Endlich Innovation?

FIFA 22 im Test: Glückt EA endlich der Sprung auf die Next Gen-Konsolen?

FIFA 22 konnte von EA endlich mit vollem Fokus auf die Next Gen-Konsolen entwickelt werden. In unserem Test schauen wir, ob FIFA 22 den Kauf wert ist.

Vancouver, Kanada - Der Geruch von Coins, Packs und kaputten Controllern liegt in der Luft. Dies kann nur eines bedeuten. EA hat mal wieder einen Teil ihrer Fußballsimulationsreihe veröffentlicht. FIFA 22 ist der insgesamt 27. Ableger von EA Sports. In diesem Jahr könnte der Unterschied jedoch so groß wie noch nie zuvor sein. FIFA 22 wurde nämlich mit Fokus auf die Next Gen-Konsolen PS5 und Xbox Series X entwickelt. Ob EA dieser Sprung geglückt ist, oder Spieler:innen dasselbe Spiel wie letztes Jahr mit etwas besserer Grafik erwartet, haben wir in unserem FIFA 22 Test für euch herausgefunden.

Name des SpielsFIFA 22
Release (Datum der Erstveröffentlichung)1. Oktober 2021
Publisher (Herausgeber)Electronic Arts
SeriePS4, PS5, Xbox One, Xbox Series X/S, PC, Google Stadia
PlattformenEA Canada/Romania
EntwicklerEA Sports
GenreFußballsimulation

FIFA 22 im Test: Ultimate Team ist und bleibt der Goldesel – EA ist mit Neuerungen nicht schüchtern

Macht Platz, hier kommt die Geldmaschine! Ultimate Team ist wohl der größte Coup in der gesamten Firmengeschichte von EA. Der Sammelkarten-Modus begleitet die FIFA-Reihe nun schon seit mehr als einem Jahrzehnt und ist natürlich auch in FIFA 22 mal wieder präsent. Das Interface für Ultimate Team wurde von FIFA 21 übernommen und wirkt nach wie vor sehr modern und intuitiv.

Auf die grundlegenden Elemente in Ultimate Team muss nicht verzichtet werden. Auch in FIFA 22 könnt ihr euch in kniffligen Rätselspaß dank Squad Building Challenges werfen, eure Freunde in wilden Freundschaftsspiel-Modi herausfordern, oder gegen die KI in Squad Battles antreten. Ebenfalls unverändert ist das Pack-System von FIFA 22. Nach wie vor könnt ihr euch Packs für Echtgeld oder Ingame-Währung kaufen. Pay-to-Win wird man in Ultimate Team wohl auch in naher Zukunft nicht los, doch EA macht einen Schritt in die richtige Richtung.

Zum Ende des Lebenszyklus von FIFA 21 veröffentlichte EA das Vorschau-Pack in Ultimate Team, welches es auch in den neusten FIFA-Ableger geschafft hat. Das Vorschau-Pack erlaubt es euch, ein Pack zu öffnen und erst nach Ansehen der Inhalte zu entscheiden, ob ihr es wirklich kaufen möchtet. Auch wenn EA dieses Feature nur implementiert hat, um sich gegen die Glücksspiel-Vorwürfe zu wehren, gibt das Vorschau-Pack Spieler:innen mit wenig Budget interessante Möglichkeiten in FIFA 22.

FIFA 22 im Test: In Ultimate Team erwarten euch wieder Walkouts und Packs en masse

Doch nicht alles bleibt beim Alten. EA hat auch einige Neuerungen in den beliebten Ultimate Team-Modus gebracht. So wurde in FIFA 22 vor allem an den beiden beliebtesten FUT-Modi geschraubt. Der Division Rivals-Modus besitzt nun ein neues Rank- und Belohnungssystem. So basiert Division Rivals nun auf einem Leiter-Prinzip. Gewinnt man, steigt man eine Stufe auf, bei einer Niederlage geht es wieder runter. FUT-Belohnungen werden nun nicht mehr nur wöchentlich ausgeschüttet, was den Transfermarkt von Ultimate Team entscheidend beeinflusst – aus unserer Sicht durchaus positiv. Beides empfanden wir in unserem FIFA 22 Test als innovativ. Der Division Rivals.Modus brauchte dringend eine solche Änderung.

