Sackschwerer Dungeoncrawler

Deep Sky Derelicts im Test: Mehr als nur ein Abklatsch von Darkest Dungeon

  • vonDaniel Meyer
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Deep Sky Derelicts ist ein knallhartes Roguelite im düsteren Sci-Fi-Setting. Ob Spieler mehr als ein Abklatsch von Darkest Dungeon erwartet, zeigt der Test.

  • Deep Sky Derelicts erschien bereits 2017 für den PC.
  • Die Definitive Edition erscheint am 24. März 2020 auch für PS4, Xbox One und Nintendo Switch.
  • Deep Sky Derelicts tritt in die Fußstapfen von Darkest Dungeon und ist ein knallharter Dungeoncrawler.

Jyväskylä, Finnland – Fans des Roguelite-Rollenspiels Darkest Dungeon werden sich mit dem neuen Deep Sky Derelicts gleich zu Hause fühlen. Dies ist kein Zufall, denn inhaltlich ähnelt das neue Spiel von Snowhound Games und 1C Company dem düsteren Nischenhit deutlich, und zugleich verleihen neue Gameplay-Mechaniken dem Titel ein brandneues Spielgefühl. Im Herzen kommt auch Deep Sky Derelicts sehr düster daher, bietet enorm hohen Anspruch und punktet ebenso mit einem klassischen Comic-Stil, anstelle von hochauflösender Grafikpracht. 

Während das Spiel bereits seit 2017 auf dem PC via Steam verfügbar ist, können nun auch Besitzer von PS4, Xbox One und Nintendo Switch einen Blick in das Space-Abenteuer werfen, denn seit dem 24. März ist die Definitive Edition des Spiels im Handel. Aber kann der Titel auch langfristig begeistern oder verschwindet der anfängliche Enthusiasmus durch die Luftschleuse in die Weiten des Weltraums? Unser Test zu Deep Sky Derelicts gibt die Antwort.

Deep Sky Derelicts im Test: Tiefgreifendes Klassensystem mit Erklärungsnot

Deep Sky Derelicts: Komplexes Spiel in einer düsteren Welt.

In den Tiefen des Weltraums werden wir damit beauftragt, ein mysteriöses Mutterschiff zu finden. Worum es sich dabei genau handelt, oder warum dies so wichtig ist, bleibt vorerst im Unklaren, doch dafür haben wir immerhin ein Ziel und eine Bezahlung winkt auch. Auf unserer Reise müssen wir entsprechend Hinweise sammeln, um schlussendlich unserem Ziel näherzukommen. Auf dieser Reise steuern wir unterschiedlichste Standorte an, die es zu erforschen gilt. Abseits von Nebenquests winken hier auch zahlreiche Schätze, aber ebenso wimmelt es nur so von Robotern, Aliens und feindlich gesinnten Plünderern. Obendrein können wir neutralen NPCs gegenüber durchaus negativ gesinnt sein und uns deren Eigentum aneignen.

Doch bevor diese lange und anstrengende Reise startet, gilt es zunächst drei Charaktere zu erstellen. Ihr habt die Wahl aus unterschiedlichsten Klassen wie dem Leader, den Tracker und dem Scrapper, die mit unterschiedlichen Spezialisierungen daherkommen und auch im späteren Verlauf, dank besonderer Skillbäume, sehr individuell angepasst werden können – eine der größten Stärken von Deep Sky Derelicts, denn im Feintuning ist hier enorm viel möglich. Diese Vielschichtigkeit ist jedoch ein zweischneidiges Schwert, denn gerade Neueinsteiger werden sich zu Beginn des Spiels schwertun, die unterschiedlichen Attribute und Spielmechaniken zu verstehen. Dies hängt nicht nur aber auch mit dem Kartensystem des Titels zusammen, denn Aktionen führt ihr in Deep Sky Derelicts mithilfe von Sammelkarten aus.

Deep Sky Derelicts: Mit Sammelkarten zum Sieg

Das Besondere an Deep Sky Derelicts ist das Sammelkarten-System, welches mit einem besonderen Kniff daherkommt. Nicht etwa sammeln wir Karten und rüsten diese aus, sondern unsere Ausrüstung selbst stellt uns diese Karten zur Verfügung. Besondere Schuss- oder Nahkampfwaffen spendieren uns bspw. ebenso besondere Angriffskarten, wohingegen andere Items Gegner manipulieren, Schutzbarrieren errichten oder uns Buffs an Teammitglieder verteilen lassen. Dies ist aus zweierlei Hinsicht brillant. Zum einen werden die Karten in direkten Zusammenhang mit der Ausrüstung der Charaktere gebracht, die dadurch Vorzüge erhalten und auf der anderen Seite gilt es hier klar zu taktieren, ob bis an die Zähne ausgerüstet Sein wirklich Sinn ergibt oder eine Reduzierung der Karten eine schlankere Strategie bieten soll.

