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Lords Mobile: Das Phänomen aus China im Test

Das Massenphänomen im Test

Lords Mobile im Test: Ein royaler Spaß für zwischendurch?

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Lords Mobile befindet sich weiter auf dem Vormarsch. Das Strategie-MMO verzeichnet rekordverdächtige Spielerzahlen. Wir haben uns den mobilen Spaß auf Smartphone und PC angeschaut.

Weltweit mehr als dreimal so viele aktive Spieler als Deutschland Einwohner – so lautet die verblüffende Erfolgsbilanz von Lords Mobile, das vor drei Jahren aus dem Nichts an die Spitze der Mobile Charts stürmte. Im Dezember 2018 berichtete der aus Singapur stammende Entwickler IGG (I GOT GAMES) von stolzen 270 Millionen Spielern, die regelmäßig im Strategie-MMO in die Schlacht ziehen. Auch wir haben das Free-to-play-Game unter die Lupe genommen und berichten im Test von unseren Erfahrungen.

Lords Mobile baut seine Spielerschaft weiter aus.

Soviel vorab: Bei Lords Mobile handelt es sich inzwischen nicht mehr nur um ein Mobile Game im klassischen Sinn. Selbstverständlich findet ihr das Strategie-MMO auch auf den gängigen Plattformen für das Smartphone (App Store, Google Play). Zusätzlich haben die Entwickler sich jedoch für einen mutigen Schritt entscheiden. Denn Lords Mobile ist seit einigen Tagen über Steam und Amazon auch für den PC erhältlich - für alle, die nicht ausschließlich unterwegs spielen ein wahrer Segen.

Zeit zu Bauen

Ihr entscheidet, was für ein Lord ihr sein wollt.
Spezielle Events halten das Spiel auch nach Jahren frisch.

Auf beiden Plattformen wirft euch Lords Mobile in eine Geschichte rund um Verrat, Machtgier und eine ungeklärte Thronfolge. Der Kaiser hatte es vor seinem Ableben versäumt, einen fähigen Nachfolger zu ernennen, sodass nun ambitionierte Lords aus aller Herren Länder ins Kaiserreich pilgern, um den Thron für sich zu beanspruchen. Natürlich seid auch ihr einer dieser Lords und macht euch daran, Ländereien des Herrschers zu sichern und die Konkurrenz auszustechen.

Im Grunde funktioniert das wie bei vielen anderen Strategie-MMOs im Mobile-Sektor: Zunächst errichtet ihr eine klägliche Burg, die ihr im Verlauf von Tagen, Wochen, Monaten und Jahren zu einem stattlichen Regierungssitz ausbaut. Zum erfolgreichen Lord braucht es jedoch weit mehr als nur Luft und Liebe. Neben Holz, Steinen, Nahrung und Co. spielt in Lords Mobile die folgende Ressource eine ganz besondere Rolle: Zeit. Für viele Core-Gamer stehen Mobiles Games nämlich genau deshalb in der Kritik, weil es im späteren Spielverlauf nicht mehr darum gehe, aktiv zu spielen, sondern lediglich darauf zu warten, dass ein Countdown abläuft.

Ein gelungener Spagat

Diesen Spagat zwischen Timesink und aktiver Teilnahme am Spielgeschehen meistert Lords Mobile erstaunlich gut. Während es in den ersten Spielstunden fast schon zu viel zu tun gibt und ihr freudig dabei zuschaut wie eure Burg im Sekundentakt wächst und gedeiht, pendelt sich das Spielerlebnis schon bald auf einem angenehmen Tempo ein. Auch nach 30 Stunden gibt es noch genug Aspekte des Königreichs zu optimieren, sodass die Wartezeiten nie mehr als eine Hintergrunderscheinung bleiben.

Lords Mobile gibt euch immer etwas zu tun - Selbst in Wartezeiten.

Die einführenden Tutorials geben selbst unerfahrenen Spielern ausreichend Informationen an die Hand, um sich recht schnell zurechtzufinden. Doch auch an alte Mobile Hasen hat I GOT GAMES gedacht, denn altbekannte Frustfaktoren wie quälend lange Animationen oder im hintersten Winkel des Spiels versteckte Untermenüs umschifft Lords Mobile größtenteils. 

Die Helden im Griff

Automatisierte Kämpfe: Aufgebohrt mit aktiven Fähigkeiten.

Doch nicht nur im Kleinen weiß sich das mobile MMO von der schier endlosen Masse an Konkurrenten abzuhaben. In vielen Punkten setzt Lords Mobile ganz eigene Akzente. Kleines Beispiel: Was auf den ersten Blick nach einem stinknormalen Helden-Feature anmutet wie es jedes drittklassige Mobile Game derzeit nutzt, bekommt von IGG einen spielerischen Twist spendiert, der in den Echtzeit-Kämpfen gegen die KI für frischen Wind sorgt. Statt eure Helden nämlich nur zu leveln, Stück für Stück mit kleinen Items zu verbessern und anschließend im Autopilot aufs Schlachtfeld zu schicken, dürft ihr in der sogenannten Heldenstufe selbst Hand anlegen.

Die Heldenstufe ist ein PVE-Spielmodus, in dem es nicht darum geht, mit hochgerüsteten Armeen feindliche Burgen zu erstürmen. Hier steht stattdessen der persönliche Kampf im Vordergrund, denn wie der Name anklingen lässt, treten hier ausschließlich eure Helden an. Zum Zeitpunkt unseres Tests bot uns das Spiel eine Auswahl aus rund 50 verschiedenen Figuren an, alle mit ihren eigenen Stärken und Schwächen. Die Gegner: Allerlei Arten von witzig designten Monstern und kuriosen Schurken. Der Clou: Anders als in anderen Genrevertretern könnt ihr die ultimative Fähigkeit eines jeden Helden nicht nur über einen simplen Knopfdruck abfeuern: Ihr müsst damit auch noch eigenhändig zielen.

