Demon Slayer: The Hinokami Chronicles
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Demon Slayer: The Hinokami Chronicles im Test – Die neue Shonen-Ära tritt in große Fußstapfen

Passend zur 2. Staffel

Demon Slayer: The Hinokami Chronicles im Test – Die neue Shonen-Ära tritt in große Fußstapfen

  • Henrik Janssen
    VonHenrik Janssen
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Mit Demon Slayer: The Hinokami Chronicles wird der nächste Anime-Brawler ins Rennen geschickt. Im Test haben wir die Anime-Umsetzung auf Herz und Nieren geprüft.

Hamburg, Deutschland - Lange war es still um Anime-Umsetzungen in der Videospielbranche. Mit Demon Slayer: The Hinokami Chronicles meldet sich Sega mit einem brachialen Werk zurück. Kaum ein Anime genießt einen größeren Hype als Demon Slayer. Doch kann die Videospiel-Umsetzung mit dem Erfolg der Serie mithalten, oder handelt es sich hier nur um einen Cashgrab? Das haben wir in unserem Test zu Demon Slayer: The Hinokami Chronicles auf der PS5 für euch herausgefunden.

Name des SpielsDemon Slayer: The Hinokami Chronicles
Release (Datum der Erstveröffentlichung)15. Oktober 2021
Publisher (Herausgeber)Sega
SerieDemon Slayer
PlattformenPS4, PS5, Xbox One, Xbox Series X, PC
EntwicklerCyberConnect2
GenreKampfspiel, Action

Demon Slayer: The Hinokami Chronicles im Test – Videospiel-Umsetzung muss in große Anime-Fußstapfen treten

Als Demon Slayer im Jahre 2019 debütierte, hätten wohl nur die Wenigsten damit rechnen können, dass der Anime eine neue Ära an Shonen einleiten würde. Die Anime-Umsetzung aus dem Hause Ufotable legte einen unglaublichen Erfolg hin und konnte gleich mehrere Awards abräumen. Die Geschichte um den jungen Tanjirō, der seine ganze Familie verlor, zog Millionen an Anime-Fans in seinen Bann.

Demon Slayer: The Hinokami Chronicles im Test – Die Zwischensequenzen lassen sich sehen

So schloss Demon Slayer innerhalb kürzester Zeit zu Szene-Größen wie One Piece oder Attack on Titan auf. Die Faszination ließ auch nach Beendigung der ersten Anime-Staffel nicht ab. Der Manga verkaufte sich millionenfach und der Kino-Ableger zu Demon Slayer wurde schnell zum erfolgreichsten Anime-Film aller Zeiten. Mit Demon Slayer: The Hinokami Chronicles soll die Geschichte nun auch auf als interaktive Version auf die heimischen Konsolen gebracht werden. In unserem Test haben wir das Kampfspiel auf der PS5 unter die Lupe genommen.

Demon Slayer: The Hinokami Chronicles im Test – Der Story Modus geht keine Wagnisse ein und fährt die sichere Schiene

Demon Slayer: The Hinokami Chronicles bietet dem Spieler zwei verschiedene Modi. In unserem Test kümmern wir uns zuerst um den Story-Modus. Wie Eingangs erwähnt ist die Geschichte von Demon Slayer ein Meisterwerk. Dies versucht The Hinokami Chronicles nahezu 1:1 nachzuahmen.

Wir spielen die Handlung der ersten Staffel von Demon Slayer und dessen Film-Ableger Mugen Train im Spiel nach. Unser Hauptprotagonist Tanjirō hat nach einem Dämonen-Angriff seine gesamte Familie verloren. Nur noch seine Schwester Nezuko ist übrig, doch leider wurde sie ebenfalls in einen Dämonen verwandelt. Die Bindung der beiden Geschwister ist jedoch so groß, dass Nezuko ihre niederen Triebe als Dämon in Zaum halten kann. Zusammen mit seiner Schwester macht sich Tanjirō auf den Weg ein Demon Slayer zu werden.

Demon Slayer: The Hinokami Chronicles im Test – Viele Modi gibt es nicht

Demon Slayer: The Hinokami Chronicles geht den sicheren Weg. Das Spiel hält sich sehr stark an die originale Story und hat so gut wie keine Abweichungen. So gibt es zwar begehbare Passagen im Spiel, welche uns die Möglichkeit geben sollen, aus dem Anime bekannte Schauplätze etwas näher zu erkunden, diese sind jedoch sehr linear und ziehen das Pacing des Spiels herunter. Nach der ersten begehbaren Passage in Demon Slayer: The Hinokami Chronicles hatten wir uns in unserem Test bereits sattgesehen.

