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Borderlands 3: Der überdrehte Loot-Shooter im Test.

Loot. Ballern. Geil.

Borderlands 3 im Test: Comeback auf Pandora – Das erhoffte Meisterwerk? 

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Borderlands 3: Die Rückkehr des Loot-Königs. Ob Teil Drei den Wahnsinn auf die Spitze treiben und die Hoffnungen erfüllen kann, erfahrt ihr in unserem Test.

Borderlands 3 entführt euch ein weiteres Mal in das chaotische Universum rund um Pandora und die mysteriösen Schatzkammern. Doch kann das Urgestein der Loot-Shooter an die bisherigen Erfolge anknüpfen, oder ist das Erfolgsrezept endgültig ausgelootet? 

Borderlands 3: Beim Konzept bleibt sich der dritte Teil treu.

Lange bevor das Genre überhaupt die Bezeichnung „Loot-Shooter“ bekam, war Gearbox mit Borderlands schon genau das: Ein actiongeladener Shooter mit Loot-Mechaniken wie in Diablo, garniert mit einer herrlich erfrischenden Prise Chaos. Unzählige Stunden konnten wir in der Einöde von Pandora verbringen und uns durch Horden ihrer merkwürdigen Bewohner ballern, während wir jede einzelne Truhe geöffnet und jeden Stein auf der Suche nach Loot umgedreht haben. Borderlands 3 erfindet daher das Rad nicht neu und setzt auf die gleiche Erfolgsformel wie seine Vorgänger: Viel Geballer, viel Beute und eine Menge verrückter Charaktere, die uns begleiten. 

Das Böse im Doppelpack 

Wie schon in den vorherigen Ablegern der Reihe, führt auch in Borderlands 3 kein Weg vorbei an einem fiesen Gegenspieler, der euch die Suche nach den Schatzkammern erschwert. Anders als zuvor, gibt es dieses Mal mit den Calypso-Zwillingen Tyreen und Troy gleich die doppelte Ladung an Bösewichten. Das Sirenen-Duo steht euch außerdem nicht allein gegenüber, sondern hat kurzerhand alle versprengten Banditen-Gangs der Galaxie zu einer riesigen Armee vereint. Die blutrünstigen Psychos haben nun alle das gleiche Ziel: euch die Karte zu den legendären Schatzkammern zu entreißen und natürlich alles in Schutt und Asche zu legen, was ihnen in die Quere kommt. 

Zwischen Bösewicht und Ödland-Influencer: Die Calypso Zwillinge.

Die Seite der Helden ist mit den vier neuen Kammerjägern jedoch auch sehr gut bestückt, denn sie bekommen tatkräftige Unterstützung durch viele alte und neue Gesichter. Mit von der Partie sind der enthusiastische Roboter Claptrap, sowie altbekannte Charaktere wie die Sirene Lilith und die Mechanikerin Ellie, aber auch neue Charaktere, wie der Unterhosen-Bandit Vaughn. Gemeinsam mit dieser zusammengewürfelten Truppe ballern wir uns im vertrauten Szenario dieses Mal sogar über die Grenzen von Pandora hinaus

Macht dasselbe Spiel nochmal! 

Zwar fühlt man sich durch diese bekannten Eckpfeiler des Borderlands-Universums sofort geborgen, jedoch fühlt sich das Szenario beim dritten Mal nicht mehr so frisch an wie zuvor. Insgesamt wirkt das Einbauen vieler alter Charaktere und das kaum veränderte Hauptziel zu bemüht, und zwar so, als wolle man mit aller Kraft den Vorgängern nacheifern. 

Der Humor, für den Borderlands bekannt wurde, ist zwar immer noch derselbe, aber er zündet im dritten Teil lange nicht mehr so gut, wie bisher. Da hilft das Aufgreifen von aktuell relevanten Gaming Themen, wie Livestreaming und Battle Royal leider nur herzlich wenig. Zwar werden uns hin und wieder einige herzliche Lacher entlockt, insgesamt kommt der Humor aber ziemlich verbraucht rüber und so als wolle man auf Krampf lustig sein. 

Trotz Claptrap ist der Humor in Borderlands 3 leicht angestaubt.

