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Atelier Sophie 2: The Alchemist of the Mysterious Dream im Test – bunt, charmant und wunderschön

  • VonDaniel Meyer
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Ein Rollenspiel für kreative Geister – Atelier Sophie 2: The Alchemist of the Mysterious Dream ist Zen in Videospielform. Im Test zum JRPG verraten wir, warum.

Rollenspiele müssen sich nicht nur um düstere Geschichten und möglichst epische Gefechte drehen – die Atelier-Reihe zeigt seit Jahren, dass es durchaus anders geht. Statt Adrenalin steht Tranquilität im Fokus. Gemächliches Craften, knuffige Charaktere und selbst die Dialoge laden zur Entspannung ein: eine wahrhaft Zen-artige Spielerfahrung. Ob das auch bei Atelier Sophie 2: The Alchemist of the Mysterious Dream so bleibt, verrät unser Test zum jRPG.

Name des SpielsAtelier Sophie 2: The Alchemist of the Mysterious Dream
Release\t25. Februar 2022
EntwicklerGust
PublisherKoei Tecmo
PlattformNintendo Switch, PlayStation 4, Mircosoft Windows
Genre\tRollenspiel

Wie ein Nischen-jRPG seit langem Fans begeistert

Die Atelier-Reihe begleitet Gamer bereits seit der ersten PlayStation-Generation, auch wenn europäische Spieler erst mit Atelier Iris auf der PlayStation 2 die Gelegenheit hatten, Hand anzulegen. Seither wechseln sich in regelmäßigen Abständen die Protagonisten der Spiele ab, und erzählen rund um diese stets neue und vor allem charmante Geschichten die zum Entspannen einladen.

Atelier Sophie 2: The Alchemist of the Mysterious Dream – Abbildung 1

Nach Atelier Sophie drehte sich nach 2015 dann in zwei Spielen alles um das junge Mädchen Ryza, sodass es durchaus eine Überraschung ist, dass das Entwicklerstudio Gust sich dafür entschieden hat, ein Sequel mit Sophie als Heldin auf die Beine zu stellen. Obgleich dies unerwartet kam, so ist die Entscheidung definitiv die richtige gewesen, schließlich handelt es sich um eines der stimmigsten Atelier-Games der letzten Jahre.

Back to the Roots? Ein mysteriöser Baum spielt zumindest eine Rolle…

Atelier Sophie 2: The Alchemist of the Mysterious Dream kehrt also zu einer bereits bekannten und beliebten Protagonistin zurück und knüpft an die Ereignisse des ersten Teils an. Sophie hat mit ihrer Freundin Plachta ihren Heimatort hinter sich gelassen und ist in ein Abenteuer aufgebrochen. Alsbald stoßen die beiden Freundinnen inmitten eines Waldes auf einen mysteriösen Baum, in dessen Herzen ein riesiger Kristall zu erkennen ist.

Beim Untersuchen dieses Gewächses öffnet sich jedoch plötzlich ein Vortex und die beiden Heldinnen werden hineingezogen und landen alsbald in einer anderen Dimension: Der Traumwelt Erde Wiege. Das Dilemma: Plachta wurde zwar auch eingesogen, ist aber nirgends zu finden. Verzweifelt beginnt Sophie die Suche, eine die etwas länger dauern wird.

Atelier Sophie 2: Eine gänzlich neue Welt wartet darauf erforscht zu werden

Spieler, die den ersten Teil nicht gespielt haben, brauchen sich jedoch keine Sorgen zu machen etwas wichtiges zu verpassen. so steht bei Bedarf zum Spielstart eine schön inszenierte und kompakte Rückschau zur Verfügung. Diese führt noch einmal in die wichtigsten Geschehnisse des ersten Teils ein, sodass mit Atelier Sophie 2 ohne Versäumnisse losgelegt werden kann.

