Dragon Ball Z Kakarot im Test: Wie viel Dragon Ball steckt drin?
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Dragon Ball Z Kakarot im Test: Wie viel Dragon Ball steckt drin?

Kamehamehaaaaa!

Dragon Ball Z Kakarot im Test: Endlich Innovation oder nur ein Cash-Grab?

  • Henrik J
    vonHenrik J
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Auf ein Neues. Son-Goku, Vegeta und Co. ziehen auch in Dragon Ball Z Kakarot in den Kampf gegen Freezer, Cell und Boo. Wir haben den Titel für Euch im Test.

Dragon Ball Spiele gibt es wie Sand am Meer. Dragon Ball Z Kakarot möchte jedoch anders sein als seine Vorgänger. In dem JRPG soll mehr auf die Welt und die Charaktere eingegangen werden. Die Z-Saga kennen Dragon Ball Fans schließlich schon, also musste sich Bandai Namco etwas Besonderes einfallen lassen. In unserem Test erfahrt Ihr, ob Dragon Ball Z Kakarot die Erwartungen der Fans erfüllen konnte oder doch nur dieselbe Klopperei wie immer ist.

Dragon Ball Z Kakarot im Test: Nostalgie pur

Nach der Schule nach Hause kommen, den Fernseher anschmeißen und auf RTL 2 eine Folge Dragon Ball gucken. So sah wohl die Kindheit vieler Kinder der 90er aus. Unverkennbar natürlich die Musik und Stimmen der Charaktere. Dragon Ball Z Kakarot begrüßt den Spieler direkt mit einem "CHA-LA HEAD-CHA-LA" und einem Intro, welches bereits jede Menge Action verspricht. In Sachen Synchronstimmen dürfte jedoch der ein oder andere enttäuscht sein. Im Spiel stehen nur die englische und japanische Sprachauswahl zur Verfügung. Dies war allerdings zu erwarten, denn eine deutsche Synchronisation ist im JRPG-Genre ohnehin sehr untypisch. Zumindest sind die verfügbaren Stimmen allesamt mit ihren ursprünglichen Synchronsprechern besetzt worden.

Dragon Ball Z nimmt direkt zu Beginn jedoch das Tempo raus. Nach einem kurzen Kampf-Tutorial gegen Piccolo geht Ihr mit Sohnemann Son-Gohan auf die Suche nach Äpfeln. So lautete der Befehl von Chi-Chi und auf die sollte man besser hören. Beim Äpfel Sammeln könnt Ihr auch direkt die Umgebung erkunden, welche zu Beginn allerdings noch recht verlassen wirkt. Da Son-Goku und Son-Gohan auch noch für unterwegs etwas zum Futtern brauchen, wird kurzerhand geangelt. Zweimal den Knopf zur richtigen Zeit gedrückt und schon habt Ihr einen gigantischen Fisch gefangen. Diese Minispiele sind allerdings weit mehr als nur ein kleiner Happen für Zwischendurch. Ein Großteil des Spiels besteht aus derlei kleinen Nebenaktivitäten, schließlich habt ihr es bei Kakarot mit einem waschechten Action-RPG zu tun.

Solange Son-Goku fröhlich ist, sind wir es auch.

Die Äpfel musstet Ihr übrigens als Zutaten für das Abendessen von Chi-Chi sammeln. Das Kochen in Dragon Ball Z Kakarot ist nämlich tatsächlich ein Spielelement für den Kampf. Gerichte können gekocht werden, falls Ihr vorher die passenden Zutaten gesammelt habt. Die Gerichte bringen Euch verschieden Boni im Kampf wie beispielsweise mehr Ki, HP oder verstärkte Angriffs- und Verteidigungswerte. In unserem Test, merkten wir von diesen Boosts jedoch recht wenig. Hat man sich einmal falsch positioniert, sind die zusätzlichen HP auch ziemlich schnell wieder Geschichte. Das Kochen-Feature wird euch nicht aufgezwungen, wirklichen Einfluss auf das Spielgeschehen nimmt es aber auch nicht.

Mit dem Sohnemann ein paar Äpfel pflücken.

Um zum nächsten Storyevent zu gelangen, schwingt Ihr Euch auf Jindujun, Son-Gokus fliegende Wolke. Die Steuerung erinnert dabei an einen Titel des letzten Jahrtausends. Statt mit dem Stick steuert man Jindujun mit den beiden hinteren rechten Triggern. Diese hakelige Steuerung führt zu einem nervigen Spielerlebnis mit der Wolke.

Die Steuerung von Jindujun hat noch Luft nach oben...

