Vom Visual Novel zum Puzzlespiel

Murder by Numbers im Test: Mit Picross einen Killer überführen

  • vonDaniel Meyer
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Picross und ein Mordfall – Wie ein Puzzle-Klassiker auch in Form einer Visual Novel überzeugen kann. Unser Test zu Murder by Numbers zeigt's!

  • Murder by Numbers verbindet Rätselspiel und Visual Novel.
  • Murder by Numbers erscheint am 06. März 2020 für PC und Nintendo Switch.
  • Ob die Detektivarbeit per Picross gelingt, zeigt unser Test.

Im Jahr 1995 brachte Nintendo ein ganz besonderes Logikrätsel auf dem Game Boy heraus: Picross. Diese kniffligen Zahlenrätsel, auch bekannt als Nonogramme, traten im Folgenden auf Nintendos Plattformen einen kleinen Siegeszug an, welcher die Rätsel weltweit bekannt machte. Auch auf der Switch dürfen Fans sich nun mit Murder by Numbers auf neue Rätselabenteuer gefasst machen, aber dieses Mal mit einem besonderen Kniff: es gilt einen Mord aufzudecken. Dieser Hybrid aus Picross und westlicher Visual Novel klingt zwar vom Konzept her sehr skurril, doch wie sich zeigt, klappt das Experiment gar nicht so schlecht.

Murder by Numbers im Test: Zwei Serienstars, ein Mord und ein fliegender Roboter mit Amnesie

Das Spielkonzept hinter Murder by Numbers verschlägt uns in eine 90er Jahre-Handlung, in der wir die Rolle von TV-Serien-Sternchen Honor Mizrahi übernehmen. Um genau zu sein heißt es Ex-Sternchen, denn gleich zum Start des Spiels werden wir gefeuert und unglücklicherweise wird unser Boss nur wenige Minuten später ermordet. Von hier an muss Mizrahi, die im TV eine Detektivrolle übernommen und mit einer Partnerin zusammen Fälle löste, im wahren Leben die Lupe rausholen und dem Täter auf die Spur kommen – nicht zuletzt, um ihre eigene Unschuld zu beweisen. Zur Seite steht Mizrahi zudem ein rustikal anmutender kleiner fliegender Roboter mit dem Namen SCOUT, der uns beim Detektiv-Spielen unterstützt. Mitverantwortlich für die Handlung ist der exzentrische Entwickler Ed Fear, der in der Vergangenheit unter anderem mit skurrilen Spielen wie Hatoful Boyfriend oder Swords of Ditto für Schlagzeilen sorgte. 

Als Detektiv wider Willen müsst ihr in Murder by Mystery einen verzwickten Mordfall lösen.

Neben zahlreichen Dialogen, die ganz im Stile von klassischen Visual Novels daher kommen – leider komplett ohne Synchronisation – hilft uns unser Gehilfe SCOUT, der zudem unter einer Amnesie leidet, mit einigen Scans. Manuell können wir so die 2D-Szenen von Murder by Numbers scannen und gelegentlich Hinweise und Items finden, die wir, ganz im Stile eines Ace Attorney, zum Schlussfolgern nutzen können. Dadurch schalten sich neue Dialogoptionen frei und Stück für Stück können wir so das Puzzle um den Mord zusammensetzen und nebenbei auch die Geschichte unserer Begleitdrone aufdecken . Doch um diese Hinweise und Items zu erhalten, gilt es jeweils ein Picross zu lösen. Störend ist in den Unterhaltungen, dass zahlreiche Dialogstellen ohne Tastendruck einfach weiterspringen. So geschieht es nicht selten, dass eine Zeile sofort weitergesprungen wird, ohne dass wir diese lesen hätten können – hoffentlich etwas, was durch Patches noch behoben wird.

Murder by Numbers: Rätselspaß mit kleinen Einschränkungen im Test

An dieser Stelle wollen wir euch eine langatmige Erklärung der Funktionsweise von Nonogrammen, bzw. Picross-Rätseln, ersparen. Was ihr wissen müsst ist, dass links und oberhalb eines Picross-Rätsels Zahlen zu finden sind, die euch darüber informieren, wie viele Felder in der jeweiligen Reihe freigelegt werden müssen. Habt ihr durch logisches Herangehen alle richtigen Felder markiert, ist das Rätsel gelöst und ein Bild kommt zu Vorschein. 

Die knackigen Picross-Rätsel sind der spielerische Kern von Murder by Numbers.

Im Verlauf von Murder by Numbers bekommen wir es so mit langsam immer schwierigeren Rätseln zu tun, die allerdings stets fair bleiben. Neben den normalen Rätseln erhalten wir nach einigen Spielstunden auch Zugang zu besonderen Herausforderungen. Diese Rätsel gilt es dann fehlerfrei unter einem Zeitlimit zu lösen. Eine schöne Ergänzung, um dem Spiel etwas Anspannung zu spendieren. Leider kann hier insbesondere die Steuerung für Frustmomente sorgen, denn diese ist stellenweise etwas schwammig. Auch das Weiterspringen über den Rand des Rätsels hinaus, sodass der Cursor auf der gegenüberliegenden Seite des Nonogramms herauskommt, sorgt nicht selten für Unmut.

Fazit: Murder by Numbers erfrischt im Test mit skurrilem Genre-Mix

Murder by Numbers im Test: So gut ist der experimentelle Indie-Titel.

Murder by Numbers schafft es überraschend erfolgreich, eine Visual Novel mit den klassischen Picross-Rätseln zu verbinden und damit ein spannendes Spielerlebnis zu schaffen. Insbesondere der Cast aus sehr abwechslungsreichen und überzeichneten Charakteren sorgt für viel Unterhaltung und die Picross-Rätsel können ebenso überzeugen und generieren eine willkommene Abwechslung. Etwas schade ist jedoch, dass uns gerade auf technischer Seite einige Punkte immer wieder leicht aus dem Spiel herausreißen, wozu die stellenweise schwammige Steuerung, als auch Textpassagen, die automatisch übersprungen werden, zählen. Fans japanischer Visual Novels werden zudem auch eine Tonspur vermissen, die Murder by Numbers leider nicht spendiert bekommen hat. Nichtsdestotrotz sind dies nur kleine Stolpersteine, die diesem Detektivspiel um Honor und SCOUT keinen Abbruch bescheren!

Pro

Con

+ Smarte Kombi aus Picross und Visual Novel

- Keine Synchronisation

+ Wundervoll überzeichnete Charaktere

- Kleine technische Probleme

+ Faire Lernkurve

- Keine Instant-Text-Option

Murder by Numbers erscheint am 06. März 2020 für PC und Nintendo Switch.

Rubriklistenbild: © The Irregular Corporation

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