FIFA 22 im Test: Euer Ultimate Team wird dynamisch präsentiert

Der FUT Champions-Modus wurde indes in FIFA 22 zweigeteilt. So gibt es die Play-Offs und die Finals. Die Qualifikation läuft wie gehabt. Sind erstmal genügend Punkte über Division Rivals gesammelt, startet man in die Play-Offs. In die begehrten Finals kommen jedoch nur die besten Spieler von FIFA 22. Die Teilnehmeranzahl ist begrenzt. Da die Finals am Wochenende stattfinden, sind diese mit der Weekend League aus vorherigen FIFA-Teilen gleichzusetzen. In unserem FIFA 22-Test konnten wir diese Unterteilung nicht zur Gänze ausprobieren. Es sei jedoch positiv hervorzuheben, dass man seine FUT-Belohnungen nun auch nach Beendigung von FUT Champions abholen kann. EA zeigt, dass sie auf die Wünsche der Community in diesen Belangen gehört haben.

FIFA 22 im Test: EA mit kleiner Änderung am altbekannten TOTW-System

Es ist unüblich für EA, so viel an ihrem bewehrten Konzept herumzuschrauben. Sogar am Team of the Week gab es für FIFA 22 Änderungen. Diese fielen aus unserer Sicht jedoch zu schmal aus. Nach wie vor basieren die wöchentlichen Inform-Karten auf den Leistungen der Fußballprofis am Wochenend-Spieltag, doch eine Karte wird nun von EA besonders gepusht. Diese darf jedoch kein Gesamtrating von über 80 haben und keine weiteren Sonderkarten besitzen. Diese Änderung allein reicht nicht, um dem alten TOTW-Konzept in FIFA 22 neues Leben einzuhauchen.

FIFA 22 im Test: Grafik eines Next Gen-Titels würdig

FIFA 22 haben wir auf der PS5 für euch getestet. Grafisch muss sich der neuste Teil nicht vor anderen Next Gen-Titeln verstecken. Man merkt durchaus einen positiven Unterschied im Gegensatz zur nachgereichten Next Gen-Version von FIFA 21. Durch etliche neue Spieler-Scans dürfen wir zudem mehr originale Spieler-Gesichter in FIFA 22 bewundern. In unserem Test haben wir nur eine Kleinigkeit an der Grafik zu kritisieren. Sobald ein Tor in der letzten Minute oder Nachspielzeit fällt, fängt die Spielkamera wie verrückt an zu wackeln. Anscheinend soll dies die Dramatik des Tores widerspiegeln. Aus unserer Sicht wird die Kamera viel zu sehr bewegt. Eine schlechte Umsetzung einer eigentlich guten Idee.

FIFA 22 im Test: Grafisch eine Augenweide

FIFA 22 im Test: Was kann die Hypermotion-Gameplay-Technologie?

Als EA den ersten Reveal-Trailer zu FIFA 22 veröffentlichte, stand die neue Hypermotion-Technologie im Vordergrund. In unserem FIFA 22 Test haben wir endlich gesehen, was hinter der ominösen Technik steckt. Über 4.000 neue Animationen hat EA durch dieses Feature in FIFA 22 untergebracht und es hat sich gelohnt.

FIFA 22 im Test: Gameplay deutlich langsamer als im Vorgänger

Das Spielgeschehen ist um einiges realistischer. Vor allem lange Pässe und die Paraden der Keeper machen einiges her. So wehren die Torhüter den Ball nicht mehr nur stumpf links, rechts oder über das Tor ab, sondern lassen ihn auch vor sich abprallen. Insgesamt ist das Gameplay von FIFA 22 sehr viel langsamer als im Vorgänger. Dies haben wir in unserem FIFA 22 Test als äußerst angenehm empfunden. Das ewige Hin und Her aus dem letzten Teil erinnerte viel mehr an ein Arcade-Game als eine realistische Fußballsimulation.

