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Google Stadia: Die besten Spiele für die Plattform – Unsere Top 5 Indie-Geheimtipps

  • Christian Böttcher
    vonChristian Böttcher
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Seit Release im November 2019 hat Google Stadia das Spiele-Angebot ordentlich aufgestockt. Wir zeigen euch fünf Indie-Geheimtipps der Plattform im Kurztest.

  • Google Stadia ist ein Cloud-Gaming-Service und erschien erstmals am 19. November 2019
  • Erst kürzlich enthüllte Google die gratis Stadia Pro-Spiele für August
  • Wir zeigen euch fünf Indie-Geheimtipps für Google Stadia im Kurztest

Mountain View, USA – Acht Monate hat Google Stadia nun schon auf dem Buckel und an der Cloud-Streaming-Plattform des amerikanischen Konzerns hat sich einiges getan. Technische Kinderkrankheiten sind ausgemerzt und so müssen es nun die Exklusivtitel richten, mehr Gamer von der Plattform zu überzeugen. Wir haben uns fünf exklusive Indie-Spiele angeschaut und verraten im Kurztest, ob sich schon dafür der Griff zu Stadia lohnt.

Name der PlattformGoogle Stadia
Release19. November 2019
EntwicklerGoogle
KategorieCloud-Gaming-Service
Unterstützte Regionen14
BetriebssystemWebbrowser, Google Chrome, Android
Websitehttps://stadia.google.com/home

Google Stadia: Die besten Spiele im Kurztest – Top 5 Indie-Geheimtipps im August 2020

Ursprünglich als Cloud Gaming-Revolution geplant, hat sich die Google Stadia im November 2019 eher klammheimlich als vorlaut ihren Platz im Gaming-Universum gesucht. Doch seit dem Release im vergangenen Jahr, der alles andere als reibungslos ablief und von technischen wie spielerischen Fehlern überschattet wurde, hat sich bei der Plattform einiges getan. Acht Monate später sind die Kinderkrankheiten ausgemerzt und das zunächst recht undurchsichtige Bezahlmodell hat eine 180°-Kehrtwende hinter sich – ein richtiger und wichtiger Schritt wie wir finden.

Ab sofort stehen Features und allem voran die Spiele der Plattform im Vordergrund. Um euch einen Überblick darüber zu geben, was Google Stadia abseits der großen Brocken wie Destiny 2, Red Dead Redemption 2, Borderlands 3 und Co. noch so zu bieten hat, haben wir uns fünf der weniger bekannten Spiele geschnappt und im Rahmen eines Kurztests herausgefunden, ob die bis dato Stadia-exklusiven Indie-Projekte ein Kaufargument für den Cloud-Gaming-Service liefern oder besser in der Mottenkiste hätten verbleiben sollen. So viel vorab: Unter den fünf Spielen, die teilweise auch zum gratis Line-up von Stadia Pro gehören, findet sich mehr als nur ein Geheimtipp.

Google Stadia: Top 5 Indie-Spieletipps im Kurztest – Orcs Must Die! 3

Beim ersten Spiel unserer Testreihe handelt es sich um die Fortsetzung eines alten Bekannten und das Spiel, bei dem wohl den meisten Gamern die Ohren klingeln sollten. Denn seit knapp einem Jahrzehnt macht die Orcs Must Die-Reihe ihrem Namen alle Ehre. In kaum einem anderen Videospiel müssen die grünhäutigen Klischee-Fieslinge dermaßen viel einstecken wie in den inzwischen vier Tower-Defense-Ablegern von Entwickler Robot Entertainment. Und das machte bislang, angesichts der herrlich abstrusen Mischung aus Strategie und Action, vor allem aber der unkomplizierten Multiplayer-Einbindung wegen, richtig Laune.

Name des SpielsOrcs Must Die! 3
Release (Datum der Erstveröffentlichung)14. Juli 2020
Publisher (Herausgeber)Robot Entertainment
PlattformGoogle Stadia
EntwicklerRobot Entertainment
GenreTower-Defense, Strategie

Daran hat sich grundsätzlich auch im Google Stadia-Abo nichts geändert. Das Spiel ist innerhalb weniger Sekunden startklar und wirft euch sogleich in die aus 18 Leveln bestehende Kampagne. Jedes dieser Level stellt euch dabei vor eine neue Herausforderung. Zu Beginn habt ihr die Wahl aus einem von zwei Helden, die ihr in Third-Person-Perspektive durch klar abgesteckte Karten manövriert. Das Ziel: Eine mystische Energiequelle beschützen, den sogenannten Kern. Denn im Grunde ist Orcs Must Die! 3 ein waschechtes Tower-Defense-Spiel, gespickt mit Action-Einschlag.

