Mit Breitreifen unterwegs

Test: Elmoto KICK von Govecs – Mit Breitreifen durch die Stadt

  • Marco Kruse
    vonMarco Kruse
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E-Scooter gibt es mittlerweile viele am Markt. Wir hatten die Chance, den Elmoto KICK von Govecs für einen echten Härtetest zu nutzen.

  • E-Scooter sind aktuell für den Verkehr in deutschen Großstädten voll im Trend.
  • Hersteller Govecs will mit dem Elmoto Kick durch starke Verarbeitung und ungewöhnliches Akku-Konzept punkten.
  • Wir hatten den E-Scooter „Made in Germany“ im Härte-Test.

Hamburg - E-Scooter sind aus Großstädten wie Hamburg nicht mehr wegzudenken. Auch wenn die Meinungen auseinander gehen, sind die Scooter eine praktische Alternative, um nervige Wegstrecken im urbanen Alltag schnell hinter sich zu bringen. Wer dabei keine Lust hat, die unterschiedlichen Leihanbieter in Anspruch zu nehmen, kann sich selbst einen E-Scooter zulegen wie zum Beispiel den Elmoto KICK der deutschen Firma Govecs.

Name Elomoto KICK
HerstellerGOVECS
FahrzeugklasseElektrokleinstfahrzeug mit Lenkstange (ohne Haltestange)
Höchstgeschwindigkeit20 km/h
Motortyp Max. 450 W | Nominalleistung 350 W getriebeloser. bürstenloser Radnabenmotor
Batterie2 Lithium Ionen Batterien ( Einhell Power X-Change) à 18 V/5.2 Ah
LadegerätOff-Board 21V/3A Doppelladegerät
LichterFront - und Rücklichter LED
BremsenHybrid Scheibenbremsen (vorne und hinten)
Gewicht19 kg (mit zwei Batterien)
Maße1200 x 585 x 1220 mm ( L x W x H) | Radstand 910 mm
Zusätzliche FeaturesWegfahrsperre, Straßenzulassung, Keyless Fahren
Reichweite(Herstellerangabe) bis zu 20 km

Auch wenn euch der Name erst einmal nichts sagt, ist die Chance groß, dass ihr von der Firma schon mal ein Fahrzeug gesehen habt, sogar gefahren seid. Ihr bekanntestes Produkt ist nämlich die E-Schwalbe, die in Berlin und München oft im Straßenbild zu sehen ist. Der Elmoto Kick geht einen ähnlich hochwertigen Weg und kostet in der Grundausstattung ohne Akkus 770 Euro.

Beim Thema Batterie hat sich Govecs mit dem Elmoto KICK für einen ungewöhnlichen Weg entschieden und benutzt keinen eigens entwickelten Akkus, sondern dockt sich an das Batterie-System der Firma Einhell an. Diese rot-schwarzen Akkus findet ihr eigentlich unter Werkzeugen wie Akku-Schraubern und größeren Geräten wie Rasenmähern. Gerade in Hinblick auf den ökologischen Aspekt gibt es für den E-Scooter in jedem Fall einen dicken Pluspunkt.

Der Elmoto KICK von Govecs kommt modern daher

Elmoto KICK im Test: Stabiler Look mit Breitreifen

In Sachen Look zeigt sich der Elmoto KICK klassisch und sieht auf den ersten Blick aus wie viele andere E-Scooter. Für die individuelle Note sorgen die drei unterschiedlichen Rahmenfarben schwarz, rot und blau, aus denen ihr beim Kauf auswählen könnt. Der Rahmen ist auch ein gutes Stichwort, denn dieser wirkt besonders dick und robust, was den Elmoto KICK sehr hochwertig und langlebig erscheinen lässt. Das bestätigt sich auch beim Blick aufs Datenblatt, denn aufsteigen können Fahrer mit bis zu 150 Kg. Mit 1200 x 585 x 1220 mm (L x W x H) und einem Radstand von 910 mm gehört der E-Scooter in jedem Fall zu den größeren Vertretern.

