Kämpfen im Takt der Musik

Kingdom Hearts: Melody of Memory im Test – Rhythmus-Action-Game ohne Taktgefühl

  • Adrienne Murawski
    VonAdrienne Murawski
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In Kingdom Hearts Melody of Memory stellen wir uns alten Gegnern und erleben die gesamte Story musikalisch nochmal, jedoch aus der Sicht von Kairi.

  • Kingdom Hearts Melody of Memory erschien am 13. November 2020 für die PS4, Xbox One und Nintendo Switch.
  • Diesmal erleben wir die gesamte Kingdom Hearts Geschichte aus Kairi‘s Sicht.
  • Natürlich hat Kingdom Hearts Entwickler Tetsuya Nomura ein Schmankerl für alle eingefleischten Fans eingebaut.

Tokyo, Japan – Nach 13 langen Jahren konnten Fans der Kingdom Hearts Reihe endlich den dritten Teil in den Händen halten und Sora, Donald, Goofy und all die anderen liebgewonnenen Charaktere abermals im Kampf gegen den Bösewicht Xehanort unterstützen. Doch auch Kingdom Hearts III ließ, wie jedes Spiel zuvor, am Schluss viele Fragen offen, sofern man das geheime Ende freigeschalten hatte. Sora war verschwunden und Kairi in einen tiefen Schlaf gefallen. In Kingdom Hearts Melody of Memory dürfen wir nun endlich auch mal die gesamte Geschichte aus Kairi‘s Sicht spielen, welche wir in den vorherigen Spielen sooft gesucht oder gerettet haben.

Name des SpielsKingdom Hearts Melody of Memory
Release (Datum der Erstveröffentlichung)13. November 2020
Publisher (Herausgeber)Square Enix
SerieKingdom Hearts
PlattformNintendo Switch, PS4, Xbox One
EntwicklerSquare Enix, indieszero
GenreRhytmus-Action

Kingdom Hearts: Melody of Memory im Test – Vollgepackt mit Nostalgie

Mit Kingdom Hearts Melody of Memory könnt ihr ein vollgepacktes Rhythmus-Action Spiel erleben, welches euch die gesamte Story von Kingdom Hearts von Anfang bis zum jetzigen Zeitpunkt erzählt. Im Gegensatz zu den klassischen Action-Adventure Kingdom Hearts Games, die häufig aus Sora‘s Perspektive gezeigt werden, bekommen wir in Melody of Memory Kairi‘s Sicht näher gebracht. Bei insgesamt knapp 140 Liedern hat man definitiv einiges zu tun, bevor man das Spiel komplett durchgezockt hat. Das Gameplay bleibt dabei jedoch größtenteils gleich und Spieler müssen versuchen Gegner im richtigen Takt der Musik zu treffen. Je nach Gegner müssen wir also (auf der Switch) mit A, L oder R angreifen, mit B springen oder mit X einen Spezialangriff ausführen. Mit einem immer kleiner werdenden Kreis kann man den richtigen Zeitpunkt abschätzen, um die bestmögliche Wertung für seinen Angriff zu erhalten.

Der Weltenbildschirm erinnert an Kingdom Hearts I.

Kingdom Hearts Melody of Memory startet ganz am Anfang der gesamten Kingdom Hearts Geschichte: auf den Destiny Islands. Dort, wo Kairi verschwand, Riku in der Dunkelheit versank und Sora sich seinen ersten Feinden gegenüber sah. Kein Wunder also, dass bei Fans nostalgische Gefühle geweckt werden, während man zu „Bustin‘ Up on the Beach“ auf Schattenlurche und dergleichen eindrescht.

Prinzipiell hält sich Kingdom Hearts Melody of Memory an die spezifischen Welten und deren Gegner bzw. Bewohner, sodass bspw. bei Arielle aquatische Herzlose, Niemande und Gegner erschienen. Bei den Destiny Islands dagegen erscheinen bereits Adowampen, Schattenquasare, Klappersoldaten und viele weitere Gegner, die eigentlich erst in späteren Welten auftauchen. Schade, denn hier hätte man auch wunderbar die Final Fantasy Charaktere Tidus, Wakka und Selphie nutzen können, mit denen man auch im ersten Kingdom Hearts auflevelt.

Kingdom Hearts: Melody of Memory im Test – Scheinbar fehlt das Taktgefühl

Natürlich ist Destiny Island mit der leichten und lockeren Untermalung der perfekte Einstieg in Kingdom Hearts Melody of Memory. Allerdings fällt bereits hier auf, dass vor allem in den leichteren Modi die Angriffe doch eher visuell als rhythmisch sind. Uns fiel es daher bei einigen Lieder wesentlich leichter, auf einer höheren Schwierigkeitsstufe zu spielen, da dort die Angriffe rhythmischer waren. So kam es durchaus vor, dass wir in der leichten Schwierigkeitsstufe aufgrund des Rhythmus angreifen wollten, obwohl kein Gegner da war.

