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Children of Morta: Die Indie-Hoffnung für alle Roguelikes?

Children of Morta im Test: Pixeliges Meisterwerk oder mittelmäßiges Roguelike?

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Children of Morta lässt uns in der Haut von sechs kernigen Familienmitgliedern gegen eine boshafte Verderbnis antreten. Was das Roguelike kann, zeigt unser Test.

Schaut man sich die Historie der Spiele des Studios Dead Mage an, so sind die hier zu findenden Namen eher wenig aussagekräftig. Entsprechend mag man sich hier die Frage stellen, ob Children of Morta eine große Ausnahme darstellen kann oder ob man es direkt meiden sollte. Betrachten wir allerdings die ersten zwei Minuten des Spiels, so wird man durch brillante Pixel-Kunst nur so verwöhnt, sodass die Hoffnungen durchaus hoch sind. Ob Children of Morta schlussendlich eine Indie-Perle darstellt, nur etwas für Roguelike-Fans ist oder doch in Vergessenheit versinken sollte, das untersuchen wir im Folgenden. 

Roguelike mit Story

Children of Morta: Roguelike im Pixellook

Das Genre der Roguelike Spiele weist in der Regel einige ganz spezielle Merkmale auf. Wir werden in eine Spielwelt geschmissen und müssen mit unserem Charakter möglichst weit voranschreiten, und das ohne zu sterben. Beißen wir dann doch irgendwann ins Gras, müssen wir zähneknirschend von vorn anfangen. Dieses Spielprinzip wird oft mit Elementen ergänzt, die den langfristigen Spielspaß erhöhen sollen. So können wir unsere Figur aufleven, neue Items und Waffen freischalten, sowie allerlei andere Boni erspielen. Doch eine tiefgreifende Story weisen nur die wenigsten dieser Spiele auf. 

Hier geht Children of Morta einen anderen Weg. Wir finden uns in einer fiktiven Welt wieder, in der sich eine finstere Verderbnis breit gemacht hat. Eine Verderbnis, die schon vor langer Zeit die Welt bedrohte und nun wieder aufzukeimen droht. Und nur die Familie Bergson kann sich dieser in den Weg stellen. Im Laufe des Spiels durchlaufen wir unterschiedliche Levelareale, die jeweils durch einen Erzähler entsprechend begleitet werden. Abseits der Kämpfe finden wir uns im großen Anwesen der Bergsons wieder, welches nicht nur malerisch in prächtigster Pixelgrafik in Erscheinung tritt, sondern auch die ein oder andere Nebengeschichte für uns bereithält. Zusätzlich dazu können wir uns im schützenden Unterschlupf auf unser nächstes Abenteuer vorbereiten.

Das Anwesen der Bergsons ist ein Ruhepol auf unseren Abenteuern.

Die Story wird hier rein durch Optik und den Erzähler an den Spieler transferiert, was im Falle von Children of Morta wunderbar funktioniert und zudem eine der großen Stärken des Titels darstellt. Dabei wird nicht nur die Kernhandlung in den Fokus gesetzt, sondern auch auf die unterschiedlichen Familienmitglieder der Bergsons eingegangen. Im Verlauf des Spiels teilen wir mit der kuriosen Familie sowohl die freudigen als auch die tragischen Ereignisse, mit denen sie umgehen muss.

Ab in den Kampf

Nicht nur im Storytelling kann Children of Morta brillieren, auch die Kämpfe sind äußerst abwechslungsreich inszeniert. Dies ist insbesondere den sechs spielbaren Charakteren zu verdanken, die sich in ihrer Spielweise sehr voneinander unterscheiden und mit einem jeweils eigenen Fertigkeitenbaum daherkommen. Im Laufe unserer Abenteuer sammeln wir so Erfahrung und Münzen, die wir wiederum investieren, um unsere Fähigkeiten und Erfolgschancen zu verbessern. 

Jedes Familienmitglied hat seine ganz eigenen Skills in petto.

Erfahrungspunkte werden in die Fähigkeiten der Charaktere investiert, womit sowohl passive als auch aktive Skills freigeschaltet werden können. Der jüngste Spross der Familie, die kleine Lucy, kann so bspw. Tornados entfachen und mit Trugbildern den Fokus der Gegner von sich ablenken. Familienoberhaupt John stellt hingegen den klassischen Krieger da, der mit gekonntem Einsatz seines Schildes gegnerische Angriffe negieren kann. 