Die Lenkstange wirkt auf den ersten Blick recht hoch ist, eignete sich in unseren Tests aber sehr gut für unterschiedliche Personengrößen von 167 cm bis über knapp an die 2 Meter ran. Zusätzlich wurden dem E-Scooter Elmoto KICK auch noch große Luftreifen spendiert. Diese sehen nicht nur cool aus, sondern tragen auch noch zum Komfort bei, doch dazu später mehr. Abgerundet wird das Bild noch durch einen geschwungenen Lenker, den ihr sonst eigentlich nur von Mountainbikes kennt. Zusätzlich thront auf diesem noch ein obligatorisches Display, welches euch im Stehen die Gesamtzahl an Kilometern liefert und während der Fahrt die Geschwindigkeit anzeigt.

Der sportliche Look spiegelt sich auch beim Thema Sicherheit am Elmoto KICK wieder, denn der E-Scooter besitzt gleich zwei Bremsen am Lenker, aufgrund seines Hybrid-Scheibenbremsen-Systems. Was „nur“ bedeutet, dass ihr vorne und hinten am E-Scooter Scheibenbremsen besitzt. Abgerundet wird der Look durch das Thema Fahrsicherheit mit LED-Lampen vorn an der Lenkerstange und hinten auf dem Schutzblech, wo auch das Nummernschild sitzt. Der Aufbau des E-Scooters ist kinderleicht gemacht. Lenker an der Lenkerstange mit vier Schrauben befestigen, Lenkerstange aufrecht arretieren, Akkus einsetzen und schon kann es losgehen.

Um die Verarbeitung müsst ihr euch beim Elmoto KICK keine Sorgen machen

Elmoto KICK im Test: Klapp- und Tragbar

Obwohl der Elomoto KICK von Govecs, wie erwähnt, recht groß ist, lässt sich der Roller über Hebel unten an der Lenkerstange leicht zusammenklappen. In diesem Zustand schnappt ein kleiner Haken am hinteren Schutzblech ein und so faltet sich der E-Scooter auf eine Höhe von etwa 54 cm zusammen. Damit könnt ihr das gute Stück locker im Kofferraum eines Autos platzieren oder in die U-Bahn mitnehmen. Durch die Hakensicherung lässt sich der Elmoto KICK natürlich mit einem Griff an die Lenkerstange bequem tragen. Jedoch merkt ihr deutlich das Gewicht von ca. 19 kg (mit zwei Batterien) womit ihr den Elomoto KICK wahrscheinlich keine allzu langen Strecken schleppen möchtet.

Govecs Elomoto KICK zusammengeklappt

Elmoto KICK im Test: Akkus mit Mehrwert

Wie bereits oben erwähnt, nutzt der Elomoto KICK keine eigens entwickelten Akkus, sondern das bestehende Power-X-Change-System von Einhell, welches in fast jedem Baumarkt zu finden ist. Für unseren Test hatten wir gleich zwei Akkus mit jeweils 18 Volt mit jeweils 5,2 Amperestunden und eine Duo-Ladestation zur Verfügung. Falls euch das nicht genügt, hat Einhell aber auch größere Akkus im Angebot. Die wiederaufladbaren Batterien befinden sich, wie bei allen anderen Rollern auch, in der Trittfläche, welche mit einem Schloss gesichert ist. Öffnen könnt ihr dies mit eurem Fahrzeugschlüssel, auf den wir später noch mal zu sprechen kommen. In der Trittfläche selbst haben zwei Akkus gleichzeitig Platz.

Diese lassen sich kinderleicht einsetzen und schnappen leicht in die dazu vorgesehenen Halterungen ein. Das Lösen der Akkus kann ein bisschen frickelig sein, weil sich der Sicherungshebel der Akkus im Batteriefach auf dem Kopf befindet und somit nur erfühlt werden kann. Habt ihr euch daran einmal gewöhnt, geht der Wechsel leicht von der Hand. Je nachdem wie euer Nutzungsverhalten mit dem Roller ist, kann das regelmäßige Aufladen der Akkus aufwendig ausfallen, gerade wenn ihr längere Strecken mit dem Roller zurücklegt.

