+
Doom Eternal: Ein richtig echtes Videospiel in der Vorschau.

Höllenspaß der alten Schule

Doom Eternal Vorschau: Ein richtig echtes Videospiel

  • schließen

Leicht verspätet und höllisch schwer – Wir haben Doom Eternal vor Release angespielt und verraten, warum ihr es mit einem richtig echten Videospiel zu tun bekommt.

Videospiele sind ganz schön komisch geworden, oder? Mittlerweile gibt es Dialogoptionen und multiple Enden, damit sich jeder seine ganz eigene Erfahrung zusammenstricken kann. In Not weisen leuchtende Pfeile uns immer den rechten Weg und sich über Munition, Schild- oder Lebensenergie zu sorgen ist einfach rausgeschmissene Zeit. Wer heute ein Videospiel in die Finger bekommt, wird eigentlich mit einem gut bekömmlichen, interaktiven Blockbuster-Spektakel konfrontiert. Wem das noch immer sauer aufstößt, der bekommt Magenpillen in Form von Spielassistenten oder extra leichten Schwierigkeitsgeraden gleich auf dem Silbertablett dazu geliefert. 

Schaut man zurück, was Videospiele beispielsweise in den 90ern waren, man könnte von einem echten Wandel des Mediums sprechen – also, wenn man das denn möchte. Ab und an gibt es sie nämlich doch noch, diese rauen Spiele, die sich nicht um Befindlichkeiten scheren, sich unnötigem Storyballast entledigen und sich um das kümmern, was schon fast in Vergessenheit geraten ist: So ein richtig echtes Videospiel zu sein. Doom Eternal ist so ein Spiel. Davon konnten wir uns vergangene Woche auf einem Preview-Event in Berlin selbst überzeugen

Doom Eternal: Nicht zimperlich mit handgemachter Action.

Doom Eternal: Einmal gegen den Strich

Es ist schon ziemlich lange her, dass sich in einem aktuellen AAA-Spiel solch Rudimente einer vergangenen Zeit wie etwa Extraleben finden ließen. Einst eine strahlende Ikone des Videospiels, das auch dem Medium fremden Personen direkt etwas sagte, geriet das System der mehreren Chancen irgendwann in Vergessenheit. In Doom Eternal gibt es sie aber noch. Aber nur, wenn man die Augen auch wirklich geöffnet lässt und seine Umwelt erkundet. In die Klippe rechts neben dem imposanten, dämonisch ausschauenden Berg ist nämlich doch ab und an eine kleine Höhle eingeschlagen, in der sich so ein zweites Leben befindet. 

Mutige Geister werden belohnt. Die kleinen Geheimnisse sind integral und eine der schönsten Rückbezüge auf die eigene Spielvergangenheit in Doom Eternal. Und das ist auch gut so. Geht Doom Eternal doch konsequent den Weg weiter, den 2016 das Reboot des Franchise selbstsicher eingeschlagen ist. Dementsprechend ist Doom Eternal wahrlich kein Zuckerschlecken und man ist froh über die verborgenen 1 Ups: Massig neue Dämonen werden auf den Spieler losgelassen, um ihm das Leben in der Hölle zur… naja Hölle zu machen oder zumindest noch ein paar Holzscheite im Fegefeuer nachzuwerfen.

Go with the Flow – Doom Eternal gibt und nimmt Freiheiten

Doom Eternal: Die Hölle auf Erden, doch wahnsinnig gut.

Der normale Schwierigkeitsgrad hielt uns in unseren knapp drei Stunden Spielzeit bereits ordentlich auf Trab. Zwei höhere existieren zusätzlich. Fühlt man den Flow des Kampfsystems nicht, stehen die Chancen schlecht. Gameplay ist hier der König, nichts anderes. Es gilt einzig seine Gegner möglichst im Gleichgewicht der zur Verfügung stehenden Waffen aus der Hölle zu pusten. Erledigt man durch Schrotflinten und Maschinengewehre vorgefertigte Höllenwächter mit den bloßen Händen, erhält man zusätzliche Lebensenergie zurück. Nutzt man die Kettensäge freut man sich über neue Munition und mit dem Flammenwerfer verbrannte Widersacher regenerieren eure Schilde. 