Innerhalb dieser Passagen könnt ihr mit NPCs sprechen. Die Dialoge sind nicht vertont, durch die Interaktion lassen sich jedoch Erinnerungsfragmente, kurze animierte Videos, freischalten. Die Qualität dieser Clips ist sehr hoch und kommt dem Anime nahe. Am liebsten hätten wir dennoch auf diese vorgegaukelte „Freiheit“ in der Spielwelt von Demon Slayer: The Hinokami Chronicles verzichtet.

Insgesamt wird der Story-Modus den Fans des Animes gefallen. Auf unserer Reise treffen wir nicht nur unsere Verbündeten Zenitsu und Inonuske, sondern auch einige Antagonisten, welche wir in spektakulären Boss-Kämpfen das Handwerk legen müssen. Die Atmosphäre wird durch die originalen Synchronsprecher aus dem Anime abgerundet. So sind sowohl die englische als auch die japanische Synchronisation in Demon Slayer: The Hinokami Chronicles auswählbar. Eine deutsche Vertonung gibt es Szene-üblich nicht.

Demon Slayer: The Hinokami Chronicles im Test – Die Story im Spiel gleicht dem Anime

Auch wenn wir insgesamt mit der Umsetzung des Story-Modus zufrieden sind, sehen wir jedoch einiges an verschenkten Potenzial. Das Entwicklerteam aus dem Hause CyberConnect2 hätte auch einen ganz anderen Weg für ihre Geschichte wählen können. Ein Blick in Richtung Konkurrenz hätte nicht geschadet. Stellt euch vor, man hätte ähnlich wie in A.O.T. 2, dem Videospiel-Ableger von Attack on Titan, auch seinen eigenen Charakter erstellen können. Dieser hätte in die Story von Tanjiro und Co. sicherlich ebenfalls einen Platz gefunden. Für die gesamte Story von Demon Slayer: The Hinokami Chronicles brauchten wir in unserem Test rund 10 Stunden. Einen großen Wiederspielwert hat das Spiel von Sega leider nicht.

Demon Slayer: The Hinokami Chronicles im Test – Gameplay riecht stark nach Naruto – Man bedient sich am eigenen Werk

In unserem Test widmen wir uns als Nächstes dem anderen Spielmodus von Demon Slayer: The Hinokami Chronicles und dessen Gameplay. Neben dem Story-Modus habt ihr auch die Möglichkeit, euer Können im Versus-Modus unter Beweis zu stellen. Hier begebt ihr euch in einen dreidimensionalen Arena-Fight. Das Charakter-Roster in Demon Slayer: The Hinokami Chronicles ist überschaubar. So werden euch zwar 18 verschiedene Charaktere zur Auswahl gestellt, davon sind jedoch nur 12 Stück eigenständige Kämpfer. Bei den restlichen sechs handelt es sich um sogenannte Echo-Fighter. Diese unterscheiden sich nur im Äußerlichen von einem bereits bestehenden Charakter. Im Gameplay gibt es jedoch keine Unterschiede. So könnt ihr beispielsweise als Zenitsu in Schuluniform spielen. Lediglich die Animation seiner ultimativen Fähigkeit unterscheidet sich vom ursprünglichen Charakter.

Das eher klein gehaltene Charakter-Roster macht einiges her. Jeder Kämpfer hat seine Besonderheiten und es macht Spaß, sie alle zu trainieren und zu meistern. Der Online-Modus ist dabei ziemlich fordernd, doch leider gibt es hier kaum Langzeitmotivation. Die 12 Charaktere können in Demon Slayer: The Hinokami Chronicles aber wirklich aufblühen. Hier wurde von CyberConnect2 Qualität über Quantität gestellt.

Demon Slayer: The Hinokami Chronicles im Test – 12 (18) Charaktere stehen euch zur Auswahl

Außerdem blieb dem Entwicklerteam bei der Auswahl der spielbaren Kämpfer nahezu keine andere Wahl, stellte der Anime von Demon Slayer schließlich nicht viel mehr Charaktere in der Handlung der ersten Staffel vor. In der nächsten Zeit wird Sega jedoch weitere Fighter per DLC nachliefern. An Szene-Größen wie Naruto wird man in Hinblick auf die Charakter-Auswahl nicht herankommen.

