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Atelier Ryza im Test: Geht das neue Konzept der Reihe auf?

Viel Gewese um Synthese

Atelier Ryza im Test: Die Nische unter den japanischen Rollenspielen

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Alchemist sucht Abenteuer. Atelier Ryza: Ever Darkness & The Secret Hideout will Geschichte und Gameplay der Reihe revolutionieren. Ob's klappt, zeigt der Test.

Die Atelier-Reihe, und so auch der neueste Ableger Atelier Ryza: Ever Darkness & the Secret Hideout, gehört seit jeher zu der Sorte Spiel, bei der man abschalten und sich dem Spielfluss gemächlich ergeben kann. Doch dieser Schritt ist gewagt, denn damit bedient man nur eine sehr kleine Zielgruppe, die dies aber umso mehr wertzuschätzen weiß. 

Ein neuer Anfang, eine neue Geschichte

Die abenteuerlustige Heldin in Atelier Ryza: Reisalin Stout.

Mit Atelier Ryza wagt das Entwicklerstudio Gust einen Neustart. Innerhalb der Atelier-Serie gibt es immer wieder in sich abgeschlossene Kapitel, die Geschehnisse in der Welt weitertreiben und vertiefen. Nun dürfen sich Fans auf ein solches neues Kapitel gefasst machen, in der wir uns auf der Insel Kurken wiederfinden. Auf dieser lebt das Bauernmädchen Ryza bzw. Reisalin Stout, wie sie mit vollen Namen heißt. Diese möchte nicht in die Fußstapfen ihrer Eltern treten und die Farm der Familie bewirtschaften. Stattdessen träumt sie von aufregenden Abenteuern und dem Erkunden der Welt

Diese Chance erhält sie zusammen mit zwei Kindheitsfreunden, als diese abseits der Insel auf Abenteuerjagd sind. Das Trio lernt zwei Reisende kennen, die Ryza obendrein beibringen, was Alchemie ist und wie man diese anwenden kann. Glücklicherweise besitzt Ryza eine natürliche Begabung, sodass sie hier schnelle Fortschritte macht. Dies stellt sogleich den Auftakt des Spiels dar, und somit geht es alsbald los, Materialien zu sammeln, Monster zu jagen, Quests zu erledigen und natürlich Items via Synthese herzustellen. Dies sind auch die vier Hauptbestandteile, mit denen wir es im Titel zu tun bekommen. 

Gemächlichkeit ist Trumpf

Wie bei der Atelier-Reihe üblich, bekommen wir es auch mit Atelier Ryza wieder mit einem sehr entspannten Gameplay zu tun. Fans der Serie wissen nur zu gut, wie gemächlich und doch stimmig das Pacing üblicherweise ausfällt, und auch Atelier Ryza ist hier keine Ausnahme. Denn obwohl es viele Kämpfe gegen allerlei Monster zu bestreiten gilt, sei es um bestimmte Materialien zu bekommen oder Quests zu erledigen, so kommen diese in der Regel mit einer sehr bodenständigen Note daher. So ist auch die gesamte Welt äußerst farbenfroh und charmant gestaltet, mit der eine gewisse Märchenbuch-Stimmung mitschwingt.

Ryza ist nicht allein auf der Jagd nach Abenteuern.

Unterstrichen wird dies auch durch die zahlreichen Zwischensequenzen und Events zwischen den unterschiedlichen Charakteren des Spiels, welche sowohl die Story voranschreiten lassen als auch Charaktertiefe schaffen. Diese Geschehnisse wirken stets authentisch und selten abgehoben oder fantastisch. Denn schlussendlich schlüpfen wir in Atelier Ryza nicht in die Rolle eines legendären Drachentöters, sondern in die Rolle eines normalen Mädchens, welches ihren Platz in der Welt entdeckt und trotzdem ihren Alltag beschreitet. Gerade diese Bodenständigkeit spiegelt sich im Pacing wieder und verleiht Atelier Ryza einen ganz besonderen Stellenwert. Denn zum Entspannen und Abtauchen ist dieses Game hervorragend geeignet. 