Schließlich ist Jindujun nicht ganz unwichtig. Auf ihr sammelt man die sogenannten Z-Kugeln ein, welche man für den Skilltree benötigt. Das Sammeln dieser Kugeln wird aufgrund der Steuerung zu einer lästigen Aufgabe. Immerhin erhält man oben in der Luft einen perfekten Überblick über die Spielwelt. Das Dragon Ball Feeling wurde dabei perfekt eingefangen und man kann sich weder an dem Gebirge und dem dort hausenden Wesen noch an der Stadt mit ihren gigantischen Gebäuden sattsehen.

Der Skilltree von Dragon Ball Z Kakarot: Überrascht im Test

Wie bereits erwähnt, sammelt man in Dragon Ball Z Kakarot stetig die Z-Kugeln ein. Diese gibt es in verschiedenen Farben und werden für das Verbessern der Fähigkeiten benötigt. Der Skilltree ist überraschend umfangreich und dennoch übersichtlich. Die linke Seite bezieht sich auf die Verteidigung, die rechte Seite auf Nahkampfattacken und der mittlere Pfad bezieht sich auf Ki-Attacken. Damit das Movekit nicht immer gleich bleibt, schaltet Ihr durch den Tree jede Menge neue Super-Attacken frei.

Ob die ausgewählten Attacken auch zu dem eigenen Spielstil passen, kann man ganz leicht testen. Durch die sogenannten "Kämpfe im Geiste" kann man Übungskämpfe veranstalten – ein sehr hilfreiches Feature, welches den gut balancierten Skilltree unterstützt.

Der Skilltree und das Kochen sind jedoch nicht die einzigen Spielelemente, um das Kämpfen zu vereinfachen. Das Community-Board ist ebenfalls ein wichtiger Faktor beim Verstärken der eigenen Kraft. Solltet Ihr im Laufe von Story- oder Nebenmissionen auf Charaktere des Dragon Ball-Universums treffen, so besteht die Chance, dass Ihr Charakter-Marken für das Community Board erhaltet.

Wie in einem Puzzle müsst Ihr die Marken in das dazu passende Community Board einfügen. Sieben verschiedene Boards geben Euch unterschiedliche Boni. Mehr Items, HP, Z-Kugeln oder auch Angriffsstärke erhaltet Ihr durch das Ausfüllen der Community Boards.

Die ausgewählte Charakter-Marke muss natürlich auch zu dem jeweiligen Community Board passen. Chi-Chi eignet sich beispielsweise viel besser zum Kochen als zum Kämpfen. Ordnet die Charaktere passend an und erhaltet starke Boni für den Kampf. Das System ist originell und das perfekte Anordnen sorgte im Test durchaus für Spaß.

Ein Dragon Ball Puzzle erwartet Euch.

Die Kämpfe im Dragon Ball Z Kakarot Test: Jeder einzige ein Highlight

Hat man sich erstmal durch Community Board und Skilltree durchgearbeitet, kann es auch endlich mit der Action losgehen. Die Kämpfe knallen ungefähr so sehr wie ein Vater-Sohn-Kamehameha in Cells Gesicht. Jede Begegnung ist bombastisch und fühlt sich fließend an. Auch wenn im Hintergrund Gebäude oder Gebirge einstürzten, blieben die Frames in unserem Test konstant.

Die Kämpfe sind zwar manchmal recht herausfordernd, jedoch niemals wirklich unfair. Durch das passende Movekit und das richtige Kampfverhalten kommt man zum Sieg. Insgesamt ähnelt Dragon Ball Z Kakarot in diesem Bereich einer anderen Spielreihe von Bandai Namco sehr stark. Parallelen zur Naruto Ultimate Ninja Storm-Reihe fallen direkt ins Auge. Dies ist jedoch nicht unbedingt etwas Schlechtes. Die Kämpfe in Ultimate Ninja Storm waren schließlich ein echtes Spektakel. Kakarot nimmt diese Kämpfe und fügt eine ordentliche Prise Dragon Ball hinzu.

In Kämpfen geht es richtig zur Sache.

Das einzige Manko an den Kämpfen ist die Kamera. Manchmal wird diese nämlich zu eurem schlimmsten Feind. Über weite Teile funktionierte die Kameraführung im Test jedoch tadellos und man hat auch bei tausenden Ki-Explosionen noch einen guten Überblick auf das Kampfgeschehen.

Wie oft kann die Dragon Ball Z-Geschichte noch erzählt werden?

Dragon Ball Z Kakarot hat einiges an Konkurrenz aus dem eigenen Hause. Über 20 verschiedene Dragon Ball Spiele gibt es auf dem Markt. Kaum zu glauben, dass die Z-Saga den Fans nicht bereits aus dem Hals hängt. Damit Kakarot sich von den anderen Spielen abhebt, wurden kleine Erweiterungen an der Hauptstory in Form von Nebenquests und Aktivitäten eingeführt.

