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In GRID gibt es Motorsport mal anders

Vollgas Modus

GRID im Test: Wer später bremst, gibt länger Gas

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Mit GRID geht Codemasters beliebte Motorsport-Reihe in die vierte Runde. Es geht zurück zu den Wurzeln und doch rollen einige Neuerungen mit an die Startlinie.

Bevor der Kampf um die Rennspiel-Krone in die nächste Runde geht: Anstatt einfach die nächste Fortsetzung abzuliefern, verpasst der britische Entwickler dem Franchise ein erweitertes Remake. Modell standen erfolgreiche Ableger wie Grid: Autosport oder Race Driver: GRID, die ihrerzeit mit mächtig Benzin im Blut für Furore sorgten. Herausgekommen ist ein Racer, der nicht nur Laune macht, sondern auch Simulationsfans mitreißen wird.

Dass Codemaster weiß wie man Rennfahrer Karrieren spannend inszeniert, beweisen Sie in den letzten Jahren immer wieder mit ihrer F1 Serie. GRID löst sich jedoch von dem engen Motorsport Korsett und zelebriert den Aufstieg zum Champion im stylischen Look. Und auch wenn der Karrieremodus erfreulich frei ausfällt, gibt es ein Ziel: Den Einzug in die GRID World Series. Damit dies gelingt, gilt es mit seinem Team jede Menge Events in den Kategorien Touring, Stock, Tuner, GT, FA Fernando Alonso Racing und Invitational zu gewinnen.

Vollgas gegen Langeweile

Was sich schon nach viel Abwechslung anhört, wird dadurch noch gesteigert, dass die unterschiedlichen Events der einzelnen Rennserien immer variabel ausfallen. Obendrauf muss noch ein Showdown Match komplettiert werden, wovon man sich vier Stück stellen muss, um ins Finale zu gelangen.

Auch bei Nacht ist man auf den Strecken unterwegs

Die Erde ist eine Rennstrecke 

Auch die Anzahl der Rennen und Wagenklassen ändern sich von Event zu Event. Passend dazu wechseln sich auch die Schauorte ab, die den Spieler quer um den Globus treiben. Unter den Kursen tummeln sich wieder einmal alte Bekannte aus der echten Welt wie Brands Hatch oder Silverstone. 

Aber auch GRID-typische Strecken wie San Francisco oder Neuzugang Havana glänzen erneut mit einem spannenden Streckenlayout. Trotzdem bleibt die Anzahl durchschnittlich, was wiederum durch jede Menge Layouts, Eventtypen oder auch Wetterbedienungen wettgemacht wird.

Schöner kann Motorsport nicht sein

Viel aber alleine unterwegs

Falls doch noch Langeweile aufkommen sollte, kann man sich im freien Spiel eigene Rennen oder ganze Events aus allen Serien und Fahrzeugklassen zusammenstellen. Sollte dies immer noch nicht Herausforderung genug sein, gibt es noch einen schmalen Multiplayer, in dem man gegen andere Hobbyrennfahrer antreten kann. Potenzial verschenkt GRID aber besonders aufgrund des fehlenden Splitscreen-Modus.

Ziemlich umfangreich ist dafür die Auswahl der Fahrzeuge geworden. Diese ist natürlich passend zu den Eventserien aufgestellt und bietet neben normalen Modellen wie Golf GTI oder Ford Focus, auch hubraumstarke Muscle Cars, legendäre Modelle wie den Ford GT, F1 Boliden und mehr. 

Und auch wenn sich eurer Fuhrpark über die Zeit aufbaut, dient dieser nur als Mittel zum Zweck, denn einkaufen lassen sich die Autos nur über die verschiedenen Events und auch Tuning-Möglichkeiten sind auf Farben und Folierungen beschränkt. Ein absolutes Highlight ist der Renault R26 und Weltmeisterwagen von Fernando Alonso, der dem Spiel wie unschwer zu erraten ist, als Berater zur Seite stand.

