The Witcher 3 – Wild Hunt: Entwickler-Interview mit CD Projekt Red

The Witcher 3: Entwickler-Interview mit CD Projekt RedIm Verlauf eines Anspieltermins zum kommenden Rollenspiel The Witcher 3 – Wild Hunt (Vorschau: Bombastisch), hatten wir nicht die Gelegenheit, ein Interview mit Jonas Mattsson von CD Projekt Red zu führen. Mattsson übernimmt hier die Rolle des Senior Environmental Artists und hat uns 15 Minuten seiner Zeit für unsere Fragen geschenkt.

The Witcher 3: Interview mit Jonas Mattson

ingame: Im dritten Ableger des Witcher Franchises präsentiert ihr eine gigantische Welt mit ungefähr 100 Spielstunden Inhalt, gleichermaßen verteilt auf Story und Nebenquests. Wie genau habt ihr euch das Levelsystem des Spiels vorgenommen? Wird sich die Spielwelt von The Witcher 3 – Wild Hunt an den Fortschritt von Geralt anpassen, ähnlich wie bei einem Skyrim, sodass der Spieler von Anbeginn an jeden Ort der Welt erforschen kann, oder werden bestimmte Regionen dazu einfach zu gefährlich sein?

Mattsson: Wir haben uns für ein statisches Levelsystem der Umwelt entschieden, weil dies das Spiel einfach realistischer macht. Wenn du in der falschen Nachbarschaft unterwegs bist, dann wird dich diese töten, so einfach ist das. Es ist natürlich jederzeit möglich auch in die härteren Teile der Welt zu gehen, was insbesondere für erfahrene Spieler sehr reizvoll sein dürfte. Nicht nur werden diese sehr gefordert, es winken hier natürlich auch große Belohnungen in Form von Crafting-Materialien und Items, was insbesondere in frühen Teilen des Spiels Vorteile bringen kann.

Es gibt natürlich auch Monster die sehr mächtig sind, und andere die es nicht sind. Allerdings wird es keine klassischen Boss-Monster geben. Wir haben hier sehr stark auf das Feedback der Fans reagiert und gerade solche Boss Encounter wie in Witcher 2 rausgenommen. Uns ist die Meinung unserer Fans wichtig und wir versuchen darauf zu hören. Stattdessen gibt es im Spiel viele mystische und starke Monster, aber selbst kleinere Kreaturen können schon sehr gefährlich werden, wie bspw. ein Rudel Wölfe.

ingame: Im Verlauf der Gameplay Präsentation von der Games Developer Conference wurde erneut klar, wie eindrucksvoll die grafische Präsentation von The Witcher 3 – Wild Hunt ist. Die Reaktion von Schatten auf die Umgebung, ein atemberaubender Sonnenuntergang und wie der Feuerzauber Igni von Geralt zahllose Funken versprühte waren Dinge die hier gezeigt wurden. Diese Version des Spiels wurde allerdings auf dem PC gespielt, bei dem die Grafik auf hoch eingestellt war. Was für Kompromisse musstet ihr bei der grafischen Präsentation eingehen, insbesondere wenn man die unterschiedliche Leistung der Konsolen mit der eines Gaming PCs im Hinterkopf behält?

Mattsson: Die Unterschiede zwischen der Xbox One und PC Version werden sehr gering sein. Wir hatten von Anfang an das Ziel, die Konsole bis an ihr Limit zu bringen, einfach alles was möglich ist aus ihr rauszuquetschen. Dabei rausgekommen ist, dass sich das Spiel nur wenig von der PC Version unterscheidet. Natürlich gibt es immer diese kleinen Spielereien, die man nur auf dem PC zu sehen bekommt, wie bspw. hohes AntiAliasing. Auch etwas, was der PC Version vorbehalten ist, ist „Nvidia Fur“, wodurch insbesondere Felle, wie man sie an Kreaturen aber auch an Rüstungen finden kann, besonders eindrucksvoll dargestellt werden.

Was Geralts Igni betrifft, so finde ich, dass dieser Zauber für eine besonders tolle Atmosphäre sorgt. Die Funken prasseln gegen Feinde, verstreuen sich danach in alle Himmelsrichtungen und schweben langsam in der Umgebung auf Dächer und auf den Boden nieder –ein toller Effekt!The Witcher 3: Entwickler-Interview mit CD Projekt Red

ingame: Gerade in unserer heutigen Zeit wird der Schwierigkeitsgrad von Spielen immer intensiver diskutiert. Dies betrifft insbesondere Games die mit vielen unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden daherkommen, die aber zugleich nicht in der Lage sind, auch richtige Hardcore Gamer anzusprechen, die es auf wirkliche Herausforderungen abgesehen haben. Was können diese Spieler von The Witcher 3 – Wild Hunt erwarten?

