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Wir haben Fire Emblem: Three Houses unter die Lupe genommen.

Noch besser als die Vorgänger?

Fire Emblem: Three Houses im Test - Der Lieblingslehrer unter den taktischen Rollenspielen

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Kaum eine Spieleserie ist so beliebt wie Fire Emblem. Dabei zeichnet sich der neuste Ableger durch einen Mix aus Strategie und Simulation aus. Kling seltsam, funktioniert aber wunderbar. 

Das Fire Emblem-Franchise weiß seit den 1990er Jahre Fans von rundenbasierter Strategie zu begeistern. Dabei bestach die Serie stets durch ganz eigene Merkmale wie das bekannte Permadeath-System sowie durch die anspruchsvollen Gefechte. Aber mit jedem neuen Ableger gesellen sich so manche Neuerungen zu Spielgeschehen dazu und das oftmals auch abseits der großen Schlachten. Mit Fire Emblem: Three Houses darf erneut eine markante Änderung erlebt werden, die das Spiel zum wohl stimmigsten Ableger der Serie macht.

Willkommen auf der Akademie

Wenn Fire Emblem: Three Houses in einem Punkt heraussticht, dann insbesondere beim Spagat zwischen Strategie, Charakter-Entwicklung und Story. Im Vergleich zu früheren Ablegern kommt im neuesten Teil der Serie keines dieser Elemente zu kurz. Im Fokus steht hier, ähnlich wie bei Fire Emblem: Fates, die eigene Basis. Jedoch wird hier nicht eine solche errichtet, wie es beim 3DS-Titel der Fall gewesen ist. Stattdessen finden wir uns in einer finalen Unterkunft wieder, die zudem viel mehr als das ist: Es ist eine Akademie, in der wir selbst als Lehrer unterrichten werden.

Die Geschichte hinter Fire Emblem: Three Houses spielt auf dem Kontinent Fódlan, welcher in drei unterschiedliche Reiche aufgeteilt ist. Diese existieren relativ friedlich nebeneinander, und im Zentrum des Kontinents findet sich das Kloster Garreg Mach. In dessen Militärakademie werden die zukünftigen Herrscher des Kontinents, sowie zahlreiche weitere Schüler ausgebildet. Als Spieler schlüpfen wir in die Rolle eines ehemaligen Söldners, der unverhofft als Lehrmeister an der Akademie zu arbeiten beginnt. Dabei ist unsere erste Aufgabe, uns für eines der drei Häuser der Akademie zu entscheiden, die jeweils einen der zukünftigen drei Herrscher des Kontinents beherbergen.

Die Wahl des Hauses hat eine enorme Tragweite auf das weitere Spielgeschehen. Denn die Schüler, welche dem jeweiligen Haus zugehörig sind, unterscheiden sich sowohl dürft ihr euch auf einen hohen Wiederspielwert gefasst machen.

An der Akademie trainieren wir unsere Truppen dieses Mal selbst.

Der tägliche Schulalltag

Im Gegensatz zu Fire Emblem: Fates, finden wir uns nicht auf einer pixligen Übersichtskarte wieder. In Third-Person-Ansicht steuern wir unseren Charakter durch die Akademie und können diese abseits der Kämpfe in Ruhe erforschen. Dabei erinnert der Titel sehr stark an die The Legend of Heroes: Trails of Cold Steel-Reihe. Wie auch dort können wir uns mit den zahllosen Charakteren der Akademie unterhalten, Nebenquests erledigen und zahlreiche weitere Aktivitäten durchführen. Das sorgt für Abwechslung und Tiefgang, schlägt sich aber auch in einigen technischen Problemen im Rahmen der Framerate nieder, die gelegentlich nicht ganz rund läuft.

Auf der einen Seite mag das Akademieleben für so manchen Spieler etwas langatmig wirken, aber zugleich darf der Mehrwert hinter dieser Seite des Spiels nicht unterschätzt werden. Auf der Akademie lernen wir unsere Schüler erst richtig kennen, sodass wir nicht mehr nur irgendwelche Einheiten mit lymphatischem Gesicht in die Schlacht führen. Auch frühere Serien-Ableger haben dies bereits versucht, doch kein Titel konnte darin bislang so brillieren wir Fire Emblem: Three Houses.

Den Tagesablauf planen

Die Rollenspiel-Parts glänzen mit neuer Third-Person-Perspektive und viel Tiefgang.

Wie es sich für Fire Emblem gehört umfasst das Leben auf der Akademie zudem auch eine Reihe strategischer Aspekte. Regelmäßig gilt es die eigene Klasse zu unterrichten, an Events teilzunehmen oder Missionen zu bewältigen. Dabei müssen wir uns die eigene Zeit gut einteilen, denn pro Woche stehen nur wenige Aktionen zur Verfügung. Wollen wir mit ein paar Schülern gemeinsam zu Mittag essen, wodurch sich deren Motivation erhöht? Oder doch lieber an regelmäßigen Turnieren teilnehmen, um Geld und Items zu gewinnen? Auch haben wir die Chance, an Lehrstunden bei anderen Professoren teilzunehmen, damit wir selbst stärker im Kampf werden. Three Houses gibt uns zahlreiche Möglichkeiten an die Hand, uns selbst zu entfalten.

