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Ancestors: The Humankind Odyssey im Test

Survival über 10 Million Jahren

Ancestors: The Humankind Odyssey im Test - Der lange Weg unserer Vorfahren

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Ancestors: The Humankind Odyssey spielt zur Zeit unserer Vorfahren und alles will sie umbringen und fressen. Das neueste Survival-Game im Test.

Das Indie-Spiel aus dem Studio Panache Digital Games ist das erste Spiel von Patrice Désilets seit Assassins Creed: Brotherhood. Es gibt also einige Erwartungen an den Mit-Schöpfer der beliebten Spielreihe. Anders als seine bisherigen Spiele ist Ancestors: The Humankind Odyssey ein Survival-Game. Noch dazu ist es ein Action-Adventure mit Open World, das mit einem unkonventionellen Spielprinzip überzeugen soll. 

Es wird in der Thrid-Person-Ansicht gespielt und ist ein reines Singleplayer-Spiel. Das besondere ist, dass sich die Geschichte von Ancestors über einen Zeitraum von 10 Millionen Jahren erstreckt , obwohl ihr einen Menschenaffen steuert. Wie passt das zusammen?

Wovon handelt Ancestors: The Humankind Odyssey? 

Versprochen wird mit Ancestors eine harte Reise, wie unsere affenartigen Vorfahren zum vollwertigen Menschen geworden sind. Dieses Konzept wirft gewisse Fragen auf, denn Ancestors soll von neuesten, wissenschaftlichen Erkenntnissen inspiriert sein. 

Wie wurde die extrem lange Zeitspanne von 10 Millionen Jahren spieltechnisch umgesetzt und wie passt das mit einem Action-Spiel zusammen? Und was bei dem Namen Patrice Désilets auch in den Sinn kommt: Wird es Assassins Creed-Elemente geben? 

Das übergreifende Spielprinzip ist unkompliziert: Die 10 Millionen Jahre werden mit unterschiedlich langen Zeitsprüngen überbrückt. Die könnt ihr selbst auslösen, wenn ihr meint, dass euer Stamm von Hominiden bereit ist. Das Hauptziel ist, euren Stamm schneller zum Homo Sapiens zu entwickeln, als es höchstwahrscheinlich in Wirklichkeit passiert ist. Euer Stamm von Menschenaffen hat jedoch einen großen Vorteil, den unsere Vorfahren nicht hatten: Euren Verstand.

Vor 10 Millionen Jahren...

Wenn ihr einen neuen Stamm erstellt, beginnt das Spiel mit einer Gruppe Menschenaffen, die im Spiel als Hominiden bezeichnet werden. Sie sehen wie große Schimpansen aus und erinnern nur entfernt an Menschen. Sie wirken verspielt und sind begeistert, wenn sie etwas untersuchen und sich über ihre Entdeckung freuen. 

Selbst wenn es sich dabei um einen banalen Stein oder einfaches Trinkwasser handelt. Sie sind gut dargestellt und sind sehr überzeugend mit ihrer affen-artigen Art. Zwar wirken sie fast schon wie hilflose Kleinkinder, doch sie lassen sich auf keinen Fall unterkriegen. Tatsächlich sind sie sehr robust und können so einiges aushalten. Aus Porzellan sind sie auf keinen Fall, doch auch sie können selbstverständlich an einen nicht-natürlichen Tod sterben.

Die Hominiden sind zu Beginn selbst noch ganz am Anfang: Sie haben Angst vor dem Unbekannten, haben noch nichts erforscht, keine Orte entdeckt, können eigentlich nur Klettern und besitzen gerade mal zwei Schlafplätze aus Blättern. Mehr nicht, nur sich selbst und euch als Spieler. I

hr steuert einen der Hominiden und könnt beliebig zwischen ihnen wechseln. Es gibt drei verschiedene Altersstufen und ihr könnt alle primaten-artigen Allesfresser aus eurem Stamm als Avatar nutzen und spielen. Dabei seid ihr so ziemlich auf euch allein gestellt: Das Spiel gibt nicht viele Hilfestellungen. Aber einer der wenigen Tipps ist: "Hab vertrauen in dich. Was würdest du tun, wenn du allein in der Wildnis wärst?

