Raytracing und Co: Mit welchem Setup holt ihr das Beste aus eurer RTX 2080 Ti?

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Nvidia bringt eine neue Technik auf den Markt, die alles zuvor Dagewesene übertreffen und die Spielegrafik und damit auch das Spieleerlebnis verändert wird. Doch was hat es überhaupt mit diesem Raytracing und der neuen Kantenglättung (DLSS) auf sich? Und was muss ich beim Aufbau eines Rechners um die neue RTX 2080 Ti beachten. Wir haben uns mal drangesetzt und erzählen euch, was ihr beachten solltet und wie teuer der Spaß werden könnte.

Raytracing

Raytracing bedeutet auf Deutsch nichts Anderes als Strahlenverfolgung. Sprich: Wo fällt das Licht hin und vor allem wo nicht. Technisch wird das Ganze mit Verdeckungsberechnungen realisiert. Eine Verdeckungsberechnung überprüft die Sichtbarkeit eines dreidimensionalen Objekts von einem bestimmten Punkt aus. Diese Berechnungen haben sich mittlerweile extrem weiterentwickelt und finden vor allem in der Computergrafik ihren Einsatz. Verwendet wird Raytracing vor allem bei 3D-Szenen und Lichtstrahlen in Filmen und Spielen.

Realtime-Raytracing

Das Realtime-Raytracing gilt als sehr zeitintensiv. In Milli-Sekunden wird der genaue Licht- und Schattenfall berechnet. Dafür wird eine hohe Leistung des Computers benötigt, um diese Technik konstant und in guter Qualität wiederzugeben. Viele Neuerscheinungen in der Spiele-Branche unterstützen bereits die neue Raytracing Technologie von GeForce. Hier kein kurzer Überblick:

  • Assetto Corsa Competizione (Kunos Simulazioni/505 Games)
  • Atomic Heart (Mundfish)
  • Battlefield V (EA/DICE)
  • Control (Remedy Entertainment/505 Games)
  • Enlisted (Gaijin Entertainment/Darkflow Software)
  • Justice (NetEase)
  • JX3 (Kingsoft)
  • MechWarrior 5: Mercenaries (Piranha Games)
  • Metro Exodus (4A Games)
  • ProjectDH (Nexon’s devCAT Studio)
  • Shadow of the Tomb Raider (Square Enix/Eidos-Montréal/Crystal Dynamics/Nixxes)

Shadow_of_the_Tomb_Raider

Deep Learning Super-Sampling (DLSS)

Neben Realtime-Raytracing bringen die neuen GeForce Grafikkarten eine weitere brandaktuelle Technik mit sich: Deep Learining Super-Sampling (DLSS). Diese Technik verfeinert die Kantenglättung und trägt somit zur Grafikoptimierung bei. Diese Technik ist keine Neuentwicklung, lediglich eine Ausarbeitung der bereits vorhandenen Funktionen. Folgende Spiele werden die DLSS-Technik unterstützen:

  • Ark: Survival Evolved (Studio Wildcard)
  • Atomic Heart (Mundfish)
  • Darksiders III (Gunfire Games/THQ Nordic)
  • Dauntless (Phoenix Labs)
  • Deliver Us The Moon: Fortuna (KeokeN Interactive)
  • Fear the Wolves (Vostok Games/Focus Home Interactive)
  • Final Fantasy XV (Square Enix)
  • Fractured Lands (Unbroken Studios)
  • Hellblade: Senua’s Sacrifice (Ninja Theory)
  • Hitman 2 (IO Interactive/Warner Bros.)
  • Islands of Nyne (Define Human Studios)
  • Justice (NetEase)
  • JX3 (Kingsoft)
  • KINETIK (Hero Machine Studios)
  • Mechwarrior 5: Mercenaries (Piranha Games)
  • Outpost Zero (Symmetric Games/tinyBuild Games)
  • Overkill’s The Walking Dead (Overkill Software/Starbreeze Studios)
  • PlayerUnknown’s Battlegrounds (PUBG Corp.)
  • Remnant: From the Ashes (Arc Games)
  • SCUM (Gamepires/Devolver Digital)
  • Serious Sam 4: Planet Badass (Croteam/Devolver Digital)
  • Shadow of the Tomb Raider (Square Enix/Eidos-Montréal/Crystal Dynamics/Nixxes)
  • Stormdivers (Housemarque)
  • The Forge Arena (Freezing Raccoon Studios)
  • We Happy Few (Compulsion Games / Gearbox)

Ein Rechner rund um die RTX 2080 Ti

Welche Voraussetzungen braucht ein Rechner eigentlich, um mit der RTX 2080 Ti fertig zu werden? Wir klären euch vom Gehäuse bis hin zur Festplatte auf, was ihr berücksichtigen solltet.

