Langrisser 1+2 im Test: Ein Sega Mega Drive-Klassiker neu aufgelegt

  • vonDaniel Meyer
    schließen

Es sieht aus wie ein Fire Emblem, bietet allerdings neben Helden auch kleine Armeen. Kann der Klassiker auch heute noch bestechen oder verendet er auf dem Schlachtfeld?

  • Langrisser 1+2: Sega Mega Driver-Klassiker kehren zurück.
  • Das Remake von Langrisser 1+2 erscheint am 13. März 2020 für PC, PS4 und Nintendo Switch.
  • Im Test zeigen wir, ob sich die Neuauflage für euch lohnt.

Die Langrisser-Reihe dürfte vielen Spielern kaum bekannt sein. Obwohl es sich hier um eine langjährige S-JRPG-Serie handelt, wurden abgesehen vom ersten Ableger, der unter dem Namen Warsong in Nordamerika herauskam, keine Titel bis zum Jahr 2016 übersetzt. Nippon Ichi Software bringt nun allerdings nochmals die ersten beiden Spiele der Reihe heraus und beschert damit auch westlichen Spielern erstmals den Genuss Langrisser 2 auf Englisch spielen zu können. Obendrein wurde Langrisser 1+2 nicht nur ein neuer Look verpasst, auch dürfen sich Fans über eine japanische Tonspur und einen neuen Soundtrack freuen. Aber was steckt hinter den beiden Spielen im Detail? Unser Test schafft Klarheit.

Langrisser 1+2 – Die wichtigste Frage im Test: Masse statt Klasse?

Langrisser 1+2: Das S-JRPG jetzt auch auf der Nintendo Switch.

Während Langrisser in vielen Belangen einem Fire Emblem sehr ähnlich ist, so sind es gerade die Details, durch die sich Langrisser 1+2 auf der Switch von der populären Reihe unterscheidet. Dazu zählt bspw. das Einheiten-Management-System. Zum Start eines Gefechts gilt es Einheiten für jeden der Helden einzukaufen, die dann durch diese Truppen begleitet werden. Befinden sich diese im Laufe des Kampfes zudem in unmittelbarer Nähe zu ihrem „Captain“, so erhalten sie deutliche Attributs-Verbesserungen. Dabei ist es zudem nicht mal unbedingt das Ziel feindliche Einheiten zu besiegen, sondern vielmehr deren direkte Befehlshaber auszuschalten. Ist dies geschafft, verschwinden auch alle untergeordneten Truppen.

Glücklicherweise gibt es die Möglichkeit, allgemeine Befehle auszuteilen. Auf diese Weise müssen eure Einheiten nicht unbedingt alle per Hand gesteuert werden. Ab einem gewissen Punkt im Spiel können dies schon extrem viele sein. Stattdessen bewegen sich eure Truppen dann automatisch in Richtung Feind oder formieren sich beim Captain neu. Nichtsdestotrotz ist gerade der Ende eines Zugs stellenweise sehr träge. Bis gegnerische, verbündete und teilweise neutrale Einheiten ihre Züge gemacht haben, vergeht oft eine unerträglich lange Zeit, und das trotz der Möglichkeit, die Kampfanimationen zu überspringen. Hier hätten wir uns von Entwickler Nippon Ichi Software, die im vergangenen Jahr unter anderem The Princess Guide veröffentlichen, mehr Flexibilität gewünscht.

Aufgestellt und bereit für den Kampf: Langrisser 1+2 setzen auf Taktik.

Obwohl die Strategie bei Langrisser 1+2 gelgentlich stark auf der Strecke bleibt, so darf der Feind niemals unterschätzt werden. Insbesondere stärkere Kommandanten machen euch das Leben sehr schwer. Wo Strategie hingegen eine Rolle spielt, ist beim Kommandieren eurer verletzten Einheiten. Denn alle Truppen, die zum Anfang einer Runde direkt neben dem jeweiligen Captain platziert sind, erhalten eine kleine Heilung, die durchaus einen großen strategischen Vorteil liefern kann. Allerdings gilt dies auch für eure Gegner, was ebenso zu Frustmomenten führen kann, wenn fast besiegte Einheiten plötzlich frisch erstarken.

Langrisser 1+2 im Test: Ohne Upgrades ist wenig zu holen

Da der Zahn der Zeit selbst an den besten Spielen nagen und Spuren hinterlassen kann, hat man es sich nicht nehmen lassen, Langrisser 1+2 zu überarbeiten. Puristen können zwar auch den klassischen Stil verwenden, doch die neu gezeichneten Charaktermodelle und die Kämpfe sehen einfach gut aus und verleihen dem Spiel einen modernen Look. Dies gilt jedoch nicht für die Karten des Spiels, denn diese sehen aus, als würden sie dem 16bit-Zeitalter entstammen, was sie auch tun. Trotz des Alters ist es jedoch beachtlich, dass schon damals teils tiefgreifende Mechaniken genutzt wurden, in denen Höhenunterschiede und Biom-Effekte die Kämpfe beeinflussen.

