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Capcom Home Arcade: Die Retro-Konsole im Test.

Back to the Arcade

Capcom Home Arcade im Test: Der Retro-Daddel-Spaß für Zuhause

230€ für nostalgisches Arcade-Hallen-Feeling. Wir haben das Capcom Home Arcade genau für euch unter die Lupe genommen. Ob sich der Kauf lohnt, verrät unser Test.

Es war nicht immer selbstverständlich, eine Konsole oder einen dicken Gaming-PC zu Hause zu haben. Früher mussten die Leute in Arcade-Hallen gehen und an riesigen Automaten mit einfachster Steuerung zocken. Und jedes Leben kostete bare Münze und an Speichern war erst recht nicht zu denken. Capcom bringt mit dem Capcom Home Arcade genau dieses Feeling zurück und zu euch nach Hause.

Capcom Home Arcade: Was soll ich nur spielen?

Mit dieser kompakten Konsole in Form des Capcom-Logos erhaltet ihr den Daddelspaß aus den Spielhallen für euer eigenes Wohnzimmer. Auf dem Gerät sind 16 Klassiker aus der frühen Zeit vorinstalliert, unter anderem Street Fighter II: Hyper Fighting, Strider, Mega Man: The Power Battle oder auch Ghouls & Ghosts (gesamte Auflistung siehe weiter unten). Die Home Arcade vereint die Konsole direkt mit zwei Controllern ganz wie in alten Zeiten. Dabei stehen jedem Spieler jeweilsein Joystick und acht Buttons zur Verfügung. Davon ist je einer die Start-Taste und einer für den Münzeinwurf, damit ihr euch euer nächstes virtuelles Leben für Lau erkaufen könnt. Denn eins waren die Spiele früher nicht: Einfach zu gewinnen.

Der Packungsumfang der Capcom Home Arcade fällt recht klein aus. Mehr braucht es aber auch nicht.

Trotz des teils recht simplen Gameplays mit Joystick und zwei Knöpfen haben es die Spiele von früher auch heute immer noch in sich. Nicht zu unrecht gelten einige davon zu den schwersten Videospielen aller Zeiten. Aber das macht auch den Reiz der Arcades aus. Und gerade früher war dieser besonders hoch, da ihr für jedes einzelne Spiel zahlen musstet. So entstand auch der Begriff des Daddelns als Umgangssprache für das Spielen von Videospielen. Ursprünglich beschrieb das Wort das Setzen von Kleingeld bei Glücksspielen.

Vorsicht: Die Capcom Home Arcade sorgt für Suchtgefahr!

Abseits von langen Boot-Zeiten funktioniert der Start per Plug'n'play recht einfach.

Der Nervenkitzel und die hohe Suchtgefahr nach immer höheren Highscores stehen bei der Arcade im Vordergrund und genau dies erreicht Capcom mit seiner Konsole. Wir wollen uns ebenfalls immer wieder selbst herausfordern und noch mehr erreichen als beim letzten Mal. Über eine Wifi-Verbindung könnt ihr zudem eure Erfolge in die Online-Bestenlisten einschreiben lassen. Einzig die bereits erwähnte Schwierigkeit der Spiele bremst hin und wieder den Spaß und führt zu etwas Frustration.

Aber auch da steuert Capcom entgegen. Denn zu zweit macht natürlich alles mehr Spaß und Gegner lassen sich leichter vermöbeln. Wie früher kann ein zweiter Spieler zu jeder Zeit einfach seine Start-Taste drücken und mit ins Getümmel springen. Oder ihr sucht den Besseren unter euch in einem der Beat'em Ups. 

Capcom Home Arcade: Spieler 2 kann jederzeit einsteigen.

Beste Arcade-Qualität von Capcom

Dabei könnt ihr auch immer kräftig auf die Knöpfe hauen, denn die verbauten Elemente sind von Sanwa. Insider kennen die Marke und wissen, dass die Teile fast ewig halten und eine super Haptik besitzen. Diese kommen auch in normalen Arcade-Automaten zum Einsatz und müssen dort selbst bei hoher Belastung fast nie ausgetauscht werden. Aber sollte dies dennoch mal vorkommen – Respekt schon mal, wenn ihr das geschafft habt – könnt ihr die Konsole aufschrauben und Einzelteile austauschen. Aber alles mit Vorsicht bitte!

Allgemein punktet die Home Arcade durch hochwertige Verarbeitung und Materialien. Zwar ist es aus Plastik gefertigt, aber äußerst robust und steht durch das nicht geringe Eigengewicht solide auf eurem Tisch. Dadurch könnt ihr euch zwar nicht entspannt auf der Couch zurücklehnen, aber das ging früher in der Arcade ja auch nicht.

Die Sanwa-Qualität spürt man an jeder Ecke der Capcom Home Arcade.

Allerdings könnt ihr kurz durchatmen, wenn ihr ein Spiel beendet und zu einem anderen wechseln wollt. Die Konsole führt jedes mal eine Art Reboot durch und das dauert leider einige Momente, bis ihr wieder ins Ringmenü für die einzelnen Titel kommt. Dazu müsst ihr Start und Münzeinwurf zusammen drücken, was auch gleichzeitig die Pause-Funktion darstellt. Da hätte es sicherlich eine schönere Lösung für gegeben.