Vier Kammerjäger müsst ihr sein

Erfrischend hingegen wirken die vier neuen Kammerjäger, die uns für die Schatzsuche zur Verfügung stehen. Alle vier bringen völlig neue Charakter-Elemente mit, die man so bei den bisherigen Protagonisten noch nicht gesehen hat. 

Der mysteriöse Fl4k beispielsweise ist von einer Vielzahl von wilden Monstern umgeben, die ihn im Kampf unterstützen, während die toughe Moze sich in ihrem Mech verschanzen und für ordentlich Feuerkraft auf dem Schlachtfeld sorgen kann. Natürlich ist mit Amara wieder eine Sirene spielbar, diese ist im Gegensatz zu den bisherigen „Magierinnen“ aber auf den Nahkampf spezialisiert und geht mit ihren Geisterfäusten ordentlich auf Tuchfüllung. Zane wirkt von allen Jägern am konservativsten, denn er kommt auf den ersten Blick wie ein normaler Sturmsoldat daher. Aber auch er hat es in sich, denn er bringt Drohnen und kämpfende Hologramme aufs Schlachtfeld, die er variabel einsetzen kann. 

In Sachen Klassen-Identität trumpft Teil Drei ballernd auf.

Jeder der vier Charaktere verfügt außerdem über drei ausgeprägte Skill-Trees. Jeder Reiter steht hierbei für einen anderen Spielstil, sowie einen separaten Action-Skill, welche individuell miteinander kombiniert werden können. So könnt ihr euren Kammerjäger passgenau auf eure Präferenzen einstellen. Solltet ihr euch im Verlauf des Abenteuers noch umentscheiden wollen, könnt ihr euren Fortschritt kurzerhand zurücksetzen und sämtliche Skill-Punkte neu vergeben

Das Sammeln ist des Jägers Lust

Worum es in Borderlands aber wirklich geht ist allen klar: Loot. Jede Menge Loot. Deswegen stürzen wir uns zwischen den zahlreichen Story- und Nebenquests auf alles, was wir finden können. Dabei sind alle möglichen Objekte wie Truhen, Kartons und sogar Mülleimer potenzielle Fundorte von Schätzen. Und mit Schätzen meinen wir Waffen. Viele Waffen. So viele Waffen, dass ihr kaum zwei vergleichbare Waffen in der gesamten Galaxie finden werdet. 

Die Waffen der verschiedenen Waffenhersteller wie Hyperion, Dahl oder Atlas haben nämlich allesamt einzigartige Designs und vor allem Effekte: Waffen von Tediore werden beispielsweise nicht nachgeladen, sondern einfach weggeworfen und ihr erhaltet eine Neue. Bei Maliwan-Waffen andererseits könnt ihr den Feuermodus umstellen und zwischen jeweils zwei Elementen wechseln. 

Von Stachelkeule bis wandelnder Waffe ist alles mit dabei, was den Tod bringt.

Das Sammeln und Ausprobieren der verschiedensten Waffen wird so immer wieder zum Erlebnis. Denn wenn ihr glaubt, dass ihr alle Waffentypen und -eigenschaften durchprobiert habt, bekommt ihr wieder ein Schießeisen in die Finger, was auf seine eigene, komische Art und Weise einzigartig ist. 

Gut gefallen hat uns außerdem das neue Loot-System im Mehrspieler-Modus. Ab jetzt könnt ihr nicht nur auf das klassische System zugreifen, bei dem die gesamte Beute auf alle Spieler aufgeteilt wird, sondern könnt denLoot individuell für jeden Spieler spawnen lassen. So vermeidet ihr die unliebsamen Streitereien um die besonderen Items. 

Das Lagern ist des Jägers Frust 

Bei all dem schönen Loot und einzigartigen Waffen, wollen wir uns die Taschen natürlich ordentlich voll machen, um es später zu Geld zu machen, oder interessante Waffen für später zu verwahren. Problematisch wird es nur, wenn ihr nach einer erfolgreichen Beutejagd in euer Inventar schaut und komplett den Durchblick verliert. 

Borderlands 3: Massig Loot, aber mangelnde Übersicht.

