Remake Part 1.5 Reimagined feat. Yuffie

Final Fantasy VII Remake Intergrade im Test: Darf‘s noch ein bisschen mehr sein?

  • Joost Rademacher
    VonJoost Rademacher
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Final Fantasy VII Remake wagt den Sprung auf die nächste Generation. Ist die PS5-Version namens Intergrade FF-Pflichtprogramm oder nur unnötiger Nachschlag?

Hamburg – Final Fantasy VII Remake sollte eigentlich schon auf der PS3 erscheinen, aber aus dem Projekt wurde ein größeres Unterfangen, als Square Enix hätte ahnen können. Lange haben die Fans auf das Remake warten müssen. 2020 war das Leid aber beendet, als es kurz vorm Ende der PS4-Generation endlich erschien und wie eine Chocobohorde durch die Charts pflügte. Square Enix setzt jetzt nochmal zur Ehrenrunde an und bringt Final Fantasy VII Remake Intergrade für die PS5. Wir haben uns angeschaut, was die Neuauflage zur Neuauflage so auf dem Kasten hat.

Release (Datum der Erstveröffentlichung)10. Juni 2021
Publisher (Herausgeber)Square Enix
SerieFinal Fantasy
PlattformPS5
EntwicklerSquare Enix
GenreAction-Rollenspiel

Final Fantasy VII Remake Intergrade im Test: Gratis-Upgrade, gleiche Ausstattung

Die PS5 ist jetzt seit über einem halben Jahr auf dem Markt und jedes Studio will auf den Zug der neuen Leistungsfähigkeit aufspringen. Kostenlose Upgrades für PS4-Spiele gibt es noch und nöcher, andere nutzen einfach einen Patch, um die volle Framerate zu ermöglichen. Auch Final Fantasy VII Remake springt mit der PS5-Version Intergrade auf diesen Zug auf und schmeißt noch eben die zusätzliche Episode INTERmission mit in den Mix. Wer allerdings nur das kostenlose Upgrade von der PS4-Version mitnimmt, muss die Episode separat kaufen.

Zur Episode INTERmission aber später mehr, führen wir uns erst einmal das Hauptspiel von Final Fantasy VII Remake mit dem PS5-Upgrade zur Brust. Dabei fällt recht schnell auf, dass eigentlich kaum etwas so wirklich daran auffällt. Das klingt im ersten Moment antiklimaktisch, muss aber nichts Schlechtes bedeuten. Final Fantasy VII Remake war ja schon auf der PS4 ein großartiges Spiel und da muss gar nicht so viel dran gerüttelt werden. Rein inhaltlich bleibt beim Hauptspiel zum Beispiel alles beim Alten. Auf neue Nebenmissionen, Kämpfe oder Ähnliches für Cloud und Co. braucht ihr nicht hoffen.

Final Fantasy VII Remake Intergrade im Test: Darf‘s noch ein bisschen mehr sein?

Final Fantasy VII Remake Intergrade im Test: 60 FPS olé, Matschtür adé

Eure Augen werden sich bei der PS5-Version von Final Fantasy VII Remake aber freuen dürfen. Dafür ist zunächst der offensichtliche Boost für die Bildrate verantwortlich. Auf der PS4 und PS4 Pro lief das Spiel noch mit 30 FPS, was nicht unheimlich hoch war, aber dafür zumindest absolut stabil. Auf der PS5 läuft Final Fantasy VII Remake genauso stabil, aber auf einer Framerate von 60 FPS, was die Action um Längen flüssiger und hübscher macht.

Entsprechend gehören zum Facelifting auch eine höhere Auflösung, schärfere Texturen und knalligere Effekte. Die meisten dieser Verbesserungen werden dem untrainierten Auge wohl nicht unbedingt auffallen, wenn es keinen direkten Vergleich gibt. Fans, die die PS4-Version gespielt haben, werden den grafischen Sprung nach oben aber sofort an der berüchtigten „Matschtür“ erkennen, die den Eingang zu Clouds Unterschlupf geziert hat. Wo einst in Türform gepresster Rindenmulch war, ist jetzt eine waschechte Tür zu erkennen.

