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Horizon Forbidden West im Test: Maschinen zerlegen hat nie mehr Spaß gemacht

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Von: Janik Boeck

Horizon Forbidden West ist da. Kann die Fortsetzung des Erfolgshits überzeugen? Wir verraten euch, wie Aloys zweites Abenteuer im Test abschneidet.

Amsterdam – Fünf Jahre ist es her, dass Guerilla Games mit Horizon Zero Dawn einen Überraschungshit landete. Nun wollte das Entwicklerstudio mit Horizon Forbidden West an den Erfolg von Aloys erstem Abenteuer anknüpfen. Wir haben uns das Spiel im Test angeschaut und verraten euch, ob Maschinen-Dinos mit einem Bogen zu verkloppen immer noch so viel Spaß macht und Horizon Forbidden West die spannende Geschichte des ersten Teils fortführen kann.

Name des SpielsHorizon Forbidden West
Release (Datum der Erstveröffentlichung)18. Februar 2022
Publisher (Herausgeber)Sony Interactive Entertainment (SIE)
EntwicklerGuerilla Games
SerieHorizon
PlattformPlayStation 4 (PS4), PlayStation 5 (PS5)
GenreAction-Adventure, Open World

Horizon Forbidden West im Test: Story – Worum geht es in der Fortsetzung?

Die Handlung von Horizon Forbidden West: Wir schlüpfen in Horizon Forbidden West ein weiteres Mal in die Rolle von Aloy. Nach den Ereignissen des ersten Teils hat die sich fünf Monate durch das Land geplagt, auf der Suche nach einem Backup von GAIA. Das Terraforming-Programm ist nämlich ihre einzige Hoffnung im Kampf gegen die rote Plage, die das Land zu zerstören droht.

Aloy und Varl stehen in Horizon Forbidden West an einer Klippe
Horizon Forbidden West im Test: Aloy verschlägt es in den verbotenen Westen © Guerilla Games

Nachdem Aloy in ihren Heimatlanden nicht fündig wird, macht sie sich auf in den namensgebenden verbotenen Westen. Dort angekommen, beginnt das eigentliche Abenteuer. Zwischen neuen Stämmen, bösen Bösewichten und alten Freund*innen versucht Aloy die Welt zu retten, während um sie herum ein Konflikt nach dem anderen entbrennt. Warum das ganze einen Haken hat, verraten wir euch später – ohne Spoiler.

Horizon Forbidden West im Test: Gameplay – Wie spielt sich Aloys Reise?

Das Gameplay von Horizon Forbidden West im Test: Im Volksmund heißt es „Never change a winning Team“. Entwickler Guerilla Games scheint sich das zu Herzen genommen zu haben, denn am grundlegenden Gameplay hat sich in Horizon Forbidden West nichts geändert. Von der ersten Minute ist völlig klar: Wir spielen den Nachfolger von Horizon Zero Dawn. Das System hat im ersten Teil bereits so gut funktioniert, dass große Änderungen aber auch nicht nötig waren. Stattdessen wurde das System um einige kleine Änderungen sinnvoll erweitert.

Aloy verfügt nun beispielsweise über einen Greifhaken, mit dem sie sich an bestimmte Punkte ziehen kann. Außerdem lassen sich dadurch einige Objekte bewegen oder Wände zerstören. Der neue Gleitschirm ist ebenfalls eine erfrischende Verbesserung. Diese Spezialausrüstung, wie sie in Horizon Forbidden West genannt wird, sorgt dafür, dass die Spielwelt dynamischer, lebendiger und insgesamt größer erscheint, weil sich mehr Möglichkeiten der Erkundung bieten.

So funktioniert der Kampf gegen die Maschinen: In Horizon Forbidden West steht der Kampf gegen die Maschinen wieder ganz vorne. Auch hier wurde sinnvoll erweitert. Die neuen Maschinen fügen sich problemlos in das Spiel ein und bieten spannende Kämpfe.