Tanzt man dieses ausgeklügelte Ballet des Todes mit Grazie, dann bleibt man am Leben. Versteift man sich auf eine bestimmte Taktik, brechen selbst der hinreißendsten Prima Ballerina schnell die Beine unter den Füßen weg. Und das ist toll. Doom Eternal stellt den Spieler gegen die Wand und gibt ihm keine universelle Freiheit wie in anderen zeitgenössischen Spielen, sondern nimmt ihm durch seine Große Auswahl an verschiedenen Möglichkeiten die Freiheit, ja sagt ihm: “Ich gebe dir all diese Möglichkeiten, du spielst aber nach meinen Regeln. Du machst damit nicht, was du willst, du versucht damit am Leben zu bleiben.“ So wie – man kann es vielleicht erraten – in einem richtigen, echten Videospiel, das es vielleicht vor 30 Jahren gegeben hätte.

Doom Eternal spielt nach seinen eigenen Regeln und lässt euch das schmerzhaft spüren.

Alte Schule: So lautet das Credo von Doom Eternal

Es ist im Übrigen kein Wunder, dass die Story von Doom Eternal dabei keiner großen Worte bedarf. Natürlich versicherte man uns riesige Fortschritte und ein größeres Augenmerk darauf gelegt zu haben als noch im 2016er Doom. Dies muss uns allerdings mit einem wissendem Lächeln erzählt worden sein. Denn man wäre kein Schelm, wenn man wirklich glauben würde, dass es das ist, was der Doom-Reihe fehle. Glücklicherweise sind die Jungs und Mädels von id-Software aber ja bekanntlich Schelme. Wir haben für solche Story-Sünden nämlich keinerlei Zeichen innerhalb des Spiels gefunden. Man jagt irgendwelchen diabolischen Höllenpriestern hinterher, was sich ziemlich dumm, pubertär und fantastisch anhört. Mehr braucht es doch aber nicht, um dem Spieler einen Grund für diese Schlachtplatte zu bieten. 

Executive Director Marty Stratton bleibt dem Vorgänger mit Doom Eternal treu.

Ein Doom sollte sich nur um drei Dinge scheren: Splatter, Spratzen, Ballern. Es ist gut, dass sich Wände einfach einkloppen lassen oder manche Gegner unsinnige Schilde mit sich tragen, die bei Beschuss einfach explodieren. Niemand schert sich hier um offene Welten, verweichlichte Spielhilfen und multiple Enden. Das ist aus der Zeit gefallen, altbacken und wahnsinnig erfrischend. Doom Eternal geht es darum gespielt und nicht erlebt zu werden. Es ist eben ein richtig echtes Videospiel und wenn es sowas endlich mal wieder gibt, dann sollte man das auch auf dem Zettel haben.

Doom Eternal erscheint am 20. März 2020 für PC, PlayStation 4, Xbox One und Nintendo Switch

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Meistgelesen

Final Fantasy 7 Remake: Release verschoben – Kommt die Demo nun früher?

Final Fantasy 7 Remake: Release verschoben – Kommt die Demo nun früher?

WoW Classic: Alle Flugpunkte der Horde und Allianz im Überblick mit Bildern

WoW Classic: Alle Flugpunkte der Horde und Allianz im Überblick mit Bildern

FIFA 20: Fabian Schär SBC – Die günstigste Lösung für nur 100.000 Münzen

FIFA 20: Fabian Schär SBC – Die günstigste Lösung für nur 100.000 Münzen

FIFA 20: Das sind die FUT Champions Belohnungen - Weekend League Ränge

FIFA 20: Das sind die FUT Champions Belohnungen - Weekend League Ränge

Kommentare