FIFA 22 im Test: Pässe und Paraden nun deutlich realistischer

Das abgeänderte Tempo von FIFA 22 darf jedoch mit Vorsicht genossen werden. Auch in der Vergangenheit ließ es EA zu Beginn eines neuen FIFA-Teils im Gameplay etwas ruhiger angehen, nur um dies in späteren Patches zu korrigieren. Wir bewerten in unserem FIFA 22 Test jedoch das vorliegende Ergebnis und nicht eine Befürchtung, die möglicherweise eintreten könnte. Zudem hat EA selbst an einigen Spielerwerten geschraubt, damit Tempo nicht das wichtigste Attribut eines Spielers ist. Einige Innenverteidiger bekamen massive Verbesserungen in ihrem Tempo. Flügelspieler wie beispielsweise Jadon Sancho mussten hingegen kleinere Verschlechterungen in Kauf nehmen.

FIFA 22 im Test: Keine Freudensprünge für Fans des herkömmlichen Karrieremodus

Der Karrieremodus scheint für EA ein hartes Pflaster zu sein. Die Fanbase ist groß, die eigenen Ansprüche, den Modus nach vorne zu bringen, scheinen gering. Auch in FIFA 22 dürfen Fans des herkömmlichen Spieler- und Manager-Karrieremodus nicht zu viel erwarten. Die Modi sind keinesfalls schlecht. Im Gegenteil, sie sind sogar sehr gut, doch leider fehlen die großen Neuerungen seitens EA. Ein paar neue Cutscenes für beide Modi sind leider das einzig nennenswerte in FIFA 22.

FIFA 22 im Test: Im Karrieremodus bleibt eigentlich alles beim Alten

FIFA 22 im Test: Create a Club ist der Traum eines jeden FIFA-Spielers gewesen – EA glückt Umsetzung ohne große Mühe

Wolltet ihr auch schon immer euren eigenen Verein gründen und in die Champions League führen? Dieser Traum geht in FIFA 22 für euch in Erfüllung. Create a Club heißt der neue Modus, in welchem ihr euer eigenes Fußballprojekt à la RB Leipzig starten könnt. Das Endprodukt kann sich dabei sehen lassen.

FIFA 22 im Test: Create a Club-Modus verwirklicht Träume

In FIFA 22 habt ihr freie Hand, was Logo, Stadion, Name, Transferbudget und sogar Liga angeht. So wählt ihr nämlich einfach eine Liga aus, in welcher ihr starten wollt. Einen Verein müsst ihr für euren Startplatz jedoch gänzlich eliminieren. Eigene Einlaufmusik, Torhymne und sogar einen Rivalen dürft ihr euch aussuchen. In unserem FIFA 22 Test fühlten wir uns wie ein kleines Kind im Spielzeugladen. So durften wir uns zum Glück auch auf dem Transfermarkt verhalten.

Zwar bekommt ihr eine durch selbst festgelegte Parameter wie Alter oder Gesamtwertung generierte Mannschaft zugeteilt, der wahre Spaß beginnt jedoch erst, wenn ihr euch alle eure Lieblingsspieler auf dem Transfermarkt kaufen könnt. Der Create a Club-Modus ist unserer Meinung nach ein absolutes Highlight in FIFA 22. Zwar hat auch hier EA die meisten Features aus Ultimate Team schlicht übertragen, dem Endprodukt ist dies jedoch gleich und uns als Spieler, der einfach nur Spaß mit seinem eigenen Fußballimperium haben möchte, auch.

FIFA 22 im Test: Eigenen Verein erbauen leicht gemacht

FIFA 22 im Test: Pro Clubs erhält von EA keine Liebe – Neues Feature schwankt zwischen Gleichberechtigung und Schwachsinn

Ähnlich wie der Karrieremodus besitzt auch Pro Clubs bei den Fans der FIFA-Reihe ein hohes Ansehen. EA überraschte, als sie tatsächlich Neuerungen für den Online-Modus ankündigten. So ist es nun wie im Create a Club-Modus möglich, das Stadion und die Umgebung anzupassen. Dies ist ebenfalls nur ein Shift des Features und keine wirkliche Neuerung. Verwirrend ist ebenfalls, dass man seinen Pro nun sowohl als Mann oder Frau gestalten kann.

