Zwerge im Weltraum

Deep Rock Galactic im Test: Wenn Minecraft auf Left 4 Dead trifft

  • vonDaniel Meyer
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Was lange hackt, wird endlich fertig – Seit zwei Jahren ist Deep Rock Galactic schon im Early Access. Jetzt ist es offiziell erschienen und wir haben es getestet.

  • Deep Rock Galactic ist bereits seit Februar 2018 im Early Access.
  • Am 13. Mai 2020 feierte das Sci-Fi-Abenteuer auf PC und Xbox One seinen offiziellen Release.
  • Der Test zeigt, ob Zwerge im Weltraum auch auf Dauer ein Hit sind.

Kopenhagen, Dänemark – Normalerweise gehören Zwerge dem Fantasy-Genre an, doch mit Deep Rock Galactic bekommen Gamer einen frischen neuen Ansatz abgeliefert. Die uns bekannten Zwerge kommen so wieder in ihrer gewohnt hartnäckigen Art, mit einer Leidenschaft für Edelsteine und Metalle und einer Affinität für Bier daher, doch das Genre ist nun die Science Fiction. Entsprechend finden wir uns hier sowohl in einer Raumstation im Orbit eines fremden Alien-Planeten wieder, als auch in eben diesem, in dem wir Minenarbeiten nachgehen und uns obendrein gegen Alien-Käfer erwehren müssen.

Damit ist auch die Story größtenteils schon erklärt, denn im Auftrag des gleichnamigen Bergbauunternehmens begeben wir uns in Deep Rock Galactic mit bis zu drei Mitstreitern auf Missionen, um ertragreiche Schätze vom Planeten Hoxxes zu fördern. Aber natürlich dreht sich auch viel um das Aufleveln unserer Charaktere sowie um das Freischalten zahlreicher neuer kosmetischer Individualisierungsmöglichkeiten. Während dies zunächst sehr simpel und vielleicht langweilig klingen mag, so entpuppt sich der wahre Spielspaß insbesondere durch das gelungene kooperative Gameplay hinter dem Titel, als auch aufgrund des damit gepaarten, sehr anspruchsvollen, Schwierigkeitsgrads.

Release (Datum der Erstveröffentlichung)

28. Februar 2018 (Early Access)

Publisher (Herausgeber)

Coffee Stain Publishing

Serie

-

Plattformen

PC, Xbox One

Entwickler

Ghost Ship Games

Genres

Shooter, Strategie, Coop

Deep Rock Galactic: Eine Mischung aus Minecraft und Left 4 Dead

Auf Hoxxes via Landungsbohreinheit angekommen, gilt es sich zunächst einmal zu orientieren. Die Level sind allesamt prozedural generiert, was gerade gerade bei Deep Rock Galactic eine ausgesprochen passende Entscheidung im Rahmen der Entwicklung gewesen ist. Im Gegensatz zu anderen Spielen, in denen sich Levelbereiche und Texturen immer wieder wiederholen, spielt dies unterhalb der Erde keine Rolle. Dennoch gilt es hier Vorsicht walten zu lassen, denn der Sturz in gigantische Abgründe kann schnell das Leben kosten und die Mission gefährden.

Während Deep Rock Galactic optisch mit seiner Polygon-Grafik ein kleines wenig an Minecraft erinnert, so kommt der Titel optisch gleichzeitig auch eine ganze Ecke moderner daher und bleibt dennoch sehr ansprechend. Was das Spiel allerdings in erster Linie ausmacht, ist das Graben. So können wir die komplette Levelarchitektur des Spiels mit unserer Spitzhacke verändern. Gibt es eine Ressource weit oben an einer Steilwand, die nur schlecht zu erreichen ist, so stellt dies kaum ein Problem für einen gewieften Zwerg dar. Mit der Spitzhacke wird schnurstracks ein Tunnel gegraben, um an die begehrten Edelmetalle zu gelangen.

Gegner gibt es in Deep Rock Galactic wie Granit in der Mine.

Im Gegensatz zu Left 4 Dead müssen wir uns allerdings hier nicht durch mit Gegnern vollgestopfte Level kämpfen, denn diese halten sich doch recht in Grenzen – zumindest meistens. Brenzlig wird es erst, wenn große Schwärme auf Tour sind. Durch eine Funkmitteilung unseres Arbeitgebers werden wir rechtzeitig gewarnt um uns vorzubereiten, denn unterschätzen sollte man diese nicht - insbesondere auf höheren Schwierigkeitsgraden. Von diesen können wir zum Missionsstart fünf unterschiedliche auswählen, von denen die zwei schwierigsten wirklich nur an Hardcore-Spieler gerichtet sind.

Deep Rock Galactic im Test: Vier Zwerge – ein Team

Auf Hoxxes angekommen, gilt es sich idealerweise im Team zu behaupten. Wir können uns dank eines Serverbrowser schnell anderen Teams anschließen oder hoffen, dass bald Zwerge dem eigenen Spiel beitreten. Zwar können wir auch mit einem kleinen robotischen Begleiter alleine Missionen bestreiten, doch den wahren Wert zeigt das Spiel durch seine kooperativen Gameplaymechaniken. Denn insgesamt stehen uns hier vier unterschiedliche Zwerge bzw. Klassen zur Verfügung, die mit ebenso einzigartigen Waffen und Fähigkeiten daherkommen.

Als besonders spaßig entpuppt sich Deep Rock Galactic erst im Koop mit anderen Spielern.

