Blutig, intensiv, brutal gut

Chivalry 2 im Test: Von Blut, Verderbnis und Grimmetaten

  • VonDaniel Meyer
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Gradlinig und doch komplexer als der erste Eindruck dies vermuten lässt – Chivalry 2 zeigt im Test seine brutalen Stärken. Doch es gibt auch Nachholbedarf.

Seit Chivalry: Medieval Warfare im Jahr 2011 auf den Markt kam, hat sich einiges getan. Im Grundkonzept bleibt Chivalry seinem Vorgänger treu, doch mit einem weiter verfeinerten Kampfsystem und den nun möglichen 64-Spieler:innen-Geplänkeln geht es nun erst so richtig zur Sache! Und eines sei gesagt: es ist einfach in Chivalry 2 erfolgreich mitzumischen, doch wahrlich meistern werden den Schwertkampf nur wenige.

Name des SpielsChivalry 2
Release (Datum der Erstveröffentlichung)08. Juni 2021
Publisher (Herausgeber)Tripwire Interactive, Deepsilver
SerieChivalry
PlattformenPC, PS4, PS5, Xbox One, Xbox Series X
EntwicklerTorn Banner Studios
GenreMultiplayer Ego-Slasher

Chivalry 2 im Test: Mittelalterlicher Irrsinn für mordsmäßigen Spaß

Nach rund 20 Spielstunden in Chivalry 2 haben wir vieles erlebt. Sind mit Bogen, Armbrüsten, Hellebarden und unter anderen Schwertern in den Kampf gezogen. Haben Gegner mit Felsbrocken, Gemüse und sogar den abgetrennten Köpfen unserer Feinde beworfen, sind zwischenzeitlich im Hinterhof einer mittelalterlichen Siedlung auf dem Plumpfsklo entschwunden, um eine Verschnaufspause zu erlangen und haben in kleinen Deathmatch-Arenen Feinde in 300-Manier in Todesgruben gekickt.

Chivalry 2 versetzt uns in die kuriosesten Schlachtszenen – aber reicht das?

Dabei gilt hervorzuheben, dass es sich hier nur um einen kleinen Einblick in den Irsinn von Chivalry 2 handelt, denn es gibt so viel mehr zu erleben, auch wenn dies meist nur kleine Randnotizen sind. Im Kern geht es einfach nur darum zu metzeln, den Gegner in den Boden zu stampfen und mordsmäßigen Spaß zu haben.

Chivalry 2 im Test: Den Zweihänder wild schwingen oder auf den geeigneten Konter warten?

Das Spielprinzip hinter Chivalry 2 fällt relativ simpel aus. Es begegnen sich zwei mittelalterliche Armeen und müssen mit allen möglichen Mitteln die jeweils eigenen Ziele zu erreichen. Dies kann das Erobern einer Burg, das Töten eines Adeligen oder das Befreien eines gefangenen Helden sein. Mit Stahl und Blut gilt es hier zum Sieg zu schreiten.

Dabei können selbst Neulinge viel Freude haben und schnelle Erfolge erzielen, denn gerade im chaotischen Schlachtengetümmel haben selbst Einsteiger:innen gute Chancen sich zu bewähren. Obendrein wird erfolgreiches Mitmischen direkt belohnt und nicht nur die tatsächlichen Kills gezählt.

Im Schlachtengetümmel von Chivalry 2 kommen selbst Neulinge auf ihre Kosten.

Doch um wirklich bestehen zu können, insbesondere wenn man sich irgendwann in einem Zweikampf wiederfindet, gilt es das Kampfsystem hinter Chivalry tiefgreifend zu beherrschen, welches komplexer daherkommt als man zunächst glauben möchte. So stehen uns vier unterschiedliche Angriffsmanöver zur Verfügung, die jeweils auf ähnliche Art und Weise vom Gegenüber pariert und gekontert werden können.

Dazu ist es jedoch notwendig, in Sekundenbruchteilen die Art des Angriffs zu erkennen und die entsprechende Tastenkombination zu drücken – gar nicht so einfach. Dabei spielen auch angetäuschte Angriffe sowie ein gewisses strategisches Feingefühl eine Rolle, als auch die besonderen Eigenheiten der verschiedenen Waffen.

Chivalry 2: Brutal intensiv, nur der Wiederspielwert wirft Fragen auf.