Ja, was hätte ich getan? Erstmal habe ich mich umgesehen, was ich so zur Verfügung habe und alles ausprobiert, was ich in die Finger bekommen habe. 

Es geht also mit kleinen Schritten los und schnell ist mir klar geworden: Es geht nicht nur ums Bedürfnisse erfüllen, obwohl das sehr wichtig ist. Es geht ums Lernen. Nicht so, wie wenn man in der Schule einen öden Tag verbringt, sondern es geht ums Herausfinden, ums Üben wie eure Hominiden überleben und ums Trainieren von Intelligenz, Sinnen und Körper.

Denn diese Entwicklung findet nicht nur geistig statt, sondern auch körperlich. Eure Hominiden lernen, indem ihr lernt, wie etwas funktioniert. Zwar habt ihr schon eine Vorstellung, was ihr erreichen wollt, aber wie geht das mit dem, was ihr zur Verfügung habt? Es bleibt nur alles auszuprobieren, testen, kombinieren und sich zu erinnern, wie etwas miteinander funktioniert. 

Einer der gravierenden Unterschiede zu der Mehrheit der Survival-Spiele ist, wie die Hominiden lernen. Es gibt keine Anleitungen, die sie schnell mal eben lesen können und danach alles perfekt beherrschen. Sie lernen von euch, machen euch nach und wenn ihr die Fähigkeiten und Perks freigeschaltet habt, dann werden sie euch eine große Hilfe beim Überleben sein. 

Die Intelligenz zeigt alles an, was ihr entdeckt habt. Das ist der Blick auf das erste Lager.

Das Spielprinzip 

Das Sammeln von Fähigkeiten ist unkompliziert: Ihr lasst den Hominiden Dinge tun, durch die er Neuronale Energie sammelt. Die Neuronale Energie ist schlichtweg ein anderer Begriff für Erfahrungspunkte. Die Neuronale Energie könnt ihr im Fähigkeitenbaum ausgeben, der die Form von Gehirnzellen hat und knapp Evolution heißt. 

Aber ihr müsst die einzelnen Fähigkeitenpunkte zuerst freischalten, indem ihr euren Hominiden gewisse Aktionen ausführt lasst. Es gibt also Bedingungen, die erfüllt sein müssen. Welche speziell das sind, ist vorher nicht erkennbar, außer ihr seid schon weiter fortgeschritten. Ihr lasst also euren Stamm durch Tätigkeiten besser werden. Dabei gibt es verschiedene Disziplinen, die ihr Trainieren könnt und jede davon ist wichtig. 

Um zu überleben, müssen sich die Hominiden auf ihre Sinne verlassen, also könnt ihr nicht nur Motorik verbessern, sondern auch den Geruchsinn, Bauen und Hören. Besonders nützlich ist die Fähigkeit der Intelligenz, die eine Karte ersetzt, indem sie wichtige Wegpunkte, andere Affenartige, Raubtiere, Bauten und Gegenstände zum Interagieren anzeigt.

Somit wird Verlaufen schwierig, obwohl es keine Mini-Map gibt. Auch die Kommunikation ist nicht zu unterschätzen. Anfangs ist sie nicht die nützlichste Fähigkeit, aber mithilfe von Kommunikation wird aus einem Haufen Menschenaffen eine Armee.

Das Neuronale Netzwerk

Wo ist die Kokosnuss, Wilson?

Nehmt euch Zeit, das Spiel will lange dauern.

Wenn ihr einen der Hominiden steuert, vergehen die Tage einzeln, einer nach dem anderen. Da das große Ziel des Spiels ist, die virtuellen Menschenaffen schneller zu entwickeln, als es in der Wirklichkeit passiert ist, würde das die Spielzeit in gigantischen Ausmaßen explodieren lassen. Allgemein kann ich garantieren: Das Spiel ist sehr lang und garantiert nicht an ein paar Abenden durchgespielt. Allerdings gibt es die bereits erwähnten Zeitsprünge.

