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Pinselt euch euren Weg durch die Stadt Denksa und verleiht ihr neuen Glanz in Concrete Genie

Malen mit den "Backstein Dschinns"

Concrete Genie im Test: Ein kreativer Knirps malt seine Stadt wieder hell

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Der neue PS4-Exklusivtitel "Concrete Genie" ist etwas für kreative Köpfe, denn hier dürft ihr eine ganze Stadt bemalen und ganz nebenbei noch Therapeut spielen.

Die Geschichte von Concrete Genie handelt von einem jungen Teenager Ash dessen Leidenschaft es ist zu zeichnen. Seine Heimatstadt Denska hat ihren alten Glanz durch verschiedene Schicksalschläge verloren: Ein Ölkraftwerk ist kollabiert, wonach die wirtschaftliche Lage der Stadt einbüßen musste. Die Folgen waren fatal. Eine gewisse dunkle, gefährliche Substanz namens „The Darkness“ hat sich überall in der Stadt breitgemacht. Die Einwohner von Denska sind mehr und mehr verzweifelt und ratlos, was die Substanz und allgemeine Lage angeht und haben der Stadt schlussendlich den Rücken gekehrt. 

Somit ist Denska über die Jahre immer mehr vereinsamt und durch "The Darkness" ein gefährlicher und unnahbarer Ort geworden. Ash, der junge Künstler, macht sich auf, um Denska mit seiner Kunst und mithilfe seiner Dschinnis wieder Leben einzuhauchen. Die Dschinn sind lebendige, bunte Kunstwerke von Ash, die sich von Wand zu Wand bewegen können, um dem Jungen bei seiner Aufgabe zu helfen. 

An der Seite eurer Dschinnis schwingt ihr den Zeichenstift.

Wir therapieren unsere Mobber

Ash ist jedoch nicht alleine: Außer ihm treiben sich noch eine Gruppe von anderen Jugendlichen in der Stadt rum. Nicht etwa Freunde von Ash, vielmehr seine persönlichen Mobber. In einem unglücklichen Vorfall wurde ihm von den Mobbern sein Zeichenblock geklaut, dessen Seiten sie dann in der ganzen Stadt verteilt haben. Während Ash auf der Suche ist nach seinen Zeichnungen, jagt ihn das quälende Quartett durch die Stadt und versucht ihm nun auch noch seinen magischen Pinsel zu entreißen. 

Die Gruppe von therapiebedürftigen Mobbern sind Kinder mit schwierigem Hintegrund. Im Tagebuch von Ash stellt sich später heraus, dass er die Kinder zwar hasst, aber auch Mitleid mit ihnen empfindet, was seine sehr empathische Seele wiederspiegelt. Im Verlauf des Spiels lernt Ash immer mehr über die tragische Vergangenheit der Kinder. Als Ash und die Kinder mehrmals über das Spiel verteilt den magischen Pinsel gleichzeitig berühren, kommt es zu einem großen Erinerungsknall, einer Art Flashback mit Szenen aus der traumatischen Kindheit der Mobber. In diesen Szenarien wird Ash immer mehr klar, dass nicht er das Problem ist. Vielmehr sind es ihre eigenen, unschönen Erlebnisse, die so zu solchen Gemeinheiten treiben. 

Seine Mobber lauern im Hintergund

Meditatives Zauberzeichnen

Zu Anfang des Spiels lernen wie die Fähigkeiten kennen, die Ash so drauf hat. Dazu gehören Klettern, seine Dschinnis zu sich rufen und die Wände von Denska mit leuchtend-heller Farbe zu bemalen. Je mehr Ash die Wände von Denska bepinselt, desto mehr bekommt sie ihren alten Glanz zurück. Ash wird von seinen Dschinnis vor die Aufgabe gestellt, den einzelnen Bereichen von Denska neue Farbe zu geben. Hierzu sollen wir anfangs mit Ashs Entwürfen verschiedene leuchtende Kunstwerke unter Glühbirnen malen– Ist der eine Bereich komplett bemalt, schaltet sich das nächste Areal frei. Unter den Entwürfen finden sich leuchtende Pilze, Wasserfälle oder Gras – Dinge, die aus Fabelwelten zu kommen scheinen. Mit dem sich erweiternden Entwurfsarsenal von Ash können wir uns frei entscheiden, wie wir Denska mit neuem Leben füllen.

