Rennspaß für (fast) alle

F1 2020: Rasanter Fahrspaß von Codemasters im Test

Trotz kurzer Formel 1-Saison bringt Codemasters auch in diesem Jahr ein Videospiel zum Rennzirkus. Im Test nehmen wir F1 2020 für euch unter die Lupe.

  • F1 2020 ist am 06. Juli für PS4, Xbox One, PC und Google Stadia erschienen.
  • Im Test haben wir den neuen Rennspaß von Codemasters auf Herz und Nieren gecheckt.
  • Modus „MyTeam" bringt neue Einblicke hinter die Kulisse der Formel 1.

Southham, GroßbritannienF1 2020 ist das offizielle Videospiel der Formel 1- und Formel 2-Meisterschaften 2020, welches von Codemasters entwickelt und veröffentlicht wurde und seit dem 06. Juli über die Ladentheke geht. Wir haben die Rennsimulation schon vor Release angespielt und für euch unsere Gedanken über das Spiel in einem Test festgehalten. 

Titel F1 2020
Release (Datum der Erstveröffentlichung) 07. Juli 2020
Publisher (Herausgeber)Codemasters
SerieF1
PlattformenPS4, Xbox One, PC, Google Stadia
EntwicklerCodemasters
GenresRennsimulation

F1 2020 im Test: Strecken, Fahrer und mehr

Zunächst hat man beim F1-Spiel verschiedenen Formen von Rennen. Man kann ein einzelnes Rennen fahren, aber auch einen ganzen Cup, welchen man sich beliebig zusammenstellen kann, sowie eine ganze Saison. Zum ersten Mal gibt es auch den neuen Modus MyTeam, eine Karrieremodus, in dem man nicht nur eine ganze Saison als Fahrer durchlebt, sondern auch gleichzeitig der Manager des F1-Teams verkörpert. Diesen Modus haben wir besonders unter die Lupe genommen und berichten später im Detail von unseren Erfahrungen.

In F1 2020 gibt es dieses Mal eine ganze Menge an Strecken, die man als Spieler austesten kann. In der normalen Saison sind folgende Rennstrecken verfügbar:

Melbourne, Bahrain, Hanoi (neu), Shanghai, Zandvoort (neu), Spanien, Monaco, Baku, Kanada, Frankreich, Spielberg, Silverstone, Hungaroring, Spa, Monza, Singapur, Sochi, Suzuka, USA, Mexiko, Brasilien, Abu Dhabi., Bahrain, Silverstone, Suzuka, USA

Die letzten vier Strecken sind dabei eine verkürzte Version ihrer echten Originale. Auch fünf historische Strecken sind bei dem Rennspiel dieses Mal dabei. Auf den Strecken Monza, Brasilien, Silverstone, Spa, und Monaco können langjährige Fans der F1 noch einmal Rennmomente wiederaufleben lassen. Eine Besonderheit von F1 2020 ist, dass die Strecke Zandervoort in den Niederlanden erstmalig eingescannt worden ist. Mithilfe einer Aufzeichnung wurde die gesamte Strecke virtuell nachgebaut. Und das merkt man auch, wenn man die virtuelle Strecke mit der echten vergleicht, macht sich hier überhaupt kein Unterschied bemerkbar. Besonders die Kurven sind auf den Zentimeter genau vermessen. So fühlen man sich beim Fahren fast wie in einem wirklichen F1-Rennen.  

Bei F1 2020 gibt es sehr realistische Strecken

Dem Simulationsgedanken folgend hat sich Codemasters auch bei den Fahrern sehr an die Realität gehalten. So gibt es nicht nur alle Fahrer aus der aktuellen Saison der Formel 1, sondern auch alle Fahrer aus der Formel 2. Die Charaktere sehen dabei enorm realistisch aus und können auch ganz aus der Nähe virtuell betrachtet werden.

Per Splitscreen kann man F1 2020 auch zu zweit spielen . Bei der F1 2020 Schuhmacher Special Edition von den Entwicklern aus Southham gibt es noch einmal ein Feature mit vier ganz besonderen Wagen:

  • 1991: Jordan 191
  • 1994: Benetton B194
  • 1995: Benetton B195
  • 2000: Ferrari F1-2000

Dabei geht es bei den Fahrzeugen nicht darum, der Schnellste zu sein, denn die älteren Modelle sind nichts im Vergleich zu den heutigen Fahrzeugen, welche aufgrund ihres technischen Fortschrittes fast zur Perfektion ausgefeilt worden sind. Wenn man die vier Wagen von der Rennlegende Michael Schuhmacher fährt, soll es allerdings auch eher um das Fahrgefühl gehen und um das nostalgische Gefühl. Die Ehre, einen Rennklassiker nochmal auf die Strecke bringen zu können, steht dabei im Vordergrund, wenn auch nur virtuell.