Original und Remake von Langrisser 1 im direkten Grafik-Vergleich.

Auch im Bereich der Akustik hat man sich mit Langrisser 1+2 Mühe gegeben. Gerade für Japan-Fans ist erfreulich, dass das Spiel eine komplette japanische Synchronisierung erhalten hat, wenn auch gleichermaßen eine englische fehlt. Aber auch beim Soundtrack gibt es ein Upgrade, denn dieser wurde komplett neu aufgesetzt. Allerdings sollte man hier kein Meisterwerk erwarten, denn gelegentlich kann das andauernde Gedudel schon störend empfunden werden. Wer die klassischen 16bit-Melodien hingegen bevorzugt, der kann auch diese optional aktivieren. 

Langrisser 1+2 im Vergleich: Lineare Story mit unterschiedlichen Zeitsträngen

Beim Storytelling müssen sich Spieler auf keine Wunder gefasst machen. Hier bekommt ihr es in beiden Titeln mit einer relativ gradlinigen Geschichte zu tun. In Langrisser 1 begleitet ihr so den Prinzen Ledin, der nach einer Invasion im Exil gelandet ist und in Langrisser 2 folgt ihr den Reisenden Elwin, der das Schicksal der Welt in seiner Hand trägt.

Die Story von Langrisser 1+2: Solide JRPG-Kost.

Interessant sind jedoch die Unterschiede und zudem deren Besonderheiten. In Langrisser 1 bekommt ihr es so mit unterschiedlichen Zeitlinien zu tun, in denen bspw. unterschiedliche Feinde nicht besiegt werden, sondern sich euch anschließen. In Langrisser 2 erkennt man hingegen eine deutlich komplexere Handlung, in der das Schicksal der Welt sich je nach der Entscheidung des Helden verändert. Entsprechend ist bei beiden Ablegern damit ein ordentliches Maß an Wiederspielwert gegeben.

Fazit: Langrisser 1+2 – Sega Mega Drive-Klassiker im Test

So schneidet Langrisser 1+2 im Test ab.

Wenn Langrisser 1+2 auf der Nintendo Switch etwas zeigt, dann wie wenig der Zahn der Zeit an so manchen Games tatsächlich nagen kann. Zugegeben, die neue Optik, die japanische Vertonung und ein neuer Soundtrack sorgen dafür, dass sich die beiden Spiele sehr gut anfühlen, aber selbst spielerisch gibt es trotz mancher Defizite weniger auszusetzen als man erwarten würde. Zwar fällt es dem Titel schwer, sich mit manchen Genre-Vertretern zu messen, doch insgesamt macht das Kampfgeschehen einen soliden Eindruck und auch die kleinen Tricks und strategischen Kniffe bringen einen frischen bzw. alten Wind ins Genre. Wünschenswert wäre allerdings eine weitere Funktion zur Beschleunigung der einzelnen Züge der Einheiten gewesen, denn gerade bei großen Gefechten dauert das Absolvieren aller Kämpfe einer Runde gefühlt ewig an.

Pro

Con

+ Volle japanische Synchronsation

- Keine englische oder deutsche Synchronisation

+ Attraktives Re-Design

- Lange Wartezeiten dank hoher Einheitenzahl

+ Alternative Zeitlinien für Wiederspielwert

- Story stellenweise recht langweilig

Langrisser 1+2 erscheinen am 13. März für PC, PS4 und Nintendo Switch.

Rubriklistenbild: © Nippon Ichi Software

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Meistgelesen

Final Fantasy 7 Remake: Release verschoben – Kommt die Demo nun früher?

Final Fantasy 7 Remake: Release verschoben – Kommt die Demo nun früher?

WoW Classic: Alle Flugpunkte der Horde und Allianz im Überblick mit Bildern

WoW Classic: Alle Flugpunkte der Horde und Allianz im Überblick mit Bildern

FIFA 20: Fabian Schär SBC – Die günstigste Lösung für nur 100.000 Münzen

FIFA 20: Fabian Schär SBC – Die günstigste Lösung für nur 100.000 Münzen

FIFA 20: Das sind die FUT Champions Belohnungen - Weekend League Ränge

FIFA 20: Das sind die FUT Champions Belohnungen - Weekend League Ränge

Kommentare