Final Fantasy VII Remake Intergrade: Das sieht doch endlich nach ner richtigen Tür aus

Natürlich macht Final Fantasy VII Remake Intergrade sich auch die SSD der PS5 voll zu Nutze und radiert Ladezeiten praktisch komplett aus. Der originale Release hatte auch schon äußerst selten irgendwelche Ladebildschirme, diese sind jetzt aber noch kürzer und kaum noch wahrnehmbar. Den Einbau anderer Features der PS5, zum Beispiel der Funktionen des DualSense, hätte Square Enix sich aber sparen können. Die adaptiven Trigger des DualSense finden in einer einzigen Motorradsequenz Verwendung – und das nur sehr halbgar. Ebenso fällt das haptische Feedback ein wenig unter den Tisch, da gibt es kaum Unterschiede zur abwärtskompatiblen PS4-Version zu bemerken.

Final Fantasy VII Remake Intergrade im Test: Frischer Wind mit der DLC-Episode

Wer Final Fantasy VII Remake schon gespielt hat und der/dem die technischen Ausbesserungen noch nicht reichen, dürfte sich vielleicht von der Episode INTERmission überzeugen lassen. Die neue Episode rund um Wutai-Ninja und Materia-Jägerin Yuffie Kisaragi schlägt noch einmal mit fünf zusätzlichen Spielstunden zubuche und bringt einen neuen spielbaren Charakter, eine weitere Nebenstory mitsamt neuem Spielstil und ein neues Minispiel mit sich. Für Ungeduldige ist das DLC außerdem von Anfang an vom Hauptmenü aus zugänglich und braucht keinen gewissen erreichten Storypunkt oder gar einen durchgespielten Spielstand um gestartet zu werden.

Die Betonung bei INTERmission liegt definitiv auf NEBENstory. Als Yuffie reist ihr nach Midgar, um zusammen mit Mitgliedern von Avalanche eine ultimative Materia zu stehlen. Diese Mitglieder bestehen aber nicht aus den bekannten Hauptcharakteren des Remakes, die sind zum Zeitpunkt der Geschichte damit beschäftigt, Mako-Reaktor 5 hochzujagen. Stattdessen serviert INTERmission ein paar komplett neue Charaktere und einige Figuren, die nur langjährigen Fans der Final Fantasy 7-Spiele und -Spinoffs ein Begriff sein dürften.

Final Fantasy VII Remake Intergrade: Das dynamische Duo des DLC

In so fern ist die aus zwei Kapiteln bestehende Zusatzepisode zumindest im Storybereich eher eine nette Dreingabe als unerlässlich fürs Verständnis der Story des Spiels. Einige Momente am Ende der fünfstündigen Episode deuten aber darauf hin, dass Final Fantasy VII Remake tatsächlich daran arbeitet, alle Storystränge der anderen Spiele des FF7-Universums in eine große Geschichte zusammenzuführen, was vor allem Veteranen dieser Titel freuen dürfte.

Final Fantasy VII Remake Intergrade im Test: Ein Ninja auf Materia-Jagd

Das soll aber nicht heißen, dass INTERmission keinen Mehrwert an sich hätte. Im Gegenteil, so einige Elemente machen die Zeit mit der Zusatzepisode absolut lohnenswert. Das fängt schon mit Yuffie als spielbarem Hauptcharakter an. Die energetische Wutai-Agentin mit einem ansteckenden Enthusiasmus ist ab Minute eins eine liebenswerte Ergänzung für das Ensemble von Final Fantasy VII Remake. Obwohl sie im Original eigentlich erst wesentlich später ihren Auftritt hat, wollen wir sie nach unserem kurzen Ausflug mit ihr schon nicht mehr missen. Neben ihrer ansteckend positiven Ausstrahlung leistet auch das neue Gameplay einen wesentlichen Teil dafür.

Final Fantasy VII Remake Intergrade: Im DLC steht alles im Zeichen von Yuffie

Mit ihren schnellen Combos und einer eigenwilligen Mischung aus Nah- und Fernkampf spielt Yuffies Nebengeschichte sich noch ein Stück schneller als Cloud und die anderen Charaktere des Hauptspiels. Stellenweise erinnert das neue Gameplay fast schon ein wenig an Actionspiele á la Bayonetta und Devil May Cry. Leider ist das Gameplay von Yuffie auch das einzige, das INTERmission neu in die Kämpfe des Spiels bringt. Der neue Sidekick Sonon, der die Wutai-Agentin durch die Episode begleitet, hat zwar im Wechselspiel mit ihr ein paar tolle Momente und einen generell angenehm Ausgleich für Yuffies Flippigkeit – er ist aber auch komplett KI-gesteuert und kann nicht manuell übernommen werden.

