Streaming: Welche Hardware braucht ihr, um auf Twitch und Co. durchzustarten?

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Twitch und Co.: Mit dieser Hardware legt ihr einen guten Start hin

Dr. Disrespect, Ninja, Imaqtpie oder Gronkh machen es vor: Sie verdienen mit täglichen Livestreams ihren Lebensunterhalt. Je weiter Gaming als Subkultur in die Mitte der Gesellschaft rückt, desto erfolgreicher und beliebter werden auch Streamer, die in der eingeschworenen Live-Community als Helden gefeiert werden. Auch finanziell hat sich einiges getan, denn Streaming ist nicht mehr nur ein Hobby, sondern kann sich zum lukrativen Vollzeitjob entwickeln, wenn man es richtig anstellt. Aber was braucht man eigentlich, um auf Twitch und Co. richtig durchzustarten? In Teil Eins unseres Specials dreht sich alles um die Hardware, mit der ihr euren Zuschauern selbst die anspruchsvollsten Spiele in butterweichen 60FPS präsentiert. Auf in den Green Screen!

Erfolgsgeschichte Twitch.tv und Alternativen

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Was viele nicht wissen: Twitch.tv, die erfolgreichste Plattform für Live-Streaming im Gaming-Bereich, trug nicht immer den eingängigen Namen, den wir heute kennen. Vor dem offiziellen Launch im Juni 2011 nannte sich das Videoportal Justin.tv und gehörte zu den ersten Anbietern, die neben klassischem On-Demand-Content auch Live-Inhalte an ein breites Publikum sendete. Seitdem hat sich jedoch viel getan und spätestens mit der Übernahme durch den Konzernriesen Amazon hat sich Twitch zum Klassenprimus der Streaming-Portale aufgeschwungen. Inzwischen liegt die Plattform auf Platz 12 der meistbesuchten Seiten innerhalb der USA – eine kometenhafte Erfolgsgeschichte!

Damit jedoch nicht genug, denn auch die Zahl der Broadcaster und Zuschauer steigt stetig an. 2015 berichtete der Amazon-Ableger von rund 1,5 Millionen aktiven Streamern und 100 Millionen Zuschauern pro Monat. Innerhalb von zwei Jahren hat die Plattform diese Werte immer konsequent gesteigert. Im Februar 2018 knackte die Menge der Broadcaster sogar die 2-Millionen-Marke, während rund 15 Millionen jeden Tag an ihren Monitoren zusehen. Die Konkurrenz scheint machtlos, aber dennoch gibt es Alternativen für all jene, die sich abseits der breiten Masse eine Nische schaffen möchten. Vor allem im asiatischen Bereich beliebt und spezialisiert auf eSports-Content ist Smashcast.tv, zuvor unter Azubu.tv bekannt. Auch Youtube ist mittlerweile in den Live-Bereich eingestiegen und fokussiert sich mit Youtube Gaming voll und ganz auf Videospiele aller Art. Bei beiden Alternativen fallen jedoch Dinge wie Musik-, bildende Kunst oder Social Eating weg, die Twitch seit Neuestem exklusiv promoted.

Komplettrechner mit Branding

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Vitamin-B hat noch niemandem geschadet. Was für Bewerbungsgespräche, Wohnungsbesichtigungen oder Gewinnspiele gilt, kann auch für den Streamer von morgen nicht verkehrt sein. Warum also nicht die Zugkraft eines beliebten Youtubers oder Streamers nutzen, um der eigenen Marke auf die Sprünge zu helfen? Da als frischgebackener Broadcaster nur schwierig an die Promis der Szene ranzukommen ist, versucht es doch stattdessen mit von ihnen vermarkteter Hardware.

Auch wenn es sich bei LeFloid nicht um einen klassischen Twitch-Streamer handelt, polarisiert der Influencer aus Berlin wie kaum ein anderer. Spätestens sein Interview mit Angela Merkel hat ihn in den Kreis der größten Youtuber Deutschlands gehievt. Dementsprechend gefragt ist auch seine Meinung. Caseking hat sich LeFloid, unter bürgerlichen Namen Florian Mundt, geschnappt und ihn einige Gaming-Rigs nach seinen Vorstellungen zusammenstellen lassen. Logo drauf und fertig ist die leistungsstarke Kiste mit Branding. Die Bahamat – LeFloid Edition zeigt, der Mann weiß Bescheid, wenn es um Gaming-Komponenten geht, denn für 1.149,99€ bekommt ihr mit der Gigabyte GeForce GTX 1060 eine echte Allround-Grafikkarte. Ebenfalls mit an Bord: 16GB DDR4-Ram und eine 120GB SSD.