Das Gehäuse

Die RTX 2080 Ti ist insgesamt 266,57 mm lang und 115,7 mm hoch. Für die Breite müsst ihr zwei Steckplätze einplanen. Berücksichtigt man alle Bestandteile des Setups, sollte man in jedem Fall viel Platz einplanen, um eventuell nachzurüsten oder das Kühlsystem zu erweitern. Wir haben uns deswegen für das PHANTEKS Enthoo Evolv X Gehäuse entschieden. Das gute Stück gibt es in drei verschiedenen Farbvarianten. In dem geräumigen Gehäuse finden Grafikarten von einer Länge bis zu 435 mm bequem vertikal und horizontal Platz. Die drei Slotblenden, die die Hersteller für die Grafikkarte eingeplant haben, decken die zwei benötigten Plätze somit ab und lassen euch noch ein bisschen Spielraum. Weitere Features sind die integrierte, digitale RGB-LED-Beleuchtung, Platz für bis zu neun SSDs und zehn Festplatten sowie die Möglichkeit, zwei Rechner in einem Gehäuse zu verbauen. Bei der Lieferung sind bereits zwei PH-F140MP 3-Pin-Lüfter auf der Front- und ein Lüfter auf der Rückseite vormontiert.

Die Kühlung

Die Kühlung ist bei jedem Rechner das A und O. Wir empfehlen für das geplante Setup die Rajintek AiO Orcus 280 Rainbow. Die Orcus ist ein wartungsfreies und vorgefülltes Wasserkühlungssystem, das sich relativ einfach auch von Neulingen installieren lässt. Für den Verbau braucht ihr insgesamt zwei 140 mm-Slots. Wichtig dabei: Der flache Kühler muss direkt an der CPU sitzen. Mit seinem 28 mm Radiator bringt dieses System eine starke und vor allem leise Kühlleistung mit sich. Der Kühlkörper ist mit adressierbarer RGB- Beleuchtung ausgestattet, somit bringt das System auch einen optischen Aspekt mit sich. Insgesamt verbraucht die Orcus 1,8 Watt ± 10 %.

Der Prozessor

Eine starke Grafik braucht auch einen starken Prozessor. Der i7-8700K 6-Core 3.7 GHz wäre rein technisch gesehen die beste Partie für die RTX 2080 Ti, schlechter darf euer Prozessor auch nicht sein. Wenn ihr euch zukunftsorientiert ausstatten wollt, raten wir zu einem i9-7900X 4,7 GHz aus dem Hause der8auer. Diese CPU läuft regulär mit einer Frequenz von 4,3 GHz. Ihr könnt das Ganze durch Overclocking allerdings auf 4,7 GHz erhöhen für alle zehn Kerne. Der Prozessor setzt eine Sockel-Kompatibilität von LGA 2066 voraus. Mehr dazu unter dem nächsten Punkt.

Das Motherboard

Bei der Wahl des Motherboards müsst ihr euch grundsätzlich zuerst an der Sockel-Kompatibilität des Prozessors orientieren. Für unseren i9-7900X empfiehlt sich, auch auf die erweiterten Ausstattungen wie einen X299 Chipsatz zu achten. Aus diesem Grund haben wir uns für ein X299E-ITX/ac von As Rock entschieden. Das Mainboard im ITX-Format ist auf extreme Belastung ausgelegt und verfügt zudem noch über die Möglichkeit, mehrere interne Anbindungen gleichzeitig zu nutzen. Hier die technischen Details im Überblick:

  • 1× PCIe (3.0) x16 (1× x16 / 2× x8 mit optionaler Reiser-Karte)
  • 2× USB 3.1 Gen2 (1× Typ-C / 1× Typ-A)
  • 5× USB 3.1 Gen1 (4× Typ-A / 1× Typ-A intern), 2× USB 2.0 (Typ-A intern)
  • 3× M.2 (2x PCIe 3.0 x4, 1x PCIe 3.0 oder x4/SATA 6G), 6× SATA 6G
  • 4× SO-DIMM-Slots für DDR4-RAM (max. 64 GB mit 28 bzw. 44 Lane CPU)
  • Integriertes ac-WLAN-Modul mit MIMO und Bluetooth 4.2/3.0
  • ASRock RGB LED Beleuchtung