Die Nebenquests sind dabei ein zweischneidiges Schwert. Auf der einen Seite bieten sie super Fanservice und Screentime für Nebencharakter, auf der anderen Seite sind sie ziemlich träge und ideenlos. So gut wie jeder Nebencharakter, der in Dragon Ball einen Auftritt hatte, kommt auch in Dragon Ball Z Kakarot in Form einer Nebenquest vor.

Wenn man altbekannte Figuren der Geschichte trifft, freut man sich zunächst, doch leider ist die Freude nur von kurzer Dauer. Zu oft heißt es: "Geh hier hin, geh dort hin, hol mir das Item, besiege diese Anzahl an Gegnern!". Klingt ziemlich Öde, ist es auch. Immerhin lohnt sich der Aufwand, diese Fetch- bzw. Nebenquests zu machen. Neben EP, Items und Geschenken erhaltet Ihr auch Charakter-Marken für Euer Community-Board. Die Nebenquests bieten somit einen guten Weg zum Leveln.

Muten-Roshi suchte ein ganz bestimmtes "Heft".

Während der Quests könnt Ihr die Open-World Areale erkunden, welche zwar schön aussehen, allerdings so gut wie keine Aktivitäten für den Spieler bieten. Auf Eurem Weg erwarten Euch zudem ziemlich viele Random-Ecounter, welche zwar nach ein paar Schlägen besiegt sind, aber dennoch nach einiger Zeit aber ziemlich die Nerven strapazieren.

Allzu große Veränderungen zur Hauptstory darf man allerdings nicht erwarten. Die Z-Saga endete schließlich bereits vor 24 Jahren. Ein Dragon Ball-Spiel im Kakarot Stil, welches die Super-Saga adaptiert, wäre vielleicht das interessantere Spiel geworden. Allerdings ist für den Dragon Ball Super Manga wohl noch kein Ende in Sicht.

Auch wenn mittlerweile jeder die Story der Saiyajin rund um Son-Goku kennen sollte, so gibt es einige Spieler, welche die Story um den jungen Son-Goku niemals erlebt haben. Aus diesem Grund lassen sich im Spiel immer wieder Bilder aus dem Ursprungs-Anime mit entsprechendem Story Zusammenschnitt finden – ein schönes Extra für Neueinsteiger und Nostalgiker.

Fazit: Die Testwertung zu Dragon Ball Z Kakarot

So schneidet Dragon Ball Z: Kakarot im Test ab.

Dragon Ball Z Kakarot schafft es definitiv, aus der Masse an Dragon Ball Spielen herauszustechen. Die Spielwelt sorgt für Nostalgie und vermittelt das perfekte Feeling, um selbst zum Super Saiyajin zu werden. Jedem Fan der Reihe wird beim Spielen das Herz aufgehen. Ein ausführlicheres Spiel der Z-Saga wird es garantiert nicht mehr geben. JRPG-Kenner werden allerdings bei den einfallslosen Nebenquests und Aktivitäten vor Langeweile anfangen zu gähnen. Auch wenn das Community-Board ein interessanter Einfall ist, so liegt am Ende des Tages das Hauptaugenmerk stets auf den Kämpfen. Immerhin hier liefert Dragon Ball Z Kakarot sehr gute Arbeit ab. Insgesamt werden Dragon Ball Fans sehr großen Spaß mit dem Spiel haben. Neu erfinden kann sich die Reihe trotz originellen Features aber nicht. Wer am 2D-Kampfsystem von Dragon Ball Fighter Z verzweifelt, wird mit Kakarot in eine Zeit von brillanten Kämpfen wie in Budokai Tenkaichi zurückversetzt.

Pro

Cons

+ Original Soundtrack und Synchronsprecher

- Keine deutsche Vertonung

+ Kämpfe besitzen die passende Schwierigkeit

- Kamera manchmal schlecht positioniert

+ "Kämpfe im Geiste" als gute Übungsmöglichkeit

- Steuerung von Jindujun ist eine Katastrophe

+ Sehr umfangreiches Skill-System

- Random-Encounter können lästig werden

+ Community-Board Feature ist sehr originell und bereitet Puzzle-Spaß

- Langweilige Nebenmissionen

+ Die Umgebung ist wunderschön und spiegelt Dragon Ball wider wie man es kennt

+ Liebe zum Detail – Immer wieder Nostalgie Momente

+ Bombastische Kämpfe

+ Das umfangreichste Dragon Ball Spiel bis dato

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