Monsties sind Freunde

Monster Hunter Stories 2: Wings of Ruin im Test – Pokémon küsst Breath of the Wild

  • Adrienne Murawski
    VonAdrienne Murawski
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Mit Monster Hunter Stories 2: Wings of Ruin erscheint am 9. Juli die Fortsetzung von Capcoms Spin-Off-Reihe. Ob sich der Titel lohnt, zeigen wir euch im Test.

Hamburg – Monster jagen und sammeln? Willkommen bei Pokémon, äh ich meine, Monster Hunter Stories 2: Wings of Ruin! Die erfolgreiche Monster Hunter-Reihe von Capcom bekommt endlich die Fortsetzung des Story-Spin-Offs. Darin werden Spieler:innen wieder in die Rolle von Ridern schlüpfen, anstatt sich nur aufs Jagen der Monster zu konzentrieren. Aber was kann Monster Hunter Stories 2: Wings of Ruin? Unser Test auf der Nintendo Switch wird es zeigen.

Release (Datum der Erstveröffentlichung)9. Juli 2021
Publisher (Herausgeber)Capcom, Capcom U.S.A., Inc.
SerieMonster Hunter
PlattformNintendo Switch, Steam
EntwicklerCapcom
GenreRPG, Open World

Monster Hunter Stories 2: Wings of Ruin im Test – Die Handlung: Ein merkwürdiges Phänomen droht die Welt zu zerstören

Vier Jahre nach dem ersten Teil wird die Geschichte des Story-Ablegers in Monster Hunter Story 2: Wings of Ruin fortgesetzt. Während im Vorgänger die schwarze Pest das Land heimsuchte und bekämpft werden musste, haben Spieler:innen diesmal ein anderes Problem: zornesverstrahlte Monster. Im ganzen Land tauchen merkwürdige Krater auf, die ein rotes Licht ausstrahlen, Monster völlig durchdrehen lassen und damit die gesamte Weltbevölkerung bedrohen.

Ein merkwürdiges Phänomen droht die Welt zu zerstören.

Als junge Rider machen wir uns also auf, den Weltuntergang zu verhindern. Schließlich sind wir das Enkelkind des berühmt-berüchtigten Riders Red, der bereits vor vielen Jahren gegen die zornesverstrahlten Monster kämpfte und versuchte der Ursache auf den Grund zu gehen. Zusammen mit unseren Monsties – so heißen die Monster, die wir gezähmt haben – reisen wir also durch die riesige Welt und treffen dabei auf neue und alte Bekannte. Zum Weltuntergang kommt zu allem Überfluss auch noch eine alte Prophezeiung hinzu, die besagt, dass ein sogenannter Ausmerzflügel-Rathalos diesen herbeiführen wird.

Und wie könnte es anders sein? Natürlich ist dieser Ausmerzflügel-Rathalos, Ratha genannt, unser anvertrautes Monstie. Wir müssen also nicht nur die Welt vor dem Untergang und durchdrehenden Monstern bewahren, sondern sie auch davon überzeugen, dass unser geliebtes Monstie nicht dafür verantwortlich ist. The pressure is on.

Monster Hunter Stories 2: Wings of Ruin im Test – Rundenbasierte Kämpfe deluxe

In rundenbasierten Kämpfen treten wir also gegen die verschiedensten Monster an. Dabei folgen die Kämpfe einem Schere-Stein-Papier-Prinzip: Kraft schlägt Technik, Technik schlägt Geschwindigkeit und Geschwindigkeit schlägt Kraft. Jedes Monster hat einen Haupttyp, mit dem es bevorzugt angreift. Wird es jedoch wütend oder setzt besondere Fähigkeiten ein, kann sich das Muster ändern. Es wird also nicht langweilig und als Spieler:in muss man bei jedem Kampf erneut mitdenken, um im Vorteil zu bleiben.

Neben den Basisangriffen gibt es aber auch noch zusätzliche Angriffe, die sich je nach Waffe unterscheiden und auch unsere Monsties können besondere Angriffe ausführen. Dafür muss jedoch der sogenannte Bindungsbalken teilweise aufgefüllt sein. Dies gelingt, indem man zusammen mit seinem Monstie effektive Angriffe gegen die Gegner einsetzt. Ist der Balken dann komplett gefüllt, kann man auf seinem Monstie reiten und eine Art Ultima-Attacke ausführen.

Rundenbasierte Kämpfe deluxe mit jeder Menge Taktik.

