Strom sparen beim Gaming-Setup: So geht’s!

Strom sparen beim Gaming-Setup: So geht’s!-thumbnailSchnell wird der Gaming-Rechner zum Stromfresser. Doch wie viel verbraucht euer Rechner wirklich und worauf sollte man bei der Hardware-Auswahl achten, um Geld zu sparen. Wir haben uns das Ganze genauer angeschaut und zeigen euch, wie ihr euren Stromverbrauch berechnen und Kosten sparen könnt.

Wie funktioniert die Stromverteilung in einem PC?

Schaltet ihr euren PC ein, bekommt das Netzteil Strom und Spannung. Das Netzteil verteilt den Strom und die Spannung auf alle Teile eures Rechners. Die Menge des Stroms und der Spannung ist von Bauteil zu Bauteil unterschiedlich. Multipliziert man Strom und Spannung erhält man die Leistung. Die Leistung wird in Watt angegeben und entscheidet, wie viel ihr am Ende verbraucht.

Das Netzteil versorgt jede Komponente eures Rechners mit Leistung – auch Lüfter, USB, Soundkarten etc.

Zuerst müsst ihr euch die Frage stellen: Was benötigt alles Leistung? Verfügt euer Rechner über eine Wasserkühlung oder extra Beleuchtung, müsst ihr auch das mit einberechnen. Allgemein lässt sich sagen: Jedes noch so kleine Teil in eurem Rechner braucht Leistung. Hier habt ihr eine kurze Liste der größten Stromfresser:

  • Mainboard: ca. 15 – 20 Watt
  • Arbeitsspeicher: DDR3-Riegel: 1,5 Watt, DDR4-Riegel: 1 Watt
  • CPU: ca. 100 bis 200 Watt
  • Grafikkarte: ca. 150 bis 300 Watt
  • Lüfter: ca. 2 Watt
  • Laufwerke und Steckplätze (SSD, Festplatte, optisches Laufwerk): ca. 7 Watt
  • Soundkarte: ca. 7 Watt
  • eventuell zusätzliche Beleuchtung oder auch Wasserkühlung
  • Lautsprecher ohne eigene externe Stromquelle
  • Festplatten: ca. 5 – 10 Watt

Netzteil

Die Wahl des richtigen Netzteils ist entscheidend, damit jede Komponente eures Rechners mit ausreichend Leistung versorgt wird. Eine CPU verbraucht beispielsweise zwischen 100 und 200 Watt, je nach Modell. Eine einfache Grafikkarte übersteigt diesen Wert sogar noch und benötigt circa 150-300 Watt, bei einem Zwei-Kern-System verdoppelt sich der Verbrauch sogar auf über 300 Watt. Euer Netzteil muss diese Werte auch im Zeitraum, in dem eurer Rechner unter voller Belastung läuft, beim Gaming abdecken.

Projekt ingame Benchtable: Arbeitsspeicher (Ballistix Gaming Tactical) und Netzteil (Enermax RevolutionX't II)-Bild3

Je nach Komponenten müsst ihr das passende Netzteil für euer System auswählen: Bei Gaming-PCs liegt der Verbrauch in der Regel zwischen 450 und 600 Watt.

80 Plus-Label

In der Regel gibt euch der Hersteller die Effizienz eures Netzteils mit Hilfe des 80PLUS©-Zertifikats an. Dieses Label garantiert bestimmte Effizienzwerte zu bestimmten Lasten. Wird das Netzteil nur sehr stark oder durchgehend schwach belastet, arbeiten Netzteile weniger effizient. Am effizientesten arbeiten Netzteile bei Auslastungen von 50%-80%. Deshalb garantiert das 80-Plus-Label die Effizienz in drei verschiedenen Auslastungszuständen: 20, 50 und 100 Prozent. Je nach gemessenem Wert werden anschließend die Label vergeben.

Name 20% Last 50% Last 100% Last
Bronze 85% 88% 85%
Silver 87% 90% 87%
Gold 90% 92% 89%
Platinum 92% 94% 90%
Titanium 94% 96% 94%

Viele Anbieter wie Caseking.de geben schon in der Überschrift des Netzteilangebots die entsprechende 80-Plus-Label-Klasse an. Das erleichtert die Suche nach der passenden Stromversorgung unheimlich. Auch Hersteller wie Kolink orientieren sich hauptsächlich an dem 80-Plus-Label, um eine effiziente Stromversorgung sicher zu stellen.

Hersteller wie Kolink werben mit der Effizenz ihrer Netzteile. Hier: Continuum 80PLUS© Platinum Netzteil, modular – 1500 Watt

Augen auf beim Netzteil-Kauf

Bei der Leistungseinschätzung könnt ihr jedoch euch leicht vertun. Viele Nutzer wählen aber auch bewusst Netzteile mit einer größeren Leistung, um noch Upgrademöglichkeiten zu haben. Allerdings bringt es auch nicht zwingend etwas, ein komplett überzogenes Netzteil in euren Rechner zu verbauen (Wir erinnern euch hier an den Abschnitt, indem es um die Effizienz eures Netzteils geht). Falls ihr euch gerade einen neuen Rechner zusammenstellt oder ein passendes Netzteil sucht, solltet ihr einige Punkte beachten:

Produktkennzeichnung „Dauerleistung“: Allgemeine Bezeichnung als maximale Leistung, die ein Netzteil dauerhaft ausgeben kann. Einige Netzteile können zwar 800 Watt ausgeben, jedoch nur ca. 600 Watt auf Dauer liefern.

