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Gears 5: Unsere Meinung zum brachialen Deckungsshooter.

Neuer Name – neues Konzept?

Gears 5 im Test: Mehr als nur stumpfes Geballer - Alles zum Singleplayer

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Gears 5: Der Third-Person-Shooter steht kurz vor dem offiziellen Release. Ob es dieses Mal genauso knallt wie in den letzten Teilen, haben wir für euch getestet.

Locust heißt die Alien-Rasse, die schon seit Jahren mit den Menschen von Planet Sera einen blutigen Krieg austrägt. Das Ende von Gears of War 4 kennzeichnete das Ende dieses Krieges, die Locust schienen besiegt. Doch durch mysteriöse Mutationen, ausgelöst durch die Ressource Imulsion, entstand eine neue Locust-Spezies: Der Schwarm. In Gears 5 kämpft die neue Protagonistin Kait Diaz mit ihren Mitstreitern im schier endlosen Krieg gegen den Schwarm. Eines sei Gewiss: Köpfe werden nicht nur rollen - sie werden zerbersten. 

Neuer Hauptcharakter: Kait Diaz

kaitdiaz-gears5

Die Geschichte von Gears 5 beginnt da, wo der vierte Teil endet. Zum ersten mal in der Gears of War 5 Serie tritt man in die Fußstapfen von Kait Diaz und macht sich in den Kampf gegen eine neue Locust-Spezies: Den Schwarm. Die Spezies hat sich im Laufe der Zeit im Anschluss an die Zerstörung der Locust-Horde entwickelt. Schwarm-Locust sind durch Mutationen durch die parasitäre Chemikalie Imulsion entstanden, die ein großer Bestandteil des Spiels und Hauptfaktor für die Kriege von Mensch und Locust sind, da sie eine wertvolle Ressource für Mensch und Locuste darstellen. Wer die Geschichte von Gears of War mit Leidenschaft verfolgt hat, könnte Schwierigkeiten damit haben, Kait als den Hauptcharakter der Fortsetzung zu akzeptieren. Grund dafür: Ihre Person ist in den vorigen Teilen nicht besonders viel zum Tragen gekommen.

Das Trauma von Kait Diaz

Während man mit Kait Diaz und ihren Mitstreitern durch die verschiedenen Orte vom Planeten Sera streift, verarbeitet sie immer wieder auf brutale Weise das Trauma vom Verlust ihrer Mutter – Kait muss plötzliche Flashbacks konfrontieren, die teilweise den Spielfluss einschränken und das Spiel schwerer machen sollen, also gewissermaßen ein Einschnitt der Geschichte ins Gameplay. Ihre plötzlich auftretenden Flashbacks haben die Form von roten Wolken, die sie umgeben. 

Hinzu kommen eingeschränkte Sicht und beunruhigende, schuldzuweisende Stimmen in ihrem Kopf. Im Kampf gegen die Martriarchin beispielsweise, einen Boss im Spiel, bekommt Kait gleich mehrere Flashbacks. Die Flashbacks bewirken, dass Kait um sich herum nichts mehr erkennen kann und die fiese Locust-Anführerin plötzlich vor ihr auftauchen könnte ohne, dass sie es bemerkt. Grundsätzlich bringt Gears 5 ein paar frische Ideen und emotionale Züge in die Story der Reihe, schafft es aber nicht, aus der Geschichte um Kaits Leidensgeschichte mehr zu machen als schmückendes Beiwerk.

Gears 5: Ein Open World Game?

In Gears 5 wurde herumexperimentiert, was die Spielwelt angeht. Die Macher haben sich ein paar besondere Open-World-Elemente für das Spiel ausgedacht, die es bisher so noch nicht gab. Das Spiel ist in mehrere Akte aufgeteilt, die an verschiedenen Orten stattfinden. Jeder dieser Orte ist eine kleine offene Welt, die man mehr oder weniger frei erkunden kann. Beispielsweise fährt man mit dem sogenannten Skiff, ein Allrounder-Mobil, angetrieben von Wind und Motor, durch die weiten Ebenen von Planet Sera. 

Wie bilderbuchmäßiges Open-World-Gaming haben sich die Missionen allerdings nicht angefühlt. Oftmals trifft man auf völlig unnötige Passagen, die weder Raum für entdeckbare Schätze bieten oder sonst einen Mehrwert bringen, ganz zu Schweigen von einer ewig leeren Schneewüste, die schon recht früh im Spiel euren Geduldsfaden auf die Probe stellt.. An einer Stelle in der Eiswüste stößt man beispielsweise auf eine Eishöhle mit einer Gasse, die aussieht als könnte man sich ducken und sie betreten, doch man wird enttäuscht. 