Dazu kommen auch noch die möglichen Doppel-Angriffe mit den Kampfpartner:innen. Je nach Region hat man meist eine:n Freund:in, die oder der im Kampf unterstützt. Da kann es dann zu Doppel-Angriffen kommen, wenn Spieler:in und Freund:in den gleichen (gewinnenden) Angriff gegen das gegnerische Monster einsetzen. Haben beide ihre Bindungsbalken voll aufgeladen, gibt es dann auch die ultimative Doppel-Ultima-Attacke, die jedes Monster in den Boden stampft.

Monster Hunter Stories 2: Wings of Ruin im Test – Kämpfen, kämpfen und nochmals kämpfen

Das war aber immer noch nicht alles. Zwischendurch kann es sein, dass Spieler:innen einen Showdown zwischen Monster und Monstie meistern müssen, indem sie den A-Knopf ganz schnell drücken, den rechten Analogstick möglichst schnell kreisen oder abwechselnd die L- und R- Knöpfe drücken. Zudem haben Monster und Monsties auch noch elementare Stärken und Schwächen, die es zu beachten gilt. Ist ein Monstie anfällig gegen Feuerattacken, sollte man es lieber nicht gegen ein Feuer-Monster einsetzen, logisch oder? Auf den ersten Blick mögen die Kämpfe in Monster Hunter Stories 2: Wings of Ruin extrem leicht wirken, in Wirklichkeit sind sie für Taktikliebhaber:innen aber wohl das Nonplusultra.

Um zahlreiche Kämpfe werden Spieler:innen auch nicht herumkommen, schließlich ist das der Dreh- und Angelpunkt des ganzen Spiels. Lästiges Grinden wurde jedoch enorm verbessert, denn wesentlich schwächere Monster können mithilfe einer Tastenkombination in einer Runde besiegt werden. Wer trainieren will, kann sich außerdem am Gebetstopf Boni mithilfe von Amuletten freischalten oder die unzähligen Nebenquests abarbeiten. Monsties, die derzeit nicht im Team sind, können auf Erkundungstour geschickt werden und sammeln dabei wertvolle Erfahrungspunkte und andere Items, die man für Waffen oder Tränke nutzen kann.

Monster Hunter Stories 2: Wings of Ruin im Test – Artenreiche Open World lädt zum Entdecken ein

Um Kampfpartner zu finden, muss man nicht ewig im hohen Gras danach suchen, sondern kann in der Open World einfach direkt auf sie zulaufen. Wie bereits im Vorgänger laufen die Monster nämlich frei in der Welt herum. Sobald man entdeckt wird, greifen manche Monster an, andere fliehen oder interessieren sich gar nicht erst für einen. Neben frei laufenden Monstern findet man in der Welt auch zahllose Monsterbaue, in denen man Monstereier findet, die man dann ausbrüten kann. So gewinnt man zahlreiche neue Monsties dazu – im Prinzip sind wir also nicht mehr als schale Eierdieb:innen.

Die artenreiche Open World lädt zum stundenlangen Entdecken ein.

In Monster Hunter Stories 2: Wings of Ruin ist die Open World riesig und reicht von tropischer Insel, über mystischen Wald bis hin zur sengenden Wüste. In jeder Region unterscheiden sich natürlich auch die darin lebenden Monster und so wird die Sammelsucht nach neuen Monsties immer wieder aufs Neue geweckt. Da die Monsties verschiedene Fähigkeiten haben, gibt es auch in der Open World immer wieder neue Dinge und Gebiete zu entdecken. So mancher Schatz lässt sich nur mithilfe eines Monsties finden, das Efeuklettern, Tunnelgraben oder Schwimmen kann. Sowohl im Kampf als auch beim Umherspazieren ist Vielfalt im eigenen Team also hilfreich.

Monster Hunter Stories 2: Wings of Ruin im Test – Capcoms Liebe zum Detail

Insgesamt merkt man im Spiel, wie viel Liebe zum Detail Capcom in Monster Hunter Stories 2: Wings of Ruin gesteckt hat. In der Open World kann man auf seinem Leitmonstie reiten und so noch schneller die Gegend erkunden. Dabei bewegt sich jedes Monstie nicht nur anders, sondern macht auch unterschiedliche Geräusche beim Laufen. Je nach Untergrund unterscheiden sich dann die Geräusche nochmals. Ein auf Gras laufender Nargacuga hört sich anders an als ein Kulu-Ya-Ku in der Wüste.

Capcoms Liebe zum Detail geht bei Grafikfehler, wie bei den Haaren, leider verloren.

Nur grafisch gibt es einige Mankos, welche die Atmosphäre zerstören. So ist mehr als einmal der Kopf des Monsties in der Felswand verschwunden, nachdem ich abgestiegen war und auch die langen Haare meines Charakters verschwinden ständig unter den verschiedenen Rüstungen. Das sind zwar nur kleine Kritikpunkte, aber der Teufel steckt nun mal im Detail.