Hinzu kommen noch weitere Archetypen wie eine Bogenschützin, ein Zweihänder-schwingender Kämpfer, ein Martial Artist sowie ein flinker Assassine. Je weiter wir zudem spielen und Fähigkeiten freischalten, desto mehr profitiert die gesamte Familie, denn bestimmte Skills gelten für alle Angehörigen der Bergsons. Etwas schade ist lediglich, dass das Balancing relativ unausgeglichen ausfällt, sodass Fernkämpfer es deutlich leichter haben, im Gefecht zu bestehen. Dafür bietet das Spiel allerdings auch einenlokalen Koop-Modus, der für abendliche Couchsessions ideal geeignet ist. 

Bare Münze ist bitter notwendig, um für die knackigen Endgegner aufzuleveln.

Das Geld hingegen stecken wir in allgemeine Attribute, alternativ aber auch in Wissen. So können Standardwerte wie Angriff, Lebenspunkte und Chance auf kritische Treffer im Laufe des Spiels erhöht werden, aber auch bestimmte Eigenschaften auf den Schlachtfeldern gehören dazu. In den Leveln lassen sich so bspw. Items finden, aber auch Relikte und Glücksbringer, die einerseits aktiv genutzt werden können, um sich zu heilen oder Zauber zu wirken, oder aber passive Boni bringen. Die Wirkdauer dieser, sowie die Chance, solche zu ergattern, kann mit dem nötigen Kleingeld entsprechend erhöht werden. Diese Items gelten allerdings nur für den jeweiligen Run, sodass beim nächsten Ausflug erneut aufgerüstet werden muss. 

Großartige Pixeloptik mit Raum nach oben 

Pixel-Stil: Anfangs ein Augenschmauß, nutzt er sich recht schnell ab.

Man muss leider eingestehen, dass die ersten paar Minuten des Spiels deutlich über den eigentlichen Inhalt des Spiels hinwegtäuschen. Die Pixelkunst in Children of Morta ist durchaus beeindruckend, vor allem da der Titel einige bildgewaltige Darstellungen mit sich bringt. In den zufallsgenerierten Leveln stellt dies aber eher eine Ausnahme dar. Die Levelareale sind natürlich noch immer attraktiv, gehen aber nicht an das Äußerste des Möglichen ran, sodass nach einer Weile etwas mehr Abwechslung wünschenswert gewesen wäre. Ähnliches gilt auch für die Monster im Spiel. Die Gegner sind zwar zahlreich, doch nur allzu schnell hat man sich an diese gewöhnt und wünscht sich mehr Variation und Herausforderung.

Fazit

Für mich als Liebhaber von Indie-Spielen ist es immer wieder eine freudige Überraschung, wenn sich Perlen aus der Masse herauskristallisieren. Mit Children of Morta haben wir es ohne Frage mit einer solchen zu tun. Das Spiel besticht dabei nicht nur durch seine Roguelike-Elemente und der mitreißenden Story, auch sorgt die wunderschöne Pixelgrafik für ein tolles Ambiente. Obendrein ist für Langzeitspielspaß gesorgt, was insbesondere durch die sechs spielbaren Charaktere ermöglicht wird. Etwas schade ist, dass die unterschiedlichen Items im Spiel eine eher untergeordnete Rolle spielen, denn andere Ableger des Genres haben bereits gezeigt, wie viel zusätzliche Motivation das Freispielen und Einsetzen solcher Features generieren kann. Schlussendlich gehört Children of Morta zu den besseren Roguelike Games, welches ohne Frage so manch Spielstunde verschlingen wird, aber gleichzeitig bietet der Titel auch genügend Luft nach oben.

PROS

CONS

+ Wunderschöne Pixelart...

–...die sich auf Dungeons mehr hätte auswirken dürfen

+ Sechs spielbare Charaktere

– Charaktere fragwürdig ausbalanciert

+ Anspruchsvolles Gameplay

– Gegner und Level nicht abwechslungsreich genug

+ Lokaler Koop-Modus

+ Solides und emotionales Storytelling

+ Hoher Wiederspielwert

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