Deep Sky Derelicts: Mithilfe von Sammelkarten bestreiten wir Kämpfe im Spiel.

Dabei spielen aber nicht nur Angriffsfähigkeiten eine besondere Rolle, auch dürfen die zahlreichen Buffs und Debuffs der Karten nicht unterschätzt werden. Da Deep Sky Derelicts alles andere als leicht ist, gilt es hier sehr vorsichtig zu agieren, denn sonst erleiden unsere Teammitglieder Schaden oder segnen das Zeitliche. Diese können zwar auf der heimischen Raumstation geheilt und sogar wiederbelebt werden, jedoch ist dies keinesfalls günstig, zumal Geldmittel auch für Forschung und spezielle Items gebraucht werden. Und die nötigen flüssigen Mittel wollen erst einmal verdient werden, sei es durch den Verkauf geplünderter Materialien oder durch Belohnungen von Quests.

Deep Sky Derelicts setzt auf Kachelsystem statt Sidescrolling

Im Gegensatz zu Darkest Dungeon und dem spieleigenen Radiant Mode bewegen wir unsere Gruppe nicht durch zweidimensionale Level. In Deep Sky Derelicts von Snowhound Games aus dem finnischen Jyväskylä steuern wir unsere Party stattdessen über eine gekachelte Karte und können dabei zwischen den Modi Stealth, Normal und Rush wechseln. Das Besondere daran ist, dass wir bspw. via „Rush“ deutlich schneller die Gegenden erforschen können, und zwar mit weniger Energieverbrauch. Richtig gehört: Wir verbrauchen pro Zug Energie, die ebenso in Kämpfen benötigt wird. 

Deep Sky Derelicts setzt auf ein komplexes Kachelsystem und hebt sich damit von Darkest Dungeon ab.

Am ehesten ist dies mit Sauerstoff zu vergleichen. Geht uns diese Energie aus, verlieren unsere Gruppenmitglieder stetig Lebenspunkte bis sie sterben. Entsprechend gilt es hier genau zu taktieren und stets auch den Rückzug im Hinterkopf zu behalten. Der einzige Nachteil am Rush-Modus von Deep Sky Derelicts: Sollten wir hier auf Gegner stoßen, haben diese den taktischen Vorteil. So können wir zum Start keine Angriffe ausführen und müssen uns mit defensiven Karten begnügen.

Auf der Kachelkarte selbst können wir die Gegend für einen kleinen Energieaufwand auch scannen. Dank dieser Funktion von Deep Sky Derelicts können wir im näheren Umkreis interessante Punkte aufdecken. Seien dies Feinde, Questmarker, NPCs oder verborgene Schätze. Die NPCs, auf die wir hier stoßen können, kommen in unterschiedlichster Variation daher. Manche sind feindlich gesinnt, andere geben uns Quests und wieder andere können sogar von uns ausgeraubt werden. Natürlich können wir mit diesen auch friedlich auseinander gehen, doch wenn Erfahrungspunkte und mögliche Ausrüstung winken, ist eine solche Entscheidung nicht immer einfach.

Deep Sky Derelicts im Test: Fazit zum anspruchsvollen Dungeoncrawler aus Finnland

Deep Sky Derelicts im Test: Mehr als nur ein Abklatsch von Darkest Dungeon.

Deep Sky Derelicts beschreitet zwar keinen neuen Pfad, dafür aber wartet der Titel mit einer attraktiven Spieltiefe und vor allem einer Spielmechanik auf, die sich deutlich von Darkest Dungeon abhebt. Glücklicherweise verliert sich der Titel dabei nicht in seiner eigenen Existenz, sodass hier durchaus zahllose Spielstunden und Nervenkitzel am Start sind. Entsprechend kann sich für Roguelite-Fans durchaus ein Blick lohnen, insbesondere wenn man eine Vorliebe für Taktik-Games hat. Gerade das düstere Ambiente, das ständige Risiko, Teammitglieder zu verlieren oder ganz ausgelöscht zu werden, gepaart mit dem einzigartig inszenierten Sammelkarten-Kampfsystem, macht Deep Sky Derelict zu einem ganz besonderen Spiel.

Pros

Cons

+ Düsteres und packendes Design

- Spielmechaniken nicht tiefgreifend genug erklärt

+ Nervenkitzel durch ständige Gefahren

- Große Hürde für Einsteiger

+ Hoher Anspruch

- Durch Autoscrolling werden Dialogoptionen oft versehentlich aktiviert

+ Große Individualisierungsmöglichkeiten der Charaktere

+ Intelligentes Sammelkarten-Kampfsystem

Jetzt seid ihr gefragt! Habt ihr euch an Darkest Dungeon abgerackert und jetzt auch Deep Sky Derelicts eine Chance gegeben? Welche Testwertung gebt ihr dem Spiel? Verratet es uns in der Umfrage!

Rubriklistenbild: © Snowhound Games

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