Diese Änderung hat dabei keinen Einfluss auf das Gameplay von FIFA 22. Auf der einen Seite ist das Feature sicherlich erwünscht, da es nun Spieler:innen inkludiert. Auf der anderen Seite ergibt es jedoch keinerlei Sinn, dass Männer und Frauen gemeinsam auf dem Spielfeld stehen. Es wirkt fast so, als hätte sich EA bei diesem Pro Club-Feature einen Scherz erlaubt. Insgesamt haben Fans des Pro Clubs-Modus also keine Geschenke von EA erhalten. Hoffen wir auf den nächsten FIFA-Teil, wie jedes Jahr.

FIFA 22 im Test: Volta, ach das gibt es noch? Neue Minispiele bringen unfassbar viel Spaß!

Da war ja noch was. Auch der Volta-Modus hat wieder seinen Weg in FIFA 22 gefunden. Der geistige Nachfolger von FIFA Street geriet nach seinem Release in FIFA 20 in Vergessenheit. Zu groß scheint der Schatten, den der Ultimate Team und Karrieremodus werfen. Dabei ist der Volta-Modus keinesfalls schlecht. Im Gegenteil, für kurze Eins gegen Eins-Duelle ist er sogar perfekt geeignet. Zu mehr jedoch nicht.

FIFA 22 im Test: Volta-Modus bekommt neue Minispiele spendiert

Auch in FIFA 22 schafft EA es nicht, dem Volta-Modus auf lange Sicht einen Reiz zu verleihen. Immerhin ist der Soundtrack von Volta, wie der vom gesamten FIFA 22, eine Bombe! Zudem war EA sich nicht zu schade, ein paar neue Minispiele für Volta in FIFA 22 zu implementieren. Nach unserem FIFA 22 Test sind wir plötzlich Fans von Fußball-Völkerball und Fußball-Tennis geworden.

FIFA 22 im Test: Unser Fazit zum neusten Ableger von EA Sports

FIFA 22: Ein qualitativ hochwertiges und erfrischendes Gesamtpaket.

FIFA 22 gibt die richtige Richtung an, in welche sich die FIFA-Reihe auf den Next Gen-Konsolen bewegen sollte. Hinter der groß angekündigten Hypermotion-Technologie steck erfrischendes Gameplay, welches durch weniger Tempo, kluge Pässe und Paraden mehr Realismus in FIFA 22 bringt. EA zeigt sich mit ihren Änderungen für den Ultimate Team-Modus ungewohnt mutig und zeigt, dass sie auf die Wünsche der Community eingehen können.

Große Neuerungen gab es für den Karrieremodus nur in Form des Create a Clubs-Modus, welcher trotz geringen Aufwands seitens EA ein großer Erfolg und Highlight des Spieles ist. Ein wenig Sorgen darf man sich jedoch um die restlichen Modi von FIFA 22 machen. Das neue Feature von Pro Clubs mit den zwei Geschlechtern macht rein logisch keinen Sinn. Und auch Volta macht trotz lustiger Minispiele keine großen Sprünge mehr. Insgesamt bietet FIFA 22 für alteingesessene Veteranen und Neueinsteiger aber ein hochqualitatives und erfrischendes Gesamtpaket.

ProsCons
+ Realistischeres Gameplay dank Hypermotion-Technologie– Keine großen Erneuerungen für Pro Clubs und herkömmlichen Karrieremodus
+ Next-Gen-würdige Grafik– Volta-Modus vegetiert langsam vor sich hin
+ Community-freundliche Änderungen in Ultimate Team– EA kratzt mit Aufwand für neue Features nur an der Oberfläche
+ Vorschau-Pack bleibt bestehen und bringt Spieler:innen mit wenig Budget viel Freude
+ Create a Club-Modus ist ein einziges Highlight
+ Volta-Modus mit lustigen kleinen Minispielen für zwischendurch
+ Bombastischer Soundtrack mit Ohrwurm-Garantie

Rubriklistenbild: © EA Sports

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