Zeit zum Transmutieren 

In Atelier Ryza ist zudem eine Gameplay-Mechanik nicht mit dabei, was vielen Spieler sehr gut gefallen dürfte: Die Kalenderfunktion. In den meisten Ablegern der Serie gab es früher stets Deadlines einzuhalten, die beispielsweise vom Königreich diktiert wurden. So hatten wir als Spieler bspw. einen Monat Zeit um bestimmte Ergebnisse mit unserem Atelier abzuliefern. Dies schloss das Absolvieren von Aufgaben, das Steigern unseres Alchemisten-Rangs sowie das Synthetisieren von Items mit ein. Diese Mechanik ist Geschichte, sodass kein Zeitstress mehr aufkommt. Dies hat zwar seine Vorzüge, jedoch sorgte gerade diese Mechanik auch dafür, dass ein taktisches Vorgehen notwendig war und man als Spieler seine Zeit passend einteilen musste. 

Beschwingtes Tüfteln ganz ohne Zeitdruck: Eine Neuerung in Atelier Ryza.

Was hingegen weiterhin mit dabei und auch nicht wegzudenken ist, ist das Synthetisieren, also die Anwendung von Alchemie. An unserem Kessel können wir durch gesammelte Rohstoffe Items herstellen, und dabei kommt dieses System wie gewohnt komplex und hochkarätig daher. So gilt es passende Vorkehrungen zu treffen, um das jeweilige Zielitem zu erstellen. Nicht nur brauchen wir die nötigen Rohstoffe, auch gibt es viele herstellbare Items, die ebenfalls nur als Rohstoff dienen. Aber dies ist nur der Anfang des Craftings. 

Das Crafting kommt in einem Kachel-Menü daher, in dem mehrere Kacheln miteinander verbunden sind. Je nach unserem Alchemistenrang können wir hier eine unterschiedliche Anzahl von Aktivitäten durchführen und die Kacheln mit Rohstoffen füttern. Dies dient nicht nur dazu, unser Item zu erstellen, sondern auch um dessen Qualität und Eigenschaften zu beeinflussen. Rohstoffe haben so bspw. unterschiedliche Elemente, und je nachdem welche Rohstoffe wir auswählen, können wir benachbarte Kacheln freischalten. Die Kacheln selbst bieten zudem verschiedene Rangstufen an, um bspw. Qualität oder Fähigkeitsslots zu erhöhen, und das in unterschiedlicher Stärke. 

Alchemie in Atelier Ryza: Mehr als nur ein nettes Gimmick.

Das Craftingsystem bietet entsprechend großen Spielraum sich auszutoben, um das bestmögliche Item herzustellen. Rohstoffe können zudem besondere Skills und Eigenschaften in sich tragen, die auf das finale Endprodukt übertragen werden können. So kann bspw. eine Heilsalbe plötzlich Vergiftungen heilen, besonders potent sein, oder im Laden einen erhöhten Preis einspielen. Und natürlich kann die Großzahl der Items selbst auch im Laufe des Spiels verwendet werden, wie bspw. im Rahmen von Kämpfen. 

Echtzeitkämpfe mit einem neuen Kniff 

Auf unseren Ausflügen in der weitläufigen Welt von Atelier Ryza begegnen wir auch allerlei Monstern. In Kämpfen können wir mit unseren Helden diese in die Schranken weisen und ihnen wichtige Rohstoffe abknüpfen. Das K ampfsystem fällt dabei etwas anders aus als noch in den bisherigen Vorgängern. So gestalten sich die Kämpfe nun in Echtzeit und lassen sich auch nicht unterbrechen. Zwischen unseren Charakteren lässt sich allerdings frei wechseln, aber immer nur der aktuell ausgewählte Charakter kann gesteuert werden. Die Steuerung der Begleiter übernimmt derweil eine Ki. 