Die Motivation der eigenen Klasse zu erhöhen kann zudem sehr sinnvoll sein. Zum Beginn so manch einer Woche werfen wir einen Blick auf unseren Stundenplan und stellen fest: Organisation ist angesagt! Wer schnell zur nächsten spannungsgeladenen Schlacht gelangen möchte, kann hier die automatische Voreinstellung zu Hilfe nehmen. Puristen hingegen bestimmen selbst, in welche Richtung die eigenen Schüler entwickelt werden sollen. Neben Privatunterrichtsstunden, in denen Motivationspunkte für Fortschritte in der Waffenkunde ausgegeben werden können, ist es auch möglich, für jeden Schüler individuelle Lernziele festzulegen. Die ausgewählten Kenntnisse, zu denen unter anderem Speer, Schwert, Magie und Reitkunst zählen, werden dann pro Woche automatisch verbessert.

Auf dem Schlachtfeld spielt Three Houses die Stärken von Fire Emblem voll aus.

Strategisch tiefgreifende Gefechte

Theoretisch können wir in Fire Emblem: Three Houses jeden Charakter beliebig entwickeln, was von den gelernten Waffenkenntnissen abhängig ist. Sind diese Fähigkeiten hoch genug, so können unsere Helden Examen an der Akademie ablegen, wodurch ein Klassenwechsel möglich ist. Mehrere dieser Klassenwechsel können im Lauf des Spiels durchgeführt werden, und selbstverständlich können wir unsere Helden auch im späteren Verlauf in andere Richtungen umorientieren.

Wie wichtig dies sein kann, zeigt sich in der Praxis. Wie es Fans der Serie gewohnt sind, kommt auch Fire Emblem: Three Houses wieder relativ komplex daher. Unterschiedliche Klassen, passive Fähigkeiten, besondere Stärken und Schwächen, die zahllosen Waffen und Fähigkeiten, sowie zahlreiche weitere Spielelemente gilt es bei diesem rundenbasierten Strategie-Titel zu beherzigen. Für Neueinsteiger steht daher auch wieder ein normaler Schwierigkeitsgrad zur Verfügung. Experten können sich hingegen mit einem höheren Grad herumschlagen und wahlweise das Permadeath-System aktivieren. Stirbt ein Charakter, so bleibt dieser auch tot.

Fire Emblem: Three Houses treibt rundenbasierte Strategie auf die Spitze.

Da aber selbst alte Hasen Fehler machen können, gibt es in Fire Emblem: Three Houses eine besondere Neuerung. Wir können die Zeit zurückdrehen! Nur wenige Male pro Kampf können wir zu einem beliebigen Zeitpunkt der Schlacht zurückkehren und unsere Züge erneut überdenken. Dies erspart erhebliche Frusterlebnisse und macht das Spiel zudem auch für Anfänger noch eine Spur zugänglicher.

Außerdem lebt Fire Emblem: Three Houses von seinem abwechslungsreichen Missionsdesign. Mal gilt es darum, Diebe vor der Flucht aufzuhalten, ein anderes Mal müssen wir unschuldige Dorfbewohner beschützen. Auch gesellen sich nun Monster hinzu, die als Bosskämpfe zu betrachten sind. Diese Kreaturen sind unfassbar stark und können nur mit vereinter Kraft der eigenen Helden bezwungen werden. Dabei gilt es die Lebenspunkte mehrfach auf null zu senken, Schilde zu zerstören, und weitere besondere Merkmale zu berücksichtigen - ein ungewohntes Feature für Fire Emblem, aber ein richtig gutes.

Fazit

PROS

CONS

+ Hochkarätige Story

- Gelegentliche Performance-Einbrüche

+ Massiver Umfang an Content

- Grafisch etwas angestaubt

+ Zahllose Aktivitäten

+ Unterhaltsames Akademiesystem

+ Anspruchsvolle Gefechte

+ Rückspiel-Feature lässt Fehler zu

+ Voll vertont und mit japanischer Tonspur

Fire Emblem: Three Houses gehört ohne Frage zu den besten Ablegern der Serie. Ein stimmiges Gesamtkonzept rückt vor allem die Charaktere und deren Hintergrundgeschichten in den Mittelpunkt, sodass wir unsere Helden besser denn je kennenlernen dürfen. Abwechslungsreiche Aktivitäten im Akademie-Alltag erledigen den Rest und sorgen für witzige und einzigartige Erlebnisse. Dabei rückt das Franchise vor allem den in Japan beliebten Schul-Simulationen näher, die schon in zahlreichen anderen Spielen ein Zuhause gefunden haben. Es gibt hier massiv viel zu tun und ebenso besticht die Story durch zahlreiche Wendungen, sodass selbst eingesessene Fans sich nicht immer sicher sein können, was tatsächlich vor sich geht. Ebenso kommt das Kampfsystem gewohnt hochkarätig daher, sodass Fans mit Three Houses nicht allzu viel falsch machen können. Nachsitzen: Aber gern!

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