Musikalisch wird das jeweilige Setting der Region, in der man sich gerade befindet, jedoch perfekt untermalt. Auf der tropischen Heimatinsel begleiten uns beruhigende Klänge und Meeresrauschen, im Dorf der Wyverianer ist die Musik mystisch und geheimnisvoll und in der Großstadt wird das Flair mit energiegeladenen und kraftvollen Tönen unterstützt. Insgesamt bleibt die Musik jedoch im Hintergrund und stört das Spielerlebnis nicht zu sehr, denn in der Open World verschwindet sie nach kurzer Zeit. Nur die immergleichen Klänge nach Kämpfen gehen auf Dauer etwas auf die Nerven.

Monster Hunter Stories 2: Wings of Ruin im Test – Geduld ist eine Tugend?

Die Liebe zum Detail wird auch anhand der wunderschönen Grafik im Anime-Stil sichtbar. Wie bereits der erste Teil wirkt auch Monster Hunter Stories 2: Wings of Ruin als gäbe es eine Anime-Vorlage dazu. Dazu kommen Vibes á la The Legend of Zelda: Breath of the Wild und kleine Details, die das Gesamtbild abrunden. Auch die Cut-Scenes und besonderen Angriffe, wie die Doppel-Angriffe, sind besonders animiert und schön anzusehen.

Die Geschichte in Monster Hunter Stories 2: Wings of Ruin benötigt lange, bis es endlich spannend wird.

Performance technisch läuft das Spiel flüssig und ohne Einschränkungen. Lediglich die Ladezeiten der einzelnen Kämpfe könnten schneller sein. Auf Dauer wartet man dann doch einige Zeit, bis der Kampf endlich beginnt. Neben den Kämpfen wartet man aber noch auf etwas anderes relativ lange: die Spannung in der Story.

Zu Beginn wird man natürlich erstmal in die unzähligen Besonderheiten von Monster Hunter Stories 2: Wings of Ruin eingeführt und wer Monster Hunter-Fan ist, der weiß: Die Einarbeitungszeit ist extrem lang. Die Einarbeitung in den Story-Ableger ist vergleichsweise kurz und einfach. Dafür hat es mir aber viel zu lang gedauert, bis die Story endlich mal Fahrt aufgenommen hat. Erst nach rund 15 bis 20 Stunden Spielzeit hat mich die Geschichte gepackt und in ihren Bann gezogen. Damit plätschert die Story viel zu lange vor sich hin. Bei insgesamt knapp 50 Spielstunden mag das für manche:n zu verschmerzen sein, dürfte für andere aber auch abschreckend sein.

Monster Hunter Stories 2: Wings of Ruin im Test – Fazit

Der Test von Monster Hunter Stories 2: Wings of Ruin hat gezeigt: Capcom weiß, was sie tun. Für eingefleischte Fans der Hauptreihe mag das Spin-Off nicht unbedingt das Gelbe vom Ei sein. Wer aber Fan von Pokémon und anderen rundenbasierten Sammelspielen ist, der oder die kann beherzt zugreifen. Tatsächlich macht Monster Hunter Stories 2: Wings of Ruin sogar manches (z. B. das vereinfachte Grinden) besser, als die japanische Taschenmonsterreihe.

Monster Hunter Stories 2: Wings of Ruin hat sich eine solide 7,5 Wertung verdient.

Auch nach über 40 Spielstunden sind die Kämpfe nicht langweilig geworden und man wird als Spieler:in immer wieder neu herausgefordert. Die zahlreichen Nebenquests tragen ebenfalls dazu bei, sich in der Open World vollkommen zu verlieren und die ganze Nacht durchzuzocken. Lediglich die lange vor sich hin plätschernde Story verpasst Monster Hunter Stories 2: Wings of Ruin einen gehörigen Dämpfer. Wie bereits in der Monster Hunter Stories 2: Wings of Ruin Preview gesagt: Hier trifft Monster-Sammelsucht auf detailverliebte Grafik und abwechslungsreiche Open World. Oder anders gesagt: Pokémon küsst Breath of the Wild.

ProKontra
+ Abwechslungsreiche, taktische Kämpfe- Story nimmt zu lange keine Fahrt auf
+ Zahlreiche Nebenquests- Atmosphäre wird durch grafische Fehler gestört
+ Immersive Atmosphäre- lange Ladezeiten
+ Lange Spielzeit
+ Wunderschöne Anime-Optik

Rubriklistenbild: © Capcom

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