Königsklasse?!

F1 2019 im Test: Rennsport-Königsklasse setzt sich die Krone auf

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Nicht umsonst nennt man die Formel 1 die Königsklasse unter dem Rennsport. Und in dieser will Codemasters auch in diesem Jahr aufs Treppchen. 

Wenn nach und nach fünf rote Startampeln angehen und diese alle schlagartig erlischen, weiß man es ist Rennaction. Genauso startet auch der neueste Ableger der erfolgreichen F1 Reihe aus dem Hause Codemasters. Dieses Jahr kommt die Königsklasse aber ca. drei Monate früher als die letzten Jahre auf die heimischen Konsolen und den PC. Das tut der Serie auch richtig gut! War die letzten Jahre die Saison schon zu 75% fortgeschritten, geht es jetzt sogar zur Halbzeit der realen Saison virtuell zur Sache. In diesem Test erfahrt ihr, wie gut F1 2019 wirklich ist und wo es vielleicht noch etwas hapert.

Wer aufräumt, ist zu faul zum Suchen

Mit diesem einfachen Satz kann man das Startmenü von F1 2019 erklären. Im Gegensatz zum Vorgänger hat Codemasters ordentlich aufgeräumt, sodass man viele Informationen auf einen Blick bekommt, ohne das Gefühl zu bekommen, erschlagen zu werden. Mit einem einfachen Tastendruck springt man zwischen den Reitern hin und her und bekommt sofort alles Relevante zur entsprechenden Kategorie angezeigt. Auf der Startseite wird euch direkt angeboten, mit eurer gestarteten Karriere weitermachen kann, was sehr gut ist, denn so muss man nicht erst auf den "Karriere" Reiter springen und lange suchen. Mit der Optionstaste kommt man außerdem blitzschnell zu seiner Lizenz, Statistiken und kann seine gewonnenen Meisterschaftstrophäen begutachten.

Viel hilft viel

Aber erst einmal von Anfang an. Wir springen also auf den Reiter „SOLO“ am oberen Bildschirmrand und gelangen so zum Karrieremodus, den wir natürlich starten und dominieren wollen. Außerdem finden sich hier, wie aus den Vorgängern bekannt, der Grand Prix-Modus für ein einzelnes Wochenende, der Meisterschaftsmodus, in dem man diverse vorgegebene Challenges aus echten, nachempfundenen Meisterschaften nachfahren kann und zu guter Letzt das berühmt-berüchtigte Zeitfahren, wo wir uns mit der gesamten Online-Welt messen. Der Umfang wird obendrein durch einen Multiplayermodus erweitert. Alle Infos dazu bekommt ihr weiter unten.

Aller Anfang ist schwer

Wir starten eine Karriere, wollen uns bis zum Topteam unserer Wünsche und Träume hochfahren und um Meisterschaften gegen die KI duellieren. Aber so schnell geht das hier nicht. Ironischerweise drückt uns F1 2019 zunächst in eine Formel 2 Meisterschaft. Diese ist erstmals komplett offiziell lizensiert mit allen Fahrern und Teams der Saison 2018. Wir können uns eins der zehn Teams aussuchen und wählen danach unsere Fahrerschmiede aus einem der F1 Topteams.

Diese Entscheidung wirkt sich im Laufe unserer Karriere auf unsere Erfahrungs- & Rufpunkte aus. Danach geht es zu den Karriereeinstellungen. Diese sind extrem umfangreich und beeinflussen euer komplettes Spielgefühl in den folgenden Stunden, die ihr in der Karriere verbringt. Fahrhilfen, Schwierigkeitsgrad der KI, Länge der Rennwochenenden. Hier könnt ihr alles nach eurem Belieben einstellen und diese Faktoren auch im Spielverlauf immer wieder anpassen.

So, nun aber auf ins virtuelle Karrierecockpit - nach einer kurzen Ladesequenz mit einigen wichtigen Informationen zur aktuellen Formel 2-Saison. Es folgt eine kurze Videosequenz die als Überleitung ins direkte Fahrgeschehen dient. Wir werden auf den Circuit de Catalunya katapultiert und übernehmen die letzten Runden des Rennens. Hier kommt es sogar darauf an, auf welchem Platz ihr am Ende landet. Schließlich mündet diese Platzierung direkt in einzigartige Videosequenzen und Interviews, die nach dem Rennen folgen.

Hier kommt dann auch der Kollege Devon Butler provokativ ins Bild: Unser Rivale. Der ungemütliche Zeitgenosse wird euch in der Karriere noch häufiger über den Weg laufen. Aber dazu später mehr. Je nachdem, wo ihr in den drei Formel 2-Rennen landet oder was man auf der Strecke macht, hat dies Auswirkungen auf Videosequenzen und Interviews, die ihr im Anschluss führt. Eure Antworten gegenüber der Presse beeinflussen nicht nur euren Stand zum Team, sondern auch euren Ruf.