Govecs Elmoto KICK Batteriefach

Elmoto KICK im Test: Keine Langstrecken

Wir haben den Elmoto KICK von Govecs einem echten Langzeittest unterzogen und unseren täglichen Arbeitsweg im Hamburger Verkehr mit ihm über eine Woche gemeistert. Die Strecke betrug knapp über 7 km mit ganz unterschiedlichen Untergrundprofilen und kurzen Steigungen und kleineren Bergabfahrten. Am Ende einer Fahrt waren mindestens zwei von vier anzeigten Akkubalken auf dem Display verschwunden. Meist aber gleich drei. Somit dürfte die maximale Reichweite (bei Vollgas) an einem Stück in etwa bei 10 Kilometern liegen. Seid ihr jedoch nur in Kurzstrecke(unter 2 km) unterwegs, könnte sich die Reichweite merklich über 11 Kilometer schrauben – trotzdem immer noch eine Abweichung beim Blick auf die Herstellerangabe von 20 km.

Durch das parktische Einhell-System könnt ihr eure Akkus dafür überall schnell und einfach laden, sobald ihr eine Steckdose zur Verfügung habt. Akkus und Ladegerät passen in einen normalen Rucksack, ohne dass dieser komplett voll ist. Dank Twin-Charger Station, könnt ihr zwei Akkus in einem Schwung aufladen. Einmal vollladen dauerte, bei uns im Test, meist nie mehr als 1,5 Stunden. Somit konnten wir ganz entspannt morgens zur Arbeit fahren, im Büro laden und wieder ohne Bedenken nach Hause fahren und wieder auftanken.

Govecs Elomoto Kick Display

Elmoto KICK im Test: Klingt nach Auto

Um eine Tour mit Elmoto KICK zu starten, braucht ihr die beiliegende Fernbedienung. Auf dieser befinden sich drei Tasten. Oben Ausschalten, in der Mitte Einschalten und unten die Wegfahrsperre samt Alarmanlage, falls ihr den E-Scooter kurzzeitig parkt. Jede Aktion auf der Fernbedienung wird flott von einem lauten Ton vom Elmoto KICK quittiert. Der Ton erinnert an nachgerüstete Alarmanlagen von Autos und hinterlässt ein sehr befriedigendes Gefühl.

Auch von der Alarmanlage waren wir ziemlich angetan, denn sollte der E-Scooter, während sie eingeschaltet ist, bewegt werden, stößt der Elmoto KICK ein so fieses Geräusch aus, dass Diebe wohl kaum Lust haben, den E-Scooter wirklich wegzubewegen. Natürlich macht ihn das am Ende des Tages noch nicht komplett diebstahlsicher, weshalb ihr um ein Schloss nicht herumkommen werdet.

Elmoto KICK im Test: Schnell unterwegs

Kommen wir aber nun zum spannenden Teil, und zwar zur eigentlichen Fahrperformance. Dem Elmoto KICK von Govecs wohnt ein elektrischer, bis zu 450-Watt-starker Radnabenmotor inne. Der sorgt dafür, dass ihr innerhalb kürzester Zeit auf die Maximalgeschwindigkeit von 20 km/h beschleunigt. In unserem Test klappte dies bei Personen zwischen 85 und 98 KG auf gerader Strecke immer zwischen 3-4 Sekunden. Somit habt ihr für normale Strecken immer ausreichend Kraft zur Verfügung.

Ein wenig schwer tut sich der Elmoto KICK jedoch bei Steigungen. Bei mittelstarken Anstiegen und einem Personengewicht von über 90 Kg geht die Tempoanzeige doch teilweise unter die 14 km/h. Und auch bergab könnte der ein oder andere enttäuscht werden, denn die Motorbremse lässt kaum höhere Geschwindigkeiten als 22 km/h zu. Das liegt natürlich nicht an der bösen Absicht des Herstellers, sondern daran, dass sich sichtlich bemüht worden, ist, sich genauestens an die gesetzlichen Vorgaben zu halten.