Verfeinert und erschwert wird das wirkliche Beherrschen des Kampfsystems gerade durch diese zahlreichen besonderen Eigenheiten der unterschiedlichen Waffengattungen. Diese unterscheiden sich insbesondere in drei Aspekten: Wie schnell können diese geschwungen werden, wie schnell durchbrechen diese die Abwehr eines Gegners und wie hoch ist der Schaden am Feind?

Zusätzlich verfügen die unterschiedlichen Klassen des Spiels über eigene besondere Skills: Bogenschützen können beispielsweise kleine brennende Amphoren platzieren, an denen die eigenen Pfeile in Brand gesteckt werden können. Andere Klassen können Brandbomben werfen, Barrikaden errichten, Kriegshörner ertönen lassen und Heilpakete an verwundete Mitstreiter verteilen.

Chivalry 2 im Test: Monetarisierung, Kosmetiks und Langzeitspielspaß

Während das Grundkonzept des Spiels mehr als nur solide ist und insbesondere Spieler:innen abholt, die auf schnelle Action aus sind, ohne sich durch endlose Dialoge zu quälen, so gibt es aktuell auch einige Wermutstropfen zu verkraften. Diese hängen insbesondere mit dem Langzeitspielspaß zusammen, denn dieser kann bereits nach einigen Spielstunden durchaus nachlassen, da das Spiel im Kern für nicht allzu viel Abwechslung sorgt. Sollte man also nicht schon ein absoluter Fan der ersten Stunde dieser Reihe gewesen sein, so stellt sich die Frage, wie lange das Spielprinzip begeistern kann, was jedoch stark vom eigenen Spieler:innen-Typ abhängig ist.

Chivalry 2 überzeugt in Authentizität und Brutalität – Durchhaltevermögen steht auf einem anderen Blatt.

Um den Spielspaß zu erhöhen, dazu wären kosmetische Upgrades erfreulich gewesen. Zwar gibt es hier eine ganze Breite an Optionen, wie wir das Aussehen unserer Charaktere beeinflussen können, allerdings ist die Variation doch eher begrenzt. All diese kosmetischen Möglichkeiten können aber immerhin mit erspielter Ingame-Währung freigeschaltet werden, weshalb es nur umso verwunderlicher ist, dass die Monetarisierungsoptionen vom Entwickler hier nicht annähernd ausgeschöpft werden. Es bleibt zu hoffen, dass Spieler:innen hier mehr Möglichkeiten erhalten, den eigenen Look anzupassen, um aus der Masse weiter herauszustechen, aber auch um zusätzliche Anreize zu erhalten, dem Spiel lange treu zu bleiben.

Chivalry 2 im Test: Fazit zum Schlachten-Epos – Blutig, intensiv, einfach brutal gut

Chivalry 2 im Test: Unser Fazit zum mittelalterlichen Schlachten-Epos.

Chivalry 2 ist blutig, intensiv und einfach brutal gut. Egal ob wir in groß angelegten Belagerungen feindliche Burgen erstürmen oder Feinde auf Mini-Schlachtfeldern an die Gurgel gehen. Chivalry 2 bietet schnelle und actionreiche Schlachten, in denen auch Strategie eine besondere Rolle spielt, sofern die Spieler:innen nicht einfach stupide auf den nächsten Feind in Blickreichweite zustürmen. Besonders besticht das gut umgesetzte Kampfsystem, bei dem sich die Spreu vom Weizen ganz schnell trennt – doch durch die großangelegten 64-Spieler:innen-Schlachten, in denen gleich ganze Pulks von Schwert-, Axt- und Hellebarden-schwingenden Krieger:innen aufeinander eindreschen, haben auch Neueinsteiger:innen gute Chancen, schnell eigene Erfolge zu erzielen. Das einzige Manko an Chivalry 2 ist, dass das Grundkonzept des Spiels größtenteils gleich bleibt, sodass man hier nicht allzu viel Abwechslung erwarten sollte. Wer damit leben kann, der wird mit Chivalry 2 seine wahre Freude haben.

– Ausgezeichnetes Kampfsystem– Abwechslungsreichtum hält sich in Grenzen
– Wunderschöne Levelarchitektur– Kosmetische Möglichkeiten eher begrenzt
– 64-Spieler starke Schlachten– Nur wenige Modi
– Abwechslungsreiches Klassensystem– Teils noch von Abstürzen geprägt
– Schnelle und brachiale Action
– Einfach zu lernen, schwer zu meistern

Rubriklistenbild: © Torn Banner Studios

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