Auch scheint die Steuerung auf der Nintendo Switch teilweise verzögert angenommen zu werden, wobei dieses Problem im Handheld-Modus geringer ausfiel. So hatten wir öfter das Problem rechtzeitig den richtigen Knopf gedrückt zu haben, im Spiel wurde uns jedoch trotzdem ein Fehler angezeigt. Außerdem sind die Bewertungen der Angriffe etwas verwirrend, da es zweimal die Auszeichnung „Super“ (einmal in goldener Farbe und einmal in Regenbogenfarben) gibt. So fiel uns erst nach einiger Zeit auf, dass „Super“ zwei unterschiedliche Bewertungsstufen hat. Stattdessen hätte man unserer Meinung nach beispielsweise auch „Fantastisch, Super, Gut“ nutzen können, um die unterschiedlichen Bewertungen in Melody of Memory klarer darzustellen.

Im Gameplay gibt es bei Kingdom Hearts Melody of Memory nicht all zu viel Abwechslung.

Kingdom Hearts: Melody of Memory im Test – Auf Dauer schnell eintönig

Insgesamt macht das Spielkonzept Spaß, auch wenn es nach einigen Stunden etwas langweilig wird. Schließlich ändert sich die Umgebung nicht maßgeblich, da Sora, Riku und Co. immer auf den Notenlinien entlang laufen. Da die Lieder meistens nur zur Untermalung in den Hauptgames dienten, wiederholen sie sich in Melody of Memory teilweise zweimal – einfach, weil die Lieder sonst zu kurz wären. Auch der Ablauf jedes Liedes ist fast immer gleich, sodass man für mehr Aufregung schnell die höheren Schwierigkeitsstufen wählen sollte.

Abwechslung zu den Standard-Welten bieten die Endbosse, sowie die Lieder von Kingdom Hearts III. Dort sind sowohl Steuerung als auch grafischer Ablauf verändert. Da es bis Kingdom Hearts III mehr als vier Kingdom Hearts Spiele gibt, dauert es allerdings relativ lange, bis man die gewünschte Abwechslung im Spielablauf von Melody of Memory zu Gesicht bekommt. Hier wären ein paar Bosskämpfe in den Welten der früheren Spiele bereits toll gewesen.

Grafisch ist an Kingdom Hearts Melody of Memory fast nichts auszusetzen. Lieder und Szenen laufen flüssig und geben gute Einblicke in die Gesamtgeschichte aus Kairi‘s Perspektive. Allerdings sind ältere Kingdom Hearts-Teile, wie beispielsweise Chain of Memories, nicht neu aufgelegt worden, sodass man in diesen Szenen doch sieht, wie viele Jahre die Spiele schon auf dem Buckel haben. Da dies lediglich kurze Szenen sind, die dem Spieler die Geschichte erklären, stören sie den Spielablauf jedoch nicht.

Nach jedem Lied in Kingdom Hearts Melody of Memory kann man seine Wertung ganz genau betrachten.

Kingdom Hearts: Melody of Memory im Test – Für Einsteiger und Fans in Ordnung

Insgesamt ist die Kampagne von Melody of Memory wirklich schön gestaltet und für jedes Alter und jeden Wissensstand spielbar. Da es drei verschiedene Schwierigkeitsstufen bei jedem Lied gibt, kann man sich langsam an den Profi-Modus herantasten und auch jüngere Gamer werden ihre Freude haben. Die Kampagne umfasst ca. 10 Stunden und fasst für Einsteiger und eingefleischte Fans die umfangreiche Kingdom Hearts Geschichte gut zusammen.

Auch für Sammelfans ist wie immer etwas dabei, denn man kann nicht nur Achievements erhalten, sondern auch Sammelkarten aller Art (z. B. von Charakteren, Gegnern und Schlüsselschwertern), Items, Lieder und natürlich Szenen sammeln. Wer nach der Kampagne noch nicht genug hat oder zwischendrin bereits etwas Abwechslung möchte, kann online andere Spieler herausfordern und sich messen. Wer keine Online-Mitgliedschaft besitzt, kann aber auch den Computer herausfordern oder im Koop-Modus gegen Freunde in den eigenen vier Wänden zocken.

Kingdom Hearts: Melody of Memory im Test – Unser Fazit zum Rhythmus-Action-Spiel

Kingdom Hearts Melody of Memory bietet Spaß für Fans, wird ansonsten aber schnell langweilig.

Fans von Kingdom Hearts können sich Melody of Memory guten Gewissens holen, entweder, um die neue Episode und Hinweise zu Sora‘s Verbleib und neuen Kingdom Hearts-Spielen zu erfahren oder auch einfach, um in Nostalgie zu schwelgen. Auch für Einsteiger in die Kingdom Hearts Reihe ist Melody of Memory gut geeignet, da es die gesamte Geschichte hervorragend zusammenfasst. Wer sich jedoch mehr Action wünscht und in die Welt von Kingdom Hearts eintauchen möchte, sollte vielleicht direkt zu einem Hauptspiel der Reihe greifen.

ProCon
+ Zusammenfassung der gesamten Story bis jetzt- Steuerung wird teilweise verzögert angenommen
+ 3 Schwierigkeitsstufen bei jedem Lied- Konzept auf Dauer etwas langweilig
+ Langer Spielspaß- Lieder wiederholen sich
+ Online- und Koop-Kämpfe möglich- Szenen aus älteren Spielen teilweise schlecht aufbereitet
+ Sammelspaß für Groß und Klein, dank zahlreicher Karten und Lieder- Bewertungen zunächst verwirrend
- Angriffe teilweise mehr visuell als rhythmisch

Rubriklistenbild: © Square Enix/Nintendo/Pixar

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