auf, die vor allem bei Vielspielern für Frust sorgen.

Zu guter Letzt unterscheiden sich Mäuse mit und ohne Kabel nicht selten auch im Preis. Hier zieht die Wireless-Maus fast immer den Kürzeren. Letztlich solltet ihr euch vor dem Kauf also immer die Frage stellen: Kann ich auch mit Kabel komfortabel zocken? Wenn ja, dann seid ihr mit einer kabelgebundenen Maus vielleicht nicht so flexibel, dafür aber wesentlich günstiger dran. Glorious PC Gaming Race hat sich beim Model O für eine Zwischenlösung entschieden. Die Maus ist zwar mit Kabel ausgestattet, das allerdings hat der Hersteller selbst entwickelt und dafür gleichsam flexible wie leichte Materialien verwendet. Das Versprechen: Wireless-Gefühl trotz Kabel!

Gewicht

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Die leichteste Gaming-Maus der Welt?

Für viele Spieler auf dem PC ein absolutes Ausschlusskriterium: Das Gewicht der eigenen Maus. Allerdings gehen auch hier die Meinungen auseinander. Dementsprechend haben sich zusätzliche Gewichte bei den meisten Spielern inzwischen durchgesetzt. Ist euch die Maus zu leicht, könnt ihr im Grammbereich nachhelfen, indem ihr Gewichte in eigens dafür vorgesehene Taschen, meist am Boden der Maus, integriert. Allerdings lässt sich damit nur selten das Grundgewicht des Nagers beeinflussen. Also solltet ihr vor dem Kauf entweder einen Praxistest machen, bevorzugt im Fachhandel eures Vertrauens – oder genau wissen, mit wie viel Gewicht eure aktuelle Maus zu Buche schlägt.

Auch in puncto Gewicht gibt es natürlich keine Patentlösungen. Letztlich obliegt euch die Entscheidung, wie viel Gewicht ihr auf eurer Maus bevorzugt. Wer es besonders leicht mag, kommt bei unserem Referenzobjekt zweifelsohne auf seine Kosten. Anders als der Name der Reihe (O.D.I.N.) vermuten lässt, steckt hinter dem Model O nämlich eine der leichtesten Gaming-Mäuse, die ihr derzeit kaufen könnt. Gerade einmal 76 Gramm bringt der Nager auf die Waage, gleitet also problemlos über jede Oberfläche. Möglich ist das aufgrund der einzigartigen Wabenstruktur, mit der die Maus an den Start geht. Die vielen Löcher sind nicht nur ein Blickfang, sondern drücken auch das Gewicht.

Tasten

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Das Tastenlayout: Shooter oder MMO?

Jeder PC-Gamer braucht eine Maus, aber bei Weitem nicht alle nutzen das volle Potenzial der kleinen Allzweckwaffen. Während Shooter-Enthusiasten in der Regel mit zwei bis drei Tasten auskommen, können MMO-Spieler gar nicht genug Tasten bekommen. Jede Fähigkeit, jedes Makro soll schließlich immer erreichbar sein – und das ohne Fingerakrobatik auf der Tastatur. Vor dem Kauf solltet ihr euch also über eure eigenen Bedürfnisse Gedanken machen.

Wer ausschließlich in WOW und Co. unterwegs ist, greift besser zu einer Maus mit vielen Knöpfen wie etwa der Corsair Scimitar RGB, die mit stolzen 17 Knöpfen zu einem absoluten Monster im MMO-Bereich gehört. Beachtet außerdem, dass nicht jede Maus für jedes Spiel optimiert ist. Viele Nager verfügen über eine Wagenladung Knöpfe, die sich bei näherer Betrachtung jedoch als nicht programmierbar herausstellen. Deshalb: Augen auf beim Mauskauf!

Glorious bezieht sich mit dem Model O allerdings ganz klar auf die Shooter-Zielgruppe. Erstens, weil mit dem Leichtgewicht enorme Flexibilität und Reichweite einhergehen – bei minimaler DPI besonders hilfreich. Zweitens, weil auch das Tasteninventar übersichtlich ausfällt. Sechs programmierbare Knöpfe lassen für den Durchschnittsspieler kaum Wünsche offen. Zu linker und rechter Maustaste, Mausrad und einer Schnellwechsel-Taste für die DPI gesellen sich auf der linken Seite zwei unaufdringliche Knöpfe, die ihr für Granaten, Kommandos und Co. nutzen könnt.