F1 2020: Grafikleistung und Performance auf dem PC

Bei der Grafik müssen wir gleich sagen, dass so ziemlich alle einzelnen Details, wie zum Beispiel die Fahrer, die Strecken und auch die eingespielten Zwischensequenzen sich nicht besonders von der Vorgängerversion von F1 2020 unterscheiden. Das bedeutet, dass man, was die Grafik und Auflösungen angeht, nicht besonders hohe Ansprüche haben sollte. Dies ist allerdings natürlich fast selbstverständlich denn wenn man eins in Rennspielen vernachlässigen kann, dann ist es die Grafik. Vielmehr sollte es bei Formel 1 2020 um die Bildrate und niedrigen Reaktionszeiten gehen. Spieler mit einer guten Grafikkarte werden allerdings bei der Auslastung von CPU und GPU lachen müssen. Beim Benchmark-Test wurden bei einer GeForce RTX 2070 SUPER im Durchschnitt etwa 3 % des GPUs und 22 % des CPUs ausgelastet und das bei allen Settings auf höchster Stufe. Dabei könnte es sein, dass die Engine von F1 2020 die Ressourcen des PCs nicht ordentlich nutzen kann. Wir waren besonders enttäuscht, dass wir unseren PC nicht mal ansatzweise mit dem Spiel auslasten konnten und das bei trotzdem niedrigen FPS und hohen Framezeiten, denn dann wäre sicher noch ein Schritt nach vorn in Richtung Grafik drin gewesen.

Der Benchmark-Test gibt einen Einblick in die Hardware-Strapazierung

Natürlich kommt es hierbei darauf an, mit was für einem Gerät man spielt. Ist man an der Konsole gibt es natürlich eine feste Begrenzung der FPS, während es am Computer viel mehr darauf ankommt, was der eigene Rechner leisten kann. Ob man einen 240Hz Gaming Monitor oder einen normalen 60Hz Bildschirm hat, macht schon einen Unterschied. Zum Glück kann man bei F1 2020 sagen, dass das Spiel auf jedem durchschnittlichen Rechner flüssig und schnell laufen sollte. Lediglich bei der Verwendung des Splitscreens kann es dazu kommen, dass CPU oder GPU bei schlechteren Rechnern an ihre Leistungsgrenzen kommen.

F1 2020: Neues Fahrgefühl für SIM-Racer und Laien

Zum Thema Physik und Fahrgefühl lässt sich bei F1 2020 wahrscheinlich ein ganzes Buch schreiben. Wir haben es im Test so erlebt, dass sich die Physik vom Fahren im Vergleich zum Vorgänger wesentlich verbessert hat. Insbesondere, was die Reifen beim Fahrgefühl hermachen, ist schon eine ordentliche Leistung. So spürt man beim Fahren nach einem langen Stint schon den Druck der Reifen nachlassen, welches sich wiederum auf die Fahrweise und Spitzengeschwindigkeiten, insbesondere in Kurven auswirkt. Auch, wenn sich die Reifentemperaturen verändern, merkt man das nicht nur im angezeigten HUB. Das Feeling am Lenkrad verändert sich und man sollte über einen Reifenwechsel nachdenken. Getestet wurde von uns mit dem Logitech G29 Driving Force Gaming Rennlenkrad.

Realistische Rennen machen F1 2020 zu etwas Besonderem

Auch der Grip- und Bremsweg lassen eine deutlichere Verbesserung zum Vorgänger spüren. So wirkt der Steering Assist laut echten Rennfahrern nahezu identisch mit einem echten Assist. Die AIs von F1 2020 wurden auch überholt und sind nun realistischer in Bezug auf Overtaking, Blocking und allgemeines Fahrverhalten. Dies wurde übrigens auch von Lando Norris, welcher nicht nur F1-Fahrer für McLaren ist, sondern auch leidenschaftlicher SIM-Racer, unterstützt. Er soll laut Codemasters mit Feedback geholfen haben.

Durch eine zuschaltbare Hilfe für Laien wird garantiert, dass auch Fahranfänger oder Fahrer ohne eine Ahnung von SIM-Racing bei F1 2020 auf ihre Kosten kommen. Dazu braucht man nicht mal ein teures Setup oder ein Lenkrad. Es genügt, wenn man einen einfachen Controller zur Hand hat. Natürlich kann man das Spiel auch mit Maus und Tastatur spielen, allerdings würden wir von ingame.de einen Controller oder gar Lenkrad empfehlen, ein wenig Feeling sollte dann schon dabei sein, insbesondere was die Haptic angeht.

