Sherlock: Neue Krimi-Reihe im Hosentaschenformat

Sherlock: Detektivkrimi für die Hosentasche

Derzeit gibt es wieder eine richtige Flut an Brettspielen, die sich um spannende Detektivgeschichten ranken. Das Lösen von knackigen Rätseln ist auch im Jahr 2019 ziemlich en vogue. Zahlreiche Verlage sind auf den Krimi-Zug aufgesprungen und veröffentlichen ihre eigene Rätselknacker-Reihe. Mit von der Partie ist auch der hessische Verlag Abacusspiele. Dort hat man sich aber offensichtlich darauf verständigt, dass ein Detektivspiel keineswegs epische Ausmaße annehmen muss, sondern durchaus auch als Hosentaschenformat funktionieren kann. Nach den Rätselgeschichten der Deckscape-Reihe bringen die Hessen nun mit Sherlock eine neue Serie in den Handel. Erneut zeichnet sich das Spiel durch sein handliches Format aus, verfolgt spielerisch aber einen anderen Ansatz als Deckscape.

Für Krimi-Fans hat Abacusspiele direkt drei Episoden von Sherlock veröffentlicht. Jedes Spiel kommt in der Tat erstaunlich kompakt daher. Gerade mal etwas mehr als 30 Karten, dazu ein kleines Faltblatt mit den Regeln, mehr braucht es nicht, um einen Fall in Sherlock zu spielen. Jeden Fall spielt ihr kooperativ, indem ihr gemeinsam versucht, die im Hintergrund laufenden Geschehnisse zu ermitteln. Bis zu acht Detektive können an einem Fall gleichzeitig arbeiten. Es gibt sogar einen Solomodus, bei dem es ein paar leicht abgeänderte Regeln gibt.

Kleine Story-Fetzen zusammenfügen

Bevor ihr euch intensiv mit dem Fall beschäftigt, erhaltet ihr noch einen kurzen geschichtlichen Einstieg. Dabei handelt es sich lediglich um einen kleinen Text, der den Vorfall grob skizziert. Beim vorliegenden Demospiel mit dem Titel „Verbleib unbekannt“ erhaltet ihr die Aufzeichnung eines Anrufs bei der Notrufzentrale. Dort schildert die Anruferin Nuria, dass in ihre Wohnung eingebrochen wurde. Das Gespräch beinhaltet lediglich noch ein paar knappe Informationen, die von der Notrufzentrale im Telefonat abgefragt wurden. Mit diesen paar Informationshäppchen werdet ihr direkt ins Spiel geschleudert.

 

Jeder Detektiv wird jetzt noch mit drei Handkarten ausgerüstet, dann seid ihr ziemlich auf euch allein gestellt. Auf den Spielkarten befinden sich kleine Story-Fetzen, die möglicherweise einen Teil zur Aufklärung des Falls beitragen können. Dies können Bilder der Protagonisten sein, ein Mitschnitt eines Telefonats, eine SMS oder auch der Bericht eines Augenzeugen. Da ihr nur mit sehr spärlichen Informationen an die Sache herangehen könnt, lässt sich nur schwer abschätzen, welche Indizien tatsächlich relevant für die Aufklärung des Vorfalls sind.

Ein Spiel mit Aha-Effekten

Seid ihr am Zug, habt ihr genau zwei Optionen. Entweder ihr legt eine Handkarte offen vor euch aus. Der Text kann nun den anderen Detektiven vorgelesen werden, sodass alle Ermittler auf dem gleichen Stand sind. Die Informationen auf der Karte sind nun für alle einsehbar. Ihr könnt die ausliegenden Karten jederzeit wieder hervorholen, wenn ihr bestimmte Details noch einmal nachlesen möchtet.

Die zweite Möglichkeit besteht darin, eine Karte von der Hand einfach abzulegen und damit aus dem Spiel zu nehmen. Ihr dürft dabei euren Mitstreitern nicht verraten, welche Information die Karte für euch bereithält. Diese Details bleiben für alle anderen nun erst einmal verborgen. Leider seid ihr hin und wieder gezwungen, Karten auf diese Art und Weise abzulegen. Mindestens sechs Karten müssen am Spielende auf diesem endgültigen Ablagestapel landen. Andernfalls habt ihr das Spiel leider verloren und die Detektivarbeit gründlich in den Sand gesetzt.

Relevant oder nicht?

Der Kartenstapel birgt ziemlich viele Hinweise, die euch tatsächlich langsam auf die richtige Fährte locken. Mit jeder ausgelegten Karte lichtet sich der rätselhafte Nebel wieder ein kleines Stück. Einige Informationen im Spiel sind für die Aufklärung des Falls aber vollkommen irrelevant. Es handelt sich dabei zwar nicht um Falschinformationen, sie bringen euch in eurer Arbeit allerdings keinen Millimeter weiter voran.