Auch Flying Uwe, das exzentrische Hamburger Urgestein, tobt sich seit langer Zeit im Netz aus und verfügt nicht nur über eine treue Fangemeinde, sondern auch Wissen im Bereich Hardware. Natürlich kommt für ihn kein Low-Budget-Gerät in Frage. Stattdessen setzt die von ihm zusammengestellte CK Express System Flying Uwe Edition 3.0 auf potente Grafikpower in der Form einer GTX 1070Ti in Kombination mit dem leistungsstarken Intel i7-8700 Prozessor, der beim Schneiden und Bearbeiten der eigenen Stream-Highlights wahre Wunder vollbringt.

Die Internetverbindung

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Wie wir euch im zweiten Teil unseres Specials zeigen werden, hängt die Qualität eines Streams nicht ausschließlich vom Setup ab, auf dem ihr spielt. Vielmehr spielen externe Faktoren wie Persönlichkeit, Auftreten und Interaktion mit dem Publikum eine große Rolle. Aber auch die Internetanbindung gehört ohne Zweifel zu den einflussreichsten Elementen eines Broadcasts. Ohne die nötige Uploadrate kommt ein Stream schließlich gar nicht erst zustande.

Außerdem bestimmt der Upload auch die Qualität, mit der ihr an eure Zuschauer sendet. Je höher die Qualität der Ausgabe, desto erfolgreicher ist auch der Stream. Ihr solltet eine Übertragungsrate von mindestens 3MB/s anpeilen, um einen stabilen Broadcast zu garantieren. Die meisten Streamer erreichen diese Grenzen mit Leichtigkeit und liegen mit ihrer Internetanbindung weit über 6MB/s.

Interessant ist in diesem Zusammenhang der Blick in die Zukunft. Mit immer mehr Monitoren in Umlauf, die über WQHD und 4K-Auflösung verfügen, entstehen auch für Streamer größere Hürden, um maximale Qualität zu gewährleisten. Große Streaming-Dienste schaffen es mittlerweile, diese Hindernisse Stück für Stück mithilfe besserer Server-Strukturen zu umschiffen, aufstrebende Streamer sind jedoch weiterhin auf ihren Provider angewiesen.

Zwei Monitore: Pflicht für jeden Streamer

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Mit dem Zweiten sieht man besser – Was für das ZDF gilt, könnte für Streamer nicht weniger wichtig sein. Im Bereich der Fernsehproduktionen werden seit jeher Kontrollmonitore genutzt, um in Livesendungen die eigene Performance zu checken. Ganz ähnlich machen es viele Streamer. Auf dem zweiten Bildschirm verfolgen sie den Twitch-Chat , während das Spielgeschehen und der Streamer selbst über Monitor Eins laufen. Die erste Frage beim Kauf eines Dual-Monitor-Settings sollte deshalb lauten: Wie exzessiv nutze ich meinen zweiten Bildschirm? Alle, die über den Broadcast hinaus ihre Stream-Highlights selbst schneiden wollen, sollten in Bezug auf die Monitore nicht allzu sparsam sein.

Auflösungen wie WQHD (2560 x 1440) und UHD (3840 x 2160) gehören heutzutage zum Standard und helfen nicht nur bei der Arbeit mit dem eigenen Bild, sondern sind besonders für diejenigen interessant, die aktuelle Titel zum Release in bester Qualität streamen möchten. Letztlich spielt natürlich auch die Größe bzw. Bildschirmdiagonale eine Rolle, wenn es darum geht, mehrere Stunden täglich für die Zuschauer präsent zu sein. 24 bis 27 Zoll gehören im Bereich PC-Gaming zu den Bestsellern, nach oben hin sind für den Hausgebrauch allerdings keine Grenzen gesetzt.

Als Streamer sitzt ihr jedoch gemeinhin recht nah vor dem Bildschirm, um Chat, Donations und Co. im Auge zu behalten und solltet, um eure Augen zu schonen, maximal auf einen 27-Zöller zurückgreifen. Unter Stichworten wie Eyesaver, Blaufilter und Nachtmodus findet ihr darüber hinaus einige Möglichkeiten, euren Körper vor Überanstrengung zu schützen. Unsere Empfehlung: Die Optix Serie von MSI. Aktuell bekommt ihr den MSI Optix MPG27CQ, einen Curved-Monitor mit 144 Hz Bildwiederholrate und 1ms Reaktionszeit für solide 639,99€. Mit WQHD-Auflösung und 27 Zoll randloser Bildschirmfläche könnt ihr aktuell nichts falsch machen und seid bestens gerüstet für die nächsten Jahre.