F1 2020: Der neue Karrieremodus „MyTeam" im Test

Besondere eingehen wollen wir in unserem Text natürlich auf MyTeam, den neuen Karrieremodus bei F1 2020, bei welchem man nicht nur selbst fahren darf, sondern auch ein ganz eigenes Team leitet. Dabei bekommt man somit die Mischung aus beiden Welten mit und darf als echter Rennfahrer auch zum Motorsport-Manager werden. Zunächst erstellt man deshalb seinen eigenen Charakter, entwirft ein eigenes Auto und Logo, wählt seinen Teamkollegen, sucht einen Motorhersteller aus und nimmt sogar seinen Hauptsponsor in Anspruch. Dementsprechend müssen wir sagen: Codemasters hat hier nicht mit den Details gespart. Man kann beim eigenen Charakter so ziemlich jedes Detail auswählen und sein eigenes Design verändern. Gleiches gilt auch für's Auto. Dort kann man aus rund 50 verschiedenen Mustern wähle und dann sogar noch die Farben beliebig ändern, was eine unendliche Anzahl an eigenen Designs ermöglicht.

Bei MyTeam in F1 2020 kann man viele kleine Details ändern.

Nachdem man seinen eigenen Fahrer und das Fahrzeug gewählt hat, muss man sich einen Hauptsponsor suchen, welcher einem ein einmaliges festes Gehalt zahlt und je nach Herausforderung einen Bonus nach jedem Rennen springen lässt. Ist die Aufgabe schwerer, so bekommt man auch mehr Geld. Anschließend muss man seinen Motorenhersteller selektieren. Dabei gibt es Honda, Renault, Mercedes und Ferrari zur Auswahl, welche alle über ihren eigenen Werte in puncto Leistung und Strapazierbarkeit verfügen. Ein besserer Motor ist auch teurer, allerdings hat man zu Beginn nicht allzu viel Geld, weswegen man seine Wahl ordentlich überdenken sollte. Hier stellt sich auch für Laien die Frage, auf was man überhaupt achten sollten, denn einen klaren Guide oder kleinere Hinweise, welcher Motor eine gute Wahl wäre, gibt es leider nicht. Anschließend wählt man seinen zweiten Fahrer, ein junges Nachwuchstalent, welcher je nach Preis unterschiedlich viel kostet. Aufgeteilt sind die Fahrer in folgende Werte:

Im MyTeam Modus lässt sich bei F1 2020 ein individuelles Team zusammenstellen
  •  Experience: Auswirkung auf erspielten Ressourcenpunkte
  • Racecraft: Talent beim Fahren, erlaubt zum Beispiel bessere Überholmanöver
  • Awareness: sicheres Fahrverhalten und verminderte Fahrfehler
  • Pace: Tempo des Fahrers

Wenn man sich im Spiel allerdings einen teuren Motor gekauft hat, ist nicht mehr viel Geld für einen guten Fahrer drin. So muss man die Kosten also hin und her switchen, bis man eine geeignete Lösung für sich gefunden hat. Das kann alles eine Weile dauern, wir haben etwa 2 Stunden damit verbracht, unsere Auswahl von Design, Motor, Fahrer und Co. zu treffen. Anschließend hat man noch die Möglichkeit, die Länge der Saison zu wählen. Es gibt 22, 16 oder 10 Grand Prix-Saisons. Auch die Renndistanz, Trainingsdauer oder Stärke der KI-Fahrer können angepasst werden.

Anschließend geht es zur Hauptübersicht und man kann nach einer kleinen Vorstellung als Manager eines F1-Teams loslegen. Dabei muss man sich um den Forschungs- und Entwicklungsbaum selbst kümmern, wobei es 6 Kategorien gibt, bei welchen zum Beispiel Verbesserungen gekauft und Statistiken angezeigt werden können.

  • Aerodynamik
  • Chassis
  • Triebwerk
  • Strapazierfähigkeit
  • Personal
  • Marketing

Zwischen den einzelnen Rennen kann man jedes Mal seinen eigenen Kalender füllen und somit Verbesserungen bewirken. Allerdings muss man überlegen, wann man wie und wo Zeit und Geld investiert. Denn alles nimmt einen Einfluss auf die Weiterentwicklung der Fähigkeiten vom Personal im Rennstall. So muss man während der Rennen zum Beispiel Zeit und Geld in die Forschung im Windkanal stecken, aber auch mit Sponsoren interagieren und Gelder reinholen

Bei F1 2020 kann man mithilfe von verschiedenen Einrichtungen sein Auto und Team verbessern.