Die Heldenauswahl ist ein großes Plus.

Das Erbe des Erfolgs

Auf der Übersichtskarte geht es gegen andere Lords zur Sache.

Klingt simpel, ist es auch, bringt aber eine Menge Spielspaß in ein recht festgefahrenes System, aus dem sich aktuell kaum ein Mobile-Entwickler auszubrechen traut. Neben der Heldenstufe erwartet euch in Lords Mobile jedoch auch die ein oder andere Konfrontation mit menschlichen Widersachern. Hier liegen viele der Stärken des Spiels, allerdings lauern in den PVP-Anteilen auch kleinere Tücken. Die enorm hohe Anzahl aktiver Spieler gibt euch schier endlose Möglichkeiten, schwächere Burgen zu überfallen und fette Beute einzusacken, allerdings sind einige Spieler bereits so lang dabei, dass sie problemlos ganze Spielerverbände im Alleingang auslöschen.

Da hilft nur eine schlagkräftige Truppe zur Verteidigung. Glücklicherweise verzichtet Lords Mobile auf umständliche Aufnahme- und Zugangsrituale bei der Suche nach einer Gilde. Selbstverständlich gibt es eingeschworene Communities, in die reinzukommen nicht immer leicht fällt, dafür aber auch mindestens genauso viele offene Gilden, die mit Freude Anfänger wie Experten aufnehmen. Hinzu kommt: Auch das Management der Gilden-Features fällt recht leicht, denn per Knopfdruck fordert ihr von euren Kollegen Unterstützung an, helft ihnen bei langwierigen Bauvorhaben oder vertreibt lästige Eindringlinge - kein nervtötendes Hantieren in umständlichen Menüs notwendig.

Auch ohne Geld zum erfolgreichen Lord?

Stellt sich abschließend natürlich die wichtigste aller Fragen im Mobile-Sektor: Wie gut funktioniert das F2P-Modell von Lords Mobile? Auch hier haben wir grundsätzlich gute Nachrichten, denn auch wenn IGG in puncto Bezahlmodell auf Mikrotransaktionen in Form von Edelstein-Käufen setzt, lässt sich das Strategie-MMO problemlos zocken, ohne auch nur einen Cent in die Hand genommen zu haben. Die wichtigen Edelsteine lassen sich nämlich nicht nur über den Ingame-Shop verdienen, sondern auch im Spiel selbst. Außerdem veranstaltet IGG mehrmals wöchentlich Gewinnspiele, die Follower mit zusätzlichen Ingame-Items belohnen.

im Scharmützel zeigt sich, wer seine Truppen besser unter Kontrolle hat.

Dieser Luxus hat lediglich eine Nebenwirkung: Werbung im Spiel. Neben eurem Avatar erscheinen in regelmäßigen Abständen kleinere Angebote, die euch mit zusätzlichen Edelsteinen versorgen und in der Regel zu einem ermäßigten Preis kommen - für zahlende Kunden ein praktischer Service, für F2P-User ein notwendiges Übel. Allerdings auch ein verschmerzbares Übel, denn aufdringlich geht Lords Mobile mit seiner Werbung beileibe nicht um. Störende Popups und grelle Einblendungen, die ganze Menüstukturen überdecken sucht ihr hier vergeblich - eine willkommene Abwechslung zum von Mikrotransaktionen zerfressenen Mobile-Alltag.

AAA-Sound auf dem Smartphone

Zu guter Letzt wollen wir euch eines des besten Features von Lords Mobile nicht verschweigen: Selten hat uns eine App so lange bei der Stange gehalten allein des phantastischen Soundtracks wegen. Für den zeichnet sich Fluch der Karibik-Legende Klaus Badelt verantwortlich, der ein musikalisches Meisterwerk geschaffen hat, das selbst nach etlichen Stunden am Handy oder Rechner nicht ein ritterlich-rostiges Bisschen nervt. Die Kompositionen sind abwechslungsreich, gut abgemischt und vermitteln jederzeit ein unnachahmliches Fantasy Flair - eine wirklich gelungene Investition seitens IGG, sich den deutschen Komponisten an Bord zu holen.

Fazit

PROS

CONS

+ Toller Soundtrack von Klaus Badelt

- Hohe Spieleranzahl sorgt für starke Konkurrenz

+ Erfrischendes Heldensystem

- Wartezeiten als Teil des Spielkonzepts

+ Stimmiger Spagat zwischen Timesink und aktivem Spielen

+ Gute Usability

+ Vielfalt in PVP wie PVE

Lords Mobile ist deshalb so erfolgreich, weil es sich in entscheidenden Nuancen von der keulenschwingenden Konkurrenz abhebt. Im Vordergrund stehen nämlich keine neongrellen Werbebanner, spielerisch unterfüttert mit horrenden Wartezeiten. Stattdessen setzt IGG auf Detailverliebte Spielelemente, die dafür sorgen, dass auch nach Stunden die Motivation nicht verloren geht. Dabei erfindet das Strategie-MMO das Rad beileibe nicht neu, macht dank tollem Soundtrack und starker Usability aber vieles richtig. Deshalb darf es sich aktuell völlig zurecht Lord der Mobile Games nennen.

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