Jedes Mal, wenn ein Baby geboren wird, vergehen 15 Monate. So sind fünf Jahre schnell um. Aber fünf Jahre sind immer noch ein Witz im Vergleich zu 10 Millionen Jahren. Ihr könnt aus dem Fähigkeitenbaum der Evolution heraus zoomen und dann die erspielten Generationspunkte vergeben. Seid ihr der Meinung, genug Meilensteine und Aufgaben erreicht zu haben, dann könnt ihr noch weiter heraus zoomen und einen Evolutionssprung vollziehen. 

Dabei wird zusammen gerechnet, was ihr erreicht habt und mit den bisherigen wissenschaftlichen Erkenntnissen vergleichen. Schließlich wisst ihr deutlich mehr, zum Beispiel wissen alle, die Cast Away gesehen haben: Kokosnüsse lassen sich aufbrechen, um die enthaltene Kokosmilch zu trinken. Die Frage ist nur… Wie? Denn etwas in die rechte und in die linke Hand zu nehmen, und diese Dinge sogar zu wechseln und gegeneinander zu schlagen, kann zwar jeder Affe, aber darauf mussten unsere Vorfahren erstmal kommen und diese Fingerfertigkeit erlernen. 

Das ganze Lernen läuft mit den einzelnen Hominiden in ganz kleinen Schritten ab, damit ihr im Großen, bei den Evolutionssprüngen, große Fortschritte machen könnt. Und da hier von Schritten die Rede ist: Selbst auf zwei Beinen zu gehen ist eine Fähigkeit, die ihr erlernen und trainieren könnt. „Ein kleiner Schritt für einen Menschen, aber ein großer Sprung für die Menschheit.“, passt wie die Faust aufs Auge und kam mir in den Sinn, als ich den Fähigkeitenbaum und das Prinzip der Evolutionssprünge zusammen betrachtet habe. Wie das zusammen passt? Die kleinen Schritte sind wie die mehr oder weniger spektakulären Fähigkeiten, die gelernt werden. Aber der besagte Sprung sind so gravierend wie ein Evolutionssprung.

Die Statistik vom Evolutionssprung nach zwei Generationswechseln ist nicht gerade ermutigend.

Kinder sind die Zukunft 

Ein neugeborenes, überaus wichtiges Kind.

Am wichtigsten sind bei Ancestors: The Humankind Odyssey die Kinder, keine Frage. Zwar können sie nicht viel, sind sehr ängstlich und können hauptsächlich mit ihren stylischen Frisuren (die an Affen aus Tarzan erinnern) bestechen, doch sie sind der Schlüssel zum Spiel: Ohne Kinder sind die Hominiden nicht in der Lage Neuronale Energie zu sammeln

Und wenn ihr keine Erfahrungspunkte sammeln könnt, wird jedes Spiel problematisch, das auf diesem Prinzip funktioniert. Also ran an den Speck, Partnerschaften knüpfen und Paaren. Noch dazu haben Kinder eine weitere Funktion: Wechselt ihr die Generation, könnt ihr euch Fähigkeiten aussuchen, die eure Hominiden in der nächsten Generation bereits wissen sollen. Ihr könnt nur so viele Fähigkeiten auswählen, wie ihr Kinder habt. Das muss gut überlegt sein, denn alles ist nützlich. Und ihr solltet auch alles lernen. Nur, was spätestens ab diesen Punkt klar sein sollte: Es geht um viele Generationswechsel.

Das heißt, alle jungen Menschenäffchen werden zu Erwachsenen, alle Erwachsenen zu Greisen. Und die Greise der vorigen Generation sterben. Also solltet ihr euch nicht zu sehr mit den Hominiden auseinander setzen, auch wenn ihr sie steuert, sie pflegt, mit ihnen um ihr Überleben kämpft, sie Namen haben und ihr sie sogar selbst umbenennen könnt. Eure Affen werden unweigerlich sterben. Wahrscheinlich haben sie aus diesem Grund keine individuellen Charaktere und verhalten sich genau gleich.

Hilfe beim gefährlichen Überleben?