Der legendäre Renault R26 von Fernando Alsono

Charakter im Cockpit

Um das Duell mit dem zweifachen F1-Weltmeister auch richtig in Szene zu setzen, muss man auch virtuell gegen die Rennlegende antreten und ihn in die Schranken weisen. Und auch sonst tritt man nicht gegen irgendwelche namenlosen Fahrer an. Die Entwickler haben jedem Gegner einen eigenen Charakter und Fahrstil verpasst – weshalb es in vielen Duellen auf der Strecke wirklich hitzig zugeht.

Wenn man hier selbst zu harsch auf der Strecke agiert, kann es schnell zu Feindschaften auf der Strecke kommen. Dieses sogenannte Nemesis-System sorgt dafür, dass eure Rivalen fortan noch härter mit euch ins Gericht gehen und die Gummiband-KI Effekt deutlich verstärkt wird. Leider gilt dies auch für die eigenen Team-Kollegen, die dann gerne mal Anweisungen ignorieren. Dies ist jedoch nicht wirklich schlimm, da es sich eh nie so anfühlt, als würde man gemeinsam auf der Strecke unterwegs sein. 

Im Zweikampf muss man Nerven haben

KI mit Hut

All dies soll natürlich das Arcade-lastige Gameplay von GRID unterstützen. Nur leider schwächelt die KI vor allem, wenn man längere Partien hinter sich bringt. Dann kommt es meist an exakt den gleichen Stellen zu Zwischenfällen wie Auffahrunfällen. Dies wirkt über die Dauer nicht nur überdramatisiert, sondern kann auch wirklich nervig werden, wenn man bei solchen Aktionen beispielsweise einen Dreher kassiert.

Und auch der schwankende Schwierigkeitsgrad tut den Rennen nicht wirklich gut. So kämpft man stellenweise mit dem schon angesprochenen Gummiband-Effekt oder fährt beispielsweise schon nach den ersten beiden Kurven auf Platz eins. Damit kann es schnell mal vorkommen, dass man innerhalb einer in einer Rennserie auf Platz 1 und im nächsten auf Platz 10 landet, ohne etwas am eigenen Spielstil zu ändern.

Um den Frust deutlich zu verringern, können Fehler oder ungewollte Aktionen der KI in Grenzen durch die Rückspulfunktion zurückgesetzt werden. Dies erweist sich zwar als recht nützlich, jedoch nicht ganz fehlerfrei.

Die Gegner alssen sich nicht leicht abschütteln

 

Zu viel neben der Strecke

Um vieles davon zu umgehen, kann man vor jeden Rennen ein Qualifying bestreiten. Dies schützt zwar vor nervigen Duellen, hilft jedoch nicht beim Sammeln der verschiedenen Bonusaufgaben in GRID. Diese gewinnt man nämlich nur durch Überholmanöver, Zweikämpfe oder Ideallinie fahren.

Die Formel 1 ist noch mal eine andere Liga

Durch diese Art Nebenaufgaben kann neben ein wenig Geld auch jede Menge Designkram für die eigene Spielerkarte verdient werden. Jedoch vergeht die Sammellust recht schnell, da es sich bei den Boni tatsächlich nur um ein kosmetisches Element des Spiels handelt und sich auch der Fortschritt der einzelnen Aufgaben nicht nachvollziehen lässt. Hier lässt Codemasters Potenzial auf der Strecke liegen.

Die Jagd nach den Credtis

Drüber hinaus könnt ihr mit erfolgreichen Rennabschlüssen auch noch ingame-Credits sammeln und diese in neue Wagen investieren. Um hier ein bisschen schneller voranzukommen, kommt der Team-Aspekt ins Bild. Ein Prozentsatz des Preisgeldes der eigenen Teamkameraden landet nämlich auf dem eigenen Konto. Somit ist es durchaus sinnvoll, neue Fahrer zu engagieren. Je stärker diese jedoch sind, desto weniger Geld landet in der Tasche des Spielers. Ein ausgefeiltes Management-System entsteht daraus jedoch nicht. Mehr als ein simples Austauschen von Fahrern ist letztlich nicht drin.

Zusätzlich gibt es noch Punkte dafür, wie man sich auf der Strecke schlägt. Heißt: Sauberes Fahren einzelner Sektoren, gute Überholmanöver, das Halten der Ideallinie und mehr wird belohnt. All dies gibt am Ende noch einen Geldbonus, der beim schnellen Anhäufen von Geld für bessere Wagen zum Sammeln. Zudem spielt hierbei auch das Nemesis-System gut mit, denn Duelle mit Rivalen bringen nochmals Extrapunkte. 