Demon Slayer: The Hinokami Chronicles im Test – Die Endgegner haben ganz besondere Movesets parat

Apropos Naruto. Beim Spielen von Demon Slayer: The Hinokami Chronicles wird eines schnell klar. Die Ähnlichkeiten zu der Naruto Ultimate Ninja Storm-Reihe sind nicht von der Hand zu weisen. Dies ist jedoch nicht verwunderlich. Schließlich stammen sowohl die Naruto-Spiele, als auch Demon Slayer: The Hinokami Chronicles aus der Schmiede von CyberConnect2. Die Health-Bar und Mana-Bar gepaart mit unterstützenden Kämpfern. Nicht nur Tanjiro mit seiner ausgeprägten Nase riecht hier eine Menge an Naruto-Elementen. Abstriche gibt es dafür nur in der B-Note. Beim grundsätzlichen Gameplay konnten wir keine größeren Kritikpunkte in unserem Test finden. Hier zeigt Demon Slayer: The Hinokami Chronicles sein Können und brilliert auf ganzer Linie. Die bildhübschen Sequenzen bei der ultimativen Fähigkeit setzen dem Gameplay noch das i-Tüpfelchen auf.

Demon Slayer: The Hinokami Chronicles im Test - Zeitlose Grafik mit wunderschönen Nuancen

Neben den Last Gen-Konsolen und dem PC ist Demon Slayer: The Hinokami Chronicles auch für die Next Gen-Konsolen PS5 und Xbox Series X erschienen. Ist der Ableger den Status Next Gen wert? Die Antwort ist ein Jein. Die verwendete Grafik ist nicht bahnbrechend und dennoch zeitlos. Alle Finisher-Squenzen während der Kämpfe sind zudem ein echter Hingucker. Demon Slayer: The Hinokami Chronicles ist grafisch nicht das Next Gen-JRPG, auf das wir gewartet haben, doch das möchte es mit seinem zeitlosen Stil auch nicht sein.

Demon Slayer: The Hinokami Chronicles im Test – Die Finisher sind eine Augenweide

Demon Slayer: The Hinokami Chronicles im Test - Schwierigkeitsgrad ist erschreckend gering

Dark Souls hat für das JRPG-Genre einen neuen Maßstab in Sachen Schwierigkeitsgrad gesetzt. Dass jedoch nicht alle Videospiele aus dem Land der aufgehenden Sonne bockschwer sein müssen, stellt Demon Slayer: The Hinokami Chronicles unter Beweis. Das Spiel ist wirklich nicht schwierig. Gute Ansätze liefert Demon Slayer: The Hinokami Chronicles bei den Bosskämpfen. Jeder Boss hat ein eigenes Verhaltensmuster, was es zu studieren gibt.

Demon Slayer: The Hinokami Chronicles im Test – Die Endgegner haben ganz besondere Movesets parat

Dieses konnten wir jedoch bereits beim ersten oder zweiten Versuch lesen und bezwingen. Falls ihr mehr Versuche braucht, um einen Boss zu besiegen ist das keine Hürde. Demon Slayer: The Hinokami Chronicles habt ihr so viele Versuche pro Gegner wie ihr wollt. Wir fühlten uns während unseres Tests leicht unterfordert. Auch die fehlende Option, den Schwierigkeitsgrad zu ändern, schlug uns aufs Gemüt.

Demon Slayer: The Hinokami Chronicles im Test - Unser Fazit: Ein würdiger Ableger der Reihe, ohne große Risiken einzugehen

Demon Slayer: The Hinokami Chronicles im Test - Wertung 7.0

Demon Slayer: The Hinokami Chronicles ist ein guter Anime-Fighter und hebt sich mit seinen tollen Zwischensequenzen und rundum gelungenen Gameplay von der Konkurrenz ab. Was uns fehlte, war der Mut, über den Tellerrand hinauszublicken. Demon Slayer: The Hinokami Chronicles geht keine Risiken ein. Weder in der Erzählung noch bei der Auswahl der Modi. Beim Spielen wird einem recht schnell deutlich, dass hier Potenzial an den falschen Punkten verschenkt wurde. Auch im Gameplay stützt sich Entwickler CyberConnect2 voll und ganz auf die eigenen Werke. 12 Charaktere genügen, um für den Moment den Reiz nicht zu verlieren, doch ohne Langzeitmotivation im Online-Modus und einer relativ kurzen Story, läuft Demon Slayer: The Hinokami Chronicles Gefahr, vergessen zu werden. Der Sprung von Tanjiro und seinen Freunden auf die Videospiel-Plattformen war kein großer, aber dennoch ist die Landung geglückt. Mit Demon Slayer: The Hinokami Chronicles ist der Startpunkt für potenzielle Nachfolger gesetzt. Ob wir in der Zukunft ein Demon Slayer-Spiel mit mehr Mut zu sich selbst sehen werden, bleibt abzuwarten.

ProContra
+ Beeindruckendes Gameplay- Story etwas zu kurz und 1:1 wie im Anime
+ 12 einzigartige Charaktere die man unbedingt meistern will- Weitere Charaktere kommen erst per DLC
+ Zeitlose Grafik gepaart mit Zwischensequenzen die dem Anime nahe kommen- Keine Langzeitmotivation
+ Originale Synchronsprecher

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