Ihr seid quasi auf euch allein gestellt, denn die spielinternen Hinweise sind wirklich spärlich gesät. Zwar wird die Tastenbelegung angezeigt, was euer Avatar gerade tun kann, aber wenn es etwas komplexer wird, könnt ihr nicht nachschlagen. Da die Tasten doppelt belegt sind, hilft es auch nicht so recht in den Einstellungen nachzuschauen. Ein Vorteil ist jedoch, dass die Steuerung intuitiv ist und schon ein anderes Ergebnis dabei herauskommen kann, wenn ihr eine Taste länger gedrückt haltet. 

Einer der nützlichsten Hinweise, wenn nicht sogar DER nützlichste Hinweis überhaupt ist, wie viele Babys pro Mutter empfehlenswert ist. Das kann man unmöglich von vornherein wissen, wenn man es selbst nicht ausgetestet hat und es wäre sehr frustrierend, wenn man lange gespielt hat und dann feststellen muss: So funktioniert es nicht. Der Stamm ist hinüber und die Zeit verschenkt. Und das ist extrem ärgerlich, weil das Spiel lange dauert. Wie lange ungefähr, ist wirklich schwer zu sagen, da jeder Spieler eine andere Geschwindigkeit hat und seinen Schwerpunkt auf etwas anderes legt. 

Ich für meinen Fall habe für die ersten 40 Jahre 25 Stunden lang gespielt, also zwei Generationswechsel. Danach ging es deutlich schneller voran, bis ich an den Punkt kam, wo ich Kämpfen musste und mich nicht mehr nur auf die anderen Fähigkeiten der Hominiden konzentrieren konnte.Denn: Kämpfen, um zu überleben, ist essentiell.  Ihr könnt die Hilfestellungen auch ausschalten, genau wie das UI. Doch selbst wenn ihr das Interface an lasst: Es gibt nur selten Hilfe. 

Die Kämpfe an sich vermitteln sehr gut das Gefühl von Gefahr. Es gibt verschiedene Arten mit dieser Gefahr umzugehen. Dazu wird eine der wenigen Hilfestellungen angezeigt. Jedoch wurde mir deutlich in der Mehrheit nur die Möglichkeit zum Ausweichen angezeigt. Also habe ich verschiedene Herangehensweisen versucht, um die passende Situation zu Provozieren, damit ich Afrika ein wenig sicherer machen kann. Das hilft normalerweise sehr gut weiter, doch um es so auszurücken: Ich bin nicht der Super-Predator geworden. Am Anfang gehört dieser Bereich zu den schwer trainierbaren Fähigkeiten. Eine Begegnung, Auge im Auge mit dem Todfeind, darf auch nicht leicht sein. Ganz im Gegensatz zum Trainieren der Bauen-Fähigkeit, die nicht zu einer der lebensgefährlichen Unternehmungen gehören.

Die Gefahr lauert überall...

Assassins Affen 

Zu den wenigen Dingen, welche die Hominiden von Anfang an richtig gut können, gehört klettern. Das Klettern erinnert stark an Assassins Creed, nur dass man nicht Häuserwände erklimmt und Ziele mithilfe einer versteckten Klinge ausschaltet, sondern sie kraxeln geschickt Bäume und Felswände gleichermaßen hinauf und sind mit dem bewaffnet, womit ihr loszieht. Es fühlt sich teilweise wie ein Assassins Creed im Dschungel. Es bringt so viel Spaß, dass es schon Schade ist, dass im Dschungel eher selten Assassinen gebraucht werden. 

Wer in den Bäumen unterwegs ist, sollte besser keine Höhenangst haben.

Klettern ist programmiertechnisch nicht ganz einfach umzusetzen, besonders nicht in einer Open World, wo ihr jeden Baum und Felsen erklimmen könnt. Leider passiert es dadurch immer wieder, dass euer Hominide unbedingt alles erklimmen möchte, wo er automatisch hochklettert. Festhalten tut er sich sehr gut- manchmal sogar etwas zu gut, besonders, wenn ihr unten angekommen und nicht vorher abgesprungen seid. Die Menschenaffen hängen wohl sehr an ihren Felsen.

Controller oder Tastatur und Maus? 