Die nach den Punkten findet auch der Strecke statt

Rennsport trifft Arcade

Dass GRID grundlegend auf Spaß ausgelegt, merkt man auch schnell an der Arcade-lastigen Fahrphysik. Egal in welches Auto man auch einsteigt, man kann sofort Vollgas geben. Somit auch nicht verwunderlich dass die Rempler und Karambolagen gewollt erscheinen und man nicht sofort von der Strecke geworfen wird. Für Profis gibt es noch vereinfachte Einstellungen im Bereich ABS, ESP und Traktionskontrolle. Schaltet man all diese Hilfen aus, wird es merklich schwerer, die hochgezüchteten Boliden auf der Strecke zu halten. 

Jedoch hat Codemasters es ein wenig zu gut gemeint, wodurch der Grenzbereich der Fahrzeuge bei GRID recht schwer auszuloten ist. Vorbildlich hingegen fällt die Unterstützung aller gängigen Lenkräder aus. In unseren Tests konnten wir mit unserem FANATEC CSL Elite-Testaufbau ohne Probleme, selbst mit manueller Kuppelung, über die Pisten jagen. 

Das Motto in GRID ist Vollgas

Die ein oder andere Beule

Damit einher geht auch das schicke Schadensmodell der Fahrzeuge, denn jeder Rempler, oder Ausflug in die Bande hat vor allem optische Auswirkungen auf den eigenen Rennwagen. Wenn man möchte, kann dieser das Gameplay beeinflussen und am Ende zum Totalschaden führen. Um dies jedoch zu schaffen, muss man im Vergleich zu anderen Spielen schon Kurven und Gegner gewollt ignorieren.

Trotzdem kommt der optische Effekt eines ramponierten Rennwagens aufgrund der gelungenen Präsentation voll zur Geltung. In diesem Bereich gibt es nicht zu meckern. Schicke Fahrzeugmodelle mit knalligen Lacken oder Folien, lebendige Strecken mit dynamisch reagierenden Zuschauern und die tollen Wettereffekte runden das Bild perfekt ab. Größter Pluspunkt sind die 60 Bilder pro Sekunde, mit denen GRID über den Bildschirm flimmert. Schade nur, dass es manchmal zu leichten Einbrüchen in der Framerate kommt. 

Über jeden Zweifel erhaben ist hingegen der Sound des Spiels. Alle Motoren röhren laut und kraftvoll, wenn das Pedal in Richtung Boden drückt. Gerade Besitzer von guten Headsets oder Surround-Anlagen können sich freuen, denn die Geräuschkulisse ist je nach Perspektive unterschiedlich. Im Unterschied zur Konkurrenz verzichtet GRID sogar komplett auf einen Soundtrack während der Rennen, um die Klänge der röhrenden Motoren und wuchtigen Crashes auch voll genießen zu können. 

Die Fahrzeuge sehen eigentlich nie sauber und heil aus

Fazit

Mit GRID zeigt Codemaster mal wieder deutlich, dass Rennsport alles andere als langweilig ist. Das gilt vor allem für den guten Karrieremodus, der dank wechselnder Events und Schauorte für viel Abwechselung sorgt. Unterstützt wird dies noch durch die schicke und knallige Optik samt brutalen Motorensounds, welche auf neben der Piste mächtig Action machen. Schade nur, dass viele Ideen wie Team-System, Fahrer-Rang oder Nemesis-System nicht umfangreich genug sind, um wirklich zünden zu können.

PROS 

CONS

+ Abwechslungsreicher Karrieremodus

- Leichte Slow-Downs

+ Spaßige Acrade Fahrphysik 

- Viele Belohnungsysteme nur aufgesetzt

+ Gutes Schadensmodell 

- Team-Aspekt kommt zu kurz

+ Umfangreicher Fuhrpark

- Fehlender Splitscreen-Modus

+ Klasse Sound

+ Schicke und knallige Präsenation 

Auch interessant: DIRT RALLY 2.0 - DAS DARK SOULS UNTER DEN RENNSPIELEN

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