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A Plague Tale: Requiem in der Gamescom-Preview – jetzt schon ein Highlight

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Von: Christian Böttcher

A Plague Tale: Requiem 40 Minuten angespielt. Warum wir beim atmosphärischen Adventure das Gefühl hatten, nach Hause zu kommen, verrät unsere gamescom-Vorschau.

Köln – Einer der Überraschungs-Hits von 2019 bekommt Nachwuchs. Für mich und viele andere war A Plague Tale: Innocence damals eine echte Story-Offenbarung – mit kleinen Schwächen im Gameplay. Ob Nachfolger A Plague Tale: Requiem noch eine Schippe drauflegt oder im Schatten des Vorgängers bleibt und warum sich das Action-Adventure anfühlt, wie nach Hause kommen, konnten wir auf der gamescom 2022 für euch herausfinden.

Name des SpielsA Plague Tale: Requiem
Release (Datum der Erstveröffentlichung)18. Oktober 2022
PublisherFocus Entertainment
SerieA Plague Tale
EntwicklerAsobo Studio
PlattformenPS5, Xbox Series X, PC
GenreAction-Adventure

„Wie nach Hause kommen“: A Plague Tale: Reqiuem wirkt vertraut

Wie nach Hause kommen – nach unseren 40 intensiven Minuten mit A Plague Tale: Requiem auf der Messe war das der erste Gedanke, der sich uns ins Hirn brannte. Und das im Guten wie im Schlechten. So wirklich viel Neues müsst ihr von der Odyssee rund um Amicia und Hugo nämlich gar nicht erwarten. Bereits nach wenigen Minuten mit A Plague Tale: Requiem wird klar: Asobo hält sich die Treue. Bedeutet im Klartext: Grafik, Atmosphäre und Story spielen auf einem gewohnt hohen Level.

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A Plague Tale: Requiem: Amicia und Hugo kämpfen im Action-Adventure um ihr Leben. © Asobo Studio

Grafisch haben die Asobo Studios mit Sitz im franzöischen Bordeux an einigen Stellschrauben gedreht, ansonsten bleibt‘s aber beim atmosphärischen Spiel mit Licht und Schatten, aus tausend Augen beobachtet von wuselnden Ratten. Mimik und Gestik der beiden Helden sind immer noch on point und geben den emotionalen Momenten der Abenteuergeschichte ordentlich Feuer. Soweit so Plague Tale. Schon im Test zu A Plague Tale Innocence konnte Asobo mit diesen Qualitäten glänzen.

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Das Setting von A Plague Tale: Requiem – Mediterran aber nicht weniger düster. © Asobo Studio

Neu ist hingegen das Setting, in dem Amicia und Hugo um ihr Leben kämpfen. Es wird deutlich mediterraner. Nach ihrer Flucht an die französische Küste machen sich die Geschwister nun auf in Richtung Süden. Die linearen Level sind offener, die Vegetation grüner und die Spielwelt generell etwas heller – ohne jedoch den düster-dreckigen Charme des ersten Teils einzubüßen. Noch immer lauern Ratten, Inquisitoren und andere Übel an jeder Ecke.

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Wohin sie ihr Weg genau führt, das wollte uns Kevin Choteau, das kreative Mastermind hinter dem Action-Adventure, im Interview noch nicht verraten. In unserer Session fiel jedoch immer wieder der Begriff „Rom“. Gut möglich also, dass es Amicia und Hugo mitten ins Herz des Katholizismus treibt. Auf die intimen Herzschmerz-Momente des Vorgängers müssen wir offenbar trotzdem nicht verzichten. Ohne euch zu spoilern: bereits nach wenigen Minuten schickte uns die Demo auf eine emotionale Achterbahnfahrt – und trifft die Schiene wie eh und je.

A Plague Tale Requiem: Trotz Gameplay-Nebelkerze jetzt schon ein Highlight

Doch was hat sich am Gameplay getan? Das spaltete bei Innocence die Gemüter. Wenn es Kritik gab, dann am spielerischen Tiefgang. Im Interview auf der gamescom 2022 räumte Choteau ein, das negative Feedback zum spielerischen Mittelmaß des Vorgängers habe ihn ganz persönlich geärgert. Zu behäbig und langsam seien die Schleichsequenzen gewesen, zu unspektakulär die spärlich gesäten Bosskämpfe im Spiel, so die damalige Meinung der Fachpresse.

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A Plague Tale: Requiem soll genauso übernatürlich werden wie sein Vorgänger. © Asobo Studio

Die gute Nachricht zuerst: Asobo Studio hat ein paar durchdachte Spielereien für A Plague Tale: Requiem parat, mit denen man dem Gameplay mehr Tiefe geben und langgezogenen Schleichpassagen den Kampf ansagen will. Noch immer nutzen Amicia und Hugo Lichtquellen als Waffe gegen ihre Verfolger und um Ratten fernzuhalten, ganz so wehrlos wie im ersten Teil sind die beiden jedoch bei Weitem nicht mehr.

Stattdessen stellt Amicia brandneue Munition her, um bestehende Lichtquellen neu zu entfachen und Feinde zu blenden, bekommt eine Armbrust als Waffe gegen ungerüstete Gegner sowie ein Notfall-Stilett spendiert, um Gegner zu erdolchen. Klingt nach spielerischer Revolution, ist im Grunde aber nur Schleichen Plus. Auch hier fühlte sich A Plague Tale: Requiem wie „nach Hause kommen“ an. Böse Zungen würden behaupten, die Reihe trete in puncto Gameplay auf der Stelle. Wir sagen: Na und!

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Denn am Ende des Tages war es nicht der schier endlose Schleichmarathon, mit dem uns der Vorgänger in unseren Grundfesten erschütterte. Nicht Hugos Rattenarmee, die sich in blindem Hunger auf unsere Feinde stürzte. Und ganz sicher nicht der zehnte Tod in Folge, weil wir eine Trial-and-Error-Passage nicht perfekt ausgespielt haben. Es sind die stillen Momente, mit denen Innocence unser Herz eroberte.

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A Plague Tale: Requiem bleibt ein optisches und atmosphärisches Brett. © Asobo Studio

Die Bindung zwischen den Figuren Amicia und Hugo weiß der französische Entwickler so punktgenau herauszuarbeiten, wie es kaum ein anderes Studio aktuell schafft. Wenn Asobo es hinbekommt, genau diese intimen Momente zwischen kindlicher Neugierde und markerschütternder Grausamkeit neu zu entfachen, mit Leben zu füllen und traumwandlerisch sicher zu inszenieren, dann kommen wir gern wieder „nach Hause“ – und das mit oder ohne Gameplay-Keule im Gepäck.

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