Eine Schlangen-Maschine in Horizon Forbidden West
Horizon Forbidden West im Test: Die neuen Maschinen zu bekämpfen macht enorm viel Spaß © Guerilla Games

Das neue Skillsystem in Horizon Forbidden West: Auch das erweiterte Skill-System fügt sich gut ins Spiel ein. Die Skills sollen euch verschiedene Spielstile von Fern- bis Nahkampf ermöglichen. Wir hatten aber den Eindruck, dass der Bogen nach wie vor die wichtigste Waffe ist. Entsprechend ist der Jäger-Skillbaum deutlich wichtiger als die anderen. Verskillen könnt ihr euch trotzdem nicht, weil ihr für alles, was ihr tut, Skillpunkte bekommt. Völlig neu sind nur die Mutstöße – aktivierbare Buffs – die euch im Kampf helfen.

So viel steckt in Horizon Forbidden West: Wir haben für die Story mit einigen Umwegen knapp 34 Stunden gebraucht. Dabei haben wir die meisten Aktivitäten des Spiels allerdings nur angetestet. Wer sich in der Welt ausgiebig umschauen und alles mitnehmen will, ist hier locker 60 Stunden gut beschäftigt.

Horizon Forbidden West tappt in klassische Fallen: Dennoch tappt Horizon Forbidden West in die typischen „Open World“-Fallen. Um nervige Sammelaufgaben zum simplen Verbessern der Tragetaschen kommt ihr auch in diesem Spiel nicht herum. Das ist vor allem deshalb irgendwie überflüssig, weil eure Taschen nicht mehr überfüllt sein können. Alles, was ihr nicht bei euch tragen könnt, wird automatisch an euren Vorrat geschickt.

Aloy sammelt in Horizon Forbidden West Bitterkraut
Horizon Forbidden West im Test: Aloy muss wieder eine Menge Rohstoffe sammeln © Guerilla Games

In jedem Dorf oder Lager steht davon einer. Dort könnt ihr eure Ressourcen jederzeit wieder auffüllen. Versorgungsprobleme hatten wir im Test von Horizon Forbidden West nie, obwohl wir die Taschen kaum vergrößert haben. Man kann sich benötigte Rohstoffe allerdings auf der Map anzeigen lassen. Will man seine Ausrüstung also verbessern, ist wenigstens die Suche nicht so frustrierend.

Horizon Forbidden West im Test: Grafik und Leistung – Wie gut sieht das Ganze aus?

So schön ist Horizon Forbidden West: Wir haben Horizon Forbidden West auf der PS5 getestet. Wer dachte, dass der Vorgänger eine Schönheit war, wird am zweiten Teil seine Freude haben. Horizon Forbidden West hat im Test mit wunderschönen Landschaften überzeugt. Die wurden nur von den detailverliebten Dörfern und deren Bewohner*innen überboten. Man kann nahezu überall im Spiel einfach stehen bleiben, um die Landschaft zu bewundern.

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Horizon Forbidden West: Bester Bogen

Die Landschaft ist jedoch nicht das einzig Schöne an Horizon Forbidden West. Auch in der Animation der Gesichter hat die Reihe einen gewaltigen Schritt nach vorne gemacht. Wo die Mimik der Figuren in Zero Dawn noch hölzern wirkte, sprüht sie in Horizon Forbidden West vor Detailtiefe. In Kombination mit der guten Sprachausgabe kommen wundervolle und emotionale Gespräche zustande.

Aloy steht in Horizon Forbidden West auf einem Berg und schaut in den Sonnenuntergang
Horizon Forbidden West im Test: Das Spiel ist wunderschön © Guerilla Games

Das gilt auch, solltet ihr euch für den Performance-Modus entscheiden. In diesem Fall läuft das Spiel auf flüssigen 60 FPS, ohne viel von der Optik einzubüßen. Im Grafik-Modus hatten wir im Test von Horizon Forbidden West einige Frame-Einbrüche, wenn wir den Mutstoß aktiviert haben. Davon abgesehen profitiert Horizon Forbidden West allerdings von der Power der PS5, was vor allem bei angenehm kurzen Ladezeiten deutlich wird. Die Schnellreise ist in maximal fünf Sekunden ausgeführt. Da bleibt selten Zeit, einen Schluck zu trinken.