Gears 5: Wie gut ist die offene Spielwelt?

Das schnelle Skiffen durch eine arktisähnliche Eiswüste hatte zwar seinen Charme. Aber dann kommt auch schon der erste Bug: Nachdem man mit dem Skiff über eine Schneerampe fährt und 30 Meter über der Luft ist, schwebt das Schneemobil plötzlich in Zeitlupe Richtung Boden. So ein kleiner Bug ist eigentlich nicht nennenswert. Im Verlauf des Spiels kommt es aber öfter mal zu solchen kleinen Fehlern, die den Spielspaß sichtlich mindern. Um dem Open-World Schema treu zu bleiben wurde der Spielverlauf nicht linear gestaltet: Ob man mit der einen Nebenmission anfängt oder der anderen ist in den kleinen Open-Worlds von Gears of War 5 egal. Zur Hauptmission führen sie im Endeffekt alle. 

Optisch sind diese Mini-Open-Worlds allemal gelungen. Mit bahnbrechenden Animationen und passender Musik könnte man kurz das Gefühl bekommen, dass diese riesigen, vom Himmel fallenden Eissplitter real sind. Dazu kommt der wunderbare Detailreichtum, den es auf Sera zu bestaunen gibt. Zum Beispiel waren die Reflektionen der Risse im Boden es locker wert, auch noch ein zweites mal hinzuschauen.

Die Eiswelt von Planet Sera

Amüsantes Locust-Gemetzel

Der Kampf gegen die Locust ist auch diesmal wieder ein actiongeladenes Third-Person-Shooter-Gemetzel, das wir bereits von den vorigen Teilen von Gears of War kennen. Am grundsätzlichen Spielsystem hat sich nämlich kaum etwas geändert: Gegner suchen, Deckung finden und aus vollen Rohren ballern, heißt das Motto. Wer die Reihe wegen der Battles gegen brutale, ungezügelte Locusts liebte, wird den neusten Teil einfach nur verschlingen wollen. 

Die Kämpfe fühlen sich nicht nur verdammt interaktiv an. Bei Gears of War 5 ist die KI der Gegner so programmiert, dass ihr die Moves von Kait immer auf Anschlag nutzen solltet. Dazu zählen Zielen, Ducken, Deckung, Schießen und Zuschlagen. Zuschlagen kann man beispielsweise auch mit einem Knüppel, den man von einem Aufseher erhält, einem der etwas stärkeren Schwarmgegner. Oftmals sterben Schwarm-Gegner nicht direkt. Wenn sie am Boden liegen, hat man Möglichkeit ihnen mit einem Tritt den Gnadenstoß zu verpassen. Die Ausführung und der Übergang all dieser Fähigkeiten und Moves flutschen in Kombination wie Butter. Ein Heidenspaß dieses Gemetzel. 

Das liegt unter anderem auch am hervorragenden Gegnerdesign von Gears 5. Jede Umgebung kommt mit ihren ganz eigenen krabbelnden, fliegenden oder stampfenden Widersachern, die Bosse rangieren zwischen turmhoch-langsam und schwer bewaffnet-flink. Beinahe jeder Gegner stellt eine Herausforderung dar und hat dabei auch noch den bedrohlichen Locust-Look im Gepäck, der Gears auszeichnet. Die Varianz der Gegner zwingt uns außerdem dazu, sämtliche Waffen, die Kait an die Hand bekommt, zum Einsatz zu bringen. Und davon gibt es eine ganze Menge. Neben der obligatorisch Kettensäge an der Wumme stoßt ihr im Verlauf der rund 12-stündigen Kampagne auf Granatwerfer, Schrotflinten und sogar die beliebten Kryo-Waffen aus den Vorgängern.

Jagdhund-Cyborg Jack

In Gears 5 bekommen wir die Kontrolle über einen kleinen fliegenden Helfer-Roboter. Der Roboter namens Jack ist ein bisschen wie ein Jagdhund und auch bisschen wie R2D2. Der kleine Jack kann Munition und andere notwendige Objekte wie ein Hund apportieren und ist mit verschiedenen Mods ausgestattet, mit denen er den Schwarm-Aliens auf die ein oder andere Weise das Handwerk legen kann. 

Während man im Kampf gerade voll zu Gange ist, kann es aber vorkommen, dass man den kleinen Jack und seine Fähigkeiten außer Acht lässt, was leider für seine leichte Überflüssigkeit spricht. Trotzdem ist es ein netter Tweak für zwischendurch, sich mit einer von Jack’s Mods unsichtbar zu machen und den Gegner aus dem Hinterhalt zu meucheln oder den Aliens mit einem Blitz zu betäuben und danach mit Leichtigkeit einen Kopfschuss zu verpassen.

