Faster than Light lässt grüßen

Convoy (PS4) im Test: Roguelite-Perle oder schlechter Mad Max-Verschnitt?

  • vonDaniel Meyer
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Convoy setzt auf rapide Echtzeitkämpfe mit zahlreichen Fahrzeugen. Ob das taktische Roguelite in Pixeloptik überzeugt, klärt der Test zur Konsolen-Fassung.

  • Convoy erschien erstmals im Jahr 2015 für den PC.
  • Jetzt kommt das taktische Roguelite auch auf PS4, Xbox One und Nintendo Switch.
  • Im Test berichten wir von unseren Erfahrungen mit der Konsolen-Fassung.

Im Jahr 2012 kam ein Spiel auf dem PC heraus, welches fortan in die Geschichtsbücher des Gamings eingehen sollte: Faster than Light, oder einfach nur kurz FTL. Das minimalistische und doch tiefgreifende und anspruchsvolle Pixelart-Roguelike spielte sich schnell in die Herzen zahlloser Gamer und nur drei Jahre später kam ein ähnliches Spiel auf den Markt, welches von diesem Erfolg eine Scheibe abschneiden wollte – Convoy

Seit dem 8. April 2020 ist der Titel auch für Spieler auf PS4, Xbox One und Nintendo Switch verfügbar, und dank der Retro-Pixelgrafik ist der Titel auch in kaum einer Weise gealtert. Entsprechend stellt sich die Frage, ob das Game auch den süchtig machenden Flair eines FTL transportieren kann. Der Test zu Convoy gibt Antworten.

Convoy im Test: Auch auf der Konsole rollt der Convoy weiter

Dank der Pixeloptik ist Convoy seit dem erstmaligen Release kaum gealtert.

Das Spielprinzip hinter Convoy ist einfach erklärt. Wir stranden mit unserem Raumschiff auf einen verwilderten Planeten und müssen Ersatzteile beschaffen, damit wir diesen verlassen können. Da der Planet bevölkert ist, ist es nicht unmöglich, diese zu ergattern, jedoch gibt es hier verschiedene Fraktionen und eine klar ausgeprägte Mad Max-Ausrichtung, sodass wir mit unserem Convoy, den wir quer über den Planeten navigieren müssen, regelmäßig angegriffen werden. Entsprechend bekommen wir es mit zahlreichen brisanten Fahrzeugschlachten zu tun. Das Grundprinzip: Wir müssen überleben, unsere Ausrüstung und Waffen verbessern und den Convoy um jeden Preis beschützen.

Im Gegensatz zu FTL navigieren wir unsere Fahrzeuge allerdings manuell über den Planeten. Questmarkierungen geben die Richtung an, wo welche Aufgabe zu finden ist. Unterwegs lassen sich zudem weitere Marker vorfinden, an denen wir Nebenquests annehmen und Events erleben können. Dabei bekommen wir es oft mit Multiple-Choice-Auswahlmöglichkeiten zu tun. Manche davon bringen uns weiter und bescheren wertvolle Items, andere bescheren uns nur den nächsten Konflikt. Solche Events sollten in der Regel nicht ausgelassen werden, da wir dadurch Ressourcen, Waffen und Treibstoff ergattern können. 

Gelegentlich gibt es sogar neue Fahrzeuge, denn diese sind im Spiel streng begrenzt. Sollte eines im Kampf zerstört werden, ist dieses tatsächlich verloren, sodass zusätzliche Vehikel durchaus willkommen aufgenommen werden. Aber auch zufällige Begegnungen finden regelmäßig statt, bei denen es sich jedoch oft um feindliche Angriffe handelt. Diese müssen mit aller Kraft abgewehrt werden.

Convoy kratzt im Strategie-Bereich nur an der Oberfläche

Unser Hauptfahrzeug in unserem Convoy muss um jeden Preis beschützt werden – dies ist das oberste Ziel eines jeden Kampfes. Dabei fährt dieses vollautomatisch auf einer horizontalen Ebene und verfügt über bis zu vier Ausrüstungsslots, die beispielsweise mit Minenwerfern, Schutzschilden oder Raketen ausgerüstet werden können. Jedoch sind dies nur minimale Hilfen, denn diese Fähigkeiten haben lange Abklingzeiten. Die Hauptarbeit müssen unsere Begleitfahrzeuge übernehmen.

Convoy im Test: Begleitfahrzeuge erledigen die Arbeit, während das Hauptfahrzeug unaufhörlich weiterfährt.