Bevor ihr euch also daran macht, die Orkmeute, welche sich durch verschiedene Tore innerhalb jedes Levels unbeirrbar auf den Weg zum Kern macht, zu dezimieren, müsst ihr Vorbereitungen treffen. Hier zeigt sich der offiziell dritte Teil der Reihe recht konservativ, denn allzu viele neue Fallen, Werkzeuge und Waffen habt ihr im Vergleich zum Vorgänger nicht zur Auswahl. Nachdem ihr Türme, Lavaböden und andere tödliche Anti-Ork-Werkzeuge installiert habt, macht sich Welle um Welle der grünhäutigen Eindringlinge auf den Weg. Anders als bei herkömmlichen Tower-Defense-Spielen ist dann jedoch nicht warten angesagt.

Google Stadia: Orcs Must Die! 3 verfolgt das spaßige Multiplayer-Konzept der Reihe weiter

Stattdessen stürzt ihr euch der Meute mit Bogen, Stab, Schwert und allerlei anderen Waffen entgegen, während ihr verdiente Münzen einsetzt, um die Befestigungen weiter zu stärken. Apropos Befestigungen: Die wohl größte Neuerung in Orcs Must Die! 3 sind die sogenannten Kriegsszenarien, in denen ihr mit weitaus mehr Gegnern konfrontiert werdet und besondere Verteidigungswaffen aufstellen dürft, die eine gern gesehen Abwechslung zum klassischen TD-Alltag darstellen. Die Story bleibt dabei jedoch nur schmückendes Beiwerk und dümpelt mit einem Augenzwinkern nebenher.

Fazit: Orcs Must Die! 3 ist vor allem eins: Der perfekte Koop-Spaß für Zwischendurch. Die Mischung aus Tower-Defense und actiongeladenem Ork-Schlachtfest in Third-Person-Perspektive hat sich seit Teil Eins kaum weiterentwickelt, macht kurioserweise aber trotzdem fast alles richtig. Auf Google Stadia können Freunde in Sekundenschneller einer Runde beitreten und so ist die Kampagne innerhalb eines Abends locker zu schaffen. Auf ganz Mutige wartet dann noch ein Endlosmodus – nicht mehr und nicht weniger. Bietet euch die klassische Tower-Defense-Formel nicht genug Action und grünhäutiges Fantasy-Gesocks steht auf eurer Abschussliste: Dann seid ihr mit Orcs Must Die! 3 auf der sicheren Seite.

8/10

Ingame.de

Google Stadia: Top 5 Indie-Spieletipps im Kurztest – GYLT

Deutlich weniger grobschlächtig geht es in GYLT zu. Als einer der exklusiven Launch-Titel von Google Stadia hatte das tiefschürfende Adventure zum Start der Plattform einen schweren Stand. Viele Fans hatten sich AAA-Blockbuster statt einer düsteren Grusel-Erzählung rund um die heiklen Themen Mobbing und Erwachsenwerden gewünscht. Doch genau damit will GYLT die Spieler in seinen Bann ziehen.

Name des SpielsGYLT
Release (Datum der Erstveröffentlichung)19. November 2019
Publisher (Herausgeber)Tequila Works
PlattformGoogle Stadia
EntwicklerTequila Works
GenreAction-Adventure

Dass die Entwickler vom spanischen Studio Tequila Works wissen, wie man persönliche Themen in Videospielen umsetzt, haben sie in der Vergangenheit bereits mehrfach unter Beweis gestellt. Im Test zum 2017 erschienen Rime lobten wir vor allem die Atmosphäre des Spiels. Und die ist auch in GYLT wieder einer der größten Pluspunkte. Ihr schlüpft in die Rolle der kleinen Sally, die auf der Suche nach ihrer verschollenen Cousine Emily ihre scheinbar verlassene Heimatstadt durchkämmt.

Insbesondere die Schule der beiden spielt eine zentrale Rolle in der knapp sieben Stunden andauernden Odysee des Mädchens. Doch was wäre eine Odyssee ohne Hindernisse, die es zu überwinden gilt. Die kommen in GYLT in Form von gruseligen Schattenwesen ins Spiel, denen Sally auf ihrer verzweifelten Suche hilflos ausgeliefert ist. Nur mit eurer Taschenlampe bewaffnet, schleicht ihr euch also durch Klassenzimmer, endlose Flure und Kellergewölbe, immer bereit, im nächsten Moment von einem Monster gejagt zu werden. Klassische Kämpfe gibt es in GYLT nicht. Stattdessen wechseln sich Schleich- und Rätselpassagen ab.