Die Formel 2 als Sprungbrett in die Königsklasse

Wer jetzt eine komplette F2-Saison erwartet, wird hier vorerst enttäuscht. Wir fahren drei Saisonschnipsel aus unserer F2-Karriere, bei denen vorgerenderte Ereignisse geschehen. Nach diesen drei Rennen haben wir, je nach erfahrener Platzierung, entweder die Meisterschaft gewonnen oder eben nicht - was sich auf den Sprung in die Formel 1 aber nicht negativ oder positiv auswirkt. Sie dienen lediglich als Einführung und sind sehr unterhaltsam inszeniert. Die Aktionen in den Rennen und unsere Antworten bei den Interviews wirken sich, wie bereits erwähnt, aber auf unsere Statuswerte aus.

Jedes F1 Team hat eine andere Einstellung und Werte, die dem Rennstall wichtig sind. Während das eine Team mehr auf Fairness setzt, baut das andere Team auf Fahrer, die sich selbst verwirklichen wollen.  Welches ihr wählt, ist dann vollkommen euch überlassen. Hier kommt es ganz auf euren Fahrstil, euer Können und eure Affinität zu einem Team an. Je enger ihr mit eurer Art auf und neben der Strecke zum Team passt, desto besser und erfolgreicher seid ihr zusammen.

Dieser Weg ist steinig und schwer

Ihr seid jetzt bei eurem Team unter Vertrag und es geht auch schon knallhart los. Melbourne, Australien. Das erste Freie Training steht an und wird mit den gewohnt sehr guten Videosequenzen und Infos zu Strecke und Bedingungen eingeleitet. In der deutschen Fassung setzt F1 2019 auch in diesem Jahr auf Heiko Wasser und Stefan Römer, die in professioneller Art und Weise ins Geschehen einleiten. Genug geschaut und ab ins Auto. Wie aus dem Vorgänger bekannt, kann man sich im Training wieder intensiv mit dem Auto befassen: Verbrauchstraining, Reifenverschleiß ermitteln oder verschiedene Strategien testen.

Das alles könnt ihr im Training absolvieren und bringt bei erfolgreichem Abschluss wertvolle Punkte ein, die ihr im Nachhinein in die Weiterentwicklung eures Fahrzeuges investieren könnt. Der F+E Stamm wurde nämlich nahezu komplett in den aktuellen Formelableger übernommen -  und das ist gut so, da die Forschung & Entwicklung elementar in der Formel 1 ist. Hier werden dann auch wieder eure Antworten gegenüber der Presse relevant. Wenn ihr immer nur gegen das Team stänkert oder unzufriedene Antworten auswählt, wirkt sich das auf die Mentalität eures Teams aus. Man erwischt sich schnell bei ausgiebigen Testläufen und merkt oft nicht wie schnell die 90 Minuten Training an einem vorbeiziehen.

Wer gut schmiert, der gut fährt

Nach diesem Motto arbeitet man sich durch die Saison. Wie bei Rennsimulationen üblich liegt das Fahrerische letztlich an euren Skills und so habt ihr das Ergebnis in der eigenen Hand. Je mehr Trainingsprogramme ihr absolviert, desto erfolgreicher seid ihr. Je höher ihr euch die Einstellungen in den Fahrhilfen etc. einstellt, desto schwieriger fällt es, sich im Team zu etablieren und die Konkurrenz hinter euch zu lassen.

Zwischen den Rennwochenenden kommt es immer wieder zu Einladungen zu Spezialevents. Diese dienen dazu, sich im Ruf und Ansehen zu pushen und natürlich, um Spaß zu haben. Hier stellt euch F1 2019 die Klassikfahrzeuge aus etlichen Epochen des Rennsports unter verschiedensten Bedingungen zur Verfügung. Man sollte sich viel Zeit für die ganzen Trainings, den F&E Baum und Spezialevents nehmen. Diese motivieren stark durch die Abwechslung, die dadurch ins Spiel kommt. 

Autor des Tests: Patrick Jarczynski Vollblutsimracer, ringfiziert und motorsportfanatisch veranlagt. Mit Benzin im Blut gehts Vollgas voraus.

Simracer/Streamer & Kommentator:
www.twitch.tv/vp_greenhelldriver www.facebook.de/greenhelldriver

Pros

  • Realistische Grafik & Sound, aber...
  • abwechslungsreiche Story
  • Formel 2 & Classic Cars
  • ohne Fahrhilfen sehr anspruchsvoll geworden
  • Personenmodelle deutlich besser geworden

Cons

  • ...leichte Grafikfehler z.B. im Rückspiegel
  • Ab und an nerviger Ingenieur am Funk
  • Für Anfänger am Start etwas überfordernd
  • Wenig Möglichkeiten im Zuschauermodus
  • Kein VR-Modus in Planung

Fazit

Die voll lizenzierte Königsklasse des Motorsport kommt zu uns in unsere heimischen Wohnzimmer. Wunderschön designte Fahrzeuge und Strecken, die jedes Racerherz vor Freude rasen lassen. Auch mit der brilliant umgesetzten Formel 2 Lizenz und den Classic Cars, ist wirklich für jeden etwas dabei. Egal ob gegen die KI oder andere Spieler in einer Liga, jeder kommt voll auf seine Kosten.

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