Capcom Home Arcade: Schneller Emulator und satte Farben

Ansonsten überzeugt die Software mit dem verwendeten FB Alpha Emulator. Dieser streamt die Spiele schnell, stabil und mit gutem Sound. Per Option könnt ihr noch Änderungen an der guten alten 4:3 Auflösung vornehmen und auf Stretch-Mode für euren mordernen Fernseher umstellen. Selbst das klappt dank der Kompatibilität der ursprünglichen Auflösung von 384x224 der CPS1+2 Boards mit heutigen 1080p sehr gut. Auf diese Weise habt ihr immer ein scharfes Bild in klassisch schönen Pixeln mit satten Farben.

Der verbaute Emulator macht einen richtig guten Job. 

Das Ganze wird mit einem mitgelieferten 2,5m langen HDMi-Kabel auf euren Bildschirm gespeist. Je nach Gestaltung eures Wohn- oder Zockerzimmers kann es dabei durchaus vorkommen, dass ihr euch noch ein längeres Kabel beschaffen müsst, da die Konsole ja gleichzeitig auch Controller ist. Ebenfalls im Lieferumfang dabei ist ein USB-Stromadapter mit Micro-USB Kabel für die Stromversorgung. Und rein zufällig befindet sich am Gerät selbst noch ein USB-Anschluss, auf den in der beiliegenden Kurzanleitung nicht eingegangen wird. Und das machen wir dann an diesem Punkt auch nicht.

Ich weiß immer noch nicht, was ich zuerst spielen soll

Nur eine Auswahl aus 16 Klassikern der Capcom Home Arcade.

Vielleicht ergibt sich auf diese Weise ja später die Möglichkeit, weitere Arcade-Titel zu den 16 vorhandenen hinzuzufügen. Capcom hat quasi eine Vorauswahl tätigen müssen und die kann sich auf jeden Fall sehen lassen. Dennoch werden dem ein oder anderen seine Lieblingsklassiker fehlen. Hoffen wir einfach mal, dass die dann noch nachkommen. Hier ist eine Auflistung der vorhandenen Titel: 

  • 1944 – The Loop Master (2000)
  • Alien vs. Predator (1994)
  • Armored Warlords (1994)
  • Capcom Sports Club (1997)
  • Caption Commando (1991)
  • Cyberbots: Full Metal Madness (1995)
  • Darkstalkers: Night Warriors (1994)
  • Eco Fighters (1993)
  • Final Fight (1989)
  • Ghouls & Ghosts (1988)
  • Giga Wing (1999)
  • Mega Man: The Power Battle (1995)
  • Progear (2001)
  • Street Fighter II: Hyper Fighting (1992)
  • Strider (1989)
  • Puzzle Fighter 2 Turbo (1996)

Fazit: Auf diesen Wertungsknopf hämmern wir bei der Capcom Home Arcade

Diese Not geben wir der Capcom Home Arcade.

Capcom bringt mit der Home Arcade ein völlig anderes Produkt auf den Markt, als wir es bisher kennen. Ein Vergleich zu den normalen Konsolen lässt sich nur schwerlich ziehen und auch zu anderen Retro-Klassikern wie der SNES-Mini lässt sich dies nur vage tun. So wie die normale Arcade eben auch etwas komplett anderes war und ist. Die Verarbeitung des Geräts ist hochwertig und fast für die Ewigkeit gemacht. Die verbauten Einzelteile und die verwendete Software sind von hoher Qualität und machen schnell klar, warum das Ding eigentlich 230 Euro kostet. Denn solche Controller erhaltet ihr nicht mal eben so nebenan im kleinen Elektrofachhandel. Dafür hätten es aber auch ein paar Spiele mehr sein dürfen. Aber vielleicht kommt da ja von Seiten des Herstellers noch etwas nach. Ansonsten macht es unglaublich Spaß, sich an Knöpfen und Stick auszutoben. Ob ihr alleine immer wieder von eurem eigenem Ehrgeiz aufgefressen werdet oder im Koop eine Party zu zweit veranstaltet: Die Capcom Home Arcade ist sowohl für kurze als auch lange Sessions super geeignet. Und dabei erzeugt die einzigartige Haptik immer wieder das Gefühl, ihr wärt direkt in einer Arcade. Das Design ist vielleicht nicht ganz jedermanns Sache und wirkt anfangs etwas klobig und unflexibel. Dennoch haben wir es mit der Zeit lieben gelernt. So entsteht dank Liebe zum Detail, wie bspw. beim „Player One“- Ring um den Stick, ein unbeschreibliches Gefühl der Nostalgie. Der Preis mag zwar anfangs etwas abschrecken, aber die Capcom Home Arcade bietet allen Enthusiasten, Retro-Fans und Spielhallen-Gängern genau das richtige Set für Zuhause.

PROS

CONS

+ Hoher Spielspaß...

- ...mit hohem Frustlevel

+ Einzigartiges Design...

- ...doch alles andere als schlicht

+ Hohe Verarbeitungsqualität

- Lange Boot-Zeit

+ Erstklassiger Emulator

- Begrenzte Spielauswahl

+ Guter Sound

+ Satte Farben und scharfe Pixel

+ Hoher Spielspaß

Philipp Langheinrich

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