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Elden Ring Preview: Wie Dark Souls in die Open World einreitet

  • Joost Rademacher
    VonJoost Rademacher
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Alle Welt hofft, dass Elden Ring schon im Februar das Highlight von 2022 liefert. Wir durften vor Release schon spielen und verraten, was ihr von Elden Ring erwarten könnt.

Hamburg – Kaum zu glauben, dass der Release von Dark Souls 3, und damit das Ende der Soulsborne-Reihe, schon fast sechs Jahre her ist. Der Release des letzten Hardcore-Rollenspiels von From Software hat in der Fanbase ein Loch hinterlassen, das seitdem kein Soulslike auf PlayStation und Xbox füllen konnte. Also muss From Soft selbst noch einmal ran – und will mit Elden Ring offenbar noch die Extrameile gehen, um das Loch so dicht wie möglich zu stopfen. Wir durften Elden Ring vor dem Start noch einmal anspielen und verraten euch, ob ihr die Bremsklötze vom Hype-Zug entfernen könnt.

Name des SpielsElden Ring
Release25. Februar 2022
PublisherBandai Namco Entertainment
EntwicklerFrom Software
PlattformPS4, PS5, Xbox One, Xbox Series X|S, PC
GenreAction-Rollenspiel, Open World

Elden Ring: Die eierlegende Wollmilchsau der From Software Spiele?

Es fällt schwer, an Elden Ring heranzugehen, ohne irgendwelche voreingenommenen Ideen oder Erwartungen zu haben, wie das Spiel aussieht. Fans der Soulsborne-Spiele hoffen darauf, dass es ihnen das alte „Dark Souls“-Gefühl wieder gibt. Andere wiederum wollen dagegen endlich mal von einem Spiel von From Software abgeholt werden, nachdem frühere Titel zu schwierig, zu komplex und zu kryptisch waren. Zwischen diesen beiden Stühlen steht das Studio jetzt also und will irgendwie versuchen, beide Lager so gut wie möglich zufriedenzustellen.

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Dazu muss man zunächst sagen, dass Elden Ring sich durch und durch wie eine Konsequenz der früheren Spiele von From Soft anfühlt. Die Souls-Handschrift prangt zentriert, fett, kursiv und mit dickem Schlagschatten ganz weit im Vordergrund von Elden Ring. Genauso sind aber auch die Versatzstücke von Sekiro: Shadows Die Twice vertreten, mit dem das Entwicklerstudio zuletzt am weitesten von seiner goldenen Formel abgewichen ist. Am stärksten und am besten macht sich das im unmittelbaren Gameplay bemerkbar.

Elden Ring: Altvertrautes Gameplaygerüst mit neuen Tricks

Sechs Stunden haben wir in unserer Anspielsession mit Elden Ring verbringen dürfen und nach unseren früheren Erfahrungen mit Demon‘s Souls und Dark Souls fühlten wir uns in der Haut unseres Charakters sofort heimisch. Zwischen dem Kampfsystem und den gewichtigen Animationen in den Bewegungen haben sich sofort die etwas eingestaubten Synapsen reaktiviert, die wir uns mit Dark Souls 3 zuletzt so mühsam trainierten. Hier ein Angriff, da eine Ausweichrolle und wenn wir uns witzig fühlen, streuen wir mal eine Parade ein – die Kämpfe fühlen sich so vertraut und knackig an, wie wir sie in Erinnerung hatten.

Elden Ring: Alter Ritter, neue Tricks

Neu sind aber die einzelnen kleinen Mechaniken, die mit dem erweiterten Movement von Elden Ring kommen. Hier steckt das Stealth-Gameplay aus Sekiro mal schnell den Kopf durch die Tür und meldet sich mit Schleicherei und Springen zu Wort. So ist es jetzt auch möglich, euch mit frühen Backstabs aus dem Hinterhalt einen kleinen Vorteil im weiteren Kampf zu schaffen, oder auch mal kleinere Gegnergruppen einzeln auseinanderzupflücken. Alternativ schwingt ihr euch einfach auf euer Reittier Torrent und mäht euer Umfeld auf die Länge von englischem Rasen herunter.

Bei dem qualitativ so hochwertigen Katalog von From Softwares früheren Spielen fällt es leicht, einfach überall die Vergleiche zu suchen. Aber Elden Ring weiß auch, auf eigenen Füßen zu stehen. Das Rollenspiel will euch so einige neue Möglichkeiten bieten, um euer Überleben zu sichern – wir reden hier zum Beispiel von Beschwörungen und stark ausgebauten Waffenfertigkeiten. Unserem initialen Gefühl nach waren die verschiedenen Waffentypen, gerade mit Blick auf Bögen, außerdem etwas besser balanciert. Ob das aber für sämtliche Waffen und Builds gilt, können wir erst im Test genau sagen.