DPI

DPI: Auf die Verteilung kommt es an

Für viele ein absolutes Todschlagargument beim Kauf einer neuen Maus: Die Auflösung bzw. Punktdichte. Vielen wohl eher unter ihrer Maßeinheit DPI (dots per inch) geläufig, beschreibt die Auflösung, wie präzise der Sensor einer Maus gerasterte Bilder abtasten kann – im Fall von Videospielen also unseren Bildschirm. Von der Abtastrate lässt sich dementsprechend in der Theorie auch auf die Qualität der Auflösung schließen. Allerdings gehen maximale DPI üblicherweise nicht automatisch mit einer Verbesserung der eigenen Leistung einher.

Stattdessen dient die DPI bei Mäusen lediglich dazu, die Sensitivität der Mausbewegung festzuhalten. Beim Kauf solltet ihr also nicht nur die maximale DPI im Auge behalten, sondern vor allem die Intervalle, in denen sich der Nager einstellen lässt. Je kleiner die wählbaren Abschnitte der Maus, desto präziser könnt ihr die Sensitivität euren eigenen Bedürfnissen anpassen. Ähnlich wie bei den Tasten gehen diese häufig mit euren Genre-Prioritäten einher. Wer schon einmal ein professionelles eSports-Turnier im Shooter-Bereich verfolgt hat, kennt die ikonischen Ruderbewegungen der Spieler.

Die liegen im recht niedrigen DPI-Bereich begründet, der sich in der Shooter-Community etabliert hat. Präzision ist das A und O und so vertrauen gute Schützen auf ihr eigenes Muscle-Memory statt einer hohen Auflösung. Indem sie den vollen Radius ihrer Armbewegung ausnutzen, werden pixelgenaue Schüsse auf den gegnerischen Kopf möglich gemacht. Ganz anders verhält es sich beispielsweise im RTS-Bereich. Hier sind hohe DPI-Presets die Regel, um möglichst schnell und effizient von einem Punkt der Karte zu einem anderen scrollen zu können. Wir halten also fest: Je mehr Freiheiten euch die Maus in puncto DPI gibt, desto besser seid ihr auf alles vorbereitet, was an Spielen an die Tür klopft.

Mauskorrektur und -beschleunigung

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Mausbeschleunigung: Todsünde für jeden Gamer

Neben der DPI gibt es jedoch noch andere Faktoren, die ihr unbedingt beachten solltet. Allen voran: Mauskorrektur und -beschleunigung. In diesem kleinen aber feinen Feature liegt der wohl größte Unterschied zwischen herkömmlichen Office-Mäusen und Exemplaren für den Gamer von heute. Während viele Office-Varianten standardmäßig mit einer Korrektur arbeiten, verzichten Hersteller wie Razer oder auch die Macher unserer Referenzmaus, Glorious PC Gaming Race, mittlerweile komplett darauf.

Der Grund: Mauskorrektur und -beschleunigung glätten das Maussignal, sodass der Cursor sich flüssiger auf dem Bildschirm bewegen lässt – ein Graus für alle Gamer, da die Zeiger-Bewegung so nicht immer 100% mit der eigenen Handbewegung korrespondiert. Achtet also darauf, dass ihr euch eine Maus zulegt, bei der ihr die Beschleunigung bei Bedarf ausschalten könnt oder greift gleich zu einem Exemplar ohne das Feature.

Obwohl Model O in puncto Tastenlayout die Shooter-Fraktion bedient, ist ihre Auflösung extrem flexibel gewählt. Bis zu 12.000 DPI in fünf voreingestellten Stufen sind für den optischen Sensor möglich. Auf Wunsch und mit der entsprechenden Software programmiert ihr die am Boden befindliche LED-Anzeige jedoch ganz nach euren Wünschen. Hinzu kommen die hauseigenen G-Skates dank derer die Maus problemlos über Mauspads, Katzen und andere Hindernisse gleitet. In Kombination mit den abgerundeten Ecken von Model O kommen also nicht nur Armathleten, sondern auch filigrane Spieler mit Fingerspitzengefühl voll auf ihre Kosten.

Ergonomie

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Links, rechts oder doch beide Hände?

Dass eine Maus nicht nur auf dem Bildschirm exzellente Qualitäten aufweisen muss, hat jeder schon einmal schmerzlich am eigenen Leib erfahren, der von einem unhandlichen Exemplar geplagt wurde. Besonders Vielspieler brauchen einen Nager, der auch nach 10-Stunden-Sessions noch so federleicht und angenehm in der Hand liegt, dass die Performance im Spiel nicht darunter leidet. Vom geschwungenen Design über eine Zweiteilung der Maustasten bis hin zum guten alten Trackball gab es in der Vergangenheit etliche Versuche, Gaming-Mäuse in ergonomische Form zu bringen. So ganz durchgesetzt hat sich jedoch keins der Designs. Stattdessen versuchen Hersteller nun mit anderen Features und Designentscheidungen für Ergonomie zu sorgen.