Wie in jeder guten Management-Simulation gibt es auch in F1 2020 immer einen Zeitplan zum nächsten Rennen, den man entweder automatisch füllen lassen kann oder mit seinen eigenen Terminen bestückt. Wenn man zum Beispiel ein Event veranstaltet, kann es sein, dass die Moral des Teams hochgeht, aber man Geld verliert. Dabei geben Sponsoreninterviews mehr Geld, aber auch keine Erfahrung für die Fahrer. Werkeln an speziellen Komponenten steigert die Leistung des Fahrzeugs, aber nicht die Moral des Teams. Dabei bleibt es euch überlassen, eine Balance zu finden und das Team möglichst schnell zu perfektionieren. Durch die Teilnahme an Events, Verbesserungen oder gewinnen von Rennen erhält man Geld, welches man anschließend wiederum in das eigene Team investieren kann. Am Ende der Termine steht immer das Rennwochenende auf dem Kalender. Dort kann man entweder realistisch vorgehen und drei Trainings absolvieren, bei welchem man jedes Mal eine Aufgabe bewältigen kann, was den Mechanikern und Analytikern im Labor hilft, wie zum Beispiel eine Brems- oder Reifenbelastung, oder aber man skippt direkt zum Qualifying.

Ganz am Ende steht dann immer das Rennen, welches man besser gewinnen sollte, denn erst dann gibt es dicke Gelder zu gewinnen. Sollte man an einem Wochenende mal mit leeren Händen ausgehen ist es gut, dass man nicht gleich aus der F1 rausfliegt. Bevor man ganz abgesägt wird, kann man immer noch Unterstützung durch verschiedene Pakete bekommen, den zweiten Fahrer absägen und im Notfall sein Nachwuchs-Talent aus der Formel 2 hochholen. Erst, wenn man etliche Rennen am Stück verliert und auch sonst keine Einnahmen hinzukommen, ist es möglich, den Game Over-Bildschirm zu Gesicht zu bekommen. Das dauert jedoch eine ganze Weile.

F1 2020: Die Vor- und Nachteile der neuen Rennsimulation von Codemasters

F1 2020 im Test: Trotz kurzer Formel 1-Saison liefert Codemasters einen gelungenen Nachfolger.

Codemasters hat mit F1 2020 einen gebührenden Nachfolger der beliebten Rennserie an den Start gerollt. Besonders erfrischend ist der neue Karrieremodus MyTeam,welcher noch einmal viel tiefere Einblicke in den Rennsport gibt, als man es vielleicht aus dem Fernsehen gewöhnt ist. Doch dieser Teil bereitete uns auch sehr viele Kopfschmerzen, denn viele Entscheidungen im Management trifft man als Laie fast aus dem Bauch heraus, da man viele Dinge überhaupt nicht einschätzen kann. Ist jetzt der Ausbau der Aerodynamik oder des Chassis wichtiger? Welche Entscheidungen haben letztendlich welchen Einfluss auf das Auto? Vor allem bei Fans, die keine KFZ-Nerds sind, könnten diese Fragen häufiger auftauchen als gewünscht. Möchte man also den Karrieremodus richtig durchziehen, sollte man sich darauf einstellen, sich im Vorfeld viel informieren zu müssen. Allerdings könnte dies wiederum einen lehrreichen Effekt haben, welcher für den ein oder anderen sogar ein neues Hobby oder eine ganze Berufswahl öffnen könnte. 

Positiv hervorzuheben ist nochmal die Möglichkeit beim Fahren, sich auf unzählige Weisen unterstützen zulassen. Dort kann wirklich jeder, egal ob Laie oder Profi, die richtigen Einstellungen finden. Wenn man nur einfach Rennen fahren möchte, ist das Spiel auch ein wunderbar geeignetes Mittel. F1 2020 mit dem realistischen Handling und detaillierten Strecken wird dann schnell zum idealer neuer Fahrspaß für PS4, Xbox One, PC und neuerdings auch Google Stadia.

ProCon
+ Verbesserte und realistischere Fahrphysik- Keine reine Management-Simulation im MyTeam-Modus möglich (Rennen sind obligatorisch)
+ Für Profis und Laien gleichermaßen geeignet- Entscheidungen und Konsequenzen im MyTeam-Modus nicht immer transparent
+ Abwechslungsreicher My Team-Modus- Wenig Tipps und Hinweise im MyTeam-Modus
+ Umfangreiche Design-Optionen für Fahrer und Auto
+ Große Streckenauswahl mit Nostalgiefaktor

Rubriklistenbild: © Codemasters

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