Mit seinem Zauberpinsel, malt Ash diese Wand voll mit seinen kreativen Entwürfen

Im Laufe des Spiels findet Ash mit Kreide gekritzelte, bunte Dschinis auf dem Boden. Sobald wir welche gefunden haben, fordert uns das Spiel auf, diesen Dschinni an die Wand zu malen. Ash findet zu Anfang rote, dann gelbe und schließlich blaue Dschinnis, also Feuer, Elektro und Wasser-Dschinnis. Einen Strich von oben nach unten und der Oberkörper des Dschinnis ist fertig. Jetzt fehlen noch ein paar optionale Merkmale: Ohren, Fühler oder vielleicht doch ein Geweih? Wie sieht es mit einem Vogelnest auf dem Kopf aus? Hat man sich entschieden, können wir den Dschinni mit der Vierecks-Taste zum Leben erwecken. 

Die Dschinis geben uns immer wieder Vorgaben, welche Entwürfe wir wo hinmalen sollen. Sind die Dschinnis zufriedengestellt, füllen sie unsere magische Tinte auf. Mit der magischen Tinte können wir von der gefährlichen Substanz „The Darkness“ verschmutze Wände übermalen und damit säubern und gleichzeitig verschönern. 

So schön es auch ist, die Wände von Denska zu bemalen. Kreativere Menschen würden sich hier vielleicht ein bisschen mehr Freiheit wünschen. Ein freier Zeichenmodus beispielsweise hätte möglicherweise viel Klasse. Ein Modus bei dem man außerhalb der vorgegeben Entwürfe von Ash die Stadt Denska mit seinen eigenen Zeichnungen bemalen könnte, hätte Potential: Man könnte anderen Spielern online seine farbenfrohen Versionen von Denska zeigen und viel kreativer an die Sache gehen. 

Concrete Genie: Zwischen Meditation und Emotionalität

Mit Ashs Entwürfen hingegen können wir Schmetterlinge, ulkige Totems, Regenbögen oder leuchtend-schimmernde Märchenpilze, an die Wand pinseln. Egal wie man seinen Strich zieht, das Ergebnis ist immer wunderschön, solange man keinen kompletten Grafitti-Salat an die Wand schleudert. Schade ist, dass die Schmetterlinge und Libellen, die man zeichnet, nur kurz erscheinen, ihre Runde fliegen und dann wieder ins Nichts verschwinden. 

Kunstwerke mit Fotomodus verewigen

Der Entwickler Pixelopus hat uns in Concrete Genie mit einem Fotomodus beschenkt, den wir jeder Zeit nutzen können. Wenn wir unsere Meisterwerke oder kleinen Kritzeleien vollendet haben, können wir davon Screenshots und Videos aufnehmen. Der Fotomodus erlaubt uns wie ein Geist jede erdenkliche Position einzunehmen, durch die Welt von Denska zu schweben und nebeinbei mit Leichtigkeit unsere Aufnahmen zu machen. Um die eigenen Screenshots oder Videos weiter zu verschönern, gibt es einen Temperaturregler mit dem man das Klima der Bilder einstellen kann – ein netter kleiner Tweak.

Im Fotomodus haltet ihr eure Kunstwerke für die Ewigkeit fest.

Über die Spielzeit von rund 10 Stunden entsteht so ein Sammelsurium kleiner Kunstwerke, während die Stadt ihre einstige Schönheit zurückerlangt. Schade nur, dass die offene Spielwelt abseits unserer Kritzeleien kaum Anlass bietet, vom vorgezeichneten Weg abzuweichen. Recht schnell in der Geschichte hat Asche nämliche sämtliche Zeichen-Entwürfe zusammen und stößt anschließend nur noch selten auf versteckte Gimmicks wie etwa neue, irrwitzige Kopfbedeckungen für seine Dschinnis. Wir hätten uns über einen steten Fluss kreativer Schablonen, Icons und Co. und damit mehr spielerische Möglichkeiten gefreut.