Elden Ring: Der kleine Schritt zur großen Open World

Das größte neue Feature von Elden Ring ist aber seine Struktur. From Software hat das altbekannte Grundgerüst dieses Mal in eine mehr oder weniger frei begehbare Open World gestopft. Nach dem Network Test gab es schon erste Vergleiche in Richtung Zelda: Breath of the Wild und die sind erstaunlicherweise gar nicht mal so weit hergeholt. Dazu muss man sagen, dass ihr womöglich nicht so viel Bewegungsfreiheit wie in anderen aktuellen Open World Games genießen können werdet. Elden Ring macht eher den Eindruck, als müsstet ihr bestimmte Dungeons schaffen, um danach weitere Teile der Open World freizuschalten.

Elden Ring: Die Welt ist von so einigen großen Sehenswürdigkeiten durchzogen

Die Einschränkungen dürften aber minimal sein, denn Elden Ring weiß trotzdem, euch zum Forschen anzuregen, ohne euch von Sehenswürdigkeit zu Sehenswürdigkeit zu jagen. Das letzte, was die Fanbase wohl von Elden Ring gewollt hätte, wäre eine mit Markern und Collectibles zugekleisterte Map á la Ubisoft. Zum Glück ist dieser Fall nicht eingetreten. Stattdessen bekommt ihr nur die wichtigsten Punkte und bereits entdeckte Sites of Grace (Die Leuchtfeuer von Elden Ring) auf eurer Karte angezeigt – darüber hinaus gibt das Spiel euch eher vage Anhaltspunkte, was ihr an einzelnen Orten sehen könntet.

Forschen werdet ihr in Elden Ring auch wollen. Nicht nur könnt ihr in der offenen Welt rumkräuchende Gegnergruppen für Runen umhauen, viele Upgradematerialien und Equipment könnt ihr auch einfach durch das Bereisen der Welt auflesen. So kitzelt Elden Ring die Neugier und belohnt euch für jede neue Entdeckung, bis euch einer der vielen Bosse der offenen Welt mit einem Suplex zurück zum letzten Checkpoint schickt. Das ist konsequent, vermeidet die Fallen üblicher moderner Open World Designs und gibt euch dennoch die Freiheiten, die man sich von der großen Map von Elden Ring erhofft.

Elden Ring: So knackig schwer wie gewohnt, aber mit Zugeständnissen

Für jedes neue Spiel von From Software ist es Teil der Agenda, dass man sich zwangsweise über den Schwierigkeitsgrad unterhalten muss. Um den Schwierigkeitsgrad von Elden Ring gab es ebenfalls schon reichlich Diskussion, ob das Studio denn weich und vielleicht etwas „casual“ geworden wäre. Dazu können wir erstmal eine vorsichtige Entwarnung geben – in so machen Situationen haben wir schon mehrfach den Erdbaum von unten gesehen.

Elden Ring: Schon in der offenen Welt werden euch die Gegner ordentlich zusetzen

Das könnten wir jetzt auf Lag im Spielstream per Shadow schieben, ob „git gud“ aber wieder das Mantra der Stunde ist, wird sich in der Vollversion zeigen müssen. Es sei jedenfalls gesagt, dass sich die Bemühungen von From Software, Elden Ring zugänglicher zu machen, gut im Spiel darstellen. Die hilfreichen neuen Gameplayelemente, gnädiger gelegten Spawnpunkte und kleine Überarbeitungen zur Heilung machen die Spielerfahrung ein ganzes Stück angenehmer, obwohl die grundlegende Schwierigkeit wohl gewohnt hoch bleibt.

Weil wir Elden Ring eben per Cloud-Gaming gespielt haben, werden wir uns abschließend auch noch kein Urteil zur Performance erlauben. So sehr Dienste wie Shadow inzwischen besser geworden sind, es geht trotzdem immer ein wenig visuelle Qualität im Gegensatz zum lokalen Spiel verloren. Das große Gewicht hinter der Präsentation von Elden Ring hebt aber ohnehin eher das kreative Design der Welt und Umgebungen – und das erscheint bisher auf einem für From Software gewohnt hohen Niveau.

Elden Ring: Ausblick auf die Rollenspiel-Hoffnung des Jahres

Elden Ring fühlte sich in den ersten Stunden noch etwas vertrauter an, als wir es vielleicht erwartet oder erhofft hätten. Die Souls-DNA scheint in jedem Moment mit vollem Glanz durch – für Veteranen der Reihe ist das wahrscheinlich die bestmögliche Aussicht auf das Spiel. Die ganz großen Innovationen im Gameplay bleiben wohl aus, aber das Entwicklerstudio hat ein paar interessante Wege gefunden, Elden Ring möglichst frisch und modern wirken zu lassen. Besonders mit Blick auf den Schritt zur Open World haben sich unsere größten Sorgen fürs Erste aufgelöst.

Elden Ring Vorschau: Endlich wieder Sterben mit Spaß

Dass wir nach sechs Stunden am Stück schon ein wenig enttäuscht waren, nicht noch mehr Zeit in Elden Ring verbringen zu dürfen, nehmen wir schon als sehr positives Zeichen. Bis zum Release am 25. Februar legen wir schon mal einen vorsichtigen Optimismus an den Tag, dass Elden Ring dem Hype vielleicht tatsächlich gerecht werden könnte.

Rubriklistenbild: © From Software/Bandai Namco Entertainment

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