Atelier Sophie 2: Weiterhin eine entspannende und charmante Spielerfahrung

Zwar wurde Sophie in eine fremde Dimension gesaugt und von ihrer besten Freundin getrennt, doch allzu große Panik oder ein düsteres Setting sind in Atelier Sophie nicht wirklich zu finden. Stattdessen bleibt Gust seiner Linie treu und präsentiert Fans mit dem Titel erneut ein farbenfrohes Slice-of-Life-Game, welches insbesondere durch liebevolle Dialoge, simple Quests und vor allem das ausgefeilte Crafting-System überzeugen kann.

Atelier Sophie 2: Idyllische Orte, voll spannender Ereignisse

Obgleich Atelier Sophie 2 ein Rollenspiel ist, ist der Titel nur marginal mit anderen Genre-Vertretern zu vergleichen. Dies ist etwas, was insbesondere Neueinsteigern bewusst sein sollte, denn einen großen Fokus setzt das Spiel auf das Charakterdesign, welches vor allem durch zahlreiche Dialoge und Events im Laufe des Spiels zu glänzen weiß. Während andere Spiele insbesondere den Fokus auf Heldentum und damit verbundene Bedrohungen setzen, wird bei Atelier Sophie eine stets sehr relaxende Atmosphäre an den Spieler getragen. Unterstrichen wird genau diese Spielerfahrung zusätzlich durch einen tollen und entspannenden Soundtrack, sowie allem voran durch das ausgefeilte Crafting-System des Spiels, in dem via Alchemie allerlei Items hergestellt werden müssen.

Alchemie: Schnell zusammengemischt oder doch lieber Perfektion?

Die rundenbasierte Kämpfe in Atelier Sophie kommen relativ simpel daher. Abwechselnd müssen Angriffe, Blocks oder Fähigkeiten genutzt werden, um die verschiedenen teils knuffigen Monster der Welt zu besiegen. Spezielle Combo-Attacken sorgen für etwas mehr Abwechslung, doch insbesondere das Nutzen von Items stellt abermals einen besonders wichtigen Punkt dar. Doch ehe wir diese einsetzen können, müssen diese erst einmal selbst hergestellt werden. Die Materialien können sowohl in den verschiedenen offenen Arealen der Welt eingesammelt, durch Questbelohnungen erhalten oder als Loot in Kämpfen erbeutet werden.

Das Crafting-System kommt – wie Fans es vom Atelier-Franchise kennen – gewohnt komplex daher. Jeder Gegenstand, der mit Alchemie hergestellt werden will, benötigt eine Vielzahl unterschiedlicher Zutaten, die im ersten Schritt ausgewählt werden müssen. Dabei gilt es einige Dinge zu beachten, denn jede Zutat kann über unterschiedlichste Attribute verfügen. Dies beginnt bei passiven Skills. Dies beginnt bei passiven Skills, die dem finalen Produkt vererbt werden können, und reicht hin bis zu speziellen Elementpartikeln, die in einem im nächsten Schritt speziell angeordnet werden müssen um die letzten Vorzüge aus dem finalen Produkt herauszukitzeln.

Atelier Sophie 2: Nur mit den richtigen Zutaten warten die stärksten Items auf uns!

Diese Elementpartikel, die man sich wie Tetris-Steine vorstellen kann, müssen auf einem 5x5-Kacheln großen Feld platziert werden. Das passende aneinanderreihen bestimmter Elemente, das Bilden von Reihen und eine möglichst vollständige Abdeckung des gesamten Felds haben immense Einflüsse auf das finale Produkt und dessen Eigenschaften. Dabei ist es auch wichtig darauf zu achten, dass bestimmte Elemente gegenüber anderen oft bevorzugt werden und bei ausreichender Anzahl umso stärkere Effekte mit sich bringen. Mit etwas Geduld und Planung können äußerst machtvolle Items hergestellt werden. Gerade in den Kämpfen können diese dann gerade auf dem höchsten Schwierigkeitsgrad über Sieg und Niederlage entscheiden, kann es sich hier doch um Bomben, Heilmittel und allerlei andere Objekte handeln. Wer sich allerdings nicht allzu viel mit dem Craften befassen möchte, der kann auch willkürlich die Items zusammen mischen, doch wer will das schon, nimmt doch gerade die Alchemie eine der wichtigsten Aspekte der Atelier-Reihe ein.