Das ist keine leichte Frage. Natürlich ist in erster Linie die Antwort die eigene Vorliebe, doch auch die Steuerung gehört getestet. Es wird empfohlen das Spiel mit Controller zu spielen. Die Kamera-Steuerung und das Umsehen ist per Controller einfacher und mir sind andere Dinge klar geworden, als ich von Tastatur auf Controller gewechselt habe. Ebenso geht das Werken und Craften mit Controller deutlich einfacher

Wollt ihr die Tastenbelegung ändern, müsst ihr bedenken, dass es Mehrfachbelegungen gibt. Einer der weiteren Knackpunkte ist, dass zwar das Umsehen mit Controller einfacher geht, aber leider nicht das Springen in den Bäumen. Oft springt euer Hominide doch vorbei, da es keine Markierungen gibt. 

Ancestors ist definitiv auch mit Maus und Tastatur gut spielbar, also seid ihr nicht gezwungen mit Controller zu spielen. Teilweise gefiel mir die voreingestellte Tastaturbelegung besser als die des Controllers. Entscheidet ihr euch für Maus und Tastatur, könnt ihr die Steuerung in den Optionen selbst umstellen, da es Standard-mäßig auf Controller eingestellt ist. Das Spiel macht das nur selten automatisch. Spielt ihr mit Tastatur, müsst ihr jedoch drauf gefasst sein, manchmal die Steuerung für Controller vorgeschlagen zu bekommen.

Acestors: The Humankind Odyssey ist atmosphärisch 

Jede Umgebung sieht anders, detailreich und passend aus. Die musikalische Untermalung erinnert an Afrika und hat nicht nur Trommeln auf Lager sondern verträumte Musikstücke oder fröhliche. Besondere Momente werden ebenso passend unterstrichen. Auch wenn eure Menschenaffen Angst haben und in Panik verfallen, gibt es die passende Musik. Was wäre schon Horror ohne akustische Untermalung?

Soweit das Auge reicht, kann die Open World erforscht werden.

Aussehen und Performance während der Odyssey 

Ancestors sieht für seine Indiewurzeln sehr gut aus und ist sehr detailreich gestaltet. Die verschiedenen Gebiete der umfangreich und haben unterschiedliche Lebensräume für die verschiedensten Tiere, die euren Stamm an den Kragen wollen. Und es gibt nicht nur eine Open World, sondern mehrere Karten, die euer Stamm überleben muss. Es steckt also deutlich mehr Arbeit darin, als ihr in den ersten Stunden sehen könnt

Ein Manko ist wie schon erwähnt die automatischen Kameraführung. Wenn ihr neue Dinge, Tiere oder Orte entdeckt, gibt es eine kleine Sequenz, in der das bestimmte Wesen oder der Gegenstand in Szene gesetzt wird. Dabei läuft die Zeit weiter und leider geschieht das auch in ungünstigen Situationen und unpassenden Blickwinkeln. Leider passiert das relativ häufig, dass der entsprechende Gegenstand oder das Tier nicht richtig zu sehen ist. Entweder, weil die Kamerafahrt durch den gesteuerten Menschenaffen geht und es tiefe Inneneinblicke gibt, oder weil ein Fels, Baum oder der Boden selbst die Sicht versperrt. 

Ebenso hat das Spiel mit Abstürze zu kämpfen. Hier hoffen wir das entsprechende Patches nachgfeliefert werden.  Jedoch ist ein Absturz besonders ärgerlich, wenn es im Spiel Abends wird. Es wird zu bestimmten Gelegenheiten automatisch gespeichert, etwa, wenn ihr euren Avatar schlafen legt, im Evolutions-Menü seid oder etwas entdeckt habt. Also ist im Regelfall kurz nach Sonnenaufgang der letzte Speicherpunkt. 

Damit ist der ganze Tag einfach verloren. Ein anderer Punkt, wo schon ein wenig Frust aufkam, waren unnötige Tode. Eine praktische Fähigkeit ist es, mehrere Hominiden aus dem Stamm mitzunehmen, getreu dem Motto: Gemeinsam sind wir stark. Die anderen Stammesmitglieder werden dann von einer KI gesteuert, die manchmal nicht ganz so rund läuft. Es ist ganz vernünftig, dass die Hominiden nicht dicht auf dicht folgen, aber manchmal sind sie einfach zu weit weg oder verhalten sich absolut lebensmüde, weil sie unter einer Klippe warten, anstatt mit nach oben zu klettern. 

