Angespielt: Nosgoth

  • Marco Kruse
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Nosgoth ist der neuste Free-to-Play Versuch aus dem Hause Square Enix, der in Zusammenarbeit mit Entwickler Psyonix entsteht und sich derzeit in der Closed Beta befindet. Um sich in dem umkämpften Markt deutlich von der Masse abzusetzen, bedient sich Square Enix einer Untoten Legende. Manche unter euch erinnern sich sicherlich noch an Legacy of Kain. Eigentlich ist davon zwar nicht viel mehr übrig geblieben, als der Kampf zwischen Menschen und Vampiren, weshalb sich Nosgoth vielmehr als Zweig der Serie versteht. Trotzdem Grund genug uns in die Schlacht zu stürzen.

Kains Erbe

Square Enix bewies in der letzten Zeit mit Reboots wie Tomb Raider oder Thief, dass Sie ein  Händchen dafür haben, alten Spielemarken neues Leben einzuhauchen. Dieser Verantwortung ist sich auch das Team von Psyonix mehr als bewusst und darum geben sie sich die größte Mühe, den neusten Zweig der Serie nicht allzu weit weg vom eigentlichen Baum sprießen zu lassen. Die ist Geschichte von Nosgoth spielt nach den Ereignissen von Legacy of Kain: Soul Reaver und dreht sich wie der Name unschwer vermuten lässt, um den Krieg von Nosgoth.

Wie erwähnt befindet sich die Menschheit im Krieg gegen die Vampire. Viel tiefer müssen wir an dieser Stelle eigentlich auch gar nicht einsteigen, denn beim Spielen selbst rückt die Geschichte, wenn auch sinnvoll integriert, in den Hintergrund. Allen Fans der Serie sei aber an dieser Stelle versichert, dass ihr viele bekannte Namen und Geschichtsstränge wiederfinden dürftet.

Menschen und Vampire

Was ist Nosgoth jetzt eigentlich? Die Antwort ist simpel: Ein Third Person Action Multiplayer Shooter. In klassischen Team-Deathmatch-Kämpfen gilt es als Vampir oder Mensch möglichst schnell eine bestimmte Anzahl Gegner zu erledigen. Um eine Runde zu gewinnen, müsst ihr zusammen mit drei Mitstreitern 30 Gegner erledigen. Klassisches vier gegen vier Deatchmatch also. Der Clou: Bei jeder neuen Runde wechselt das komplette Team die Seiten. Wart ihr erst als Menschen unterwegs, streift eure Gruppe in der nächsten Runde als Vampire umher. Das schafft eine schöne Dynamik und zwingt euch als Spieler immer wieder auf neue Pfade. Zudem schwingt so ein gewisser Grad an Fairniss mit, weil sich Taktiken und Kämpfe so grundlegend verändern.

Weiterer Kniff sind die unterschiedlichen Gameplay-Mechaniken, die sich euch als Mensch oder Vampir bieten. Als Mensch besitzt ihr ein klassisches Fadenkreuz und zielt über die Schulter eures jeweiligen Charakters auf eure untoten Gegner. Zur Verfügung steht euch ein Grundangriff und eine Spezialattacke über die beiden Maustasten. Obendrauf gibt es noch zwei Spezialfähigenkeiten mit denen ihr euren Gegner das Lebens schwer machen könnt. Des Weiteren sind Menschen in Sachen Technologie den Nachfahren des Kain zwei Schritte voraus. Jede Klasse der Menschen trägt unterschiedliche Waffen mit sich.

Als Vampir fehlt euch die Zielhilfe und ihr müsst möglichst dicht an eure Gegner heran kommen, um sie mit euren riesigen Pranken im Nahkampf zu erwischen. Auswahl an Angriffen und Fähigkeiten verhalten sich zu den Menschen jedoch analog. Den menschlichen Waffen entgegen zu setzen haben die Fangzähne ihre körperlichen Eigenarten. So sind einige von ihnen besonders schnell, stark oder können sogar über die Karte fliegen. Grundlegend heißt es bei jedem Match entweder ihr befindet euch in der Rolle der Nahkämpfer in Form der Vampire oder in der Position der Fernkämpfe in der Haut der Menschen. Ein cooler Mix der jedes Mal spannende Kämpfe mit sich bringt.