Mattsson: Ich glaube dieses Problem hängt damit zusammen, dass viele Entwickler einfach Angst haben, Angst den Spieler sterben zu lassen. Wenn ein Spieler zu oft stirbt, dann frustriert ihn das und er hört eventuell auf zu spielen. Aber ich sehe das ganz anders. Ich denke, dass dies zum Lernprozess dazugehört, damit man selber besser werden kann. Ich selber spiele Games hin und wieder aber auch gerne auf einem einfachen Schwierigkeitsgrad und ich denke es ist auch keine Schande ein Spiel so zu spielen.

Mit The Witcher 3 – Wild Hunt stellen wir mehrere Schwierigkeitsgrade zur Verfügung, sodass jeder Spieler das bekommt, was er tatsächlich haben möchte. Selbst ein Rudel Wölfe kann dir dann sogar den Tag ruinieren. Wer Herausforderungen sucht, der wird sie garantiert finden!

ingame: In The Witcher 3 – Wild Hunt präsentiert ihr uns neben einem dynamischen Wettersystem auch einen fließenden Tag-/Nachtwechsel. Auf welche Art und Weise werden diese Systeme die Spielerfahrung beeinflussen?

Mattsson: Sehr intensiv! Wenn es anfängt zu regnen, dann reagieren die Bewohner der Welt darauf. Die Menschen lassen ihre Arbeit liegen und suchen Schutz in Hütten. Obendrein besitzt jede Figur einen festen Tagesablauf, genau wie es im Vorgänger schon der Fall war. Aber auch Monster und andere Kreaturen werden von der Tageszeit beeinflusst. Bist du beispielsweise nachts unterwegs, dann ist die Wahrscheinlichkeit auf Wölfe zu treffen wesentlich höher, sie treten hier viel häufiger auf.Werwölfe sind ein anderes Beispiel. Nachts sind diese viel gefährlicher als am Tag. Sie erlangen nachts mehr Macht, was sie zu einer größeren Gefahr macht.

ingame: Moment! Werwölfe am Tag? Verwandeln sich diese nicht tagsüber in Menschen?

Mattsson: (Lacht) Ja, bei den klassischen ist dies so, aber hier handelt es sich um eine intensivere Form des Fluchs. Diese Werwölfe sind dauerhaft verflucht. Durch die Wetterbegebenheiten und die Tageszeit werden also viele Kreaturen beeinflusst und hier spiegelt sich auch Geralt wieder. Er ist ein Monsterjäger, der nicht nur im Kampf geschult ist, sondern auch viele Jahre lang die Eigenheiten der unterschiedlichen Kreaturen erlernt hat um sie besser bekämpfen zu können. Vorbereitung ist der Schlüssel für den Erfolg und das wird der Spieler auch selbst erfahren können.The Witcher 3: Entwickler-Interview mit CD Projekt Red

ingame: Im Verlauf von The Witcher 3 – Wild Hunt wird Geralt zahllose Quests und Nebenquests erleben können, die den Spieler immer wieder in die Lage versetzen, Entscheidungen zu treffen. Durch diese Entscheidungen kann sogar der Verlauf einer Quest elementar verändert werden. Wie aber sieht es auf lange Sicht aus? Werden auch spätere Gameplay-Elemente noch von früheren Entscheidungen beeinflusst werden und wenn ja, wie?

Mattsson: Absolut! Die Entscheidungen des Spielers werden auch im späteren Spielverlauf noch wichtig sein! Der Spieler wird also nicht nur kurze abgekapselte Quests durchspielen, die nach Abschluss auch wirklich beendet sind. Manchmal sind bestimmte Entscheidungen zudem gar nicht so offensichtlich. Ihr seid in der Welt unterwegs und trefft eine Entscheidung, ohne dass euch bewusst ist, dass dies eine Entscheidung gewesen ist. Erst etwas später werdet ihr dann die Augenbrauen hochziehen und sagen „Ahhh… deshalb ist das so!“.

ingame: Wart ihr in der Lage alles in das Spiel reinzupacken was ihr für das finale Produkt geplant hattet, oder plant ihr gewisse Dinge via DLC nachzuliefern? Wie sieht es überhaupt damit aus, wenn der Spieler mit dem Game durch ist. Wird es in The Witcher 3 – Wild Hunt so etwas wie ein „New Game Plus“ geben oder vielleicht irgendwelche Unlocks?

Mattsson: Wir haben bereits angekündigt, dass wir den Spielern 15 gratis DLCs ausliefern werden. Zu diesem Zeitpunkt wissen wir aber ehrlich gesagt noch nicht, worum es sich dabei handeln wird – es kann alles Mögliche sein. Unser Ziel ist es erst einmal das Hauptspiel perfekt zu machen, bevor wir uns um irgendetwas anderes kümmern. Es wird also auch keine erwerbbaren Zusatzinhalte direkt zum Release von The Witcher 3 – Wild Hunt geben, wie es viele Entwickler heutzutage gerne handhaben. Nachdem die Story abgeschlossen und die Credits durchgelaufen sind, wird der Spieler die riesige Welt weiter erforschen, unerledigte Nebenquests absolvieren und Aufträge zur Monsterjagd annehmen können.The Witcher 3: Entwickler-Interview mit CD Projekt Red

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