Mikrofon, Headset und Webcam

Ein packendes Spiel, eine unverwechselbare Stimme – Mit diesen zwei Komponenten hat Streaming vor einigen Jahren seinen großen Aufstieg angetreten. Auch wenn heutzutage vermehrt Real-Life-Inhalte übertragen und mithilfe von Kameras visuell ansprechend präsentiert werden, hat sich am Erfolgsrezept nicht allzu viel geändert. Nicht umsonst scheitert ein Großteil der Streams auf Twitch an schlechter Tonqualität. Dementsprechend wichtig ist ein funktionables und hochwertiges Mikrofon. Ihr werdet kaum einen erfolgreichen Streamer erleben, der sich ausschließlich auf das Mikrofon seines Headsets verlässt. Wer durchstarten will, besorgt sich ein externes Mic, das einen Ehrenplatz direkt vor euch bekommen sollte. Zum Ohr-Gasmus fehlt euch anschließend nur noch eine markante Stimme.

Dynamisches Mikro vs. Kondensatormikrofon

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Bevor ihr jedoch zum erstbesten Standmikro greift, solltet ihr euch folgende Frage stellen: Kondensator oder dynamisch? Beide Typen des Aufnahmegeräts haben ihre ganz eigenen Stärken und Schwächen. Dynamische Mikrofone sind vor allem im musikalischen Bereich beliebt, da sie als deutlich robuster und weniger anfällig gegenüber Rückkopplungen gelten. Mehr als eine Tauchspule und einen schützenden Korb findet ihr selten in dynamischen Mikros, was sie unglaublich widerstandsfähig macht. Ihr Einsatzgebiet sind meist Popsongs mit ausgeprägten Mitten oder Bühnenauftritte. Möchtet ihr Twitch mit eurem Gesangstalent erobern, seid ihr mit einem solchen Aufnahmegerät wohl am besten bedient.

Kondensatormikrofone hingegen sind für besonders feine Klangstrukturen bekannt und eignen sich dementsprechend hervorragend für alles, was mit gesprochener Sprache zu tun hat. Das Mikrofon ist die erste Anlaufstelle, wenn es darum geht, zwischen Zuschauer und Streamer eine Beziehung aufzubauen. Redet ihr also viel und laut, dann ist ein gutes Kondensatormikrofon Pflicht. Anders als die dynamische Variante braucht ihr für Mikrofone, die mit Kondensator getrieben werden, in der Regel eine Stromversorgung via Phantomspeisung. Mit dem Mikro selbst ist es in diesem Fall also nicht getan. Um das Ganze an euren Rechner anzuschließen, braucht ihr dazwischen einen Verstärker mit XLR-Port, den ihr wiederum per USB an den PC bringt. Für kleines Geld bekommt ihr mit dem Razer Seiren X ein solides Gerät. Wer etwas tiefer in die Tasche greift, findet beim ASUS Strix Magnus eine kraftvolle Alternative, mit der ihr für lange Zeit arbeiten könnt.

Headset

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Für jeden Gamer ist das richtige Headset ein echtes Ausschlusskriterium. Ganz besonders mit dem Aufkeimen der Battle Royale-Shooter wie PUBG oder Fortnite wurde den Lauschern eine immer größere Bedeutung zuteil. Das präzise, punktgenaue Orten der Gegenspieler kann schließlich den Unterschied zwischen Sieg und Niederlage ausmachen. Dementsprechend sind kräftige Kopfhörer oder im Bestfall Headsets für erfolgsorientierte Streamer das A und O. Wer das Ganze etwas größer denkt und bei populären Twitch-Persönlichkeiten wie Ninja oder Dr. Disrespect genauer hinsieht, stellt darüber hinaus fest: Das Headset stellt die wohl größte Werbefläche für jeden Streamer dar – zumindest wenn man eine Facecam benutzt. Die Lauscher sind so gut wie immer im Bild, prominent platziert und das ganz ohne aufdringlich zu wirken. Man braucht sie schlichtweg. Wollt ihr also richtig durchstarten, hängt von der Wahl des Headsets eine ganze Menge ab.