Final Fantasy VII Remake Intergrade im Test: Das gleiche Midgar und ein frisches Minispiel

Eine kleine Enttäuschung ist auch, dass INTERmission praktisch für alle seine spielbaren Areale bereits bekannte Schauplätze aus Final Fantasy VII Remake wiederverwendet. Natürlich muss Square Enix für eine DLC-Episode keine komplett neue Welt aus dem Boden stampfen und die Story von INTERmission fügt sich gut in die etablierte Welt ein. Ein bisschen mehr Abwechslung hätte in dieser Hinsicht aber nicht schaden können.

Final Fantasy VII Remake Intergrade: Fort Condor sieht komisch aus, macht aber einigen Spaß

Wer sich die Zeit mit dem DLC noch ein Stück verlängern möchte, kann einige Spielzeit in das neue Minispiel Fort Condor hineinstecken. Das schaltet ihr recht bald nach der Ankunft in den Slums on Sektor 7 frei und ist insgeheim der Star der Episode. Dieses Tower Defense-Minispiel hat vielleicht begrenzten Tiefgang und ist oberflächlich gesehen nur ein glorifiziertes Schnick Schnack Schnuck.

Das Aufbauen und Anpassen eures eigenen Decks mit neuen Einheiten, die ihr durch Matches gewinnt, ist aber durchaus kurzweilig und ansprechend – wer seinen Spaß dran hat, kann hier also locker noch ein paar Stunden aus dem DLC herausholen. Einziger Wermutstropfen: Fort Condor ist an das DLC gebunden und kann nicht vom Hauptspiel aus gespielt werden. Zwischen den zwei neuen Kapiteln, dem neuen Gameplay von Yuffie und Fort Condor kann INTERmission im Gesamten aber ein paar sehr lohnenswerte Stunden für alle bieten, die nach ihrer ersten Reise durch Midgar noch mehr von der Plattenstadt sehen wollen.

Final Fantasy VII Remake Intergrade im Test: Unser Fazit zur erweiterten PS5-Version

Final Fantasy VII Remake Intergrade im Test: Unser Fazit zur erweiterten PS5-Version

Wenig überraschend ist Final Fantasy VII Remake Intergrade als PS5-Version in praktisch allen Belangen die technisch überlegene Version des Action-Rollenspiels von 2020. Square Enix hat die zusätzliche Leistung der Konsole genutzt, um ein ohnehin tolles Spiel nochmal auf ein neues Level zu heben, auch wenn nicht alle Verbesserungen ohne einen direkten Vergleich auffallen. Etwas schade ist auch, dass die Funktionen des neuen Controllers so halbgar genutzt werden, da hätten wir uns nicht beschwert, wenn sie ganz rausgelassen worden wären.

Die neue Episode INTERmission ist den Kauf der verbesserten Version oder des separaten DLC aber locker wert. Auch wenn es nur eine Nebengeschichte ist, schafft der erste Ausflug mit Yuffie einige Vorfreude auf ihr Zusammentreffen mit dem restlichen Cast im unweigerlichen Remake Teil 2. Auch kann Fort Condor als kurzweiliges Minispiel noch über ein paar extra Spielstunden bei der Stange halten und Yuffies spaßiges, blitzschnelles Kampfsystem tröstet allemal darüber hinweg, dass ihr Begleiter Sonon nicht spielbar ist. Final Fantasy VII Remake Intergrade wird niemanden bekehren, der das Spiel in der PS4-Version nicht mochte. Wer aber schon damit geliebäugelt hat und eine PS5 besitzt, oder aber noch nicht genug von Midgar hat, sollte sich dieses Upgrade nicht entgehen lassen.

ProContra
+ Das erste Kapitel von Clouds Abenteuer ist so charmant wie eh und je- DualSense-Features werden sehr halbgar genutzt
+ Ladezeiten praktisch nicht vorhanden- Nebencharaktere in INTERmission sind nicht manuell spielbar
+ Schärfere Texturen, knalligere Effekte und 60 FPS machen das Rollenspiel schöner denn je- DLC nutzt hauptsächlich bekanntee Areale aus dem Hauptspiel
+ 5-8 Stunden zusätzliche Spielzeit mit sofort zugänglicher Episode INTERmission- Fort Condor ist begrenzt auf INTERmission
+ Yuffie neuer spielbarer Charakter ist ein liebenswertes Energiebündel
+ Spaßiges neues Minispiel Fort Condor

Rubriklistenbild: © Square Enix

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