Google Stadia: GYLT ist nicht nur Launch-Titel, sondern auch exklusiv auf der Plattform verfügbar.

Fazit: GYLT ist dabei sicher kein vollwertiges Horror-Spiel, doch die trostlose und verlassene Atmosphäre der Kleinstadt, in Kombination mit allerlei fratzenhaften Gestalten, hat das Potenzial für kribbelnden Grusel. Der wird nur dadurch verstärkt, dass sich hinter der Suche nach Emily eine sensible Thematik verbirgt: Das Thema Mobbing ist eine der Triebfedern von GYLT und wird auf wunderbar subtile Art in die Geschichte eingeflochten. Der starke Soundtrack und plastische Artstyle, welcher schon fast an Pixar erinnert, tun ihr Übriges.

8.5/10

Ingame.de

Google Stadia: Top 5 Indie-Spieletipps im Kurztest – Get Packed

Wer gedacht hat, die Multiplayer-Action von Orcs Must Die! 3 wäre herrlich übertrieben, hat Get Packed noch nicht gesehen. Das abstruse Umzugs-Abenteuer von Entwickler Moonshine Studios ist die Stadia-exklusive Antwort auf den Mehrspieler-Hit Overcooked und weckt dabei spielerisch Erinnerungen an das chaotische Kampfspektakel Gang Beasts. Statt sich jedoch beim Burger-Braten gegenseitig auf den Füßen zu stehen, kommt man sich in Get Packed beim Entrümpeln der eigenen Bude in die Quere – ein Fest im Couch-Koop!

Name des SpielsGet Packed!
Release (Datum der Erstveröffentlichung)28. April 2020
Publisher (Herausgeber)Coatsink
PlattformGoogle Stadia
EntwicklerMoonshine Studios
GenreKoop, Multiplayer, Action-Adventure

Das Spielprinzip von Get Packed ist simpel wie genial: Ein böser Großkonzern hat eure komplette Heimatstadt aufgekauft und schmeißt nun die ortsansässigen Bürger reihenweise aus ihren Häusern – die perfekten Voraussetzungen, um kurzerhand ein Umzugsunternehmen zu gründen. Als frischgebackener Transportguru müsst ihr nun in Vogelperspektive Häuser entrümpeln und Objekte von einem Ort zum nächsten bringen. Ein recht unspektakuläres Unterfangen, gäbe es dabei nicht drei große Hindernisse zu überwinden.

Zum einen ist der Weg zwischen der zu entrümpelnden Wohnung und eurem Umzugswagen in der Regel gespickt mit vorbeifahrenden Autos, wütenden Nachbarn oder schlimmeren Unwegbarkeiten, zum anderen habt ihr in jedem Level mit einer Zeitbegrenzung zu kämpfen. Schafft ihr es in der vorgegebenen Zeit nicht, einen gewissen Wert an Gegenständen zu verschicken, heißt es Game Over. Das dritte und wohl größte Hindernis von Get Packed ist allerdings die ganz bewusst unkontrollierbare Steuerung eurer Spielfigur.

Google Stadia: Get Packed tritt als irres Koop-Spiel in die Fußstapfen von Overcooked.

Die Spielphysik erinnert stark an das wabbelige Gang Beasts und sorgt dafür, dass ihr beim Umzug Betten, Schränke, Fernseher und anderen Krimskrams durch die Bude schleift als stünde der Sperrmülltransporter am ersten des Monats schon vor der Tür. Doch genau darin liegt auch der grenzenlose Spaß von Get Packed. Selbst ohne Mitspieler macht das Taktieren, welche Gegenstände man aus dem Haus schleppt und wie man sie möglichst sicher von A nach B transportiert, eine Heidenlaune. Doch sobald mehrere Möbelpacker am Werk sind, ist das Chaos perfekt.

Fazit: Denkt an die fünf schlimmsten Umzugserinnerungen eures Leben und ihr könnt euch das Chaos beim Spielen von Get Packed in etwa vorstellen. Der irrwitzige Koop-Spaß erinnert in Grundzügen an Overcooked und macht mindestens genauso viel Laune. Wer auf eine präzise Steuerung abfährt, hat den Transporter hier definitiv an der falschen Adresse geparkt. Stattdessen steht wahnwitziges Gameplay ganz oben auf der Packing-Order – und das sowohl im Koop mit euren Kumpels als auch im Versus-Modus gegen befreundete Umzugs-Muffel.