Bequemes Reisen und die Sache mit dem Wetter

Dieses Schnellreise-System macht das Spielen zwar sehr bequem, jedoch stellt es auch viele Mechaniken in Frage. Beispielsweise können Items nur eine bestimmte Anzahl von Malen verwendet werden, ehe diese in der Stadt wieder aufgeladen werden müssen. Während dies in Bosskämpfen ggf. noch einen Stellenwert hat, so ist diese Mechanik in den meisten Bereichen nahezu irrelevant - können wir uns doch jederzeit kurz zurück in unser Atelier teleportieren, gesammelte Rohstoffe einlagern, uns heilen und Items neuaufladen. Entspannendes Spielen stellt zwar einen wichtigen Aspekt der Reihe dar, doch in manchen Bereichen wäre etwas mehr Anspruch schon wünschenswert.

Eine willkommene Mechanik in Atelier Sophie 2 stell hingegen das Wettersystem dar. Bereits recht früh im Spielverlauf erhalten wir die Möglichkeit das Wetter zu beeinflussen. Durch eine Betätigung spezieller Schalter - vorausgesetzt wir haben das richtige Item via Alchemie hergestellt, gibt es statt Regen plötzlich Sonnenschein. Dies hat zum einen den Sinn, dass auf diese Weise Rätsel in die Levelareale Einzug halten. Lassen wir es regnen, so werden als Resultat daraus ganze Ebenen überflutet und wir können auf schwimmenden Fässern zu einer bisher unerreichbaren Plattform hüpfen. Aber auch in Kämpfen spielt diese Mechanik eine Rolle, denn manche Monster erhalten Boni wenn bestimmte Wetterverhältnisse vorherrschen. Hier gilt es im Kampf entsprechend zu reagieren.

Fazit:

Atelier Sophie 2: The Alchemist of the Mysterious Dream im Test – bunt, charmant und wunderschön

Atelier Sophie 2 ist ein wundervoller neuer Teil der Serie, der durch eine farbenfrohe und wunderschön designte Welt, aber auch durch charmante Dialoge und ein komplexes Crafting-System durchaus zu bestechen weiß. Gerade Fans brauchen sich wenig Sorgen zu machen, bleibt der Titel dem erfolgreichen Grundrezept der Serie doch treu. Selbst für Neueinsteiger ist der Titel prächtig geeignet, obgleich man sich bewusst sein muss, worauf man sich bei diesem Nischen-jRPG einlässt. Was Atelier Sophie 2 ausmacht ist vor allem das sorgenfreie Ambiente gepaart mit einem sehr relaxenden Gameplay. So gilt es sich einfach zurückzulehnen, die zauberhafte Welt auf sich wirken zu lassen und die Geschichte rund um Sophie und Plachta, sowie all den anderen quirligen Charakteren, zu genießen. Unterstrichen wird die Spielerfahrung nur noch durch einen mindestens ebenso hochkarätigen Soundtrack, der mit stimmigen Tracks zum Mitsummen einlädt.

ProContra
Gelungender Mix aus Kämpfen, Sammeln, CraftenNicht für jeden Rollenspieler geeignet
Charmantes Slice-of-Life-Game Nächste Story-Ziele nicht immer klar
Liebevoll designte Level...... die manchmal nur Mittel zum Rätsel sind
Grandioser Soundtrack
Craften des perfekten Items ist sehr befriedigend

Rubriklistenbild: © Koei Tecmo Games

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