Da diese Gameplaymechaniken aufeinander aufbauen ist Teamplay Trumpf. So haben wir bspw. einen Scout, der Leuchtkörper verschießen und mit einem Greifhacken schnell auch entlegene Areale erreichen kann. Der Ingenieur hingegen kann Turrets bauen und mit einer Bauschaum-Waffe künstliche Plattformen verschießen. Mit diesen Plattformen kann man zwar auch simpel eine improvisierte Treppe bauen, doch da die Munition begrenzt ist, ist es ratsamer, dass der Scout mit dem Greifhaken hier schnell aushilft. Schlussendlich ist es egal, wer die Mineralien einsammelt, denn sie landen eh in der gemeinsamen Kasse. Die zwei letzten Klassen sind der Gunner, der mit enormer Feuerkraft und verschießbaren Seilbahnen daherkommt, sowie der Driller, der mit Leichtigkeit Tunnel in den Fels bohren und dem Team neue Wege eröffnen kann.

Die Deep Rock Galactic-Formel: Collectables, rare Gegner und abwechslungsreiche Missionen

Damit Deep Rock Galactic auch auf Dauer unterhalten kann, bedarf es Abwechslung. Diese könnte zwar größer ausfallen, doch beklagen kann man sich hier nicht wirklich. So warten bspw. Level mit unterschiedlichen Biomen wie Lava oder Eis auf uns, in denen sich plötzlich Erdspalten bzw. Gletscherspalten auftun, Feuersäulen aus dem Boden schießen oder eisige Winde uns das Navigieren erschweren. Aber auch gibt es viele unterschiedliche Missionstypen, in denen bspw. auch mal Eier der fiesen Alien-Käfer von Hoxxes ergattert werden müssen oder eine Bohrstation wieder in Betrieb genommen werden will. Zusätzliche verborgene Schätze, die neue kosmetische Items freischalten, erhöhen den Langzeitspielspaß noch weiter.

Deep Rock Galactic: Die Individualisierungsmöglichkeiten im Spiel sind vielfältig.

Da jeder Charakter individuell aufgelevelt werden muss, gibt es mit jedem Stufenaufstieg auch neue freischaltbare kosmetische Änderungen im Ingame-Shop zu kaufen, in denen erbeutete Ressourcen investiert werden müssen. Durch das Absolvieren bestimmter Herausforderungen erhalten wir zudem Skillpunkte, die in einem Fähigkeitsbaum investiert werden können. Auf diese Weise können zusätzliche passive und aktive Boni freigeschaltet werden, um unsere Chancen weiter zu verbessern. Es lassen sich auf diese Weise sogar Alienkäfer zähmen, die fortan für uns bis zum Tod kämpfen.

Test zu Deep Rock Galactic: Im Dunkeln ist schlecht Munkeln

Eine weitere Stärke hinter Deep Rock Galactic ist das düstere Spieldesign. Da wir in den tiefsten Eingeweiden eines Planeten sind, gibt es hier natürlich kein Tageslicht. Neben unserer Helmlampe, die nur wenige Meter weit erstrahlt, stehen uns noch kleine Leuchtstäbe zur Verfügung, die wir durch die Tunnelgänge werfen können. Die Anzahl dieser ist auf wenige Stück limitiert, allerdings laden sich diese mit der Zeit auch wieder auf, sodass neue Stäbe geworfen werden können. 

Dank HDR-Technik kommen Dunkelheit und Lichteffekte in Deep Rock Galactic besonders glänzend zur Geltung, vorausgesetzt man verfügt über einen kompatiblen Fernseher. Das Licht kann auch schnell ausgehen, wenn man mal hastig durch die Gänge streifen muss, doch dies sollte nach Möglichkeit vermieden werden, insbesondere wenn ein fieser Käferschwarm euch jagt.

Deep Rock Galactic im Test: So gut schneidet die zwergische Mischung aus Minecraft und Left4Dead ab

Deep Rock Galactic im Test: So gut schneidet das unterirdische Abenteuer bei uns ab.

Deep Rock Galactic ist ohne Frage eine kleine Überraschung. Während das Spiel auf dem ersten Blick sehr unscheinbar und vielleicht sogar repetitiv wirkt, so besticht der Titel insbesondere durch das kooperative Gameplay, die stimmungsvolle Atmosphäre, den stumpf-zwergischen Humor und den anspruchsvollen Schwierigkeitsgrad. Etwas schade ist zwar, dass der Titel auch nach einer langen Preview-Phase noch immer markante technische Probleme aufweist, jedoch halten sich diese glücklicherweise noch einigermaßen in Grenzen. Besonders allerdings sprechen uns die komplett zerstörbaren Level an, etwas was ich mir seit Red Faction für deutlich mehr Spiele wünsche. Entsprechend ist Deep Rock Galactic ein gelungener Mix aus Mining, Shooter und kooperativem Gameplay – und das mit einem Trupp cooler Zwerge auf einem Alien-Planeten.

Pro

Con

+ Komplett zerstörbare Level

- Dialoge teils monoton

+ Grandioses kooperatives Gameplay

- Interface noch zu stark auf PC ausgerichtet

+ Coole Zwerge

- Stellenweise noch verbuggt (technisch)

+ Sehr unterschiedliche Klassen

+ Smarte Gadgets und abwechslungsreiche Missionen

+ Anspruchsvoller Schwierigkeitsgrad

Jetzt seid ihr gefragt! Habt ihr Deep Rock Galactic schon im Early Access gespielt oder erst zum Release vom zwergischen Weltraumabenteuer gehört? Verratet uns eure ganz persönliche Testwertung in der folgenden Umfrage!

Rubriklistenbild: © Ghost Ship Games

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