Elmoto KICK im Test: Leise und komfortabel

Über jeden Zweifel erhaben sind die Bremsen und Reifen des Elmoto KICK. Egal bei welcher Geschwindigkeit, bringen euch erstere immer sicher und schnell zum Stehen. Wer nur Mietroller kennt, sollte es zu Beginn ruhig angehen lassen, denn die Bremsungen mit dem Elmoto KICK von Govecs können bei Bedarf abrupt ausfallen. Nettes Detail ist auch die Verlegung der Bremskabel, welche durch den Lenker und das gesamte Gehäuse gehen.

Großer Pluspunkt in Sachen Fahrtkomfort sind die großen mit Luft gefüllten Reifen. Diese rollen enorm gut und leise ab. Und haben den Vorteil, dass jegliche Stöße deutlich reduziert werden. So könnt ihr mit dem Elmoto KICK beispielsweise ohne Problem über Kopfsteinpflaster brettern, ohne dabei komplett durchgeschüttelt zu werden.

Mal abgesehen von echten Steigungen bringt euch der leistungsstarke Motor des Elomoto KICK zuverlässig und leise von A nach B. Auf normalen Fahrtwegen mit leichtem Auf und Ab hält der Roller bei Vollgas sehr gut die Geschwindigkeit zwischen 19.4 und 20.4 km/h. Das einzige, was ein bisschen den Fahrspaß trügt, ist der Gashebel. Dieser ist nicht wirklich ergonomisch, weshalb Daumen und Hand während langen Fahrten relativ schnell ermüden. Zudem lässt sich die Geschwindigkeit mit dem Gashebel nicht gut dosieren. Wer also langsamer als 20 km/h fahren möchte, der wird auf längeren Strecken seine Probleme haben, die Geschwindigkeit zu halten.

Zwiegespalten sind wir beim Display des Elmoto KICK. Dies ist zwar gut angebracht und lässt sich in jeder Situation prima ablesen, doch bekommt ihr nur die nötigsten Informationen angezeigt und das auch nicht immer gleichzeitig. Beispielsweise seht ihr während der Fahrt nur die Geschwindigkeit und nicht die Kilometer, die ihr schon zurückgelegt habt. Hinzu kommt, dass die Akkuanzeige etwas schwankt. Das liegt natürlich ein bisschen an der Funktionsweise von Akkus, ändert aber trotzdem nichts an einer gewissen Unsicherheit, die während langen Touren so mitschwingt.

Die Scheibenbremsen vom Govecs Elomoto KICK greifen fest zu

Elmoto KICK im Test: Fazit nach zwei Wochen und 80 Kilometern

Der Elomoto KICK von Govecs ist ein guter E-Scooter, mit dem man viel Spaß haben kann. Der Look und die Verarbeitung der robusten Materialien sind auf höchstem Niveau, weshalb ihr lange Spaß mit ihm haben werdet. Der starke Motor zieht euch leise und zuverlässig durch den Großstadtdschungel, jedoch hat er bei echten Steigungen so seine Probleme. In Sachen Fahrkomfort, macht dem Roller aber niemand etwas vor, dank der dicken Luftreifen. Besonders cool ist die waschechte Alarmanlage, die ihren Zweck mehr als erfüllt.

Auch, dass der Elmoto KICK an ein schon bestehendes Akku-System von Einhell andockt, gibt mächtig Öko-Pluspunkte. Schade nur, dass die Reichweite mit bis zu 13 km mit einem Schwung Akkus nicht ganz überzeugen kann. Dies lässt sich aber durch den recht günstigen Anschaffungspreis weiterer Akkus schnell umgehen. Jedoch ist der Elmoto KICK im Gesamtpackpaket mit knapp unter 1000 Euro nicht ganz günstig, dafür bekommt ihr aber die entsprechende Qualität, Leistung und Komfort geboten.

Rubriklistenbild: © ingame

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