Jumping Genie

Neben dem Wände Bemalen klettern wir mit dem Teenager von Dach zu Dach, denn Ash ist nicht nur ein hervorragender Maler. Er springt außerdem unrealistisch hoch und macht beim Klettern selbst Ezio Auditore Konkurrenz. Sich wie ein Affe durch die Stadt zu hangeln und den Parkourista raushängen zu lassen, ist eine große Abwechslung zum Malen, denn das wird auf Dauer etwas eintönig. In Grundzügen habt ihr es also mit einem Action-Adventure zu tun, das Schwert gegen Pinsel tauscht.

Klettern und Schwingen sind integraler Bestandteil des Spiels.

Um die Wände von Denska bemalen zu können, muss man mit dem PlayStation Kontroller in die Richtung zeigen, die man bemalen will. Der Entwickler hat sich wohl gedacht, dass es dadurch dem echten Zeichnen einfach am nächsten kommt. Schließlich ist das Spiel eigentlich als VR-Spiel gedacht. Diese Mechanik wurde gut realisiert: Anfangs ist es zwar noch gewöhnungsbedürftig, den Pinsel in die richtige Richtung zu lenken. Glücklicherweise lernt man nach ein paar Wiederholungen schnell beispielsweise einen runden statt einen eckigen Regenbogen zu zaubern.

Concrete Coraline

Die Welt von Concrete Genie bietet eine zur Story sehr passende Atmosphäre. Ash schlittert im Laufe des Spiels von einer emotionalen Situation in die nächste, was die Grafik und die teilweise triste Atmosphäre des Spiels sehr gut widerspiegeln. Grafisch ist das Spiel kein Meisterwerk, aber das haben wahrscheinlich weder die Entwickler noch die Spieler vom Spiel erwartet. Vom Stil könnte man fast sagen, dass die Welt und die Charaktere von Concrete Genie an den Stop-Motion Film Coraline errinern, nur ohne das düstere und bizarre Feeling und mit ein bisschen mehr Comic statt Stop-Motion-Knete. 

Concrete Genie; Nicht immer nur düster.

Das Spiel wird von wohlklingenden, beruhigender Musik begleitet, was das meditative Feeling des Spiels nur noch mehr unterstreicht. Besonders entzückend sind jedoch die Dschinnis des Helden Ash geworden: Lob an die Game-Artists dazu. Während die Dschinnis an den Wänden von Denska vorbeihuschen und frech-fluffig aussehen, machen diese mysteriösen Gestalten Geräusche, die uns wieder zu Kindern werden lassen. Technisch gesehen ist das Spiel einwandrei. Nicht auch nur ein Ruckler oder andere Störungen sind uns beim Spielen aufgefallen – Pluspunkt!

Fazit

Die Vermutung könnte naheliegen, dass gerade Menschen, die auch im echten Leben gerne mal zum Buntstift greifen, sich aus kindlicher Neugierde Concrete Genie kaufen. Auch wenn es wirklich einfach ist, schöne Kunstwerke im Spiel zu zaubern, so ist es für den kreativen Künstler vielleicht ein wenig zu einfach: Entwurf wählen, Strich ziehen, fertig ist das Meisterwerk. Das Bemalen der Wände von Denska ist alles in allem eine sehr meditative Beschäftigung, die uns den Alltagsstress in malerischen Minuten vergessen lässt. Wir wollen euch zwar hier nicht zu viel vorweg nehmen, doch eines lässt sich über das Gameplay noch sagen: Zum Ende hin wird es nochmal richtig „cool“. Ein wirklich überragender Teil des Spiels ist die lebendige und emotionale Geschichte rund um Denska und ihre letzten kindlichen Figuren. Während wir die Stadt Strich für Strich wieder zum Leben erwecken, lernen wir immer mehr über Ash und seine Mobber kennen, konnten uns in sie hineinfühlen und so jede Sekunde mitfiebern. Tatsächlich können wir diese spielerische Therapie jedem Gamer empfehlen, ob jung oder alt, ob kreativ oder unkreativ. 

Pro

Contra

+ Ergreifende emotionale Story (Tränenpotential)

-Wenig malerische Freiheit /Plumpes Ranheften von Entwürfen

+ Schöner Grafikstil à la Tim Burton

-Eher monotones Spielerlebnis

+ Meditatives, verzauberndes Spieleklima

+ Keinerlei Bugs oder Störungen

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