Zunächst einmal ist die Anzahl der symmetrischen Mäuse auf dem Markt in den letzten Jahren förmlich explodiert. Die Ergonomie fördert das natürlich nur bedingt, eröffnet aber gerade Linkshändern endlich Möglichkeiten, von denen sie in der Vergangenheit nur träumen konnten. Dennoch finden sich in den Regalen weiterhin deutlich mehr Mäuse für Rechts- als für Linkshänder. Die Zielgruppe ist schlichtweg größer. Schaut euch vor dem Kauf also genau an, ob ihr es mit einer beidhändig zu führenden Maus zu tun habt oder einem asymmetrischen Design. Mit Modell O können Linkshänder nicht viel falsch machen, denn das Leichtgewicht ist für beide Pranken geeignet, auch wenn die beiden seitlich angebrachten Knöpfe für Rechtshänder um einiges leichter zu bedienen sind.

Größe

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Nicht jede Maus eignet sich für jeden Griff-Typus

Deutlich wichtiger für die Ergonomie ist jedoch der Faktor Größe. Bei der Größe habt ihr kaum eine andere Wahl als den Vergleich zum Ex-Gerät zu suchen oder im Fachhandel selbst einmal Hand anzulegen. Je nachdem, ob ihr den Nager per Claw-, Finger- oder Palm-Grip bedient und wie groß eure Hände sind, sollte sich das Gerät perfekt den Fingern anschmiegen oder aber Luft zum regelmäßigen Anheben lassen. Wichtig in diesem Zusammenhang ist auch die Lift-Off-Distance einer Maus. Wer das Gerät gern anhebt, um es neu zu positionieren, muss darauf bauen können, dass der Cursor in der Zwischenzeit nicht Reißaus nimmt. Der Sensor sollte also so flexibel funktionieren, dass er perfekt zu eurer eigenen Lift-Off-Distance passt. In der Regel liegt dieser Wert zwischen 1,5mm und 1,8mm.

Eine kleine Maus ist ebenfalls nicht automatisch eine bessere Maus, aber im Großteil der Fälle um einiges gesünder als ein wahrer Brocken zwischen den Fingern. In dieser Disziplin trumpft Glorious auf, denn die löchrige Wabenstruktur von Model O spart einiges an Größe ein und bringt einen weiteren praktischen Nebeneffekt mit sich: Hervorragende Luftzirkulation beim Zocken, da stets Luft an die ansonsten wie festgeklebten Handflächen gelangt. Im Gegenzug drängt sich natürlich die berechtigte Frage auf: Ist das Ganze nicht unmöglich sauber zu halten? Doch auch hier hat der Hersteller eine Lösung parat: Zum Reinigen der Maus soll schlichte Druckluft verwendet werden, die Staub und anderen Dreck spurlos aus der perforierten Außenhülle entfernen soll.

Optik

Glorious-ModelO-Modelle

Die Optik: Eine persönliche Angelegenheit

Unser letzter, aber nicht zu vernachlässigender Punkt: Die Optik. Im direkten Vergleich der Maus-Riesen entscheiden in letzter Konsequenz oft nicht Verarbeitungsqualität, Ergonomie oder Features, sondern schlicht der erste Eindruck des Gerätes. Besonders im Gaming-Bereich buhlen die großen Namen seit Jahren mit immer abstrakteren Designs, welche den Individualisten in uns zum Vorschein bringen, um unsere Gunst. Ein Stilelement ist dabei kaum noch wegzudenken aus den Gaming-Räumen der Nation: RGB-Beleuchtung. Für die einen gehört sie zu einem kompletten Setup einfach dazu, für die anderen ist sie nicht mehr als schnöde Augenwischerei. Hier obliegt die Wahl ganz euch, denn über Geschmack lässt sich schließlich nicht streiten.

Ob bunt-leuchtend oder nicht: Für viele spielt ein einzigartiges Design ganz oben mit, wenn es darum geht, sich eine neue Lieblingsmaus zuzulegen. Einzigartig kann dabei vieles bedeuten: Einzigartige Größe, einzigartige Form oder aber einzigartige Farben. Model O allerdings treibt visuellen Individualismus auf die Spitze und möchte nicht mit mehr Features, sondern – im Gegenteil – weniger Oberfläche punkten. Das innovative Wabenmuster ist gleichsam optisches Kernelement wie auch praktisches Feature und könnte eine neue Ära der Gaming-Mäuse einleiten.

Ein Hingucker ist der Nager allemal, den ihr schon jetzt für 49,99€ (matt) oder 59,99 (glänzend) bei unserem Partner Caseking vorbestellen könnt. Auch wenn ihr für einen guten Preis ein starkes Stück Peripherie bekommt, lässt unseren Artikel zunächst Revue passieren und entscheidet erst dann, welche Maus die richtige für euch ist.

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