Die träge Menüführung allein fordert schon eine Menge Geduld, denn kurze Ladezeiten und Ruckler sind euer ständiger Begleiter. Deswegen fühlen sich die Menüs sehr hakelig und unhandlich an. Den Schrott von den Perlen zu unterscheiden, ist dann das nächste Problem, da ihr die nutzlosen Gegenstände nicht schon beim Aufsammeln sortieren könnt, sondern erst im Inventar, welches obendrauf ziemlich unübersichtlich gestaltet ist. 

Oft wird euer Loot-Rausch auch schlicht von einem vollen Inventar unterbrochen, da ihr Gegenstände nur an vereinzelten Stationen verkaufen könnt, die sich meist am Anfang eines Gebiets befinden. Besonders nach Boss-Kämpfen bleibt oft nicht genug Platz, um all den Loot aufzusammeln, was trotz der hilfreichen Schnellreise-Funktion meist in umständlichem Gelaufe endet. 

Wunderschön und leistungsschwach

Grafisch macht Borderlands 3 auf den ersten Blick allerdings vieles richtig: Der ikonische Graphic-Novel-Stil wurde beibehalten und noch einmal auf Hochglanz poliert. Die Texturen der Spielwelt, sowie Zwischensequenzen und Animationen sehen einfach gut aus und zeigen, dass in der langen Entwicklungszeit noch einmal kräftig an der Engine gedreht wurde. Auch die Liebe zum Level-Design zeigt sich wieder stark, denn jeder Planet hat sein eigenes, sehr stimmiges Flair und ist gespickt mit vielen schönen Details. Das kurze Innehalten und Umschauen lohnt sich daher definitiv. 

Dem zeitlosen Grafikstil der Reihe bleibt auch Borderlands 3 treu.

Leider hört es damit auch schon auf mit den Grafik-Lorbeeren, denn während Borderlands 3 auf dem PC unter DirectX 12 momentan noch gar nicht läuft und uns nur einen Claptrap-Ladebildschirm zeigt, trüben immer wieder massive Framerate-Einbrüche das ansonsten schöne Spielerlebnis. Hinzu kommen noch diverse Bugs, die von Kleinigkeiten wie falschen Item-Icons bis hin zu spielentscheidenden Fehlern wie Bossen, die in Wänden hängen reichen. Diese massiven Fehler kommen glücklicherweise nur selten vor, aber trotzdem sind sie zum jetzigen Stand im Spiel vorhanden. Sollten diese in kommenden Patches allerdings gelöst werden, wäre dies ein dicker Pluspunkt in Sachen Gameplay.

Fazit

Borderlands 3 führt uns endlich wieder in das Chaos was wir so lange vermisst haben, aber ist es jetzt wirklich das was wir wollten? Gefühlt spielen wir ein Spiel was wir eigentlich schon kennen, mit den altbekannten Sprüchen und Schenkelklopfern. Alles wirkt so vertraut und das ist sowohl gut als auch gleichzeitig schlecht. Es ist einfach ungemein befriedigend sich wieder durch Horden von Gegnern zu ballern und sich die Taschen mit Loot vollzustopfen und gleichzeitig ist schon ein bisschen die Luft raus. Die technischen Probleme befeuern diese innere Zerrissenheit noch umso mehr, was auch die sinnvollen Neuerungen nur schwer ausgleichen können. Unterm Strich treibt uns Borderlands 3 nicht die erhofften Freudentränen in die Augen, aber missen möchte man dieses Loot-Feuerwerk auf keinen Fall.

PROS

CONS

+ Viele altbekannte Charaktere und Schauplätze...

- ...aber ein Szenario, das krampfhaft am Vorgänger hängt

+ Vielzahl an Planeten und Orten verfügbar

- Typischer Bordlanders-Humor wirkt nicht mehr frisch

+ Interessante und neue Charakterklassen

- Menüführung und Ruckler machen Organisation des Inventars zum Albtraum

+ Unendlicher Vorrat an individuellen Waffen

- DirectX 12 auf dem PC noch nicht verfügbar

+ Überarbeitetes Loot-System

- Bugs und Schwächen in der Performance

+ Tolles Leveldesign mit liebevollen Details

Mehr zum Loot-Shooter: Borderlands 3 - Systemvoraussetzungen im Überblick

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