Horizon Forbidden West im Test: Der eine Haken an der Sache

Horizon Forbidden West hat im Test ein Problem: Grafik und Gameplay haben in Horizon Forbidden West einen spürbaren Boost durch die Leistung der PS5 erhalten und stellen den Vorgänger in den Schatten. Einziger Haken: die Story hinkt hinterher. Was Zero Dawn so spannend gemacht hat, war eine emotionale Geschichte. Wir wollten herausfinden, woher Aloy kommt. Dafür haben wir sie auf einer Reise begleitet, in der wir als die Spielenden permanent wussten, was das Schicksal der Welt war, durch die sie sich bewegte. Es ging nur noch darum, herauszufinden, was genau passiert war. Das Mysterium zu lösen, sorgte für Spannung und Emotionen.

Protagonistin Aloy aus Horizon Forbidden West mit Tauchausrüstung unter Wasser
Horizon Forbidden West im Test: Der Story fehlt es im Vergleich zur Spielwelt leider an Tiefgang © Guerilla Games/ Sony

Horizon Forbidden West hat kein Mysterium. Stattdessen ist von Anfang an klar, was die Aufgabe ist: ein Rennen gegen die Zeit. Dieses Rennen gegen die Zeit lässt allerdings jegliche Dringlichkeit vermissen. Nicht zuletzt, weil es überhaupt kein Problem ist, sämtliche Nebenquests und Aktivitäten in Horizon Forbidden West zuerst abzugrasen.

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Was jedoch schwerer wiegt, sind die Antagonist*innen. Wir bekommen davon gleich zu Beginn des Spiels einige vor die Nase gesetzt. Das Problem: sie fühlen sich über den Verlauf der Geschichte leer und flach an. Das nimmt der Geschichte, vor allem im letzten Drittel und im Finale, leider die Emotionalität und den Tiefgang. Wo es der Hauptquest an Tiefgang fehlt, überzeugen allerdings die vielen Nebenquests, in denen es immer wieder schöne und spannende Geschichten zu entdecken gibt.

Horizon Forbidden West im Test: Fazit – Überzeugt der „Open World“-Kracher?

Wie schneidet Horizon Forbidden West im Test ab? Horizon Forbidden West besinnt sich in Sachen Gameplay und Grafik auf alte Stärken und verbessert die vorhanden Mechaniken sinnvoll. Die klassischen „Open World“-Sammelaufgaben nerven zwar, sie sind aber auch nicht zwingend notwendig. Sich benötigte Rohstoffe auf der Map anzeigen lassen zu können, minimiert den Frustfaktor außerdem.

Horizon Forbidden West bekommt im Test eine 8,5
Horizon Forbidden West im Test: Wir vergeben 8,5 für ein solides „Open World“-Abenteuer © ingame GmbH

Das erweiterte Skillsystem sorgt für mehr Abwechslung und Spielstile, lässt aber etwas Komplexität im Balancing vermissen. Den Spaß verdirbt das allerdings nicht. Einzig die Geschichte von Horizon Forbidden West konnte im Test nicht vollends überzeugen. Hier fehlt es leider am Tiefgang und der Emotionalität, die den ersten Teil so gut gemacht haben. Ein schlechtes Spiel ist es deshalb trotzdem noch lange nicht. Wer den Vorgänger mochte, kann bedenkenlos zugreifen. Wer den Vorgänger nicht kennt, aber Bock auf Open World hat, kann sich gleich beide Spiele besorgen.

StärkenSchwächen
+ Gameplay wurde sinnvoll erweitert und macht Spaß- klassische Zeitfresser des „Open World“-Genres
+ Große und lebendige Spielwelt- Story lässt im letzten Drittel nach
+ Spannende Nebenquests
+ Spannende Kämpfe gegen Maschinen
+ Großartige Gesichts-Animationen sorgen für emotionale Momente

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