Besonders praktisch: Get Packed ist wie geschaffen für das neue Click Play-Feature von Google Stadia. Damit könnt ihr an einer beliebigen Stelle des Spiels einen Link generieren, den ihr anschließend an Freunde, Verwandte oder verhasste Nachbarn schicken könnt. Mit dem Link kann die andere Person, sofern sie ein Stadia-Abo hat, sofort ins Spiel einsteigen und sogar an genau der gleichen Stelle wie ihr dazustoßen oder das Level nachspielen. Besonders bei Streamern auf Twitch, YouTube und Co. ein Feature mit Zukunft. Click Play ist jedoch nur eine von vielen während der letzten Connect präsentierten Neuheiten für Google Stadia.

8.5/10

Ingame.de

Google Stadia: Top 5 Indie-Spieletipps im Kurztest – Crayta

Crayta als ein einziges Spiel einem Kurztest zu unterziehen ist im Grunde ein Ding der Unmöglichkeit. Denn bei dem Titel von United 2 Games Unlimited handelt es sich gar nicht um ein Spiel im engeren Sinne, sondern vielmehr einen Baukasten, um eigene Spiele zu erschaffen. Bei dem einen oder anderen schwirrt jetzt sicher der Begriff „Dreams" im Oberstübchen umher und das aus gutem Grund. Was Sony für die PS4 ist, ist Crayta für Google Stadia: ein interaktiver Community-Treffpunkt, wo sich kreative Spieler zusammenfinden, um neue Spiele für die Plattform zu erschaffen und sie mit der Welt zu teilen.

Name des SpielsCrayta
Release (Datum der Erstveröffentlichung)1. Juli 2020
Publisher (Herausgeber)Unit 2 Games Limited
PlattformGoogle Stadia
EntwicklerUnit 2 Games Limited
GenreSandbox, Kreativ-Baukasten, Multiplayer

Wie gut das funktioniert, konnten wir nach dem Release am 01. Juli feststellen. Bevor man sich im Kreativ-Baukasten von Google jedoch austoben kann, muss zunächst ein Avatar für die Welt von Crayta erstellt werden. Die Auswahl fällt recht klein aus, dafür kann man direkt nach dem Erstellen ins erste Spiel springen, ohne sich zuvor mit den Feinheiten des Editors zu befassen. Hier hat Crayta zunächst die Nase vorn im Vergleich zu Dreams von Sony oder beispielsweise dem Super Mario Maker von Nintendo. In einer Art Hubwelt werden die beliebtesten Community-Kreationen ausgestellt und laden direkt zum Ausprobieren ein.

Grafisch müsst ihr dabei allerdings kleine Abstriche machen, denn die Cloud-Streaming-Technologie kommt auch heute nicht gänzlich ohne kleinere Wehwehchen aus. So kommt es in Crayta immer wieder zu kleineren Einbrüchen der Auflösung, sodass gewisse Elemente wie Landschaftsobjekte, Waffen oder Spielernamen kurzfristig unscharf erschienen. Doch grafische Power ist ohnehin nicht das Hauptelement, auf das der interaktive Baukasten von Google aus Mountain View, Kalifornien, setzt. Stattdessen steht die Vielzahl der Genres und spielerischen Prototypen ganz oben auf der Liste von Crayta.

Google Stadia: Crayta ist ein interaktiver Baukasten für kreative Köpfe

Denn vom Ego-Shooter über Zielübungen bis hin zum Takeshi's Castle-ähnlichen Hindernisparkour könnt ihr als kreativer Kopf in Crayta so gut wie alles erschaffen. Auch wenn dem Spiel bislang in Sachen professioneller Aufmachung und Nutzerführung noch etwas an Feinschliff fehlt, sind die Möglichkeiten der Gestaltung enorm groß. Im Kreativ-Modus könnt ihr eigene Spiele direkt mit dem eigenen Avatar bearbeiten, mithilfe einer Drohne die Feinheiten abstimmen oder im Experten-Modus ins letzte Detail gehen. Selbst Scripts bietet Crayta rund einen Monat nach Release bereits an.