Bleiben wir allerdings beim praktischen Nutzen der Kopfhörer-Mikrofon-Kombination, gilt es vier Dinge zu beachten. Nur mit der richtigen Leistung (Frequenzbereich, Impedanz, Ausrichtung) holt ihr das Maximum aus eurer Performance heraus. In dieser Hinsicht steht bei uns aktuell das Beyerdynamic MMX 300 der zweiten Generation hoch im Kurs. Für stattliche 300€ erwartet euch kompromisslos sauberer Klang – nicht mehr und nicht weniger. Auch wenn es mit seiner geschlossenen Bauweise nicht ausschließlich für Shooter ausgelegt ist, die vornehmlich von (halb)offenen Kopfhörern profitieren, seid ihr in sämtlichen Bereichen gut dabei. Für den etwas schmaleren Geldbeutel eignen sich auch die ATH-M50X-Kopfhörer in Kombination mit dem AntLion Audio ModMic V5 Dual-Mikrofon. Das dynamische Duo punktet primär in den Bereichen Design und Funktionalität.

Webcam

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Die donnernden Stimmen unserer Lieblingsstreamer zu hören ist einer der großen Vorteile, den uns die Broadcasts liefern. Trotzdem rücken visuelle Inhalte in den vergangenen Jahren immer mehr in den Fokus – sowohl für Streamer als auch Zuschauer. Es geht darum, persönliche Einblicke in das Leben der Twitch-Persönlichkeiten zu erhaschen oder schlicht darum, Reaktionen auf außergewöhnliche Spielsituationen einzufangen. Live-Streaming ermöglicht es, über riesige Distanzen hinweg mit unseren Idolen in Verbindung zu treten, eine Illusion von Nähe zu erschaffen. Der Begriff E-Girl für luftig gekleidete Streamerinnen gilt in der Szene als Beleidigung, ist allerdings nicht mehr und nicht weniger als eine Ausprägung unseres Konsumverhaltens. Es gibt sie, weil die größtenteils männliche Zuschauerschaft sie sehen will – so selten sie es sich auch eingesteht.  Besonders für diejenigen, die also mit ihrem Äußeren punkten bzw. Nähe zum Zuschauer schaffen möchten, ist eine bildstarke Webcam ein wichtiges Werkzeug.

Der Begriff Webcam ist dabei allerdings irreführend, denn nur in seltenen Fällen nutzen Streamer die Kamera, um ihren ganzen Körper in Szene zu setzen. Meist fokussieren sie den Bildausschnitt stattdessen auf ihr Gesicht, um dem Zuschauer das volle Entertainment-Programm ihrer Mimik zu liefern – daher auch das geflügelte Wort Facecam. Drei Faktoren spielen bei der Wahl eurer Streaming-Cam eine große Rolle: Auflösung, Format und Bildrate. Für kleines Geld findet ihr ein riesiges Angebot an Kameras in 720p. Wer den eigenen Broadcast professionell angeht, kommt an FullHD jedoch nicht vorbei. Ähnliches gilt auch für die Bildrate. Die Zeiten von ruckeligen Webcams mit schlappen 15 Bildern pro Sekunde sind glücklicherweise vorbei,  wir Gamer haben uns mittlerweile allerdings so sehr an butterweiche 60FPS gewöhnt, dass uns selbst beim kleinsten Kamerabild keine 30 Bilder pro Sekunde mehr zufrieden stellen.

Im mittleren Preissegment erwartet euch mit der Razer Kiyo ein solides Gerät, das im Bereich bis zu 720p satte 60 Bilder pro Sekunde verspricht. In dieser Hinsicht hebt sich die Webcam kaum von der Konkurrenz ab. Was die kompakte Cam sowohl optisch als auch funktional einzigartig macht ist der integrierte Beleuchtungsring, der euch die Möglichkeit gibt, eure Gesichtszüge optimal auszuleuchten – selbst im dunkelsten Streaming-Keller. Für 70 Euro mehr bekommen Streamer mit der Creative BlasterX Senz3D einige nützliche Funktionen, um die Liveübertragung angenehmer zu gestalten. Mit dabei ist ein Gadget, das es euch erlaubt, euren Hintergrund auszublenden – und das ganz ohne Greenscreen. Ebenfalls witzig: Mit dem Tool VoiceFx verzerrt ihr eure Stimme und erntet somit garantiert einige Lacher.

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