Produktkennzeichnung „Maximale Leistung“: Maximale Leistung gibt den Wert an, den ein Netzteil unter Belastung aller Ausgänge liefern kann, das bedeutet allerdings nicht, dass es diese Leistung auch durchgehend erbringen kann.

TDP – was ist das?

Wenn ihr spielt wird euer Rechner in der Regel voll ausgelastet. TDP oder „Terminal Design Power“ beschreibt die maximale Leistungsanforderung der Hardware und wird vom Hersteller festgelegt. Bei diesem Wert wird auch die maximale thermische Verlustleistung unter Berücksichtigung der Kühlung mit eingerechnet. Der angegebene Wert liegt meist ein wenig unter dem wirklichen. Wollt ihr berechnen, wie viel Strom euer Rechner wirklich verbraucht, benötigt ihr die TDP-Werte euer Komponenten.

Beispielrechnung

Zuerst müsst ihr herausfinden, welche Leistung die Einzelteile eures PC wirklich haben, falls ihr nicht alles findet, könnt ihr im Notfall auch den Leistungswert des Netzteils benutzen, um grob zu wissen, wie viel euer Rechner kostet. Die Werte dafür findet ihr meistens auf den Hersteller-Seiten, aber auch auf verschiedenen Hardwaretestforen und Seiten stellen einige Werte bereit, an denen ihr euch orientieren könnt. Anschließend müsst ihr euch überlegen, wie lange ihr den Rechner im Durchschnitt am Tag nutzt. Vergesst nicht, Wochenende oder eventuelle Langzeitnutzungen durch neue Games oder Zockernächte mit Freunden zu berücksichtigen. Durch einfaches Multiplizieren könnt ihr so auch einfach euren Jahresverbrauch abschätzen. Den Tarifpreis für kW/h erfahrt ihr auf der Internetseite eures Stromanbieters.

Die Werte setzt ihr dann in diese Formel ein:

Leistung aller Komponenten x Laufzeit x Tarifpreis= Kosten

 

Wir haben das ganze einmal am Beispiel unserer Testbench vorgerechnet:

  • Mainboard: ASRock – Z370 Extreme 4 (95 Watt)
  • CPU und Kühlung: Intel i5-8600K mit ARCTIC Freezer 33 eSports Edition (107 Watt)
  • RAM: 16 GB Ballistix Gaming Tactical (DDR4, 2666, PC4-21300) (7 Watt)
  • GPU: NVIDIA GeFORCE® GTX 1080Ti mit Custom Loop EK Water Blocks von Caseking.de (320 Watt)
  • SSD: 256GB SanDisk SSD (7 Watt)
  • Verschiedene andere Komponenten (40 Watt)

 

Summe der Leistungen: 576 Watt (0,576 kW)

Geschätzte Laufzeit: 7,14 Stunden pro Tag

Tarifpreis: 26,27 Cent/kWh

 

0,576 kW x 7,14 h x 26,27 Cent/kw*h =1,08 Euro

 

 

Tägliche Kosten im Schnitt : 1,08 Euro

Jährliche Kosten im Schnitt: 394 Euro

Wem das zu kompliziert ist, der kann sich auch den Leistungsverbrauch seines Rechners von Experten wie Seasonic wie ermitteln lassen. So spart man sich einige Zeit und muss nicht ewig die passenden Werte suchen. Anschließend müsst ihr die Leistung nur mit Stromtarif und Zeit multiplizieren.

Undervolting

Undervolting ist nichts für Anfänger und kann unter Umständen zu Problemen am Rechner führen. Wenn ihr das Ganze trotzdem testen möchtet, solltet ihr einiges beachten!

Beim Undervolting wird die CPU-Spannung über das BIOS manuell gesenkt, aber Vorsicht, der PC kann dadurch instabil werden und es kann zu Hardwareausfällen kommen. Mit Schäden an Grafikkarten und Co. ist im Gegensatz zur Übertaktung nicht zu rechnen. Bei der Übertaktung wird die Hardware mit mehr Spannung als nötig versorgt, um noch das letzte Quäntchen Leistung heraus zu holen. Wird die Spannung oder die Dauer zu groß, kann das zum Ausfall von Widerständen und anderen Bestandteilen auf den Hardware-Platinen führen. Allerdings kann das Undervolting in unglücklichen Momenten zum Verlust von Daten führen, zum Beispiel wenn eine der Festplatten beim Schreiben der Saft ausgeht. Allgemein lässt sich sagen, dass die modernen CPUs mittlerweile ihre Taktrate selbstständig anpassen, um Energie zu sparen. Während der Leerlauf- oder Niedriglastzeit reduziert das Netzteil die Taktfrequenz schrittweise, um Strom zu sparen.

Undervolting ist alles in allem also nicht die vollständige und beste Lösung, um euren Stromverbrauch zu senken.

Kleine Tricks zum Strom sparen

Nicht nur das richtige Setup entscheidet, ob ihr euch ein paar Euro spart, auch Stand-by-Phasen und Versorgungsleistungen haben auf die Zeit gesehen einen hohen Beitrag auf der Abrechnung eures Stromanbieters. Ein Rechner verbraucht im Stand-by-Modus circa 10 Watt, aber auch Drucker, Scanner oder die Hifi-Anlage tun ihren Teil, wenn ihr den Stecker nicht zieht. Das Ganze lässt sich ganz einfach und unkompliziert durch eine abschaltbare Steckerleiste regeln, an der ihr eure „Sekundärgeräte“ anschließend.

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