Jedes Begleitfahrzeug muss von uns individuell gesteuert werden. Je nach ausgerüsteten Waffen können diese so positioniert werden, dass sie möglichst viel Schaden an gegnerischer Panzerung oder an Lebenspunkten anrichten. Wichtig sind zudem Gefahren-Icons, die gelegentlich am Bildschirmrand auftauchen. Diese Ebenen müssen unverzüglich von Fahrzeugen freigeräumt werden, denn hier kommen alsbald Hindernisse ins Bild gerauscht. Fahrzeuge, die mit diesen kollidieren, werden unweigerlich zerstört. Durch Ramm-Manöver können aber auch feindliche Fahrzeuge in solche Bahnen gelenkt werden, was enorm viel Arbeit erspart.

Während der Ansatz der Kämpfe gut gemeint ist, so gehen diese leider nicht weit genug. Hier fehlt es schlussendlich an Spieltiefe, sodass nach kurzer Zeit bereits ein repetitives Spielgefühl zum Vorschein kommt. Zum Vergleich: Dies hat FTL besser gelöst, da die dortige Strategie sehr vielfältig angepasst werden konnte. Dafür fehlt es Convoy leider vor allen an zusätzlichen Spielereien, wie Gadgets und anderen Mechaniken, die für Abwechslung sorgen.

Upgrades für das Hauptfahrzeug sind in Convoy essenziell.

Dafür spielen sich die Kämpfe in Convoy allerdings sehr rasant ab. Zum Glück, gerade für Konsolenspieler, gibt es eine Pausenfunktion, die auf dem Xbox-Gamepad bspw. mit dem Y-Button aktiviert werden kann. Ab hier können wir uns alle Zeit der Welt nehmen, um unsere Fahrzeuge zu koordinieren und Angriffe zu befehligen. Ohne diese Funktion wäre es kaum möglich, alle Fahrzeuge strategisch sinnvoll zu steuern, geschweige denn diese davon abzuhalten, gegen Felsen oder Gebäude zu brettern.

Convoy: Im Fokus stehen Quests und Upgrades

Im Laufe des Spiels stoßen wir auf zahlreiche Nebenevents, in denen wir Bösewichte jagen, Außenposten vernichten oder andere Grausamkeiten anrichten müssen. Das Storytelling ist hier zwar nicht unbedingt schlecht, jedoch ebenso hervorsehbar und repetitiv. Spannende Wendungen und unterschiedliche Storyzweige für spätere Spieldurchgänge wären durchaus wünschenswert gewesen – leider einer von vielen Punkten, in denen Convoy sein Potenzial nicht ausschöpft. 

Upgrades für Fahrzeuge bekommt ihr in Convoy in einem der Shops.

Im Laufe des Spiels stoßen wir auch immer wieder auf verschiedene Außenposten, in denen wir unsere Fahrzeuge aufrüsten und reparieren können. Erbeutete Waffen können hier angebaut werden, sodass wir in den nächsten Gefechten gut gewappnet sind. Dafür stehen uns für jedes Fahrzeug eine unterschiedliche Anzahl an Item-Slots zur Verfügung. Manche sind für offensive und andere für defensive Upgrades ausgerichtet. Schade ist jedoch, dass auch hier zu wenig Abwechslung besteht. Gerade in einem Science-Fiction-Game gäbe es großartige Möglichkeiten abgefahrene Upgrades zu nutzen – leider eine weitere vertane Chance.

Convoy im Test: Fazit zur Konsolenfassung des Roguelite

Convoy im Test: Wie gut ist die Fassung für PS4, Xbox One und Nintendo Switch?

Convoy ist ein ambitioniertes kleines Roguelite, welches leider nicht an die Grenzen seines Potentials geht – dies gilt leider auch fünf Jahre nach dem originalen Release noch immer. Dabei stehen vor allem die fehlenden Individualisierungsmöglichkeiten der einzelnen Fahrzeuge heraus, mit denen wir unser Hauptfahrzeug in allen Kämpfen beschützen müssen. Zusätzliche Waffensysteme, spannende Gadgets und abwechslungsreichere Gameplaymechaniken hätten den Kämpfen mehr taktische Tiefe verleihen können – leider eine versäumte Chance. Im Herzen bleibt Convoy allerdings nichtsdestotrotz ein nettes Roguelite für zwischendurch, welches einen anderen Ansatz verfolgt als so manche Genrevertreter bisher. Und dank ordentlicher Gamepad-Belegung spielt sich Convoy auch auf der Konsole wunderbar.

Pros

Cons

+ Solide Inszenierung mit zahlreichen Quests & Events

- Quests recht repetitiv

+ Rasantes und actiongeladenes Gameplay

- Storytelling meist sehr eindimensional

+ Anspruchsvoll aber auch für Einsteiger zu bewältigen

- Kämpfe schöpfen Potential nicht aus

- Zu wenig Individualisierung bei Waffen, Gadgets und Fahrzeugen

Jetzt seid ihr gefragt! Konntet ihr bereits einen Blick auf Convoy werfen? Verratet uns eure ganz persönliche Testwertung in der Umfrage.

Rubriklistenbild: © Triangle Studios

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