Kait Diaz, Helferroboter Jack und Del

Gears 5: Die emotionale Schiene

Während man durch Wüsten, Eisfelder und andere Orte streift sind die Hauptcharaktere immer dabei, Dialoge zu führen. Die Stimmen der Charakter haben sich seit dem vierten Teil nicht geändert und fallen noch immer passend und gut gelungen aus. Leider ist man oftmals gehalten, einfach nicht mehr zuzuhören, weil fast schon zu oft geredet wird. Andererseits kann es ein guter Zeitvertreib sein, die Dialoge zu verfolgen, während man mit dem Skiff durch die Gegend fährt und die Landschaft begutachtet. 

In den Dialogen wird die emotionale Bindung der Charaktere zueinander deutlich. Die vielen Gespräche der Charaktere bieten zudem eine erzählerische Tiefe, die es bisher in keinem Gears Spiel gab. Alte Geschichten werden wieder aufgekramt oder entmutigte Gemüter wieder aufgemuntert. Keine Selbstverständlichkeit: Selbst in der deutschen Synchro kann Gears 5 mit einer nahezu perfekten Lippensynchronität auftrumpfen. Außerdem bekommen wir den ersten Assisstenten-Roboter der Welt zu hören, der Sarkasmus versteht und anwenden kann – ein witziger Lacher für zwischendurch.

Gears 5 punktet mit Grafik

Wer die Optik der Reihe mag, wird Gears 5 lieben.

Gears 5 besticht mit einer tollen Grafik. Allgemein ist die Atmosphäre der verschiedenen Orte beeindruckend. Allein wegen der Optik könnte so manch einer dazu motiviert sein, dem Third-Person-Shooter eine Chance zu geben. Das Spiel im Großen und Ganzen ist im altbekannten Gears of War-Stil gehalten, der mal wieder sämtlichen Rahmen sprengt. Die Schulterpolster sind noch fetter, die Rüstungen noch bulliger und die Partikeleffekte noch knalliger – ein Fest für Fan-Augen.

Die Mimik der Charaktere wirkt eher flach und steif, was aber durchaus auch an genau diesem brutalistischen Stil liegen könnte. Die Texturen sind schön, klar und zeitgemäß der heutigen Standards. Pixelige Stellen? Fehlanzeige. Auch die Schattierungen von unterschiedlichen Objekten und den Charakteren sindscharf und realistisch gestaltet. Im Gears-Kosmos revolutioniert der fünfte Teil das grafische Potenzial gewaltig, im Vergleich zu anderen Top-Titeln dieser Generation performt Gears 5 gut, schafft es aber nicht zum optischen Meisterwerk.

Das war unsere Meinung zum Singleplayer von Gears 5. In den kommenden Tagen werden wir den zahlreichen Multiplayer-Modi des Deckungsshooters einen umfassenden Besuch abstatten und euch anschließend ein kurzes Update dazu zu geben. Checkt also regelmäßig unseren Test auf Neuerungen.

Fazit

Wer eine wohl durchdachte Story und einen Anreiz zum Nachdenken sucht, ist mit Gears of War üblicherweise nicht besonders gut bedient. Daran ändert sich auch mit dem fünften Teil nichts. Das Motto lautet: Größer, schneller, brachialer.  Für alle Shooter-Liebhaber ist Gears 5 jedoch ein absolutes Must-Have. Gerade wer die Vorgänger der Serie bereits gespielt hat, wird diese Fortsetzung wohl genauso liebgewinnen. Alle Eigenschaften, die ein Gears of War Titel haben sollte, sind wieder mit drin: Neben testosterongeschwängerten Soldaten und Soldatinnen stehen erneut Gemetzel, Gedärme und flinke Sprüche an der Gears-Front. Besonders das in kleinen Nuancen verbesserte Gameplay und die Grafik des Spiels haben uns ein Staunen aufs Gesicht gezaubert. Und auch die neuen Open-World-Passagen funktionieren bis auf ein paar unbelebte Ausnahmen. Gears 5 liefert schnelle, interaktive und knallharte Kämpfe ganz in der Gears of War-Manier. Wer da als Shooter-Fan nicht zugreift, hat selbst Schuld. 

PROS

CONS

+ Ausgereifte, ineinandergreifende Spielmechanik

- Keine durchdachte Story

+ Tiefgreifende Dialoge

- Kleinere Bugs

+ Anspruchsvolle Bosskämpfe

- Gelegentlich leere und unbelebte Gebiete

+ Neuartige Open-World-Elemente

+ Vielseitiges Gegnerdesign

+ Hervorragende Grafik

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