Solche Karten solltet ihr nach Möglichkeit direkt aussortieren und zu den Akten legen. Denn am Spielende bringen euch ausgespielte Karten, die in keinem direkten Bezug zum Fall stehen, Minuspunkte ein. Gerade zu Beginn des Spiels ist es natürlich schwer zu entscheiden, welche Hinweise von Bedeutung sind und welche euch eher in die Irre führen. Ihr solltet also besser möglichst bald die richtigen Schlüsse ziehen, um eine Vielzahl von Minuspunkten zu vermeiden.

Die große Auflösung

Am Ende eines jeden Zuges zieht ihr eine neue Karte vom Nachziehstapel, bevor ihr die Leitung der Ermittlung an euren Kollegen übergebt. Die Recherchen enden erst, wenn ihr den kompletten Kartenstapel beackert habt. Vor euch liegt nun eine Auslage mit etwas mehr als zwanzig Karten. Die dort beinhalteten Informationen müsst ihr spätestens jetzt zu einem großen Ganzen zusammenfügen. Habt ihr zumindest eine grobe Idee davon, was sich in diesem Fall abgespielt hat? Dann dürft ihr jetzt den Fragebogen zur Hand nehmen.

Nach dem Multiple-Choice-Prinzip arbeitet ihr euch jetzt durch zehn Fragen. Wenn ihr alle Fragen nach bestem Wissen beantwortet habt, dürft ihr nun die Lösung heranziehen. In dieser lest ihr den detaillierten Ablauf der Vorfälle nach. Dabei erhaltet ihr auch die Nummer der Karte, die euch auf diese Erkenntnis schließen lässt. Nachdem ihr nun über alle Fakten des Falls im Bilde seid, bekommt ihr natürlich auch noch die richtigen Antworten auf die zehn Fragen geliefert.

Abrechnung folgt am Schluss

Für jede korrekte Antwort dürft ihr euch zwei Punkte gutschreiben. Einen Punkt Abzug müsst ihr jedoch pro Karte hinnehmen, die ihr nicht richtig aussortiert haben. Im Promo-Fall „Verbleib unbekannt“ sind 14 Karten enthalten, die keine relevanten Informationen zur Aufklärung des Rätsels enthalten. Für jede dieser Karten, die am Spielende offen vor euch ausliegt, gibt es diesen Punktemalus. Zum Abschluss gibt es noch eine Bewertung. Je nach Punktestand werdet ihr mit einer bekannten Figur aus dem Sherlock-Holmes-Universum verglichen. Von Inspektor Lestrade arbeitet ihr euch über John Watson, Irene Adler und Mycroft Holmes bis hin zum legendären und namensgebenden Sherlock.

Bei Abacusspiele sind bislang die drei Fälle „Der Fluch der Qhaqya“, „Letzter Aufruf“ und „Tod am 4. Juli“ erhältlich. Dank des geringen Materialumfangs bekommt ihr das Spiel schon zum Schnäppchenpreis, pro Spiel kommt ihr bereits mit schlanken 7€ aus. Alle drei Sherlock-Episoden sind ab sofort verfügbar.

Fazit

Wenn ihr bei eurem Brettspiel-Händler nach Detektiv-Abenteuern Ausschau haltet, hat dieser mit Sicherheit ein breites Angebot an attraktiven Neuheiten für euch bereit. Spiele mit hohem Rätsel- und Knobelanteil sind schwer gefragt. Für jeden Anspruch und auch für jeden Geldbeutel hat die Brettspielwelt den passenden Titel parat. Die neuen Sherlock-Geschichten von Abacusspiele zeichnen sich insbesondere durch das Hosentaschenformat und den kleinen Preis aus. Doch auch inhaltlich haben die Fälle des beliebten britischen Detektivs einiges zu bieten. Die Kriminalgeschichte entblättert sich im laufenden Spiel Stück für Stück.

Manchmal ist es eine einzelne Karte, die den Ermittlern die Augen öffnet und sie auf die richtige Spur führt. Die Geschichte von „Verbleib unbekannt“ ist an sich schlüssig und logisch aufgebaut. Die Informationen auf den Karten führen euch langsam an die Wahrheit heran. Diese Herangehensweise wirkt frisch und unverbraucht. Sherlock spielt sich auch im Solo-Modus gut, auch wenn der kooperative Gedanke dann natürlich verloren geht. Bestehen bleibt bei Sherlock, genau wie bei vielen anderen Detektivspielen, das Problem des nahezu nicht existenten Wiederspielwerts. Jeden Fall könnt ihr im Grunde nur einmal durchspielen. Material muss bei Sherlock jedoch nicht zerstört werden. Wenn ihr eure Abenteuer bestanden habt, könnt ihr das Spiel problemlos an einen Freund weitergeben und gucken, ob er sich besser schlägt als ihr selbst.

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