Kämpfe finden nun in Echtzeit statt. Die Steuerung der Begleiter übernimmt die KI.

Angriffe generieren zudem Aktionspunkte, die wiederum benötigt werden, um bspw. bestimmte Fähigkeiten einzusetzen. Aber auch das Anhäufen kann sich lohnen. Haben wir genügend AP gesammelt, können wir unseren Taktiklevel erhöhen. Dies bedeutet, dass unsere Helden statt einmal nun doppelt zuschlagen dürfen. Dies generiert im späteren Kampfverlauf mehr AP und bietet zugleich mehr Freiraum für Aktionen. Neben normalen Angriffen und Fähigkeiten können aber auch mit Alchemie hergestellte Items genutzt werden. Diese müssen vor dem Kampf ausgerüstet werden und werden zudem nicht verbraucht. Lediglich die Häufigkeit, wie oft wir diese auf unserer Reise nutzen können, ehe wir wieder im heimischen Bett übernachten, ist beschränkt.

Sound und Optik 

Grafisch lässt sich an Atelier Ryza nicht allzu viel aussetzen, zumindest solange man bedenkt, dass es sich hier um das Werk eines kleineren Studios handelt. Der Wechsel zu einer neuen Grafik-Engine tut der Reihe dabei unglaublich gut, sodass man sich hier in einer wunderschönen und märchenhaften Welt wiederfindet. Lediglich im Leveldesign wäre es wünschenswert gewesen, wenn man auf diverse unsichtbare Wände verzichtet hätte. Laufen wir einen Pfad an einer Steilwand entlang, so können wir hier auf den darunterliegenden Pfad leider nicht herunterspringen, selbst wenn die Tiefe nur Absatzhoch ausfällt. 

Stimmungsvolle Optik und ein toller Soundtrack: Großes Plus von Atelier Ryza.

Auch der Soundtrack untermalt das Ambiente des Spiels ausgezeichnet. Dies stellt eine der besonderen Stärken der Spielreihe dar, der nicht nur ins Ohr geht, sondern auch die entspannten Geschehnisse einfängt und unterstreicht. Auch darf hier natürlich auch die Sprachausgabe nicht vernachlässigt werden, die gewohnt hochkarätig daherkommt. Lediglich lässt sich hier kritisieren, dass für westliche Spieler mit geringer Japan-Affinität keine englische Tonspur dabei ist. Ebenso fehlen deutsche Untertitel, sodass man sich hier auf englische Texte einstellen muss. 

Fazit: Diese Wertung kann Atelier: Ryza einheimsen

Atelier Ryza sticht im Vergleich zu früheren Ablegern der Reihe besonders stark heraus. Dies liegt nicht nur an der neuen optischen Präsentation, sondern auch an einer Vielzahl von neuen Mechaniken. Das veränderte Alchemie-System weiß hier besonders zu glänzen und lädt zu zahllosen Stunden des Tüftelns ein. Ebenso weiß das Kampfsystem mit seinem Echtzeitsystem zu überzeugen. Durch den Start einer neuen Kapitels des Franchises, stellt Atelier Ryza auch für Einsteiger die perfekte Möglichkeit dar um einmal reinzuschnuppern und sich ein Bild von der Reihe zu machen. Allerdings sollte stets beherzigt werden, dass hier nicht etwa ein finsteres Übel bekämpft und die Welt gerettet werden muss. Stattdessen beschreitet die Atelier-Serie mehr einen Coming-to-Age Pfad und setzt das alltägliche Leben der Hauptcharaktere in den Fokus.

PROS

CONS

+ Wunderschöne Welt

- Ton nur Japanisch/Text nur auf Englisch

+ Komplexes und süchtig-machendes Alchemiesystem

+ Neue Kampfmechaniken bringen frischen Wind

+ Hervorragende japanische Synchronisation

+ Toller Soundtrack

+ Märchenhafte Grafik

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