Fazit: Aktuell ist Crayta noch ein Rohdiamant, der bei der Präsentation derzeit nicht mit Dreams und Co. mithalten kann. Die technischen und kreativen Möglichkeiten des Google-Baukastens sind jedoch schon jetzt ausgefeilt und lassen kaum Wünsche offen. Mithilfe eines Links könnt ihr in Sekundenschnelle an Projekten von Freunden mitarbeiten und ihre neuesten Kreationen direkt ausprobieren. Bleibt nur zu hoffen, dass Crayta auch in Zukunft eine stabile und aktive Basis an Spielern behält, denn die ist schließlich der Kern eines jeden Spiele-Editors

7/10

Ingame.de

Google Stadia: Top 5 Indie-Spieletipps im Kurztest – Lost Words: Beyond the Page

Das letzte Spiel auf unserer Liste der Google Stadia Geheimfavoriten ist auch unsere ganz persönliches Highlight in dieser Aufstellung. Denn Lost Words: Beyond the Page ist – und darauf gibt's die ingame-Garantie – wie kein Spiel, das ihr je zuvor gezockt habt. Entwickler Sketchbook Games macht seinem Namen alle Ehre, denn in Lost Words spielt ihr euch Kapitel für Kapitel durch das Tagebuch der jungen Hobby-Schriftstellerin Izzy – und das buchstäblich im doppelten Sinne. Euch erwartet eine Hommage an das Schreiben und was es heißt, eine Geschichte zu erzählen.

Name des SpielsLost Words: Beyond the Page
Release (Datum der Erstveröffentlichung)27. März 2020
Publisher (Herausgeber)Modus Games
PlattformGoogle Stadia, Nintendo Switch, PlayStation 4, Xbox One, PC
EntwicklerSketchbook Games Limited
GenreAdventure, Plattformer

Dabei ist vor allem das Gameplay alles andere als konventionell. Am Anfang von Lost Words: Beyond the Page habt ihr ein leeres Tagebuch vor euch. Plötzlich erschient die Figur eines kleinen Mädchens, das damit beginnt, Satz für Satz zu schildern, dass sie eines Tages gern Schriftstellerin werden möchte. Dieses kleine Mädchen ist Izzy, gleichsam Heldin, Erzählerin und Kritikerin ihrer eigenen Geschichte. Der Clou: Während Izzy davon erzählt, dass ihre Großmutter sie zum Schreiben brachte, hüpfen, taumeln und fallen wir in 2D-Plattformer-Manier über die Seiten ihres Tagebuchs, die sich Buchstabe für Buchstabe mit Leben füllen.

Was im ersten Moment nicht besonders beeindruckend klingt, entpuppt sich jedoch schnell als großer Gameplay-Kniff von Lost Words, denn während Izzy damit kämpft, die richtigen Worte zu finden oder sich an bestimmte Aphorismen ihrer Großmutter zu erinnern, müssen wir diese Herausforderungen spielerisch bewältigen, indem wir ihre chaotischen Wortfetzen neu ordnen und uns somit einen neuen Weg durch das Tagebuch bahnen. So durchleben wir die emotionale Reise von Izzy, welche mit einem tragischen Verlust konfrontiert wird, auf ganz besondere Art und Weise – durch die zwischen ihren wohl gewählten Worten hindurchschimmernde Gefühlswelt.

Google Stadia: Lost Words: Beyond the Page ist eine Hommage an das Geschichten-Erzählen

Eingebettet in diese Rahmenhandlung sind kleinere Abenteuergeschichten, in die sich das kleine Mädchen hineinphantasiert, um die Situation im echten Leben zu verarbeiten. Im Zentrum davon steht die Fantasy-Welt Estoria, in der wir uns über knapp sechs Stunden Spielzeit mit Drachen, Flaschengeistern und allerlei anderen Kreaturen herumschlagen müssen. Dafür verlassen wir immer wieder das Tagebuch und finden uns schließlich in einer wunderschön animierten Spielwelt wieder, die von einem herzzerreißenden Soundtrack unterlegt wird. Hier wird Lost Words dann wieder zu einem Plattformer, der nicht besonders anspruchsvoll, aber liebevoll gestaltet ist. Statt neue Skills freizuschalten, erlernt Izzy beispielsweise magische Worte, dank derer sie mit der Spielwelt interagieren kann.

Fazit: Lost Words: Beyond the Page erzählt eine simple, aber hochemotionale Geschichte auf eine Art und Weise wie es noch kaum ein Videospiel zuvor getan hat. Sketchbook Games befördert den kreativen Schaffensprozess der jungen Izzy kurzerhand zum grundlegenden Spielelement und lässt uns die Trauer, Wut und Fassungslosigkeit der Heldin genau dort spüren, wo es am meisten wehtut: in ihren bis in die letzte Silbe durchchoreographierten Worten. Lost Words ist kein optisches Meisterwerk und auch in seinen Plattformer-Wurzen höchstens Mittelmaß. Die deutsche Lokalisation ist ebenfalls nicht zu empfehlen. Wie Geschichte, Gameplay und Atmosphäre aber miteinander verflochten werden, ist eine Offenbarung für jeden, der das geschriebene Wort liebt.

9/10

Ingame.de

Rubriklistenbild: © Google Stadia

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