Fliegen, schießen und klettern

Nosgoth fühlt sich wie ein Mix aus schnellen First Person Shootern a la Unreal, mit der nötigen Prise Gear of War-Genen an. Kein Wunder, in beiden Titeln hatte Entwickler Psyonix seine Hände mit im Spiel. Bei den Vampiren kommen zusätzlich noch Kletter- und Flug-Fähigkeiten zum Einsatz. Das bricht mit konventionellen Mechaniken und sorgt für jede Menge Abwechselung. Neben diesen Grundprinzipen, machen die verschiedenen Klassen von Nosgoth den besonderen Reiz des Spiels aus.

In der aktuellen Closed Beta, in der ihr über Founder Packs gegen einen Aufpreis teilnehmen könnt, gibt es drei Menschen Klassen und drei Vampir-Arten. In die kommenden 4 vierten Klassen, konnte wir bei unserem Termin schon mal reinschnuppern. Gegen jede Art von Vampir hat es eine bestimmte Klasse von Menschen einfacher oder schwerer und umgekehrt. Beispielsweise ist es mit Bogenschützen deutlich leichter umherfliegende Vampire vom Himmel zu holen, als sich in Nahkampf gegen größere Vampire wie dem Tyrant zu bewähren. Je nach dem wie sich die Teams zusammensetzen müsst ihr eure Taktik entsprechend anpassen. Solltet ihr mal keinen Stich sehen, könnt ihr nach jedem Tot eure Klasse oder Rasse wieder neu auswählen.

Mit Taktik und Skill

Zu jedem Typ Vampir oder Mensch, könnt ihr ein passendes Set an Fähigkeiten wählen. Im Fall des menschlichen Jägers könnt seine Armbrust mit schnellen kleineren Pfeilen laden oder eher auf langsamer Explosivgeschosse zurückgreifen. Je nachdem was eurem Spielstil entspricht. Beim  Loadout könnt ihr drei Dinge frei gestalten: Euren Zweitangriff und zwei Spezialfähigkeiten. Jede Menge Freiheiten also um euch perfekt auf eure Gegner einzustellen. Um alle Fähigkeiten freizuschalten müsst ihr bestimmte Erfahrungsstufen erreichen. Abgerechnet wird immer nach einem Match. Punkte gibt es für gewonnene Matches in Kombination mit den Dingen, die ihr im Kampf erreicht habt. Einfach gesagt: Je mehr Gegner ihr platt macht umso mehr Punkte gibt es für euch.

Aufsteigen könnt ihr simpel und auf normalen Weg durch genügend Matches die ihr hinter euch bringt. Dauert euch das zu lang gibt es im Shop von Nosgoth Booster Packs gegen Echtgeld zu erwerben. Dadurch steigt z.B die Erfahrung nach einem Kampf deutlich schneller. Grundlegend könnt ihr euch aber keine Vorteile in Kampf erkaufen, weil eigentlich nur der eigene Skill über Sieg oder Niederlage entscheidet. Zudem schienen uns die Klassen und Rasse recht gut ausbalanciert, das wir selbst mit den Standart Loadouts der Menschen und Vampire en masse Gegner kalt gemacht haben.Lediglich die Anzahl der Karten mit 4 Stück fällt unserer Meinung nach noch etwas mau aus.

Pros

Cons

Fazit

Nosgoth beweist das Free-to-Play richtig Laune machen kann. Es braucht halt manchmal nicht mehr als einen tobenden Krieg zwischen Menschen und Vampiren. Klar es ist mehr ein Zweig von Legacy of Kain als eine erhoffte Fortsetzung. Doch dieser reift derzeit stetig zu einem dicken Ast heran. Wer auf der Suche nach viel Action abseits des Shooter-Einheitsbrei sein sollte, der kann sich ohne Bedenken in den Krieg von Nosgoth stürzen.

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