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Dysmantle im Test: Mit der Brechstange durch die Apokalypse

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Von: Daniel Meyer

Zombies plätten, Objekte zertrümmern, Items Craften - In diese Endlosschleife schickt uns Dysmantle nahezu im gesamten Spiel – mit unerwartetem Unterhaltungsfaktor

Tampere, Finnland – Die Story hinter Dysmantle beginnt recht unspektakulär. Nach Jahren des trostlosen Lebens in unserem Bunker, wagen wir uns endlich an die Oberfläche. Hier müssen wir aber feststellen, dass quasi keine Überlebenden mehr vorzufinden sind. Stattdessen stoßen wir auf zahllose Zombie-artige Kreaturen und müssen fortan den Geschehnissen auf die Spur kommen und mit einer Brechstange bewaffnet die Welt auseinander nehmen – dysmanteln quasi.

Names des SpielsDysmantle
Release19.01.2022
Herausgeber10tons Ltd.
Entwickler10tons Ltd.
PlattformPlayStation 4, Xbox One, PlayStation 5, Xbox Series, Nintendo Switch, Microsoft Windows, Linux, Mac OS
GenreAction, Adventure, Survival

Dysmantle im Test: Simples Gameplay mit bestechenden Fortschrittssystem

Das in Einzelteile Zerlegen nimmt dabei, wie der Titel es schon treffend aufzeigt, die primäre Rolle des Spiels ein. Wir können quasi nahezu jedes Objekt der Welt zerschlagen und daraus Ressourcen fürs Crafting gewinnen. Mit diesen Ressourcen können wir neue Gadgets, Kleidungstücke und natürlich auch Waffen und stärkere Werkzeuge zusammenbasteln, die es uns daraufhin ermöglichen, widerstandsfähigere Objekte zu zertrümmern, um aus deren Materialien wieder neue Items zu erstellen. Dieser widerkehrende Zyklus mag schnöde klingen, wurde aber gut umgesetzt und weckt den Ehrgeiz, immer weiter zu spielen.

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Dysmantle: Mit der Axt zum Inneneinrichter © 10ton Ltd.

Die Größe der Welt sollte zudem nicht unterschätzt werden, denn nach satten 40 Spielstunden haben wir gerade einmal etwas über die Hälfte der Map erforscht. Dabei weiß das Spiel auch immer wieder mit kleinen Überraschungen aufzuwarten, sodass man sich nicht nur gegen die Witterung in manch frostigen und wüstenähnlichen Arealen wappnen muss. Auch lassen sich in der Welt versteckt einige witzige Geschicklichkeitsrätsel und Kampfherausforderungen finden, in denen wir mehrere Wellen an Zombies abwehren müssen.

Craften bis der Arzt kommt – mit einigen Defiziten

Das Craftingsystem hinter Dysmantle stellt eine Kernrolle des Spiels ein. Selbst wenn man sich nur vornimmt, etwas wenig Zeit in das Spiel zu stecken, findet man sich direkt noch immer nach mehreren Stunden gebannt beim Erforschen sowie dem damit verbundenen Objekte-Zerschlagen und Ressourcen-Sammeln wieder.

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Dysmantle: Kisten, Wände, Autos - alles ist zerstörbar © 10ton Ltd.

Doch während es hier zahllose Items gibt, die von unterschiedlichen Wurf- und Nahkampfwaffen über Trinkets und Kleidungsobjekten bis hin zu Automatikgeschützen reichen, so hält sich die Auswahl dieser – zumindest auf den zweiten Blick – sehr in Grenzen. Dies fällt insbesondere im späteren Spielverlauf auf, wenn nahezu alle wichtigen Objekte hergestellt wurden. Ab diesem Zeitpunkt nimmt der Anreiz des Weiterspielens stark ab.

Hinzukommt, dass Dysmantle quasi kein Base-Building anbietet. Wir können in 30 Minuten einen kleinen Wald abholzen und eine Kleinstadt dem Erdboden gleich machen, doch ein Haus bauen ist nicht möglich. Zumindest können wir einige Nahrungsmittel auf Feldern anbauen, die für das Kochsystem benötigt werden, doch danach hört es auch schon auf. Dies ist sehr schade, da das Studio 10tons Ltd. damit viel weiteres Potential verschenkt.

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Dysmantle: In der Apokalypse bleibt auch Zeit zum Angeln © 10ton Ltd.

Die Geheimnisse der Welt

Während Dysmantle offensichtlich nur wenig die Story in den Fokus setzt, so gibt es immer wieder gewisse Storyhappen zu ergattern. Dies geschieht durch manch hinterlassene Notizen, sowie durch zahllose Radios in der Welt, die eine zusammenhängende Geschichte im Stil von automatisch aufgenommenen Ansagen erzählen. Das Voiceacting ist zwar stark verbesserungswürdig, aber im Endeffekt eher vernachlässigbar. Erwarten sollte man von der Geschichte jedoch nicht zu viel.

Neben dem Crafting ist vor allem das Erkunden der Welt ein essentieller Bestandteil des Spiels, denn um zu entkommen müssen wir bestimmte versteckte Energiequellen zusammenklauben. Um in die unterschiedlichen Areale der Welt zu gelangen, bedarf es jedoch viel Vorarbeit. Oftmals sind die Wege versperrt, sodass bspw. bestimmte Schalter, Rätsel oder Reparaturen durchgeführt werden müssen. Oftmals ist dies geschickt mit Crafting-Voraussetzungen verbunden, denn um die arktischen Bereiche der Welt durchqueren zu können, müssen wir zunächst warm genug gekleidet sein um nicht zu erfrieren. Viele Geheimnisse lassen sich zudem erst zu einem späteren Zeitpunkt des Spiels lüften, sodass zumindest dieser Anreiz selbst nach 40 Spielstunden noch vorhanden ist.

Dysmantle im Test: Unser Fazit zur Indie-Zerstörungsorgie

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Dysmantle im Test: Mit der Brechstange durch die Apokalypse © 10Tons Ltd.

Auch wenn Dysmantle in einigen Bereichen Verbesserungspotentiale besitzt, so überrascht doch vor allem der süchtig machende Faktor dieses simplen Spiels. Gerade das sehr relaxende Crafting-System, innerhalb dessen wir in 5 Minuten die gesamte Inneneinrichtung eines kleinen Eigenheims zertrümmern können, zieht einen sehr schnell in seinen Bann. Ähnlich steht es um das Erkunden der Welt, denn schnell entsteht der Drang, jeden Winkel zu erforschen und jedem Zombie mit einem Hieb den Garaus zu machen. Mehr Gegnervariationen sowie die Möglichkeit des Basenbaus wären allerdings wünschenswert gewesen, als auch ein generell noch tiefergreifendes Craftingsystem. So bleibt Dysmantle zwar kein Highlight, aber doch ein erwägenswerter Titel, der sich an alle Crafting-Enthusiasten und angehenden Zombie-Jäger richtet.

ProCon
Gelungenes Craftingsystem......das im Endgame mehr Umfang benötigt
Eine riesige Welt mit vielen GeheimnissenKein Basenbau
Hohes SuchtpotentialMäßige Story und Synchronisation
Witzige MinispieleZu wenige Zombie-Varianten
Herausfordernde Gegner

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