Oder sie nehmen ungünstige Wege: Verfallen sie in Panik, laufen sie weg. Das ist nichts Schlimmes, doch wenn die Angst abgeklungen ist, kommen sie wieder. Das wird dann ungünstig, wenn man mit seinem verletzten Avatar auf einem Baum hockt, um ihn in der Zwischenzeit zu heilen und unten ein hungriges Raubtier wartet. Der Rückkehrer spaziert fröhlich und gut gelaunt zum Baum zurück, wo das Raubtier schon auf ihn wartet. 

Das Überleben ist gefährlich und leider sind die von der KI gesteuerten Hominiden nicht besonders intelligent.

Wie schwierig ist es das Überleben zu lernen?

Die Mechaniken, die eure Hominiden zum Überleben erlernen können, sind gut durchdacht. Ihr solltet keine vernachlässigen, auch wenn es keinen richtigen oder falschen Weg gibt. Ihr habt die absolute Freiheit als Spieler und könnt machen was ihr wollt: Entweder erkundet ihr alles oder bleibt Zuhause und werkelt und baut nur. Oder, ihr macht einfach alles gleichmäßig und jeden Tag etwas anderes, ganz wie ihr wollt. Auch verzeiht das Spiel einige Dinge, wie zum Beispiel, wenn euer Hominide beim Sprung den Ast verfehlt hat: Unsere Vorfahren sind hart im Nehmen und können auch aus geschätzten fünf Metern Höhe (oder mehr) fallen, ohne sich etwas zu brechen. Ihr könnt jedoch durch gewisse Lebensmittel Vorsorge treffen und eure Menschenaffen mit Buffs entsprechend stärken

Es ist leicht zu merken, dass die Entwickler alles daran gesetzt haben, das Spiel nach den neuesten, wissenschaftlichen Erkenntnissen zu gestalten, aber gleichzeitig das Millionen Jahre lange Gesamtkonzept spielbar gestalten wollten. Dieser Balanceakt ist gelungen. Das Survival-Game ist nicht einfach, aber auch nicht zu schwer, sondern treffender ausgedrückt: Ancestors ist so schwer, wie man es sich macht. Es gibt jede Menge Herausforderungen, noch mehr zu entdecken, um in einer Welt zu überleben, wo euch alles umbringen will.

Fazit

Pros

Con

+ Viel Freiheit

+ Leichter Start mit passend ansteigenden Schwierigkeitsgrad

+ Gut durchdachte Fähigkeiten

+ Wenig Hilfestellung, aber sie ist genau das, was gebraucht wird

+ Passende Atmosphäre

+ Gute Grafik

- Abstürze

- Kamera-Fehler

- Nicht ganz schlaue KI

Ancestors: The Humankind Odyssey behandelt wirklich eine Odessey über einen Zeitraum von 10 Millionen Jahren. Überleben ist nicht einfach, doch es stehen jede Menge Möglichkeiten, Fähigkeiten und Perks zur Verfügung, die ihr freischalten und verbessern könnt, um zu überleben und zu Menschen zu werden. Das große Spielprinzip funktioniert sehr gut und ist ausgereift. Wieder einmal hat ein Indie-Studio etwas großes hervorgebracht und für einige Überraschungen gesorgt. Am Anfang wirkt es nicht sonderlich vielseitig, doch umso weiter das Spiel fortschreitet, desto komplexer wird es. Dabei überfordert es nicht, da der Spieler mitwächst und der Schwierigkeitsgrad gleich bleibt. Der Start findet als einzelnes Individuum statt und verwandelt sich im Laufe des Spiels zu einer Armee mit einem Anführer. Da das Spiel später schwerer wird, aber der Stamm sich immer weiter entwickelt, bleibt der Schwierigkeitsgrad gleich. Bis auf wenige Fehler, wird jeder Freiheiten-liebender Survival-Fan garantiert auf seine Kosten kommen und ein Million von Jahren andauerndes Überlebens-Experiment spielen können.

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