Der RAM

Das Ballistix Tactical Tracer RGB, DDR4-3000, CL16 bietet mit 16 GB ausreichend Arbeitsspeicher mit gutem Preis-Leistungs-Verhältnis. Die Referenzspannung beträgt nur ca. 1,2 V und ist somit effizienter als die meisten anderen Speicher. Insgesamt braucht ihr nur zwei Steckplätze, das lässt Möglichkeiten zum Nachrüsten offen.

Die Festplatte

 

Die SATA 6G, Intellipower, 3,5 Zoll – 3 TB ist für den Dauerbetrieb ausgelegt. Mit 64 MB Cache bieten die Platten der Red-Serie mehr als ausreichend Reserven für diesen Zweck. Die SATA 6G bietet darüber hinaus noch eine hohe Bandbreite und eine ausreichende Schreibgeschwindigkeit von 123 MB/s. Selbstverständlich könnt ihr auch mehrere Festplatten verbauen.

Zusätzlich zu dieser Festplatte würden wir noch eine weitere MX500 2,5 Zoll SSD, SATA 6G in das Setup integrieren, um nicht nur ausreichend Speicherplatz zur Verfügung zu haben, sondern auch die Ladezeiten eurer Lieblingsspiele auf ein Mindestmaß zu begrenzen.

Das Netzteil

Nachdem wir das fast das ganze Setup zusammengestellt haben, kommt jetzt das eigentliche Herzstück. Ohne Netzteil kein Strom, ohne Strom, kein Gaming. Das richtige Netzteil findet ihr ganz einfach, indem ihr einen der vielen Netzteilkalkulatoren im Internet nutzt. Unser Setup benötigt circa 568 Watt. Um das Netzteil nicht auf dauerhafter Volllast laufen zu lassen, haben wir uns für ein 850 Watt Netzteil von Kolink entschieden. Das Platinum Netzteil verfügt über eine mitgelieferte Kaltgeräteleitung. Für die Grafikkarte ist ein 6+2-Pin-PCle-Stecker bereitgestellt, damit ist die Spannungsversorgung für die RTX 2080 Ti mit ausreichend Saft und mit den passenden Anschlüssen gegeben. Das Netzteil aus dem Hause Kolink verfügt darüber hinaus über das 80-Plus-Platinum-Label. Damit zählt es in seiner Watt-Klasse zu den besten Netzteilen in Sachen Effizienz und Wirkungsgrad.

Was kostet der Spaß?

Für ein Setup rund um die neue GeForce RTX 2080 Ti müsst ihr schon etwas tiefer in die Tasche greifen. Das von uns zusammengestellte System liegt knapp bei 4.000 Euro. Auf lange Sicht lohnt sich die Investition allerdings, die Hersteller geben zwischen 2 – 8 Jahre Garantie auf die Bestandteile. Hier eine Kostenrechnung in der Übersicht:

  • RTX 2080 Ti: 1.499,00 €
  • PHANTEKS Enthoo Evoly X Gehäuse: 199,90 €
  • Rajintek AiO Orcus 280 Rainbow: 129,90 €
  • i9-7900X 4,7 GHz: 1.299,90 €
  • X299E-ITX/ac: 419,90 €
  • Ballistix Tactical Tracer RGB, DDR4-3000, CL16 – 16 GB: 219,99 €
  • SATA 6G, Intellipower, 3,5 Zoll – 3 TB: 99,90 €
  • MX500 2,5 Zoll SSD, SATA 6G: 169,90 €
  • Kolink Continumm 80 Plus Platinum Netzteil – 850 Watt: 124,99 Euro

Summe: 4.063,48 €

Wollt ihr euch einige Zeit und etwas Geld sparen, könnt ihr euch auf Seiten wie Caseking.de schon vorgefertigte Setups bestellen. Die Preisspanne liegt zwischen 2799,99€ bis hin zu 10099,90€ So ist für jeden Geldbeutel dabei. Selbst die günstigste Ausführung das King Mod Systems Heimspiel „Powered by MSI“, Intel i7-8700K, RTX 2080 Ti ist auf jeden Fall sein Geld wert und kann mit überdurchschnittlicher Leistung überzeugen.

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